• Willkommen im Coasterfriends Forum!

Die 8 lacht - Tag 11 - Kennywood

Madflex

Fastpass Besitzer
Mitglied seit
2012
Beiträge
987
Dienstag, 02.06
Kennywood

Beim Checkout fragte mich der freundliche Inder, ob alles in Ordnung war. Da ich nicht lügen wollte, sagte ich ihm so freundlich wie möglich, dass alles im Motel doch schon ziemlich alt und in einem ungepflegten Zustand wäre. Er rechtfertigte das mit dem niedrigen Preis, was für mich nicht nachvollziehbar war, da die meisten Motels in der selben Preislage absolut in Ordnung waren. Aus Mangel an Alternativen hat es uns zum Frühstücken wieder in das Eat’nPark verschlagen. Hier gab es zur Abwechslung mal French Toast anstatt Pancakes. Grundsätzlich in Ordnung aber auch nichts Weltbewegendes. Weiter ging es anschliessend nach Kennywood in einer ca. 1-stündigen Fahrt.

01.jpg


Der Park befindet sich in West Mifflin, in der Nähe von Pittsburgh in Pennsylvania. Kennywood wurde bereits 1899 eröffnet und ist einer der ältesten Vergnügungsparks in den USA. Zusammen mit dem Rye Playland Park in New York ist Kennywood der einzige Park, der in das National Register of Historic Places aufgenommen wurde. Der Park hat mit Jack Rabbit, Thunderbolt und Racer drei Holzachterbahnen aus den 20er Jahren, die auch alle drei von den American Coaster Enthusiast (ACE) als Roller Coaster Landmark ausgezeichnet wurden. Das macht einen Besuch in Kennywood auch ein wenig zu einer Reise zu den Anfängen der Achterbahnen und das ist auch das Besondere an Kennywood.

02.jpg


Als wir am Park ankamen, war der Parkplatz noch zu gut wie leer, obwohl der Park schon seit einigen Minuten geöffnet hatte. Es sah also eher danach aus, als sollte es nicht so voll werden, was uns nach dem gestrigen Tag im gut besuchten Hersheypark sehr lieb gewesen wäre. Das Parken kostete hier humane 7 $, was für amerikanische Verhältnisse fast schon ein Schnäppchen ist. Tickets hatten wir noch keine, da man diese nicht im Internet bestellen konnte. Der Eintritt schlägt mit 41 $ zu Buche und liegt damit ebenfalls im unteren Bereich. Das Wetter war eher durchwachsen. Es war recht kühl aber zumindest regnete es nicht.

03.jpg


Ungewöhnlich ist, dass zwischen den Kassenhäuschen am Haupteingang und dem Park die Hauptstrasse verläuft. Nachdem man die Tickets gekauft hat und die Taschenkontrolle passiert hat, läuft man durch eine Unterführung unter der Strasse hindurch und betritt darüber den Park, in dem wirklich noch so gut wie gar nichts los war. Direkt rechts vom Eingang befindet sich der Premier Rides Launch-Coaster Skyrocket, wo aber noch gar niemand zu sehen war. Offenbar sollten die Rides erst im Laufe des Morgens öffnen. Also gingen wir noch etwas weiter und kamen schliesslich zu der Holzachterbahn Jack Rabbit, wo immerhin schon erste Testfahrten gemacht wurden.

Jack Rabbit
Andi: 65, Daniel: 61, Fahrten: 3

04.jpg


Jack Rabbit ist die älteste der drei Holzachterbahnen im Park aus dem Jahre 1920 und somit eine der ältesten im Betrieb befindlichen Achterbahnen überhaupt. Wenn man vor der Bahn/Station steht, macht Jack Rabbit einen geradezu mickrigen Eindruck, da man vom Streckenverlauf so gut wie nichts sehen kann. So klein wie sie aussieht, ist Bahn dann aber gar nicht, wie sich später herausstellte. Wir mussten noch zwei Testfahrten abwarten, bevor der Coaster geöffnet wurde und konnten dann direkt mit dem ersten Zug fahren.

