Hanao
Re-Rider
- Mitglied seit
- 2010
- Beiträge
- 38
Hier nochmals zwei Neuigkeiten bezüglich des Center Parc Allgäu.
Quelle
Quelle
Ich bin schon sehr gespannt wie sich das ganze entwickeln wird. Im April dieses Jahres hatte ich die Möglichkeit das Gelände persönlich zu besichtigen. Das ist schon der Wahnsinn, was da alles an Infrastruktur bereits vorhanden ist. Ein gewisser Herr von Center Parcs meinte auch, dass die Nazis damals, als sie das Munitionslager angelegt haben, schon gewusst haben mussten, dass dort mal ein Ferienpark entstehen wird.
Center Parc: Bebauungsplan nimmt nächste Hürde
Gemeinderat genehmigt Entwurf – Beteiligung der Öffentlichkeit steht an
Von Markus Riedl
LEUTKIRCH Burchard Stocks brauchte etwa eine Dreiviertelstunde, um die Arbeit dreier Jahre zusammenzufassen. Der Ingenieur und Experte für Umweltsicherung und Infrastrukturplanung illustrierte in einem „Parforceritt“, wie er schon zuvor angekündigt hatte, die Änderungen am Umweltbericht des Bebauungsplan-Entwurfs für den geplanten Center Parc Allgäu.
„Das ist das Ergebnis umfangreicher Diskussionen, Gutachten und Stellungnahmen“, sagte Stadtplaner Claudio Uptmoor. Vor allen Dingen der Artenschutz auf dem ehemaligen Muna-Gelände stellte sich im Verlauf des Verfahrens als problematisch heraus, ließ sich aber mit Ausnahmegenehmigungen in den Griff bekommen. Schließlich genehmigte der Gemeinderat den Bebauungsplan-Entwurf und beschloss in einem nächsten Schritt dessen Auslegung für die Öffentlichkeit.
Der Umweltbericht, ein zusätzlicher Teil der alleine schon 50-seitigen Begründung des Bebauungsplans, stand im Zentrum der Gemeinderats-Sitzung am Montagabend – und dabei vor allen Dingen der Artenschutz. Denn auf dem Gelände des ehemaligen Munitionslagers hätten sich laut Burchard Stocks in den vergangenen Jahren ungehindert vor allem viele Vogelarten, aber auch andere Tierarten, ansiedeln können. „Einige davon sind streng geschützt“, erläuterte der Umweltexperte. Für die Haselmaus, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht, könne etwa laut dem Umweltbericht „ein Tötungsrisiko während der Bauphase nicht vermieden werden“. Manche Vogelarten, besonders der Baumfalke und der Wespenbussard, würden darüber hinaus ebenfalls beeinträchtigt. Dies alles seien, so Stocks, eigentlich Verbotstatbestände nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Deshalb waren in diesem Zusammenhang Ausnahmegenehmigungen durch das Regierungspräsidium Tübingen notwendig. Und die gibt es wiederum nur, wenn öffentliches Interesse überwiegt und Ausgleichsmaßnahmen für die Gefährdung der besonders geschützten Arten ergriffen werden. Beides war im Zusammenhang mit Center Parcs der Fall.
„Extrem wenig Neuversiegelung“Ausgleichsmaßnahmen soll es etwa im Kürnacher Wald und im Spitalwald geben. Es sollen darüber hinaus Nisthilfen für Vögel im Gebiet des künftigen Parks bereitgestellt werden oder zwei der ehemaligen Munitionsbunker als Fledermaus-Unterschlupf ausgebaut werden. Unter diesen Umständen werde die Situation für die streng geschützten Arten, so das Fazit des Umweltberichts in diesem Zusammenhang, „nicht verschlechtert“.
Darüber hinaus hielten sich die Probleme bei der Überprüfung des Entwurfs meist in Grenzen. Die Neuversiegelung liege nach Abzug renaturierter Gebiete bei 15,4 Hektar, was, so Stocks, „extrem wenig“ sei. „Ein Projekt wie Center Parcs passt extrem gut auf ein Gelände, wie es hier vorliegt“, sagte der Ingenieur.
