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4 Tage - 4 Parks - Dänemark & Göteborg

Malina

Airtime König
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Als Skandinavien – Liebhaber (bis ans Nordkap haben wir es vor 3 Jahren geschafft) und damit verbundenen Besuchen in Liseberg, Tusenfryd und Gröna Lund hat es uns nun ins benachbarte Dänemark gezogen.

Und Dank der wunderbaren Fährverbindung nach Göteborg musste auch ein Kurztrip nach Schweden dabei sein, da bei unserem letzten Besuch „Helix“ leider noch nicht existierte.


Unsere Tour bestand aus Hotelübernachtungen, dazwischen Autofahrten und einer Fährüberfahrt von Frederikshavn nach Göteborg nur mit Fahrrädern (Vorteil: viel günstiger als mit dem PKW, Hotels beidseitig in absolut erreichbarer Hafendistanz und auch der Liseberg ist problemlos mit dem Rad zu erreichen, Göteborg ist absolut Fahrrad-freundlich). Außerdem hatten wir das Glück in Frederikshavn ein Hotel zu haben, dass unser Auto kostenfrei auch bei unserer Abwesenheit beherbergte. Damit sparten wir jede Menge Parkplatzkosten in Hafennähe.


Generell gilt für alle Parks, die wir besucht haben: Es ist nicht unnormal, dass auch bei hohem Besucherandrang einzelne Wagen leer fahren. Gruppen, die sich zusammenschließen und niemanden zum Vorlassen finden führen nicht dazu, dass von weiter hinten aufgefüllt wird. Single-Rider-Queues sind die Ausnahme und sind auch falls vorhanden nicht unbedingt geöffnet.


Tag 1 – Legoland Billund


Hier kamen wir dank unserer Merlin-Premium-Karte kostenlos rein. Unser Parkplatz war ca. 1 km Fußmarsch vom Park entfernt und hat – ähnlich wie beim deutschen Pendant – 8€ gekostet. Eine Frechheit, wie ich finde. Zum Glück läuft das in Dänemark nicht immer so, doch dazu später mehr.

Schon das Legoland in Deutschland konnte mich nicht sonderlich überzeugen und ähnlich war es nun auch hier.


Der Park war saisonbedingt recht voll, die Wartezeit an den für uns interessanten Attraktionen hielt sich aber in Grenzen.


Sehenswert sind natürlich die Legobauten, immer wieder faszinierend, wie aus so kleinen Steinchen ganze Welten erschaffen werden können.


Der Park an sich wirkte recht gedrängt. Die Fußwege platzen geradezu, gefühlt an jeder Ecke stand irgend eine kleine Attraktion.


Kurios: Das unfassbar hässliche parkeigene Hotel (die Fassade strotzt vor 60er Jahre Charme), in dem eine Nacht mal eben 500€ kostet. Dänemark ist ein sehr teures Pflaster aber das ist wirklich der Gipfel.


Da wir uns an diesem Tag nur auf der „Durchreise“ befanden nahmen wir nur die nennenswerten Coaster mit. Wir checken nicht, dementsprechend brauchen wir uns auch keine Ewigkeiten für Coaster anstellen, die wir eigentlich gar nicht unbedingt fahren möchten und die uns nur wertvolle Zeit stehlen würden.
So gab's Fahrten auf der Drachenbahn und dem Xtreme Racers (ganz nett) und dem Polar X-Plorer (die fährt sich anständig und der kurze freie Fall auf einer Schiene war mir so auch noch nicht bekannt).


Fazit: Für Familien mit Kindern sicherlich mal ein Erlebnis, mir persönlich aber viel zu eng gebaut und mich packt das „LEGO-Flair“ in den Parks nicht. Den vollen Eintritt + unverschämten Parkplatz würde ich nicht bezahlen.


Tag 2 – Djurs Sommerland


Für mich die absolut positive Überraschung!


Der Park ist auf einem großen Gelände mit viel Grünfläche angelegt. Es ist – neben den Attraktionen – auch ein Park zum Verweilen und Picknicken, ein Naherholungsort mit Entertainment. Der Parkplatz ist kostenlos und es ist selbstverständlich, dass mannigfaltige Gelegenheiten zum gemütlichen Sitzen, Beobachten und gemeinsamen Vertilgen von mitgebrachten Speisen gegeben sind. Im Eintrittspreis enthalten ist der Wasserpark mit verschiedensten Rutschen.