Die Station von Jack Rabbit ist allerdings tatsächlich klein und es gibt keine Queues für die jeweiligen Sitzreihen. Da die Wagen immer voll besetzt werden und man in der Reihenfolge geseatet wird, in der man die Station betritt, konnten wir nicht in der ersten Reihe fahren. Egal. Wir sassen irgendwo im hinteren Drittel, was auch besser war, wie wir später herausfinden sollten. Die Züge stammen aus dem Jahr 1951 und haben fixierte Lapbars, was ich zum ersten Mal bei Achterbahnwagen gesehen habe. Die festen Lapbars erschweren das Einsteigen mit längeren Beinen ein wenig, wenn man dann aber erst mal sitzt, hat man ziemlich viel Bewegungsfreiheit.

05.jpg


Nachdem der Zug die Station verlassen hat, fährt er in eine Linkskurve und dann in einen ersten, kleinen Drop, der an das Gelände angepasst ist, um dann nach einer weiteren untertunnelten Linkskurve und einem weiteren kleinen Drop auf den Lifthill zu fahren. Oben angekommen, fährt man erneut in eine Linkskurve um dann in den eigentlich Drop zu fah…..ahhhhhh…. WTF!!! Was war das? Wir konnten es kaum glauben. Der First Drop bietet dank seines „Double Dips“ extreme Airtime und die starren Lapbars tragen ihren Teil dazu bei, dass man förmlich in der Luft schwebt, da immer ausreichend Spiel vorhanden ist. Der Drop fühlt sich wirklich so an, als hätte Zug überhaupt keinen Kontakt mehr zu den Schienen. Absolut einmalig und für eine Bahn dieses Ausmasses und Alters bemerkenswert. Der Rest der Fahrt besteht dann nur noch aus einer weiteren Linkskurve mit einem weiteren, eher moderaten Drop und der Zug fährt in die Schlussbremse. Grundsätzlich fährt sich Jack Rabbit angenehmer als viele deutlich neuere Holzachterbahnen, mit denen wir gefahren sind.

Da so gut wie nix los war und wir wirklich total geflasht von dem Drop waren, sind wir direkt noch mal gefahren. Auch dieses Mal sassen wir nicht vorne aber das war uns da jetzt auch total egal, da die Airtime auf dem Double Dip hinten am intensivsten ist. Dann geschah etwas, dass ich auf dieser eher kleinen Holzachterbahn nicht für möglich gehalten hätte. Auf dem Double Dip flog mit meine Mütze vom Kopf, die ich eben nicht abgenommen hatte, da ich das auf Jack Rabbit für unmöglich hielt, dass ich sie verlieren würde. Bei der ersten Fahrt ist sie ja auch auf dem Kopf geblieben. Dennoch war das ziemlich dämlich von mir, da das nicht die erste Mütze war, die einer Achterbahnfahrt zum Opfer fiel. 2009 hat mich der First Drop von Goliath in Six Flags Magic Mountain schon mal eine Mütze gekostet. Witzigerweise war diese ebenfalls Grün. Damals war das ja tatsächlich grob fahrlässig und absehbar, auch wenn ich die Mütze extrem eng gemacht hatte aber auf Jack Rabbit konnte ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Leider habe ich während unseres Trips auch keinen Ersatz mehr gefunden.

06a.jpg


Bei der dritten Fahrt haben wir dann Ausschau nach der Mütze gehalten, diese jedoch nicht gesehen. Vermutlich hätten die Ride Ops aber ohnehin nichts unternommen, was über ein Hinweisschild ja auch unmissverständlich klar gemacht wird (das Schild hängt eigentlich bei Racer aber hier passte es besser). Egal. War ja nur ne Mütze und ich habe wieder eine Anekdote mehr zu erzählen.

