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Besucherentwicklung Freizeitparks

Rosenberger

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Moin zusammen,

ich würde mal eure Meinung bzw. Einschätzung interessieren: Das Disney und Universal alleine durch Ihre Lizenzen und genialer Thematisierung auf solch hohe Besucherzahlen kommen ist noch nachvollziehbar.

Was ich aber nun nicht verstehe: Wieso kommen z.B. 5 Mio Leute in den EP und Trispdrill schafft nicht mal 1 Mio? Klar Ruf und Einzugsgebiet ist dort besser, aber wundere mich doch warum die fast großen Parks trotz toller Neuheiten und m.m.n. dem besseren Preis/Leistungsverhältnis nicht etwas aufholen? PL schafft trotz Qualität auch nur 50% vom EP etc, selbst im Sommer ist unter der Woche in TD fast walk on angesagt.
Die Liste lässt sich ja beliebig ausbauen.

Woran liegt das? Was denkt ihr?
 

KaLLi

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Der EP sticht ja allein durch die Anzahl an Übernachtungsmöglichkeiten heraus, dazu kommt noch das 3-Länder-Eck.
Dann muss man auch die Fläche betrachten, dadurch hat der EP (z.B. ggü PHL) mehr Attraktionen weshalb viele Besucher dann zu mehrtägigen Aufenthalten tendieren. Dann noch Rulantica und so Sachen wie Yullbe usw.
Jeder Besuchstag zählt ja dann als 1 Besucher, auch wenn es immer die selbe Person ist.

Gleiches lässt sich auch bei Efteling sagen, dort gibt es auch sehr viele Übernachtungsmöglichkeiten, sowie große Fläche. Daher auch viele Besucher.
Wobei das Phantasialand mit 2,5 Mio. bei der Fläche auch nicht so schlecht da steht, im Sommer würde ich persönlich da auch einen anderen Park wählen da mir das Gedränge einfach zu viel wäre.

Tripsdrill hat zum einen wesentlich weniger Übernachtungsmöglichkeiten (die paar Schäferwagen reißen´s da nicht raus), zum anderen ist auch die Lage nicht gerade optimal. Von der Autobahn fährt man doch noch ein gutes Stück.

Der Trend geht ja auch mehr zum Wochenendurlaub in der Heimat statt weg zu fliegen und da zieht es die Durchschnittsfamilie die nur einmal im Jahr einen Freizeitpark besucht dann doch eher zu den großen Parks, weil dann auch mehr Budget zur Verfügung steht (3 Tage EP ist halt doch günstiger als eine Woche Malle).
 

pdohmen91

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Es liegt meiner Meinung nach einfach trotzdem am Angebot. Man muss auch davon ausgehen, dass nicht alle mehrere Parks im Jahr besuchen sondern erst recht bei den aktuellen Preisen maximal einen machen und dann wird ein Park wie Tripsdrill eben deutlich von der Konkurrenz in Rust überstrahlt.

Besucher welche nur einen Park im Jahr machen wollen dann eben nicht in das "zweitklassige" Tripsdrill sondern wenn dann schon in den "besten Park" Deutschlands. Solche Besucher sehen Parks auch mit ganz anderen Augen als wir. Letztens erst wollte mir jemand erzählen, dass MP Express (oder aktuellen Namen hier einfügen) eine wirklich gute Achterbahn ist und ja auch viel besser als Star Trek ist weil MP Express weniger Wartezeit, mehr Strecke und mehr "Überschläge" hat.

Dazu kommt auch noch, dass in Deutschland die meisten nur den erstbesten Park in der eigenen Umgebung und dann noch die drei oder vier größten kennen. Als ich jetzt letztens wegen dem CF Event wieder viel über Tripsdrill mit Freunden und Bekannten gesprochen habe kam fast immer die die gleiche Antwort, dass man diesen Park gar nicht kennen würde.

Selbst das Toverland welches ja nur knapp über eine Stunde von hier entfernt ist, ist bei den meisten hier noch nicht angekommen.
 

KaLLi

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Das stimmt natürlich auch, Bekannte sind gerade in der Nähe von Aarhus und kannten auch das Djurs Sommerland gar nicht, obwohl der Park gar nicht so klein ist.
Im europäischen Ausland ist maximal noch Efteling bekannt.
 

Colorado-Fan

Airtime König
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Ich glaube, dass für Familien immer noch das Disneyland Paris eine Top-Adresse ist. Es wird von vielen als DER Freizeitpark wahrgenommen. Der Europa-Park profitiert meiner Ansicht nach davon, dass er vom Eintrittspreis immer günstiger war, gleichzeitig quantitativ einfach viel anbietet. Wer also kein Geld für Disney hat, der kann immer noch in den Europa-Park und dort einen tollen Tag verbringen. Kleinere Parks, wie Tripsdrill und das Phantasialand leben denke ich viel eher von Stammkunden, die jährlich vorbei kommen, weil man in der Nähe wohnt.

