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Dumela Afrika Teil 9: Wenn man die Schnauze voll hat&schöne Aussichten/Okavango Delta

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  • Hallo Zusammen,

    willkommen zum letzten Teil ohne Achterbahnen.
    Nachdem uns die letzte Nacht ein Esel um den Schlaf gebracht hat verließen wir Planet Baobab, respektive die Makgadikgadi Pans in Richtung Maun.
    Für die Erkundung der Pfannen muss man sich etwas mehr Zeit einplanen. Unser Zeitplan war dafür zu eng gestrickt, was teilweise auch mit Terminliche Gründe der Campingplätze zu Grunde hatte. Beliebte Plätze mit sehr wenigen Stellplätzen sind gerne bis zu 1 Jahr im voraus ausgebucht, also muss man manchmal das nehmen was noch übrig bleibt und einen Plan drumherum stricken.

    Aber auch auf der Route gab es auch immer wieder was zu sehen.

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    In Maun „fährt“ man mit dem Esel zur Arbeit.

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    In einem Supermarkt und in einem Bottleshop deckten wir uns ein für die nächsten Tage und ließen uns an einer Tanke wieder durchschütteln, damit beide Dieseltanks gut voll werden.
    Direkt am Flughafen von Maun sind einige Unternehmen, die Rundflüge oder Transportflüge zu den Lodges im Okavango Delta anbieten. Major Blue Air hatte das beste Angebot und noch freie Plätze für einen Rundflug am gewünschten Tag.
    Nachdem im Crocodile Camp am nordöstlichen Ende von Maun noch der Brauchwassertank gefüllt wurde, chillten wir noch ein bisschen am Pool.

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    Kilometermäßig ist die Strecke ja nicht arg weit, aber die Beschaffenheit frisst viel Zeit.
    Von Maun zum äußeren Rand des Okavango Delta bzw. dem Moremi N.P...
    Die ersten KM waren noch eine geteerte Straße mit diesen hässlichen Potholes, dann kam wieder ein Veterinary Fence, danach war die Straße eine sandige gravel Road bis hin zur Tiefsandpiste...

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    Die Story muss ich euch aber noch erzählen!
    In vielen Landesteilen von Botswana sind sog. Veterinary Fences verteilt. Wir können nur vermuten, welchen Zweck diese haben könnten. Z.B. zum Schutz des freilaufenden Viehs (Kuh, etc.) vor irgendwelchen Krankheiten.
    Bei diesen Veterinary Fences müssen wieder wie bei der Einreise in Botswana, alle Schuhe durch das Desinfektionsbad, die Fahrzeugreifen werden desinfiziert und der Kühlschrank wird durchsucht. Wie bei der Einreise ist Milch und rohes Fleisch verboten.
    Und nu? Wir haben am Vortag noch fleißig eingekauft...
    Im Busch wird nichts weg geschmissen.
    Der Kontrolleur gab uns die Möglichkeit das Fleisch anzubraten.
    Also wurde am Straßenrand der Gaskocher und die Pfanne ausgepackt um die Steaks zu braten...
    Ne, ne... Medium ist auch nicht erlaubt.
    Da wir so ziemlich die einzigen waren, hatte der Kontrolleur die Zeit auch das zu kontrollieren.

    Nach weiterer Plagerei durch den Tiefsand erreichten wir das Mankwe Camp.
    Trotz langer Vorbereitung waren die Campingplätze tiefer im Moremi Game Reserve alle komplett ausgebucht... Ok, die Anzahl an Stellplätzen ist auch wirklich gering.
    Des weiteren sind diese Fahrtechnisch noch eine größere Hausnummer als bisher und der fehlende Schnorchel am Auto hätte uns eh einen Strich durch die Rechnung gemacht.

    Auch im Okavango Delta hält Botswana die Tourimassen im Zaum. Campingplätze gibt es nur drei Stück mit weniger als 10 Stellplätzen. Die Lodges sind so gebaut dass diese ohne schaden an der Natur wieder abgebaut werden könnten. Der günstigste Übernachtungspreis für eine Lodge beginnt ab 800€ pro Person, sind da die Campingplätze mit 120€ wesentlich günstiger.

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    Auch tief im Busch war der Campingplatz mit einem netten Ablution Block ausgestattet.

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    Dieses mal war sogar eine Art Eimerdusche dabei.

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    Für warm Wasser musste hier etwas mehr Aufwand als sonst betrieben werden.
    Eimer füllen und aufs Feuer stellen, die Eimerdusche mit dem Seilzug herab lassen und den Blecheimer mit warmen Wasser umfüllen (Die Lederhandschuhe im Gepäck sind da Gold wert). Die Eimerdusche wieder soweit nach oben ziehen sodass man diese nach innen heben kann und noch ans Ventil dran kommt.

    Vorab wurden wir auf mögliche Tierbegegnungen aufmerksam gemacht, also platzierten wir unsere Campingstühle dicht am Auto, mit dem Rücken zum Auto und warteten ab.

    Weil am Boden nicht sonderlich viel los war, gabs was Birdspotting.

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    Gelbschnabeltoko

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    Meyerspapagei


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    Weißscheitelwürger

    Mehr war nicht los...

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    Nach Einbruch der Dunkelheit nahm das Schrecken wieder seinen lauf.

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    Nein, unsere Camper-Delikatessen hatten wir bereits im Griff.

