Krummbein
Stammgast
- Mitglied seit
- 2014
- Beiträge
- 169
Ich habe gestern mal spaßeshalber das finale Papier des Moderationsverfahrens von 2015 in ChatGPT geladen und die KI dann über Internetrecherche auf den aktuellen Stand zur Erweiterung gebracht. Danach habe ich ein paar gezielte Folgefragen gestellt – vor allem zur Kommunikationsstrategie des Phantasialands, auch im Vergleich zum Europa-Park und zum Universal-Projekt in Bedford, UK (ja, ist eine andere Liga und auch nicht in Deutschland. Ich fand es hier aber ganz passend mal zu schauen, wie da die Öffentlichkeit mitgenommen wurde/wird)
Spoiler: Die Strategie sei wohl ziemlich ausbaufähig. Hier die wichtigsten (für mich auch plausiblen und nachvollziehbaren) Erkenntnisse aus meinem kleinen Chat:
Das Phantasialand kommuniziere in Sachen Erweiterung sehr zurückhaltend und reaktiv. Es gebe keine eigene, kontinuierlich gepflegte Plattform mit Plänen, Gutachten oder Updates. Informationen kämen fast ausschließlich über regionale Medien wie Express oder Kölner Stadt-Anzeiger. Das einzige erkennbare Narrativ des Parks sei, dass mehr Übernachtungsgäste gebraucht werden, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben – alles andere bleibe im Dunkeln.
Dass man sowas auch anders lösen könne, zeigten andere:
Universal habe für sein Projekt in Bedford von Anfang an eine eigene Website mit sämtlichen Infos, Visualisierungen und Zeitplänen eingerichtet. Es wurden Bürgerdialoge geführt, Rückmeldungen eingeholt und Infrastruktur- sowie Umweltfragen transparent kommuniziert. Das Ergebnis: 92% Zustimmung der Bevölkerung vor Ort für das Projekt. Auch der Europa-Park mache es besser: Neue Projekte liefen dort über eigene Blogs, Social-Media-Formate, regelmäßige Updates, Storytelling und gezielte Fan-Einbindung – plus enge Anbindung an die Politik auf kommunaler und Landesebene.
Das Phantasialand dagegen wirke nach außen wie ein verschlossener mittelständischer Betrieb (was es streng genommen ja auch ist). Umso spannender sei der Kontrast zur aktuellen Werbekampagne, in der sich der Park als „Deutschlands bester Freizeitpark“ präsentiert. Das möge marketingseitig funktionieren, passe aber umso weniger zur tatsächlichen Außenkommunikation bei Großprojekten wie der geplanten Erweiterung. (Vom Umgang mit Fans will ich gar nicht erst anfangen.
)
Wenn ich persönlich das Ganze mit einer Beziehung vergleichen würde, dann ist das Phantasialand der Part der Beziehung, der sich nicht öffnen kann oder will. Die andere Seite – Anwohner:innen, Naturliebhaber:innen, Fans – bleibt mit ihren Fragen, Sorgen und Hoffnungen allein zurück. Man wird nicht einbezogen, sondern lediglich informiert – wenn überhaupt. Und das kann auf Dauer frustrieren. Die Debatte hat sich sehr emotionalisiert. Wo Nähe, Verständnis und Transparenz wichtig wären, bleibt das Phantasialand distanziert, kühl und sachlich. So entsteht keine Verbindung, kein Vertrauen – und kein Wir-Gefühl.
Die Unternehmensführung wäre gut beraten, wenn sie sich öffnen würde, proaktiv auf die jeweiligen Akteure zugeht und den aktuellen Stand nach außen kommuniziert (z.B. welche Ausgleichsmaßnahmen für die zukünftige Bebauung des Ententeichdreiecks bereits laufen, welche noch kommen werden; was macht der Park in punkto Lärmschutz? usw.). Das Phantasialand muss es schaffen das Narrativ zu bestimmen. Dieses wird gerade durch Umweltverbände und einige Anwohner mit Leben gefüllt - und das könnte bei der kommenden Wahl auch schnell nach hinten losgehen.
EDIT: Einige Passagen des Textes in den Konjunktiv gesetzt.
Spoiler: Die Strategie sei wohl ziemlich ausbaufähig. Hier die wichtigsten (für mich auch plausiblen und nachvollziehbaren) Erkenntnisse aus meinem kleinen Chat:
Das Phantasialand kommuniziere in Sachen Erweiterung sehr zurückhaltend und reaktiv. Es gebe keine eigene, kontinuierlich gepflegte Plattform mit Plänen, Gutachten oder Updates. Informationen kämen fast ausschließlich über regionale Medien wie Express oder Kölner Stadt-Anzeiger. Das einzige erkennbare Narrativ des Parks sei, dass mehr Übernachtungsgäste gebraucht werden, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben – alles andere bleibe im Dunkeln.
Dass man sowas auch anders lösen könne, zeigten andere:
Universal habe für sein Projekt in Bedford von Anfang an eine eigene Website mit sämtlichen Infos, Visualisierungen und Zeitplänen eingerichtet. Es wurden Bürgerdialoge geführt, Rückmeldungen eingeholt und Infrastruktur- sowie Umweltfragen transparent kommuniziert. Das Ergebnis: 92% Zustimmung der Bevölkerung vor Ort für das Projekt. Auch der Europa-Park mache es besser: Neue Projekte liefen dort über eigene Blogs, Social-Media-Formate, regelmäßige Updates, Storytelling und gezielte Fan-Einbindung – plus enge Anbindung an die Politik auf kommunaler und Landesebene.
Das Phantasialand dagegen wirke nach außen wie ein verschlossener mittelständischer Betrieb (was es streng genommen ja auch ist). Umso spannender sei der Kontrast zur aktuellen Werbekampagne, in der sich der Park als „Deutschlands bester Freizeitpark“ präsentiert. Das möge marketingseitig funktionieren, passe aber umso weniger zur tatsächlichen Außenkommunikation bei Großprojekten wie der geplanten Erweiterung. (Vom Umgang mit Fans will ich gar nicht erst anfangen.
Wenn ich persönlich das Ganze mit einer Beziehung vergleichen würde, dann ist das Phantasialand der Part der Beziehung, der sich nicht öffnen kann oder will. Die andere Seite – Anwohner:innen, Naturliebhaber:innen, Fans – bleibt mit ihren Fragen, Sorgen und Hoffnungen allein zurück. Man wird nicht einbezogen, sondern lediglich informiert – wenn überhaupt. Und das kann auf Dauer frustrieren. Die Debatte hat sich sehr emotionalisiert. Wo Nähe, Verständnis und Transparenz wichtig wären, bleibt das Phantasialand distanziert, kühl und sachlich. So entsteht keine Verbindung, kein Vertrauen – und kein Wir-Gefühl.
Die Unternehmensführung wäre gut beraten, wenn sie sich öffnen würde, proaktiv auf die jeweiligen Akteure zugeht und den aktuellen Stand nach außen kommuniziert (z.B. welche Ausgleichsmaßnahmen für die zukünftige Bebauung des Ententeichdreiecks bereits laufen, welche noch kommen werden; was macht der Park in punkto Lärmschutz? usw.). Das Phantasialand muss es schaffen das Narrativ zu bestimmen. Dieses wird gerade durch Umweltverbände und einige Anwohner mit Leben gefüllt - und das könnte bei der kommenden Wahl auch schnell nach hinten losgehen.
EDIT: Einige Passagen des Textes in den Konjunktiv gesetzt.
Zuletzt bearbeitet:
