Was für eine scheiß Situation. Jetzt kann man sagen, selbst Schuld, wenn man so eine komplexe neue Anlage nicht vom Hersteller selbst bauen lässt, sondern sowas fremd vergibt. Nur bringt es ja jetzt nichts, irgendwo einen Schuldigen zu suchen, sondern es muss nun nach Lösungen gesucht werden.
Mich wundert da ehrlich gesagt etwas das Statement von RES:
"Wie bei innovativen Projekten üblich, haben sich im Laufe der Planung und Umsetzung zusätzliche Optimierungsbedarfe gezeigt. RES hat frühzeitig Anpassungen empfohlen, die aus Kostengründen jedoch nicht umgesetzt wurden."
Also irgendwie wirft das auch kein besseres Licht auf RES Rides. Erst veranschlagt man die Kosten, was die Anlage so für die Fertigung kostet und wenn der Vertrag unterschrieben ist, fällt während der Fertigung außer Haus dann auf, dass gewisse Sachen nicht so optimal berechnet worden sind bzw. angepasst werden müssen? Oder wie kann man solche "Optimierungsbedarfe" verstehen? Wenn der eigene Konzeptersteller bei der Umsetzung teuren Optimierungsbedarf sieht, dann hat er in meinen Augen schlechte Vorarbeit geleistet. Mal sehen, wie es insgesamt auch mit RES Rides weitergeht, der Imageschaden dürfte vermutlich einige Interessenten bei dieser Firma abgeschreckt haben, das Troubleshooting der Firma selbst noch mehr.
Wenn die Metallbaufirma nun insolvent sein sollte, wie sieht es da mit der Versicherung aus?
Das kommt immer drauf an, ob und in wieweit das gesamte Bauvorhaben überhaupt versichert war. Es ist durchaus möglich, dass die Metallbaufirma eine Insolvenzversicherung hat, aber da driften wir jetzt in den hypothetischen Bereich. Es gibt auch entsprechende Bauprojektversicherungen, aber in wie weit da die einzelnen Module der Versicherung hier überhaupt zum Tragen kommen würden ist sowieso fraglich.
Inwieweit jetzt zusätzliche Gewerke (neue Fahrböcke) da überhaupt einen Regressanspruch gegenüber der Metallbaufirma erlauben oder gegenüber irgendwelchen Versicherungen, entzieht sich unser aller Kenntnis. Die viel interessantere Frage ist: Hat der Metallbauer genau nach den Plänen von RES Rides gearbeitet? Oder wurden hier die Fertigungstoleranzen ignoriert und deswegen das Problem mit dem zu hohen Abrieb der Räder? Je nach Fall ist die Schuld entweder bei RES Rides oder MSD Freizeittechnik (die ausführende Metallbaufirma) zu suchen.
Und was mich viel eher interessiert:
Wenn MSD Freizeittechnik genau nach Plan gearbeitet hat und das Konzept trotzdem fehlerhaft war, ist RES Rides für den entstandenen Schaden verantwortlich? Also auch für etwaige Mehrkosten durch Fehlkonstruktionen in den Plänen?
Es bleibt auf jeden Fall spannend in Hodenhagen. Ich hoffe auch, dass das gesamte Projekt auch ein gutes Ende nehmen wird. Für das bereits in den Sand gesetzte Geld wären aber schon deutlich namhaftere Hersteller drin gewesen, die auch geliefert hätten, was man versprochen hat.