    Es war mal wieder das Krabbelvieh, welches noch viel schlimmer unterwegs war als vor einer Woche...
    Vom Teller, aus dem Essen und der Ketschup musste man es pulen. In den Haaren verfingen sich die fetten und laut brummenden Zypressen. Andere Käfer flogen einem volle lotte ins Gesicht und diese Beine mit den Greifhaken hingen im Gesicht und auf den Klamotten fest.
    IIIIIHHHH.
    Während das gekrabbel auf dem Boden tatsächlich Interessant war...

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    Obacht wo man hintritt. Skorpione krabbelten auch zwischen den Füßen herum. FlipFlops sind etwas unangebracht.

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    ... ging mir das gefliege, gebrume und vor allem das gekrabbel auf dem Kopf, im Gesicht, auf den Armen, unterm Shirt, im BH, auf den Beinen und sogar in der Hose!
    Ging mir schön mächtig auf den Leim... Nein aufs Gemüt!
    Nachdem dieses Horrorszenario nach mehr als 2h kein Ende nahm, platze die Tussi aus mir heraus. – KRREEEIIIIISCH, ES REICHT!!!!

    An die leuchtenden Augen im Busch gewöhnte man sich. Das gekrabbel war viel schlimmer.
    Das ankündigen einer Hyäne leutete den Rückzug ins Zelt ein.
    Kaum war das Licht aus kam die Hyäne auch schon näher.
    Sie lief ums Auto herum und man hörte sie deutlich schnuppern.
    Wir haben aber alles verstaut, da gab es nix mehr zum klauen.

    Zurück zum Krabbelvieh... Das Insektenzeug unterm Shirt und in der Hose wurden wir beim einsteigen ins Zelt leider nicht komplett los. Es krabbelte im Zelt die ganze Nacht weiter.
    Jetzt ist der Punkt erreicht an dem ich nach drei Wochen im Dachzelt mal so richtig die Schnauze voll hatte.
    Nochmal so eine Nacht hier?
    NEIN!

    Irgendwie krabbelte es gefühlt auf der Haut auch noch am nächsten morgen. Bis eine wohltuende Dusche dem ein Ende bereitete.

    Ich wollte wieder zurück in die Stadt, komme was wolle!
    Wars mir auch egal dass wir noch eine Nacht bezahlt haben.
    Martin wiedersprach nicht und wir nahmen den Weg zurück nach Maun.

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    Zwischendurch entfernten wir diese Schildkröte noch von der Fahrbahn, bevor sie von einem Auto zermantscht wird.

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    Zurück in der Stadt beruhigte sich mein Gemütszustand auch schnell wieder.
    Um mit dem restlichen Tag noch etwas anzufangen, wollten wir im Camp eine der angebotenen Bootstouren ins Delta buchen...

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    Die Wassermenge im Fluss sagte hier etwas anderes...

    Mit dem Anbruch des nächsten Tages kam ein Highlight immer näher. Am Nachmittag war es dann soweit...
    Mit einem von Hand ausgefülltem Flugticket, den Reisepässen und mit Kameras bewaffnet gings zum Flughafen.

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    Streng war die Passkontrolle und die Sicherheitskontrolle. Nach einem längeren Fußweg über das Vorfeld (jaaa, ich bin wieder im Paradies angekommen) erreichten wir die Cessna 172 für unseren Rundflug.

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    Wie im Airliner gab es Safetykarten und der Pilot selbst übernahm die Sicherheitsunterweisung.
    Mit einer Flughöhe von gerade einmal 100m wurden wir zwischen 60 und 90km ins Okavango Delta hinein geflogen.

    Ich höre jetzt mal auf zu labern und lasse die Bilder für sich sprechen.

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    Elefanten beim baden.

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    Büffelherde

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    Für eine Stunde Rundflug mit einem Flieger für uns ganz alleine zahlten wir umgerechnet 110€.
    Dieser Rundflug gehörte wieder zu der Sorte Sprachlos im positiven Sinne.

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    Der Okavango River entsteht im Zentrum von Angola auf dem Hochland und fließt durch einen kleinen Teil Namibias (im Teil 6 zu sehen), bis dieser weiter gen Süden nach Botswana abbiegt. Sein Ende nimmt der ca. 1700km lange Fluss im sumpfigen Binnendelta und versickert im Okavango Delta.
    Wasser ist Leben, was dem Delta ein großen Artenreichtum beschert.

    Zu unserem Zeitraum herrschte die Trockenzeit, dass wenig Wasser da war, war bekannt. Allerdings war auch hier das wenige Wasser auffällig. Unser Pilot erklärte dass er für einen Rundflug noch nie so weit hinein fliegen musste...
    Was auch die abgesagte Bootstour bekräftigte.

    Auf dem Weg zurück zum Flughafen, war unser Pilot zu einem harten Manöver gezwungen. Uns haute es links und rechts durch den Flieger.
    Final gab es einen lauten Knall...
    Vogelschlag an der rechten Tragfläche.
    Der Pilot versuchte noch auszuweichen, doch es reichte nicht mehr aus.

    Mit einer großen Beule im Flieger und einem ordentlichen Schreck, landeten wir wieder sicher.


    Nun habt ihr es endlich geschafft, im nächsten Teil gibt es Coaster.

    Fortsetzung folgt.

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