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2021/22 Neuheit: Rivoli Rotterdam (vorher: Attractiepark Rotterdam / Speelstad Rotterdam) - Niederlande

Mario M.

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Das Projekt wurde von "Attractiepark Rotterdam" in "Rivoli Rotterdam" umbenannt, die Wortschöpfung soll Rotterdam und Tivoli in einem Wort vereinen...

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Rock 'n' Roller Coasterer

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Für 7,50 Euro kann man übrigens eine Besichtigungstour durch den noch geschlossenen Park machen und sich den aktuellen Baufortschritt selbst ansehen.
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rotzi

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Irgendwie klingen aktuelle Berichte nicht mehr wirklich positiv.

Der Besitzer Van der Most hat bisher 50 Mio in das Projekt gesteckt, aber es ist alles andere als fertig. Er ist am Ende seines Budgets und würde gerne verkaufen, aber potentielle Käufer schrecken zurück, weil die Pacht von der Stadt nur bis 2030 geht.
Die wiederum wollen nur verlängern, wenn der Park dieses Jahr noch öffnet und eine Machbarkeitsstudie positiv ausfällt.

Davon sind wir aber meilenweit entfernt

 

whippytransitions

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Ohje. Ich gebe zu, ich wusste gar nichts über das Projekt, habe jetzt mal ein paar Artikel und den Rest vom thread hier durchgelesen und: holy moly!
Das klingt nach einem ehemals aufrechten jetzt leicht senilen und beratungsresistenten Zampano, den das Geschäftsglück verlassen hat.
Die Kritiken sind vernichtend.
Das Konzept eines Freizeitparks in einem ehemaligen Atomkraftwerk genial gewesen sein (ich war in noch nie in Kalkar, muss da unbedingt mal hin) aber es auf eine Müllverbrennungsanlage (!!) die im Gegensatz zu dem Atommeiler auch in Betrieb war, … ist vielleicht nicht so eine gute Idee? Laut Berichten „müffelt“ es da drin vergoren süßlich, den Gestank von Müll bekommst du doch in hundert Jahren nicht raus.
Bis jetzt sind auch nur gebrauchte Fahrgeschäfte dort, allesamt schöne Exemplare, kaum eines kann allerdings moderne Anforderungen an thrill und Gestaltung erfüllen.
Das Interieur ist ja teils ganz hübsch. Aber warum ist es in Teilen fertig und in Teilen komplett Rohbau oder Müllhalde?
Was um alles in der Welt soll da 50 Mio € gekostet haben? Entweder der Herr schwindelt oder er hat sich über Jahre mit laufenden Kosten verzettelt, ohne bleibende Werte zu schaffen.
Auf Fotos liegen Baupläne auf dem Tisch. Die sehen nach handgezeichneten Faustskizzen aus. Wild.
Auch dass er von der Kommune enttäuscht ist und Verantwortung von sich schiebt macht keinen guten Eindruck.
Irgendwie erinnert mich das sehr an Norbert Witte und den Spreepark im Endstadium. Der wollte auch nie sein Scheitern eingestehen und hat sich immer auf das Versagen anderer rausgeredet.
 

Rock 'n' Roller Coasterer

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Irgendwie klingen aktuelle Berichte nicht mehr wirklich positiv.
Jetzt klingen die Berichte negativ. Sehr negativ.

potentielle Käufer schrecken zurück, weil die Pacht von der Stadt nur bis 2030 geht.
Die wiederum wollen nur verlängern, wenn der Park dieses Jahr noch öffnet und eine Machbarkeitsstudie positiv ausfällt.
Diese Machbarkeitsstudie, durchgeführt von einem unabhängigen Beratungsunternehmen im Auftrag der Stadt Rotterdam, fiel vernichtend für den Park aus.
Der Park sei finanziell und inhaltlich nicht trägfähig. Hennie Van der Most habe die potentiellen Einnahmen und Gewinne in quasi jedem Bereich deutlich überschätzt. Zudem könne das Kirmes-ähnliche Preismodell zu Enttäuschungen führen. Der Park widerspreche außerdem den Trends in der Freizeitparkwelt (Erlebnisse, thematische Immersion), da der Park größtenteils aus einer unzusammenhängenden Ansammlung gebrauchter Fahrattraktionen bestehe.
Dementsprechend wird es keine Verlängerung der Pacht geben. Im Stadtrat glaubt parteiübergreifend quasi niemand mehr, dass der Park jemals eröffnen wird.
Bis 2030 hat Hennie Van der Most das Gelände noch gepachtet. Sollte es ihm bis 2030 doch noch irgendwie gelingen, den Park vollständig zu eröffnen und finanziell gesund zu wirtschaften, könnte Van der Most erneut eine Verlängerung des Erbbaurechts beantragen.

