Mein erster Eindruck: Ich finde den Eingang irgendwie zu Rookburgh-/Steampunk-lastig und ziemlich dunkel, da die eigentlichen Berlin-Fassaden viel heller und freundlicher sind und hier der Kontrast so krass wirkt. Aber das ist nur meine Meinung und ich muss ja am Ende auch nicht alles gut finden, was das Phantasialand so baut. ^^
Mal schauen wie es dann am Ende wirkt, wenn alle Bauzäune verschwunden sind.
Kleine stilistische Klugscheisserei am Rande:
Das Schild, die ornamentale Gestaltung, die Schrift und auch die Fassade lehnen sich an den Jugendstil an. Der betont natürliche, geschwungene, oft florale Formen und verwendet viel ornamentales Schmuckwerk. Der existiert in Berlin in den 1900ern bis 1920ern, war aber hier nie so präsent wie zb in Wien (Otto Wagner) und dem Spätzünder Budapest. Wichtigstes Beispiel des Jugendstil in Berlin sind die Hackeschen Höfe, witzigerweise haben die auch heute, historisierend, goldene signage auf schwarzem Grund.
Steampunk hingegen ist eine Phantasieepoche, die nie stattgefunden hat. Der Stil amalgamiert (technische, mechanische, industrielle) Ikonographie der 1850er bis 1920er mit Geräten und Anlagen der Neuzeit oder Zukunft (Computer, Raumschiffe, Roboter) und Kleidung und Design des Goth, Punk, Rock und Fetisch. Spontan fallen mir ein: alle mechanischen contraptions in WILD WILD WEST (1999), das Raumschiff in IRON SKY (2012), die Lok aus BTTF3 (1990) oder auch das Set Design von POOR THINGS (2023)
Während das Jugendstilthema bei „Berlin“ recht konsequent durchgezogen wird, ist sich Rookburgh ein wenig uneins.
Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten: Rookburgh ist erstaunlich un-steampunky. Es ist eher steam-era! Die Darstellungen sind für eine phantastische Welt überraschend konservativ und realistisch. Die Dampflok ist einfach eine Dampflok, die Luftschiffe hat es wirklich so gegeben, die Fassaden könnten von realen Gebäuden stammen. Das einzige verrückte, phantastische, „Punk“ Element ist: FLY, die Achterbahn.