Da wir gleich zu Parköffnung da waren führte uns der Weg zur höchsten Achterbahn des Parks, „Piraten“. Eine wirklich nette Bahn, deren Fahrt mich an „Desert Race“ erinnerte – nur ohne Abschuss und zum Glück wesentlich länger.



Schon hier fällt auf, dass die Ride-Ops durchweg sehr junge, motivierte und über den gesamten Tag freundliche Menschen sind, die außerordentlich gute Laune verbreiten ohne aufgesetzt oder routiniert zu wirken. Vor jeder Abfahrt wird fröhlich eine gute Fahrt gewünsch und bei Ankunft mit einem lauten „Jaaa“ als Antwort gefragt, ob es gut war.


Danach ab zur benachbarten Skatteøen, einer Wasserachterbahn, ähnlich „Poseidon“ aus dem EP. Eine tolle Warteschlange, bei der man die Vor“fahrer“ beim Nasswerden beobachten kann sowie eine aufregende und human nasse Fahrt vor sich hat.
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Warteschlange von Skattoen mit Blick auf Piraten


Anschließend lockte „Thors Hammer“, eine erträgliche wilde Maus.


Als nächstes widmeten wir uns meinem absoluten Highlight des Parks, „Juvelen“. Hier sitzt man auf einer Art Quad und wird nach einem leichten ersten und heftigeren zweiten Abschuss ordentlich durch die Kurven geschleudert. Durch die leicht gebeugte Sitzhaltung fühlt sich die Fahrt absolut speziell an, ich bin noch nie so einen Coaster gefahren und hatte darin sehr, sehr viel Spaß.
Ich besuchte dann noch Ørnen, ein kippendes und sich drehendes Hochfahrgeschäft. Nett, sah aber von draußen heftiger aus.


Der Park bietet weiterhin viele Flatrides für alle Altersklassen, Tret- und Paddelboote sowie Minigolf. Alles im Preis enthalten.


Wir hatten noch das Vergnügen im „Rio Grande Rafting“ mitzufahren. Hier hatte die Mutter unserer Mitfahrerfamilie wirklich Pech... kurz vor Ende der Fahrt kippt ein Eimer Wasser von oben herunter und... nun ja, sie saß darunter. Für alle Mitfahrer eine lustige Aktion. Nur nicht für sie.


Wir selbst sollten aber auch noch gehörig nass werden. Harmlos sah sie aus, die Schlauchboot – Wasserrutsche „Speedy Gonzales“. Erwähnenswert hier: Keine Ride- Ops. Die Fahrer der Boote auf den vier Rampen lösen ihre Fahrt durch einen Knopf nach Bahnfreigabe selbst aus. Und alles regulierte sich gesittet von selbst.
Leider bekam man hier bei der Losfahrt eine Wasserfontäne von hinten ins Boot gespritzt. Davon abgesehen, dass die Boote ohnehin schon beim Hineinsetzen klatschnass waren. Hier ist ein komplett durchnässter Hosenboden und Rücken garantiert.


Kulinarisch ist der Park als durchschnittlich zu bewerten, die Preise sind dänisch – aber humaner als z.B. im Legoland.


Alles in allem ein wirklich toller Park. Unheimlich familienfreundlich und zum Verweilen einladend. Kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen und wird auch – alleine schon für Juvelen – sicherlich von mir wieder besucht.


Tag 3 – Liseberg


Unser erster Besuch vor drei Jahren fiel recht kurz aus, waren wir doch „nur“ auf der Durchreise. Damals besuchten wir den Park nur mit Billeten für die Attraktionen und fuhren die drei damals existenten großen Achterbahnen Lisebergbanan, Balder und Kanonen. Für das Bummeln durch den Park oder das Fahren weiterer Attraktionen fehlte uns damals die Zeit.


Für diesen Besuch aber hatten wir uns vorab Online-Tickets (Eintritt + Armband für alle Fahrgeschäfte) gekauft. Der Clou daran: Man bekommt jeweils ein Expressticket für drei gewählte Fahrgeschäfte. Diese scheint es offenbar anders nicht zu geben. Man benötigt aber etwas Zeit und Nerven. Unsere Bestellung klappte erst im xten Versuch an zwei Tagen... es gab Probleme mit der Kreditkarte. Auffällig war schon dort, dass man Kanonen nicht buchen konnte.
Somit buchten wir uns für Helix, Balder und die Lisebergbanan ein.


Und hinein in den Park gegen ca. 16 Uhr (nach vorheriger Fährfahrt von Frederikshavn) bei einer Öffnungszeit bis 23 Uhr.