06b.jpg


Racer
Andi: 57, Daniel: 54, Fahrten: jede Seite 1x

07.jpg


Drei Fahrten auf Jack Rabbit reichten uns fürs erste und nach wenigen Metern kamen wir zu dem Duelling Woodie Racer. Ähnlich wie bei Jack Rabbit sieht man hier von aussen nur die Station und fast gar nichts vom eigentlichen Streckenverlauf. Die Wartezeit war auch hier sehr kurz und nach wenigen Minuten konnten wir in den linken Zug steigen steigen. Auch hier gibt es keine Queue für die erste Reihe. Die Züge sind glaube ich von Philadelphia Toboggan, hab ich aber nicht mehr so genau in Erinnerung.

10.jpg


Der erste 1910 gebaute Racer war noch ein Sidefriction-Coaster. Das bedeutet, dass die Züge keine Rollen unter den Schienen haben und der Zug rein theoretisch abheben kann, weshalb häufig ein Bremser mitfährt. Heute gibt es nur noch wenige Sidefriction-Coaster, davon die meisten in Europa. Der bekannteste dürfte Rutschebanen in Dänemark sein. Mit Vuoristorata in Linnanmäki/Helsinki hatten wir das Glück auch mal eine solche Holzachterbahn zu fahren.

08.jpg
09.jpg


1926 wurde die Bahn dann aber abgerissen und unter dem selben Namen neu gebaut. Dieses Mal dann auch mit Up-Stop Wheels. Das Layout von Racer ist eine Moebius-Schleife. Nachdem die Züge die Station verlassen haben, fahren sie in eine Links- bzw. Rechtskurve und sobald sie sich auf dem Lifthill wieder begegnen, befindet man sich bereits auf der gegenüberliegenden Seite. Klingt strange, genau verstanden habe ich es auch bis heute nicht aber wenn man nach der Fahrt wieder in die Station zurückkehrt, befindet sich der Zug auf der anderen Seite. Zauberei! Während der Fahrt kommt man dem Zug auf der anderen Seite teilweise so nah, dass man mit den Fahrern abschlagen könnte.

Wir haben hier auf beiden Seiten jeweils eine Fahrt gemacht. Auch Racer fährt sich für das Alter erstaunlich ruhig. Zugegebener Weise bietet die Bahn zwar keine wirklich hohen Kräfte und Geschwindigkeiten aber Racer macht auch ohne Superlative zu bieten, sehr viel Spass. Dass Kennywood seine historischen Achterbahnen offenbar gut pflegt, ist sehr positiv zu bewerten.

Aero 360

11.jpg


Gegen den Uhrzeigersinn gingen wir weiter um den kleinen, künstlichen See in der Mitte herum und liessen den Log Flume Log Jammer rechts liegen. Es war auch einfach zu kühl für einen Waterride. Danach kommt der Zamperla Flatride Aero 360, mit dem Andi eine Fahrt machen wollte. Mir sah das Teil einfach zu sehr nach Kotzmaschine aus, weshalb ich mir eine Auszeit gegönnt habe. Andi hat das Teil ziemlich gefeiert aber ich liess mich trotzdem nicht zu einer Fahrt überreden.

Ghostwood Estate

Der interaktive Darkride Ghostwood Estate lag zufällig auf unserem Weg und wir wollten spontan eine Fahrt machen. Eine Warteschlange gab es hier nicht aber kurz bevor wir in einen der Wagen einsteigen konnten, wurde der Ride wegen technischer Problem vorrübergehend geschlossen. Da wir keine sonderlich grossen Ambitionen hatten, darauf zu warten, bis dieser den Betrieb wieder aufnahm, gingen wir weiter zu der dritten und letzten Holzachterbahn Thunderbolt.

Thunderbolt
Andi: 64, Daniel: 64, Fahrten: 1

12.jpg


Thunderbolt von 1924 ist die längste der drei Holzachterbahnen in Kennywood. Bis 1968 fuhr sie unter dem Namen Pippin und wurde dann nach einem Umbau und einer Erweiterung in Thunderbolt umbenannt. Von der Station aus blickt man auf der gegenüberliegenden Seite des Monongahela River auf eine Industrielandschaft mit qualmenden Fabrikschloten. Wirklich idyllisch ist das nicht aber zumindest in dieser Form recht einzigartig.

