Frei nach dem Motto: 'Es wurde zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem' kommt hier meine Einschätzung zu dem Ride.
Datengrundlage: Insgesamt 4 Fahrten über den Tag verteilt am letzten Donnerstag bei praktisch keiner Wartezeit im ganzen Park und ebenso in der Dämonengruft. Lediglich direkt nach der Öffnung stand ich gute 20 Minuten vor verschlossenen Türen im Wartebereich, weil der Ride eine Panne hatte (ich sage mal: Kinderkrankheiten; ist geschenkt). Dadurch kam ich zumindest eine Weile in den Genuss der Beschallung im Wartebereich, kann also auch hierzu meinen Senf abgeben.
Wartebereich:
Den Ein-/Ausgang gegenüber von Toxic Garden empfand ich als irgendwie etwas ab vom Schuss, aber das kann auch positiv sein, um der Ecke bei Toxic Garden etwas mehr Leben einzuhauchen. Etwas schade finde ich tatsächlich, dass dadurch der Rückweg aus der Attraktion über weite Strecken parallel zur Queue verläuft, weil das etwas die Mystik der Geschichte stört, aber über so manche Inkonsistenz haben ja einige meiner Vorredner schon ausführlich gesprochen. Wenn man aber ausblendet, dass der Ride angeblich zu "Transsylvanien" gehört, ist die Geschichte eigentlich ganz nett aufgebaut mit den Plakaten im Stil des frühen letzten Jahrhunderts und auch die Musikauswahl fand ich zwar auf Dauer etwas penetrant, aber nicht unpassend. Es ist eben Klezmer Musik, die für viele unserer Ohren etwas ungewohnt klingt, aber an sich gut gemacht. Vielleicht wäre es schöner, wenn der Loop etwas länger wäre, aber zumindest wird immer wieder zwischen Fiedel- und Klarinettensolo durchgewechselt.
Der kurze Indoor-Teil der Queue am Ende ist jetzt nicht besonders aufwändig, aber da steht man ja ohnehin nicht lange. Aufgefallen ist mir mir noch, dass das Drehkreuz vor der Tür noch nicht richtig funktioniert und immer auf "4 freie Plätze" stand. Soll man da dann also eigentlich nur zu viert durch? Kann ich nicht beurteilen.
Ride:
Ja, der Ride ist kurz. Ja, es gibt zwei Passagen, in denen (noch?) nicht viel passiert. Trotzdem fand ich die Fahrt nicht schlecht: Sie hat eine halbwegs durchgängige Story, es gibt insgesamt 3 Elemente, die ich als Jump-Scares bezeichnen würde (wie gut die sind, muss jeder für sich selbst entscheiden - ich fand sie qualitativ in Ordnung) und insbesondere die Untermalung der Fahrt mit Sound-, Licht- und Geruchseffekten empfand ich als gelungen, weil dadurch wirklich gut Stimmung erzeugt wird (und die Tatsache, dass man von den "Duftstoffen" auch in der Queue vom Flug der Dämonen noch etwas hat, ist ein ganz netter Nebeneffekt).
Grundsätzlich finde ich daher, dass es der Heidepark mit der Dämonengruft geschafft hat, den relativ begrenzten Raum gut auszunutzen und dort einen Ride unterzubringen, der das Line-Up des Parks sinnvoll ergänzt. Der einzige echte "fade Beigeschmack", der bei mir hängen geblieben ist, betrifft die Frage, was daran die kolportierten 7 Millionen gekostet haben soll, zumal ja zumindest die Grundstruktur des Gebäudes schon vorher existierte. Dieses Wissen schürt vielleicht bei dem einen oder anderen (inklusive mir) die Erwartung, dass da für das Geld noch etwas mehr hätte drin sein müssen, die Effekte ein wenig dichter platziert oder noch hochwertiger umgesetzt.
Fazit:
Die Dämonengruft ist okay - nicht mehr und nicht weniger. Ich würde sie auch bei weiteren Besuchen gerne wieder fahren; mehr als vielleicht 15-20 Minuten warten würde ich aber wohl nicht dafür. Und die Dämonengruft ändert natürlich nichts daran, dass dem Park mal wieder ein echtes neues Highlight gut zu Gesichte stehen würde, denn das ist die Dämonengruft ganz sicher nicht.