Damit die mittelgroßen Parks deutlich höhere Besucherzahlen haben, müssten sie deutlich günstiger sein. Der Besucher von großen Parks muss das Gefühl haben, dass der Eintritt so viel günstiger ist, dass man das geringere Angebot in Kauf nimmt. Und das ist ja eher nicht der Fall. Das heißt nicht, dass ich finde, dass diese Parks zu teuer sind. Vermutlich müssten die großen Parks nur deutlich teurer sein, damit dieses Ungleichgewicht behoben wird.
 

Rosenberger

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Ich denke ihr habt schon so recht, mit dem was ihr schreibt. Mich wundert dennoch, dass das so viel ausmacht. Ich meine ja nicht das TD, Hansa Park und Co. auch sofort 2,5 Mio anziehen müssen, aber vom Portfolio her wäre die 1 Mio doch locker drin...
 

toschy

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Man muss auch bedenken dass der Europa Park in den Medien ganz anders präsent ist als Tripsdrill, Phantasialand usw.

Es gibt im TV und Radio Shows die aus dem EP gesendet werden.
Sei es im Sommer wöchentlich mit "Immer wieder Sonntags" und anderer diverser TV-Produktionen. (Dieses Jahr angeblich noch eine Show aus Rulantica auf RTL)
Und im Radio als Gastgeber der "Radio Regenbogen" Awards.

Dazu kommt dass es viele Firmen gibt, die auch in den Hotels Ihre Konferenzen abhalten. Das sind dann ja alles nochmal potentielle zusätzliche Gäste.
 

Large

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Ich könnte mich selbst ja fragen, welche Parks ich kennen würde, wäre ich nicht in Foren unterwegs und würde nach Achterbahnen googlen.

Ich wohne ja am Rande des Ruhrgebiets. Dementsprechend kenne ich das Fort Fun im Sauerland, weil wir da als Kinder mit der Familie hingefahren sind (war der beste Park für mich damals), den Safari Park Stukenbrock, den Traumlandpark und das Phantasialand. Als Schüler war es dann so, dass man in die Warner Bros. Movie World gefahren ist. Das war der angesagte Park, als wir Teenager waren. Viel angesagter als das Phantasialand. Ich fand Fort Fun immer noch schöner, aber mehr Spaß gab es in der Movie World dank der viel cooleren Achterbahnen. In dem Zeitraum war das Phantasialand übrigens total langweilig, der Park warb zwar großflächig mit Attraktionen wie Colorado, Hollywood Tour oder Mystery Castle, aber das war jetzt nicht sooo thrillig...
Ja und was war da noch? Efteling machte Werbung im Radio. Um Euro Disney kam man eh nicht herum, denn wir lasen ja Lustige Taschenbücher, Micky Maus und Co. und schauten Disney Club im Fernsehen. Und man wusste irgendwie um den Europapark Ende der 90er Jahre, was zu meinem Erstbesuch 2001 führte - aber auch nur, weil dank 9/11 der Flug nach Florida inkl. Disney World ausgefallen ist.

Warum ich das so aufliste: Das ist jetzt über 20 Jahre her und seitdem gibt es viele Angebote im Internet, um sich zu informieren. Aber aktiv Werbung bekomme ich bis heute nur sehr wenig. Selbst im Internet nicht. Das Phantasialand wird mir andauernd angezeigt in den letzten Wochen ("Erlebe eine Achterbahn, die mitten durch ein Hotel führt" und "Dieser Kletterpfad führt mitten durch eine Achterbahn"), aber das war es. Ich erinnere mich, dass das Fort Fun vor ein paar Jahren noch regelmäßig Radiowerbung gemacht hat, und auch der Movie Park ist mit Plakatwerbung und hin und wieder Radiowerbung noch präsent. Efteling macht auch Werbung in NRW.

Warum sollte ich denn nach Tripsdrill fahren, oder in den Holiday Park oder ins Legoland? (Oh, Lego - auch schon mal gehört...) Ganz ehrlich: Wenn man keinen Urlaub in der Gegend plant, dann macht man das doch nicht. Man nimmt all diese Parks mit, wenn man sich mit dem Angebot einer Region beschäftigt und auch nichts gegen einen Freizeitparkbesuch hat, aber das war es doch. Das ist eben eine Sache der persönlichen Vorlieben.

Stell dir vor, wir wären kein Freizeitparkforum @Rosenberger, sondern ein Kunstliebhaberforum. Und deine Frage wäre, warum eigentlich jeder Tourist in den Pariser Louvre geht, um die Mona Lisa zu sehen, aber das Hagener Karl-Ernst-Osthaus-Museum trotz seiner Sylvester-Stallone-Aktion nicht besser bekannt ist.
 

MJTom65

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Wir als Achterbahn-Freaks und Freizeitpark-Enthusiasten (ich bezeichne uns jetzt einfach mal so) haben eine ganz andere Sichtweise als Otto-Normalverbraucher mit seiner Familie. Der EP ist halt omnipräsent - gutes Marketing zahlt sich halt aus.

Tripsdrill ist ein 1-Tagesauflug. Europapark - da bleibe ich schon mal mindestens 2 Tage. Damit kommt der EP auf doppelt so viele Besucher wie Tripsdrill. Das ist sicher auch ein nicht unerheblicher Aspekt.
 