13.jpg
14.jpg


Hier gibt es Queues für die jeweiligen Sitzreihen und wir haben uns dann mal wieder für die vordere Reihe entschieden. Die Wartezeit lag unter 10 Minuten. Auf Thunderbolt kommen 3 Züge mit je 4 Wagen von National Amusement Devices (NAD) zum Einsatz, die mittlerweile nur noch auf einer Handvoll Achterbahnen verwendet werden. Von dem Hersteller hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Die Züge sind wohl noch die selben, die vor dem Umbau 1968 auch auf Pippin genutzt wurden. Uralte Dinger also.

15.jpg
16.jpg


Thunderbolt ist ein Terrain-Coaster, der in einen Hang gebaut ist und die Topografie des umgebenden Geländes ausnutzt. So fährt man nach dem Verlassen der Station nicht auf den Lifthill, sondern sofort in den First Drop, welcher an die natürliche Form des Hügels angepasst ist. Nach einer Rechtskurve und einem zweiten, kleineren Drop geht es den Lifthill hoch und dann durch einige Drops und Bunny Hops die schöne Airtime bieten. Zwei Mal fährt man während der Fahrt unter dem zweiten Drop von Phantoms Revenge hindurch, der hier ebenfalls den Hang hinunter führt. Auch für Thunderbolt gilt, dass sich die Bahn für einen Woodie diesen Alters erstaunlich angenehm fährt und die Art wie der Coaster in den Hang gebaut wurde, ist einmalig.

Phantom’s Revenge
Andi: 83, Daniel: 75, Fahrten: 1

17.jpg


Der mit Abstand grösste Coaster in Kennywood, dessen Lifthill auch aus der Ferne zu sehen ist, ist die Stahlachterbahn Phantom’s Revenge. Im Jahr der Fertigstellung 1991 hiess sie noch Steel Phantom und war zum Zeitpunkt der Eröffnung die schnellste Achterbahn mit dem längsten Drop weltweit. Ursprünglich von Arrow Dynamics gebaut, hatte Steel Phantom vier Inversionen. Nach der Saison im Jahr 2000 wurde D.H. Morgan beauftragt, den Ride umzubauen, da viele Fahrer über Kopf- und Nackenschmerzen geklagt hatten. In Zuge dessen wurden vor allem die Inversionen von Steel Phantom entfernt. Von den Original Arrow Dynamics Zügen wurde nur das Chassis verwendet. Die Schulterbügel wurden entfernt und gegen Lapbars getauscht und die Verkleidung ersetzt. Da man in den Arrow Dynamics Wagen ja eher sehr tief wie in einem Sportwagen sitzt, ergibt sich in Kombination mit den Lapbars ein sehr ungewöhnliches Sitzgefühl. Zusätzlich werden noch Beckengurte eingesetzt.

Leider wurde die Bahn mit nur einem Zug betrieben, weshalb wir hier die längste Wartezeit des Tages zu verbuchen hatten und natürlich mussten wir wieder vorne sitzen, was sich aber lohnen sollte. Zunächst sollte es aber noch etwas dauern, bis wir einsteigen konnten, denn die Bahn fuhr aus „Minor Technical Issues“ für eine längere Zeit nicht mehr. Ob hier wieder jemand in den Wagen gekotzt hatte? Wir haben es nicht erfahren.

Phantom’s Revenge hat immer recht gute Platzierungen in den gängigen Coasterrankings erreicht, was sich weder durch die reinen Werte - wenn man mal von der Geschwindigkeit absieht - und auch nicht durch die äussere Erscheinung und die Onride-Videos erschliesst. Wenn man Phantom’s Revenge gefahren ist, ergibt das dann aber alles durchaus Sinn.

