Ich war heute spontan in Geiselwind und muss vor dieser Attraktion meinen Hut ziehen. Ich war vorab ja wirklich skeptisch: Die bisherige Arbeit von Aufwind habe ich nie selbst erlebt, die Streckenlänge von 50m klang für mich arg kurz, und da Geiselwind ja selbst auf YouTube recht zuverlässig jegliche Kritik konsequent entfernen lässt (Vlogs), waren auch die Influencer-Meinungen für mich zunächst eher mit Vorsicht zu genießen. Neugierig geworden bin ich aufgrund der Resonanz hier im Forum aber trotzdem.
Insgesamt bin ich dreimal gefahren, wobei die ersten beiden Male der Special Effect im Finale nicht ging. Der Operator meinte, dass es wohl leider heute nichts mehr damit werde, aber als ich am Nachmittag nochmal eingestiegen bin, war auch dieser wieder funktionsbereit und hat die letzte Action-Szene entsprechend abgerundet.
Ein großes Lob übrigens an den Operator, der super freundlich war und auch während Zu- und Ausstieg mit den jüngeren Fahrgästen gescherzt und ihnen so ein wenig die Angst genommen hat. Das wünscht man sich als Standard im Park!
Die Pre-Shows haben mir gut gefallen, vor allem von der Taktung her: Sie sind kurz genug, dass keine Langweile auftritt und trotzdem gibt es genug zu entdecken. Die meisten Pre-Shows langweilen mich nach dem ersten Mal, doch hier hab ich das Vorgeplänkel auch bei der dritten Fahrt noch genossen: Es gehört irgendwie zum Gesamterlebnis. Gut gefallen hat mir hier sowie während des eigentlichen Rides auch, wie mit "4D-Effekten" für noch mehr Immersion gesorgt wurde.
Der eigentliche Dark Ride hat mich ebenfalls rundum überzeugt: Das Gefährt selbst ist bequem und gibt ein Gefühl von Freiheit, während die Bewegungen so gut programmiert und abgestimmt sind, dass die "Illusion" perfekt funktioniert.
Kurzum, als Gesamtpaket ist Ravenmoor Academy richtig stark: einer der besten Dark Rides, die ich hierzulande gefahren bin und für mich persönlich eine zehnmal bessere Erfahrung als bspw. Maus au Chocolat. Gleichzeitig ist Ravenmoor nun die mit großem Abstand beste Attraktion im Freizeitland und war mir im Nachhinein allein schon die Anfahrt wert.
Ein wenig Kritik habe ich auch: Vor dem Eingang ist es mir persönlich ein bisschen zu viel Schottergarten, v.a. der Friedhof an der Seite sieht etwas karg aus. Das ist wahrscheinlich pflegeleichter, aber etwas mehr Leben/Grün hätte ich schön gefunden. Die Fassade ist für meinen Geschmack auch etwas zu comichaft, aber dafür gefällt mir die atmosphärische Musik, die auf dem Vorplatz läuft.
Bei der Fahrt selbst könnten manche der Projektionen einen Tick schärfer sein, wobei das möglicherweise auch an der Reaktionszeit der eingesetzten Projektoren liegt, die bei schnellen Kamerafahrten einfach Schlieren ziehen. Während der ersten längeren Szene ist der Kontrast auch etwas schlecht, als wär es dort einfach ein bisschen zu hell. Nichts davon ist wirklich schlimm - das sind einfach kleine Dinge, wo ich persönlich Optimierungspotenzial gesehen habe.