Cathy

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Ich denke erstmal sollte man schauen, wer fährt in den Park? Sind das Familien mit Kinder? Sind das Jugendliche oder Erwachsen die einfach Spass habenan sowas. Wie viel Leute gibt es im Umland? Phantasialand hat das gesamte Ballungsgebiet Köln Bonn plus Ruhgebiet. Hansa Park hat Hauptsächlich Ostseeurlauber und Jahreskartenbesitz wo von sie leben. Zu Trippsdrill und Europa park kann ich nicht beurteilen. Was mich echt gewundert hat waren die Wartezeiten im Bobbejaaanland, trotz höchster Feriendichte hatten wir keine langen Wartezeiten. Ich glaube mittlerweile das manche Parks irgendwie schlicht weg übersehen werden.
 

Alfred

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Woran liegt das? Was denkt ihr?
Wie man bei der Antwort von Large erkennen kann sind viele 'aktuelle' Besuchende aufgrund früheren Erinnerungen in Parks und schleppen dementsprechend auch Mal Neue Gäste mit; je älter ein Park ist umso mehr Besucher sind wahrscheinlich, zumindest wenn der Park positiv in Erinnerung ist.
Der Einzugsbereich der Parks kann im Wandel sich verkleinern und vergrößern, aber auch die größe der Zielgruppe im Einzugsbereich kann schwanken oder andere Vorlieben entwickeln.
Marketing oder viel mehr eine Omnipräsens ist mit entscheidend für die Besucherzahl.

Manchmal hat es aber auch mit Örtlich oder Branchenbezogene stärker wirkende Krisen zu tuen, zum Teil sind dieses Jahr manche Parks relativ leer gewesen im Vergleich zu anderen Jahren (zumindest jetzt im Sommer).
 

Prada79

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Wieso kommen z.B. 5 Mio Leute in den EP und Trispdrill schafft nicht mal 1 Mio? Klar Ruf und Einzugsgebiet ist dort besser, aber wundere mich doch warum die fast großen Parks trotz toller Neuheiten und m.m.n. dem besseren Preis/Leistungsverhältnis nicht etwas aufholen?

Tradition, Markenname und Community-Pflege spielen da natürlich eine Rolle. Da haben die Großen erstmal einen Vorsprung. Der ein oder andere Park schafft dann irgendwann den Sprung in die nächste Kategorie. Kritisch scheint der Moment zu sein, wenn man sich von einem regionalen und zu einem überregionalen Park entwickeln möchte. Da ist viel Geschick gefordert. Im Toverland der damaligen Größe einfach mal Troy reinzuballern, war schon mutig.

Ich glaube aber auch, dass es eine Art natürliche Grenze gibt. Die Maximus Blitz Bahn im Toverland reißt fast nie die 60 Minuten Wartezeit, egal wie voll der Park ist. Das gleiche scheint für Freizeitparks insgesamt zu gelten. Wie das konkret passiert, weiß ich aber nicht. Die Wenigsten werden vor ihrem Besuch kontinuierlich die jeweiligen Wartezeiten checken. Hat wohl doch was mit Angebot/Nachfrage zu tun. Interessant finde ich die Aussage des PLs, die neuerdings im Shop getätigt wird: „Die Anzahl Besucher haben wir limitiert“.

Einen superguten Einblick über die Besucherzuströme haben vermutlich nicht mal die Freizeitparks selbst. Über Online-Tickets könnte man zumindest eine regionale Zuordnung des Publikums durchführen. Bei einer Preisstaffelung bzw. bei einer Altersangabe für die Kinder kann man auch schauen, ob eher Familien, Paare oder Jugendliche den Park besuchen. Je nachdem welche Einrichtungen im Park gut laufen, kann man auch nochmal Rückschlüsse ziehen, was das Publikum interessiert. Eher selten erlebe ich aber echte Kundenbefragungen, dabei wäre das noch das Naheliegenste.
 

Ingo

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@Rosenberger: Die Besucherentwicklung ist überall sehr erfreulich, die Saison 2022 hat besuchertechnisch alles in den Schatten gestellt, Rekordzahlen landauf landab. Hier einige Zahlen, die dies verdeutlichen: Der Kirmes wurde die Bude eingerannt und auch die Parks boomen. Das Fort Fun vermeldet die stärkste Saison seit 20 Jahren, Futuroscope begrüßte alleine im Juli und August 650.000 Besucher, Gröna Lund vermeldete 1.000.000 Besucher während der (kurzen) Sommersaison, nach Farup strömten 770.000 Gäste und stellten damit auch einen Rekord auf, davon alleine in den Herbstferien 100.000 Besucher, im Eifelpark musste an Halloween auf Ausweichparkplätzen geparkt werden und die Eurosat fuhr den ganzen Monat Oktober über bei konstanten 55 Minuten Wartezeit im 6-Zug-Betrieb. Ebenso begrüßte man in Efteling den 100.000sten Jahreskarteninhaber.
 
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