18.jpg
19.jpg


Nachdem man die Station verlassen hat, geht es nach einem kleinen Rechtsschlenker im Schneckentempo den ca. 50 Meter hohen Lifthill hinauf. Gefühlt hat Phantom’s Revenge einen der langsamsten Lifthills. Dieses Gefühl wird durch die Länge natürlich noch etwas verstärkt. Der erste Drop in eine Rechtskurve ist nicht sonderlich steil, beschleunigt den Zug aber immerhin schon auf knapp 100 km/h. Der Zug fährt anschliessend einen Hügel hinauf und es folgt die erste Überraschung in Form des zweiten Drops, der länger als der erste ist und mit ordentlich Wumms den Hügel hinunter unter Thunderbolt hindurch auf ca. 135 Sachen beschleunigt. Wahnsinn. Dabei ist der Drop noch nicht mal sonderlich steil. Es folgt eine 180 Aufwärtskurve und man fährt ein zweites Mal unter Thunderbolt hindurch. Dann folgt die zweite Überraschung in Form von drei Bunny Hops die man im Wechsel mit einigen Kurven überfährt und die richtig krasse Airtime bieten, mit der wir auf diesem Coaster niemals gerechnet hätten. Die tiefe Sitzposition und die etwas seltsamen Lapbars verstärken den Effekt hier noch.

Phantom’s Revenge ist eine unkonventionelle Achterbahn und genau das macht ihren Reiz aus und sorgt für ein besonderes Flair. Ich finde, dass die Bahn so perfekt in den Park passt, der vor allem einzigartige Achterbahnen beherbergt. Weitere Pluspunkte sammelt Phantom’s Revenge, dass er so wie Thunderbolt geschickt das umgebende Gelände nutzt. Den bewaldeten Hügel unter Thunderbolt durchzujagen ist schon klasse.

20.jpg


Am Ausgang fielen uns Test-Dummys auf, die lieblos auf einem Haufen lagen. Ein interessantes aber irgendwie auch morbides Bild. Geht man so mit seinem Personal um?

Black Widow
Fahrten: 1

21.jpg


Hatte ich mich noch vor Aero 360 drücken können, war es jetzt mal an der Zeit für eine für mich seltene Fahrt auf einem Flatride. In diesem Fall handelte es sich um den Giant Discovery (Frisbee) Black Widow von Zamperla. Diese erinnert ein wenig an die Giant Frisbee Sledge Hammer von Huss, die ich im Bobbejaanland schon einige Male gefahren bin und die wirklich super Airtime bietet. Aussergewöhnlich ist, wie nah man hier der Gondel kommt. Diese sauste so knapp üner unsere Köpfe hinweg, dass man den Fahrern direkt ins entsetzte oder wahlweise auch entzückte Gesicht schauen konnte. Bemerkenswert ist, dass Black Widow den am meisten thematisierten Eingang/Wartebereich von allen Rides in Kennywood besitzt.


Die Gondel dreht sich kaum, was mir sehr entgegen kam. Im Gegensatz zu Sledge Hammer ist Black Widow nicht ganz so hoch, pendelt aber etwas weiter, wodurch es am höchsten Punkt zu einem unerwarteten Überkopf-Moment kommt. Hier war der Blick auf den Parkplatz der auf dem Kopf stand eine wirkliche Überraschung. Nettes Teil und mir gings danach auch echt noch gut. Zum Glück. Eine banale Schiffschaukel kann mich schon komplett erledigen, wenn ich nicht aufpasse, deshalb bin ich bei Flatrides immer sehr vorsichtig.

Sky Rocket
Andi: 56, Daniel: 55, Fahrten: 2

22.jpg


Der Premier Rides Launch-Coaster Sky Rocket wurde 2010 eröffnet und ist die neueste Achterbahn in Kennywood und die einzige mit Inversionen. Der Wartebereich war so gut wie leer, was mich extrem verwunderte, da ich im Vorfeld irgendwie davon ausging, dass das in Kennywood der beliebteste Coaster sein müsste. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Wir mussten nur einen Wagen warten und konnten dann schon ganz vorne Platz nehmen. Die Sitze sind die selben, die auch auf Sky Scream und Tempesto verwendet werden.