Gottfried Härle von der Fraktion der Leutkircher Liste sowie Alfons Notz vom Bürgerforum Abel machten darüber hinaus noch darauf aufmerksam, dass das Energiekonzept des Parks gerade in einer Stadt wie Leutkirch von Interesse sei und verlangten eine genauere Erklärung. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle sprach von drei verschiedenen Varianten, die im Raum stünden, verwies aber auf die große Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit, die am 19. September in der Festhalle über die Bühne gehen wird.
Die Entmilitarisierung des Geländes spielte indes keine große Rolle in mehr in den Beratungen. Hier wird in dem Entwurf von weitgehend unbelasteten Böden „keiner großen Verteilung von Kampfmitteln“ ausgegangen. Chemische Kampfstoffe seien ebenfalls nicht vor Ort, lediglich „Munition und Schrott“.
Jan Janssen, Entwicklungsdirektor von Center Parcs Europe, der ebenfalls anwesend war, wandte sich jedoch nach der Abstimmung unter anderem in dieser Sache noch einmal persönlich an die Räte. „Der Park in Leutkirch ist unser wichtigstes Projekt“, beteuerte Janssen. „Aber bevor nicht der Beweis einer problemlosen Entmilitarisierung erbracht ist und wir Bausicherheit haben, ist es schwer, eine Finanzierung zu bekommen.“ Deshalb sei es wichtig, dass der Bebauungsplan bald genehmigt werde. Die Beteiligten hoffen auf einen Abschluss des Bebauungsplans-Verfahrens noch in diesem Jahr.
(Erschienen: 14.08.2012 17:00)
Quelle
Hügelgräber im Urlauer Tann geben Rätsel auf
Von Sabine Centner
Der Urlauer Tann aus der Vogelperspektive. (Foto: Mauch)
LEUTKIRCH Keltische Hügelgräber im Urlauer Tann? Klingt spannend, und, ja, es gibt sie tatsächlich. Man muss allerdings schon sehr genau hinschauen, um sie zu entdecken.
Und das im doppelten Sinne: In natura sind die eisenzeitlichen Grabstätten gut versteckt im Wald, verborgen unter Brombeersträuchern und Gebüsch. Im Bebauungsplanentwurf für das „Sondergebiet Ferienpark Allgäu/Leutkirch-Urlau“, den geplanten Center Parc also, findet sich der entsprechende Hinweis kurz und knapp auf Seite 25: „Im Südwesten, am Rand des Muna-Areals, liegen nach Angaben der Denkmalschutzbehörde zwei bis drei Hügelgräber; diese mitsamt unmittelbar angrenzenden Flächen sind vor Überbauung oder sonstigen Veränderungen/Eingriffen zu schützen.“
Albrecht Roth, mehr als 25 Jahre lang ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesdenkmalamts (LDA) und ausgewiesener Experte in Sachen Bodendenkmale im Raum Leutkirch, bestätigt: „Im Muna-Wald liegen Hügelgräber. Aber es gibt keinerlei Unterlagen dazu.“ Zugänglich waren und sind die Gräber nämlich bis heute nicht. Er selbst, berichtet Roth, sei in den 80-er Jahren vom damaligen Standortkommandanten Koopmann ins Muna-Gelände eingeladen worden. Dabei habe er die Hügelgräber erkannt und dem LDA gemeldet. „Durch die strikte militärische Abschirmung geschützt, waren die Hügel dieser Gruppe illegalen Ausgräbern in den letzten Jahrzehnten nicht zugänglich“, heißt es in Roths 2011 erschienenen Veröffentlichung „Bodendenkmale im Raum Leutkirch“. Und: „Sie könnten bei fachgerechter Ausgrabung sicher mehr über Alter, Beigaben, Bestattungsrituale und anderes verraten.“
