Wen Züge auf einem Lifthill, Blockbereich etc. stehen bleiben müssen Personen selbstständig den Bereich unter Anleitung verlassen können.
Das gleiche dann aber auch bei Attraktionen wie unsere geliebten DarkRides. Personen müssen diese Attraktion ohne Gefährdung anderer verlassen können.
Aber auch da fängt es schon an.
Erstmal hat ein Betreiber sowieso sicherzustellen, dass die Besuchenden keinem großen Risiko ausgesetzt sind, egal ob mit oder ohne Behinderung. Ich finde es also schon schwierig, eine Ausgrenzung nur darauf zu berufen, dass man z.B. bei einem (seltenst auftretenden) Feuer nicht fliehen könne. Im Fahrgeschäft ausharren können viele andere auch besser oder schlechter, psychisch leichter oder schwerer. Bleibt eine Bahn auf einem Lifthill stecken ist das zwar ärgerlich, aber auch da brauchen Parks so oder so Pläne, wie sie mit Gästen umgehen. Vor allem auch mit Gästen, die in solchen Situationen ängstlich werden. Und kommt es hart auf hart wird doch wahrscheinlich eh automatisch die Feuerwehr hinzugeholt. (hat da jemand Parkinsiderinfos?)
Feuerwehr, geübtes Personal mit Kranwägen und Co und starke Leute, die auch Personenrettung trainiert haben. Also auch das ist eigentlich keine Ausrede.
Und ja, das ist eine evtl. unpopuläre Meinung und man belehre mich eines besseren, es gibt nun mal Grenzen die eben körperlicher Natur sind. Dafür kann kein Mensch etwas aber leider ist es so.
Genau dafür gibt es diese Gesetze, um diesen Gruppen von Menschen nicht von vornherein zu sagen "du hast halt Pech und bist disbezüglich gearscht", sondern "Staat, du bist weit entwickelt, gib dir mehr Mühe auch benachteiligten Menschen (fast) alle Möglichkeiten zu öffnen
Und eine Haftungserklärung zu unterschreiben halte ich nur in sehr begrenzten Maße für sinnvoll. Geschieht dann doch etwas hat der Park und der Attraktionshersteller trotzdem erst mal die negative Presse. ACHTUNG: Gast bricht sich beide Beine in einer Attraktion wie z.B. einen BreakDancer, wird bewusstlos und rutscht dazu evtl. noch aus der Attraktion.
Danach geht doch keiner her und sagt: ach, man hat ja einen Haftungsausschluss unterschrieben. Du darfst deine Attraktion weiter betreiben den du hast ja nichts falsch gemacht.
Ähnlich übrigens auch bei übergewichtigen Personen, Personen die zu groß sind oder zu klein.
Sorry, aber wer ein Fahrgeschäft betreibt, welches so extrem ist, dass es zu derartigen Unfällen kommen kann, der muss auch für diese Menge an Verantwortung gerade stehen können. Ich meine, Knochenbrüche, Bewusstlosigkeit & Co sind ja schon EXTREME Reaktionen.
Und sogesehen könnte das auch Jedem passieren. Einen schlechten Tag mit schwachem Kreislauf und angeknabberten Nerven auf eine Bahn und man hat ein Blackout; Schafft es die Bahn dich dann so herumzuschleudern, dass dein Leben aktiv bedroht ist? Sorry, aber dann ist diese Bahn in dieser Art vielleicht auch einfach nicht Sicher. Für alle.
Entschließt man sich ein solches Hochrisikogeschäft zu betreiben und es kommt dann inkl. Haftungserklärung zu einem Unfall, habe ich jetzt wenig Mitleid mit dem Betreiber für eventuelle Pressemeldungen. Aber auch da wissen wir ja mittlerweile, dass
diverse Parks sich bestens gegen angebliche "Diffamierung" zu Wehren wissen. Von daher... sehe ich jetzt weniger tragisch.
Verantwortung für Fahrgeschäfte ist grundsätzlich hoch, und vielleicht müssen sich Betreiber dem Thema auch allgemein wieder mehr bewusst werden.
Sorry aber den Satz find ich mehr als Fragwürdig, ungeschultes bzw wenig geschultes Personal wird man eher selten in Freizeitparks finden. Zumindest hier in Deutschland muss eine Einweisung und Dokumentation erfolgen bevor man gewisse Dinge an einer Attraktion machen darf.
Sorry, da hab ich mich spätnachts schlecht ausgedrückt