23.jpg


Kein Wunder dass hier nichts los war. Der Coaster war leider eher mau. Der Name Sky Rocket gibt hier ein Versprechen ab, dass der Coaster nicht einlöst. Raketenhaft ist hier bis auf den Namen leider gar nichts. Der Launch fühlt sich geradezu zahm an und der Top Hat wird zu langsam überfahren, weshalb es hier auch keine Airtime gibt. Der anschliessende Drop ist dann aber immerhin das beste Element der Bahn, die mit 640 Metern insgesamt auch einfach sehr kurz ist. Zwar hat Sky Rocket mit einem Cutback eine sehr seltene Inversion, die im Grunde ein Korkenzieher ist, bei dem der Zug das Element in der selben Richtung verlässt, in der er hinein gefahren ist aber das liest sich nur auf dem Papier gut. Am wenigsten Sinn machen hier diese seltsamen S-Kurven gegen Ende der Fahrt. Da habe ich mich wirklich gefragt, was das soll. Insgesamt eher enttäuschend.

Cosmic Chaos

Andi hat noch eine Fahrt auf diesem Halfpipe-ähnlichen Flatride von Zamperla gemacht. Er hat mir anschliessend bestätigt, dass meine Entscheidung nicht mitzufahren die richtige war, da die Gondel ausgiebig rotierte und so für viel Schwindel sorgte. So was brauche ich echt gar nicht.

Fazit

Die Indoor-Spinning Mouse The Exterminator sind wir leider nicht gefahren. Das ist zwar schade, da die Bahn ja wirklich sehr speziell sein soll aber wir wollten früh aufbrechen, da wir noch eine lange Strecke zu fahren hatten und The Exterminator wohl immer die längsten Wartezeiten in Kennywood hat. Das war es uns einfach nicht wert und da wir bis zu diesem Zeitpunkt in der kurzen Zeit doch recht viel Programm geschafft hatten, wollten wir es auch dabei belassen.

Der Park hat uns in jedem Fall positiv überrascht. Das Coaster Line Up liesst sich zwar alles andere als spektakulär aber für einen wahren Achterbahnfan wird hier einiges geboten. Ich würde sogar sagen, dass Kennywood für Hardcore-Fans Pfichtprogramm ist. Die alten Holzachterbahnen machen die Historie des Parks greif- und erlebbar. Es gibt zwar so gut wie gar kein Theming bei den Achterbahnen, das ich persönlich auf alten Woodies aber auch nicht vermisse. Die stimmige Integration in die Landschaft macht hier auch einiges wett.

Das Essen, was in Kennywood sehr gut sein soll, haben wir nicht getestet, da wir bereits um 15.00 Uhr Richtung Cedar Point aufgebrochen sind und die üppigen Frühstücke immer ausreichend lange vorhalten, so dass wir bis zu diesem Zeitpunkt auch keinen Hunger hatten.

Fahrt nach Cedar Point

Vor der 3-stündigen Fahrt haben wir in einem Wendy’s dann doch noch schnell was gegessen. Das war einer der wenigen grossen Fast Food Burger-Läden, in denen wir auf unserer Tour gegessen haben. Vielleicht hätten wir dann doch besser in Kennywood essen sollen, denn hier wurde ein pappiger, lieblos zubereiteter Mist serviert. Auf die Schnelle war leider nichts anderes drin aber zumindest konnten wir unseren Hunger stillen.

Die Strecke führte uns zunächst mitten durch Pittsburgh, der Hauptstadt Pennsylvanias. Wir fuhren hier nicht nur mitten durch die Skyline von Downtown Pittsburgh, sondern auch mitten in die Rush Hour. Insgesamt hielt sich die Verzögerung aber in Grenzen. Gegen 18.30 Uhr kamen wir schliesslich in Sandusky an. Hier merkt man schon bei der Anfahrt anhand der Werbung, dass sich die gesamte Region voll uns ganz auf Cedar Point konzentriert.