Was potentielle Käufer angeht:
Es gibt keine Pachtverlängerung und eine Machtbarkeitsstudie mit katastrophalem Ergebnis. Außerdem hat das Immobilienberatungsunternehmen Cushman & Wakefield berechnet, dass der Investitionswert des Parks niedriger ist als die bereits entstandenen Kosten, was zu einem negativen Grundstückswert führt. Für die Fertigstellung seien laut Van der Most außerdem weitere 10 bis 12 Millionen Euro erforderlich.
Kurzgesagt: Wer das kauft, ist doof.

Quelle und Quelle



Meiner Ansicht nach ist das Projekt damit jetzt gestorben.
Hennie Van der Most hat kein Geld mehr. Unabhängige Experten haben die zahlreichen Mängel des geplanten Parks klar benannt. Der Stadtrat hat das Vertrauen endgültig verloren. Die Fläche liegt mitten in Rotterdam und ist heiß begehrt. Unter diesen Umständen wird niemand Van der Most Geld geben, geschweige denn ihm den Park abkaufen. Rivoli wird vermutlich mehr oder minder in seinem jetzigen Zustand vor sich hin vegetieren, bis dann 2030 die Pacht ausläuft und das Projekt endgültig beerdigt wird.

Im Kontrast zum realen Zustand des Projekt präsentiert sich die Website des Parks. Dort hat man das Gefühl, der Park müsste eigentlich jeden Moment eröffnen. Es werden auch weiterhin zahlreiche Fahrgeschäfte für den Park gelagert sowie 150 Badezimmer für einen überdachten Campingplatz, für den es nicht mal eine Genehmigung gibt (und höchstwahrscheinlich auch nie geben wird).

Quelle
 

whippytransitions

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Ich kann sehr das Video empfehlen:

Zwei YouTuber machen eine komplette Tour über und durch das Gelände. Ist zwar auf holländisch aber man versteht den Kontext ganz gut. Notfalls englische Untertitel einstellen.

Was auffällt: die Bereiche und Attraktionen, die fertig oder fast fertig sind, scheinen in Stil, Technik und Anspruch vollkommen aus der Zeit gefallen. Der Kletterpark mit Klett-Handschuhen. Die Restaurants. Das Puppentheater mit einer mechanischen, 18 Minuten langen Show. Das Spukhaus mit haarsträubend trashigen Effekten.

Hingegen sind die „großen“ Attraktionen alle unvollständig, funktionieren nicht oder haben keine Abnahme. Und selbst wenn, der Top Spin oder die Achterbahn wären vor 30 oder 50 Jahren modern und aktuell gewesen. Mit einem wildcat Nostalgiker begeistern: easy. Neues Publikum anlocken: schwierig.

Außerdem scheint van der Most zwar durchaus fähig, aber doch der Realität enthoben zu sein. Er scheint eine Belegschaft von begeisterten Jüngern um sich geschart haben, die sein Genie verehren und nicht hinterfragen. Die Begeisterung des tour guides ist von der Realität der Struktur konterkariert.
Most scheint ebenfalls ein „hoarder“ zu sein. Kurze Aufnahmen zeigen ein ehemaliges Munitionsbunkerareal in Deutschland (!) was er nutzt um eine unzählige Menge alter Fahrgeschäfte aufzubewahren. Er hat einen quasi unendlichen Fundus, die Anlagen scheinen alle auch fachgerecht eingelagert und in einem guten Zustand. Aber ob auch nur eine von denen kommerziell erfolgreich sein kann, darf bezweifelt werden.
 
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