Der Park: Gut gefüllt mit Menschen aller Altersklassen. Wir nutzten sofort unsere Expresspässe da für den Rest des Tages Regen angesagt und die Schlangen lang waren. Warum Kanonen nicht anwählbar war offenbarte sich schnell: Die Bahn ist – offenbar für längere Zeit – geschlossen. Den Grund erfuhren wir nicht – zu geringe Schwedischkenntnisse. Zwar schade, aber Helix oder Balder hätten uns wesentlich empfindlicher getroffen.


Zunächst die Lisebergbanan. Eine nette Fahrt durch das Terrain.


Dann Balder. Hatte ich als großartig in Erinnerung und so erlebte ich die Bahn auch jetzt. Tolle Airtime und Richtungswechsel. So ruckelnd wie eine Holzbahn sein sollte. Viel Geschwindigkeit, der letzte Wagen rockt ohne Ende. Einfach herrlich.
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Balder

Und dann gleich weiter zu Helix. Die Bahn schlängelt sich so organisch über den Berg dass man die ganze Strecke gar nicht überblicken kann. Fix durch den Anstellbereich (ganz unangenehm, wie ich finde, Theming kann ich da nicht erkennen und was andere Menschen daran toll finden auch nicht. Aber es geht ständig voran, fast nie steht man längere Zeit auf einem Fleck) und rein in die erste Reihe. Eine wirklich tolle Fahrt, aber die überragende Qualität des Coasters erschloss sich mir nicht sofort. Nachdem ich wenige Tage zuvor Kärnen gefahren war fand ich die Fahrt erstmal zu wenig spektakulär. Das sollte sich aber im Verlauf des Tages noch ändern.


Wir schlenderten durch den Park, der einfach seinesgleichen sucht. Fantastische Stimmung, kuriose Losbuden, gigantische Schokoladentafeln, Theming an allen Ecken und Enden.


Den ein oder anderen Flatride nahmen wir noch mit, weitere Fahrten auf Balder und Helix folgten. Helix offenbarte sich in seiner Genialität für mich im hintersten Wagen. Die Abschüsse könnten für mein Empfinden noch knackiger sein, aber die Richtungswechsel, vielen Inversionen und durchgängig hohe Abwechslung sind einfach toll.


Jedoch steht Balder für mich in nichts nach, ich mag sie beide gleich gern. Neben Novgorod + Kärnan für mich das bisher beste Doppel in einem Park.


Entgegen des Wetterberichts regnete es nicht. Wir aßen gemütlich in einem Veggie- Restaurant für schwedische Verhältnisse preislich gut. Im Liseberg ist als Stadtpark der Vorteil, dass viele auch einfach „nur“ zum Essen hinkommen und die Restaurants auch wirklich wie Restaurants wirken.


Das weitere „Highlight“ des Parks, „Atmosfear“ ließen wir getrost aus. Freefalls sind gar nicht meins und ich gehe auch nie wieder in so ein Monster nachdem ich Scream das erste und einzige Mal in meinem Leben gefahren bin. Grauenhaft. Aber die Schweden stehen drauf. Liseberg verfügt über drei Türme.


Mein absolutes Highlight kam dann am späten Abend: Helix in der ersten Reihe um kurz vor elf bei Dunkelheit. Einfach grandios die gelungene Beleuchtung und die fantastische Stimmung so nochmal ganz für sich aufzusaugen.


Das gefiel offenbar neben uns noch vielen anderen Menschen. Zu diesem Zeitpunkt warteten wir am längsten, ca. 50 Minuten. Während die Warteschlangen an allen anderen Attraktionen deutlich kürzer geworden waren (Balder z.B. 15 Minuten) schien der halbe Park sich nun bei Helix zu drängeln. Aber das Anstehen war jede Sekunde wert.

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Liseberg bei Nacht

Liseberg ist großartig. Zwei fantastische Bahnen, viele andere nette Fahrerlebnisse und eine einzigartige Stimmung inmitten freundlicher Menschen und unglaublich gut gelaunter Ride-Ops.




Tag 4 – Faarup Sommerland


Kurios zu Beginn: Unser Navi lotste uns – statt zum eigentlichen Parkplatz – zum Hintereingang des Parks über den Betriebshof. Plötzlich standen wir mit Auto im (!) Park. Schnell umgedreht und den richtigen Weg gefunden.


Auch hier wieder: Freies Parken.


Der Park liegt komplett im Wald. Verglichen mit Djurs Sommerland ist hier alles ein wenig gedrängter, durch die Bäume fehlt Weitsicht und durch den Parkplatz ist der Park in zwei Teile geteilt. Auch hier gibt es wieder einen Wasserpark mit spektakulären Rutschen.