Ich meinte, dass Ride Operators logischerweise höchstwahrscheinlich kein großes Wissen rund um das Thema Barrierefreiheit, gesundheitliche Einschränkugen, Diskriminierung etc etc haben.
Vermutlich heißt es eher pauschal "Rollstuhlfahrer/Behinderte/XYZ sind auszuschließen", anstatt auf genauere Gründe einzugehen. Ein Ride OP braucht aber natürlich nicht selbst beurteilen zu können, ob Beispiel XYZ Querschnittlähmung jetzt fahren darf oder nicht. Dafür braucht es im Park die eine Person mit speziellen Kenntnissen.
Da im Thread auch Übergewicht genannt wurde - auch da wäre es sicher hilfreich, wenn mehr Parks darauf eingehen, mit welchen Bahnen
man unter welchen Voraussetzungen noch fahren darf/kann. Oft gibt es ja schon diese Testsitze am Eingang. So könnte man vielleicht auch mehr unangenehme Momente beim Einstieg von den Ride OPs weg verlegen (auch das unangenehme "Bügel reinquetschen", das in Kombination mit einer Behinderung sicher nicht smart ist.). Aber auch da muss es natürlich Bewusstsein für das Thema geben und den Willen, sich Lösungen zu Überlegen oder zumindest in so einen Testsitz zu investieren.
Bei diesem Thema zieht aber auch Angebot und Nachfrage. Klar "müssen" Fahrgeschäftentwickler nicht auf alle Körpergrößen achten. Aber es gibt nunmal Zielgruppen, die man bedienen will. Will man die Zielgruppe Übergewichtige in Freizeitparks mehr ansprechen und besseres Angebot bieten, wird man auch in der Entwicklung mehr darauf achten, vielschichtige Lösungen zu bieten. (I mean... looking at you, America...


)
Silver Star ist da ja auch ein gutes Beispiel für gute Umsetzung

Bei Helios z.B. hat man nach unten hin eine recht große Zielgruppe für eine eigentlich eher actionreiche Achterbahn geöffnet, indem selbst Kinder ab 6 Jahren und 1,20m mitfahren können.
Stell dir vor du stehst beispielsweise am Eingang von Voltron. An dir laufen in der Minute hunderte Menschen durch, alle mit langen Hosen weil es nicht so warm ist. Woran sollst du dann beispielsweise erkennen ob ein Gast dann eine Beinprothese hat und eigentlich dadurch nicht mitfahren darf? Das ist schlicht und ergreifend nicht möglich, klar man könnte es vielleicht am Gang erkennen wobei mit modernen Prothesen das auch nicht sofort erkennt. Gleiches bei dem von dir genannten mit unerkannter Osteoporose. Wie soll das bitte ein Operation wissen, wenn es womöglich selbst der Gast noch nicht weiß oder ignoriert und dann solche Unfälle passiert sind?
Sorry, schlecht ausgedrückt; genau das wollte ich auch kritisieren, das können Ride OPs ja gar nicht wissen, geschweige denn Prüfen. Wie kann man also sicherstellen, dass
Parkbesuchende sich selbstständiger besser informieren, welche Fahrgeschäfte eventuell für sie nicht geeignet sind?
Hin zur Eigenverantwortung und Selbstbestimmung (egal ob mit oder ohne Behinderung). Bewusster auf Risiken aufmerksam werden, und sich auch bewusster dafür oder dagegen entscheiden. Und dies aber rechtlich, für beide Seiten, absichern.
(Damit dann aber die Verantwortung nicht einfach auf Besuchende abgewälzt wird, muss natürlich sichergestellt sein, dass sich ein Betreiber auch wirklich ausführlich mit dem Sicherheitsthema beschäftigt hat...)
Danke für den Mega Beitrag!