Mit der fachgerechten Ausgrabung ist das freilich so eine Sache: Zum einen sei das Landesdenkmalamt personell so knapp besetzt, dass nur noch Notgrabungen vorgenommen würden, macht der Hobbyarchäologe klar. Zum anderen gelte heute, anders als zu früheren Zeiten, die Ansicht, dass jede Ausgrabung zerstörerisch wirken könne. Für den Urlauer Tann bedeute dies: „Das Hügelfeld ruht, und es soll ruhen.“
Das soll auch dann so bleiben, wenn Center-Parcs seine Ferienanlage baut. „Die Hügelgräber liegen so weit am Rand des Geländes, dass sie nicht tangiert sind“, sagt Albrecht Roth. Im Bebauungsplan sollen entsprechende Festsetzungen den Schutz der Gräber gewährleisten. Fazit im Planentwurf: „Die Belange des Denkmalschutzes werden gemäß Anforderungen der Höheren Denkmalschutzbehörde berücksichtigt.“
Doch der Urlauer Tann hat noch mehr an vor- und frühgeschichtlichen Hinterlassenschaften zu bieten: Südlich des bisherigen Muna-Geländes, oben auf dem Sporn nahe der Straße nach Hinznang, findet sich gleich eine ganze Gruppe von Grabhügeln. „Totenstadt mit Aussicht?“, fragte der Archäologe Dr. Christof Morrissey in einem Aufsatz über frühkeltische Grabhügel im Landkreis Ravensburg. Denn mehrfach wurden hier vorgeschichtliche Friedhöfe in exponierter Höhenlage gefunden. In der Region rund um Leutkirch allerdings sind die Urlauer Grabstellen die einzigen.
Zwar meist stark verflacht, sind die Grabhügel dort doch noch deutlich auszumachen. Immerhin sind sie teilweise bis zu einem Meter hoch. „Fast alle“, schreibt Albrecht Roth in seiner Dokumentation, „wurden im 19. Jahrhundert von Hobby-Forschern ergraben und der frühen Eisenzeit (Hallstattzeit) zugeordnet.“ Was seriöse Archäologen ärgert: Immer wieder haben Raubgräber mit Sonden und Metalldetektoren nach Schätzen gesucht und dabei die Hügel zerstört. Unklar ist, wo die einst geborgenen Grabbeigaben abgeblieben sind. Keramik, Waffen, Tracht- und Schmuckgegenstände etwa, von denen Unterlagen des LDA berichten. „Wo die begrabenen Kelten vom Urlauer Tann ihre Dörfer oder Weiler hatten, ist noch unbekannt“, schreibt Albrecht Roth dazu.
Ein weiteres Rätsel gibt der aufgeschüttete Abschnittswall, nur wenige Meter von den Hügelgräbern entfernt, auf. Darin nämlich fanden sich Scherben verschiedenster Gefäße, die sich als bronzezeitliche Keramik entpuppten. „Sie müssen aus nächster Nähe stammen“, ist sich der Hobbyarchäologe sicher. Es muss also eine bronzezeitliche, sprich keltische Siedlung im Urlauer Tann gegeben haben, deren Überreste später, vielleicht bei der Aufschüttung des Walls für eine mittelalterliche Fliehburg, dorthin verfrachtet wurden. Denkbar also, dass es auf dem Bergsporn bereits eine bronzezeitliche Begräbnisstätte gegeben hat. „Viele Fragen, bisher keine Antworten“, bringt Roth die Geheimnisse des Urlauer Tanns auf den Punkt.
(Erschienen: 24.08.2012 12:20)
Quelle
Ich bin schon sehr gespannt wie sich das ganze entwickeln wird. Im April dieses Jahres hatte ich die Möglichkeit das Gelände persönlich zu besichtigen. Das ist schon der Wahnsinn, was da alles an Infrastruktur bereits vorhanden ist. Ein gewisser Herr von Center Parcs meinte auch, dass die Nazis damals, als sie das Munitionslager angelegt haben, schon gewusst haben mussten, dass dort mal ein Ferienpark entstehen wird.



