Dazu
Ich bin gespannt, ob die Eröffnung des
Fehmarnbelttunnels (geplant 2029) langfristig Auswirkungen auf die Besucherzahlen haben wird. Der Tunnel wird nach den aktuellen Prognosen Verkehr anziehen, da er eine deutlich schnellere Verbindung nach Dänemark und Schweden bzw. in Gegenrichtung nach Deutschland ermöglicht (der Transport über die Fähre entfällt bzw. der sehr viel längere Weg über Kolding und die Große-Belt-Brücke/Öresund-Brücke). Es werden daher auch mutmaßlich deutlich mehr Touristen unmittelbar am Hansa-Park vorbeikommen und wären somit potentielle Gäste.
kann ich was sagen, denn vielleicht bin ich da mittelbar beteiligt. Die trockene Fehmarnbeltquerung bietet einige Chancen für den Park. Birgt aber auch etliche Risiken, es ist nicht eindeutig, was überwiegt.
Zum einen wird sich das Projekt um mindestens zwei Jahre verzögern. Dann ist da noch das Problem der deutschen Hinterlandanbindung. Um die wird, trotz Staatsvertrag, noch politisch gerungen. Bis jetzt ist die Straßen- und Schienenanbindung auf deutscher Seite nicht planfestgestellt, vom Baubeginn sind wir weit entfernt. Es gibt also zeitliche Unsicherheit.
Die Erreichbarkeit von Deutschland aus auf der Straße wird sich nicht verbessern, hier ist die Anbindung schon optimal. Hingegen wird sich die Anbindung mit der Schiene im besten Fall gleichbleibend, wahrscheinlich aber verschlechtern. Der Hapa hat das große Privileg, einen Bahnhof direkt vorm Parkeingang zu haben. Mit stündlichem Verkehr nach Lübeck und nur gut 90 min Fahrzeit nach Hamburg hat er eine sehr gute Schienenanbindung für Millionen von ÖV-Nutzern. Die wird er aber sehr wahrscheinlich verlieren.
Die neue Bahnstrecke verläuft parallel zur Autobahn in einigem Abstand zur Küste. Neustadt, Sierksdorf und Timmendorfer Strand verlieren ihren Bahnhof im Ort, Ratekau, Scharbeutz und Haffkrug erhalten neue Stationen, die aber ungünstiger gelegen sind. Eigentlich sollte die sogenannte Bäderbahn stillgelegt und abgebaut werden. Vor der Entwidmung muss eine Strecke aber zum Verkauf angeboten werden, und eine kleine Eisenbahnfirma aus Schleswig-Holstein hat angeboten, die zu übernehmen. Das wollte die Bahn aber nicht, und so bleibt die Strecke erhalten. Das Land hat aber angekündigt, keinen Verkehr mehr darauf zu bestellen, die aktuelle RB 85 fällt dann weg. Insbesondere der Ferienort Timmendorfer Strand protestiert dagegen stark. Eventuell schließen sich die Kommunen zusammen und finanzieren gemeinsam einen Pendelzug, ob der dann aber weiter bis Sierksdorf oder Neustadt fährt, bleibt unklar. Umfang
und Qualität von heute wird der Verkehr aber sehr wahrscheinlich nicht erreichen.
Von dänischer Seite aus wird die Bäderbahn nicht angebunden, das ist auszuschließen. Insgesamt wird sehr viel Verkehr von der Achse Padbord-Kolding-Odense auf die neue Verbindung umgeklappt. Aber das ist vor allem Fernverkehr, der dort nur durchfährt.
Bleiben Skandinavienurlauber, die mit dem Auto unterwegs sind, oder Schweden und Dänen, die nach Zentraleuropa fahren. Die müssen künftig direkt am Park vorbei, für viele wird sich das als Ziel für eine Zwischenübernachtung anbieten, hier sehe ich Potenzial. Wenn der Park sich jetzt auch mehr als Resort oder Mehrtagesdestination aufstellen will, dann passt das zu der Entwicklung.