Leider enttäuschten uns hier die Achterbahnen überwiegend.


Wir begannen den Tag mit Orkanen. Eine Hängeachterbahn die mit der Fahrt unter Wasser wirbt. Ganz nett, nichts besonderes. Und eine merkwürdige Warteschlange - Thematisierung. Die ist schon schön, passt aber irgendwie überhaupt nicht zu der wasserthematisierten hellblauen Bahn!?


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Warteschlange bei Orkanen

Dann folgte die absolute Riesenenttäuschung: Falken. Ich liebe Holzachterbahnen, aber der Sinn dieser Bahn erschließt sich mir nicht. Sie ist niedrig, langsam und schlägt ohne Ende. Sie wirkt wie Colossos in einfach viel zu klein. Fast jeder schimpft über Bandit. Die finde ich eigentlich aufgrund ihres absoluten Irrsinns lustig. Falken fand ich einfach nur viel zu kurz, ich empfand keinerlei Airtime oder irgend etwas anderes, was mir Spaß machte. Aber: Danke für die blauen Flecke. Ähnlich enttäuschend fand ich in meiner Coasterkarriere bisher nur Huracan im Belantis.


Anschließend in der ganz netten Abschussbahn Lynet gefahren. Leider auch hier: Zu kurz und leicht schlagend. Aber in Ordnung.


Richtig Spaß hatte ich coastermäßig nur in der Spinning Coaster Maus „Flagermusen“. Herrlich, wie sich das dreht.


Auch in diesem Park kann man sich mit Bootfahren, Trampolinen und Minigolf den Tag versüßen, wobei auch hier alles im Eintrittspreis inbegriffen ist.
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Kettenkarussel geht immer

Gegessen haben wir in einem Pizza & Pasta Buffet, wo wir netterweise auf Nachfrage eine vegetarische Pizza nur für uns frisch an den Tisch gebracht bekommen haben. Na, wenn das nichts ist!


Ein Highlight bietet dieser Park jedoch und das hat uns auch richtig Spaß bereitet: Eine Schatzsuche. Um diese zu bewältigen klettert man Seile und Netze hoch und runter, besteigt eine Boulderwand, balanciert über schier unendlich viele Balken, zieht sich mit einem Floß übers Wasser, krabbelt durch Röhren, schwingt sich hinab, entdeckt ein altes Piratenschiff.... Ein riesen Spaß für Groß und Klein der immer wieder Abzweigungen für einfaches und schwierigeres Terrain bietet. Häufig kann man einfach gemütlich abkürzen. Somit kann diese Tour fast jeder auf seine Art bestehen. Wer's ganz risikoreich mag überquert zwei Wasserstellen auf wackelnden Styroporklötzen oder hangelt sich an Stangen hinüber. Am Ende lockt eine Urkunde und das gute Gefühl, sich mal so richtig ausgetobt zu haben.
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Yeah, Schatz gefunden!


Insgesamt liegt bei mir aber im Vergleich das Djurs Sommerland deutlich vorne, sowohl von der Atmosphäre als auch von den Fahrgeschäften her. Wenn man aber ohnehin in der Gegend ist, schadet auch das Faarup nicht.




Höhepunkt der Reise waren für mich Helix, Balder, Juvelen und die lustige Schatzsuche sowie die ganzen frohen und freundlichen Besucher und Ride-Ops. Skandinavien ist einfach immer einen Besuch wert.
 

Madflex

Fastpass Besitzer
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Interessanter Bericht. Djurs Sommerland und Liseberg stehen bei mir auch ganz hoch im Kurs und wenn Wildfire fertig ist, dann geht es auch endlich zu einer Coastertour nach Skandinavien. Wie lange hat die Fährüberfahrt gedauert und was habt ihr dafür bezahlt. Laut Google Maps dauert das 4 Stunden. Ist das korrekt?
 

Malina

Airtime König
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Die Fähren kamen jeweils ziemlich genau 3h 15min nach planmäßiger Abfahrt an, auch wenn wir sogar einmal mit über 20 Minuten Verspätung erst losgefahren sind.
Kosten für 2 Personen + 2 Räder waren insgesamt 80€ (das ist dann der "Economy Tarif", d.h. die Fähren sind fest gebucht und man kann nicht mehr umbuchen. Flexibel sein ist teurer, wie viel weiß ich aber nicht). Musst du mal bei der Stena Line nachgucken. Mit dem Auto ist es wesentlich teurer, da kostet eine Tour weit über 100€.
 
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