Da les ich mich gleich mal noch tiefer ins Material ein.
Hochspannend finde ich dabei folgende Aussage des VDK, der letztlich Inklusion konsequent zu Ende denkt:
"Überdies darf nicht jede Gefahr den Leistungsausschluss zulasten behinderter Menschen begründen, sondern nur erhebliche Gefahren für Leib und Leben. Ziel muss sein, dass Menschen mit Behinderung das Recht haben, genauso wie Menschen ohne Behinderung selbst zu entscheiden, welche Leistungen sie in Anspruch nehmen und welche Risiken sie dafür eingehen. Ein pauschaler Leistungsausschluss mit Verweis auf drohende Gefahren sollte nicht zulässig sein."
Ein guter Punkt. Als nicht-behinderte Person entscheidet keiner für mich, dass ich nicht Tandem-Fallschirmspringen gehen darf. Ich gehe hin, unterschreibe dass ich mir einem gewissen Risiko bewusst bin, und springe. Kann auch scheiße daneben gehen, aber die Bevormundung ist nicht da.
Klar, gibt es triftige Gründe, weil das Sicherheitssystem bei einem Fahrgeschäft dafür nicht geeignet ist, sind diese Personen auszuschließen (Bügel schließt nicht wegen Übergewicht; Sicherung hält nicht wegen amputierter Gliedmaßen, etc etc).
Für rein "gefährdete" Gruppen sollte bei Risikobewusstsein eine eigene, informierte Entscheidung getroffen werden dürfen.
Was löblicherweise manche Parks ja schon (ähnlich) umzusetzen scheinen, freut mich sehr zu sehen
Eigentlich ja das Beste Beispiel, dass teilweise auch einfach noch viel Faulheit mit im Spiel ist. Personen von einer Achterbahn pauschal auszuschließen, nur weil sie im Falle einer Evakuierung nicht HÖREN können, ist schon.... Ja.
Ich bin mir sicher, fähiges Personal schafft es, mit gängigen Zeichen und Körpersprache mit einer Person zu kommunizieren, wenn sie merken, dass diese bei Ansprache nichts versteht.


(Außerdem müsste man dann doch konsequenterweise alle Personen ausschließen, die nicht zumindest die Amtssprache oder Englisch können, oder?

)
Das bedeutet übrigens nicht, dass es nicht Luft nach oben gibt. ich denke da z.B. an neurodivergente Menschen, die sich mit Geräuschen, Düften, Licht-Effekten schwer tun. Diese in einem Freizeitpark dauerhaft "auszuschalten" ist im Hinblick auf ein immersives Erleben und die berechtigte Erwartungshaltung einer Vielzahl von Gästen absurd. ABER: könnte man nicht - ähnlich wie es schon in einigen
Supermärkten geschieht - einmal im Quartal für einen Tag alle Effekte zurückdrehen?
Fände ich auch eine gute Sache, und ich denke hier könnten auch viele Parks durch verständliche Kommunikation punkten.
z.B. [Bereich A] ist von 10:00 - 12:00 Uhr "Stille Zone", [Bereich B] von 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr, usw usf.;
Dann kann jeder aktiv selbst entscheiden, ob er Ruhe oder immersive Bespielung will.
Den Parks würde es da wahrscheinlich helfen zu erfahren, wie viele Personen solche "Ruhezeiten" gerne nutzen würden.
Da stell ich mir persönlich die Frage: Wenn ich jemand bin, der belebte Orte mit lauten Geräuschen/Licht-Effekten und Düften als problematisch empfinde bzw. mich diese Situation als solche stresst, wieso muss ich dann zwingend Orte besuchen, deren Attraktionen eben genau das bieten.
Naja, der Benefit eines Fahrgeschäfts ist in erster Linie das Fahrgeschäft. Musik, Lärm und Co sind bei einer Achterbahn erstmal zweitrangig. Wenn man also gerne Achterbahnen mag, aber Lärm nicht gut verträgt, ist das schon ein nachvollziehbares Bedürfnis. Die Lösung sollte halt bewusst überlegt sein. Ich fände es voll vertretbar, in der Warteschlange z.B. für (gut kommunizierte) Zeitslots am Tag die Beschallung abzuschalten/leiser zu drehen.
Anderer Einfall noch: Spannend fände ich auch den Faktor, wann ein Fahrgeschäft hergestellt wurde. Es ist irgendwo logisch, dass z.B. bei älteren Modellen gewisse Voraussetzungen noch nicht berücksichtigt wurden, weil man noch nicht aktuelle Kenntnisstände hatte. Ab wann müsste man alte Fahrgeschäfte um- oder aufrüsten, um Anforderungen an Inklusion gerecht zu werden? (Hier zieht dann wohl der unzumutbare Aufwand)
Müssten neue Entwürfe automatisch bei der Entwicklung schon erweiterte Vorgaben zur Barrierefreiheit berücksichtigen?
Ähnlich zur digitalen Barrierefreiheit, wo idealerweise schon bei der Planung und Entwicklung auf die Barrierefreiheit geachtet wird, da nachträgliches "umbauen" um einiges teurer kommt.
...Ok. Ja. Ich drück mal auf senden.

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