24.JPG


Unser Motel war das Breakers Express, welches zu Cedar Point gehört. Neben der Übernachtung hatten wir hier auch gleich die Eintrittskarten und ein Frühstück gebucht. Die Übernachtung in dem Motel liegt preislich zwar etwas über dem Durchschnitt aber man geniesst als Gast der Cedar Point Hotels das Privileg des Early Entrance. Das heisst, dass man morgens eine Stunde früher in den Park darf. Dafür war das Motel vom Standard her aber auch eines der besseren der Tour und hatte die schönste Lobby, die man sich als Coasterfan wünschen kann. Wir haben fast geheult vor Glück.

25.jpg
26.jpg


Nachdem wir dann kurz unser Gepäck ins Zimmer gebracht haben, wollten wir noch mal etwas näher an den Park fahren und einen ersten Blick auf die Skyline werfen und anschliessend etwas essen gehen. Cedar Point liegt auf einer kleinen, schmalen Landzunge am Lake Erie. Irgendwann tauchte dann die schönste Coaster-Skyline der Welt auf und die Vorfreude auf den kommenden Tag war riesig. Wir machten noch schnell ein Foto und machten uns dann auf die Suche nach einem Restaurant. Wir hatten beide Lust auf eine Abwechslung im Speiseplan. Ich hatte am meisten Lust auf einen Italiener und tatsächlich tauchte dann plötzlich ein Hinweisschild auf das italienische Restaurant Sortinos auf.

27.JPG
28.jpg


Um eingelassen zu werden, mussten wir zunächst klingeln, was mehr an einen Nachtclub erinnerte, als an ein Restaurant. Immerhin wurden wir hereingelassen. Das völlig fensterlose, spärlich beleuchtete Restaurant wirkte etwas befremdlich, hatte aber durchaus seinen eigenen Charme. Die Speisekarte mit vielen Referenzen an die Serie Sopranos (was möglicherweise eine Erklärung für das seltsame Ambiente des Restaurats war) machte durchaus den Eindruck, dass man hier mit einigermassen authentischem italienischen Essen rechnen könnte. Das sollte sich dann auch bewahrheiteten. Die Spaghetti mit Meatsauce (Bolognese kennen die Amis nicht) waren echt super. Das Restaurant kann ich guten Gewissens empfehlen.

Zwischendurch kam der Besitzer zu uns, der aus Sizilien stammt und verwickelte uns in einen Smalltalk. Als er erfuhr, dass wir nur wegen Cedar Point hier wären, sagte er uns, dass die Marketingleiterin ein Stammgast bei ihm sei und sie auch an diesem Abend hier wäre. Sie sass nur zwei Tische weiter. Als wir das Restaurant verliessen, sprach sie uns auf an, da ihr der Restauratbesitzer offenbar den Grund unseres Besuchs erzählt hatte. Sie und ihr Begleiter waren sehr interessiert, was für Parks wir auf unserer Tour besucht hätten aber auch so selbstbewusst zu behaupten, dass Cedar Point auf jeden Fall der beste Park wäre. Ich sagte, dass wir uns gerne davon überzeugen würden und sie wünschten uns einen super Tag. Netter Zufall.

29.jpg


Nachdem wir wieder auf den Parkplatz kamen, fielen uns schwarze, wabernde Wolken in der Luft auf. Bei näherem Hinschauen entpuppten sich diese als Schwärme mit Millionen von Fliegen, die offenbar zu dieser Jahreszeit aus den Larven im See schlüpfen. Am nächsten Tag sollte es in Cedar Point ein Wiedersehen mit den Fliegen geben. Viele Wiedersehen.
 

goldentapes

Airtime König
Mitglied seit
2014
Beiträge
356
Toller Bericht! Ich finde Kennywood sieht sehr sympathisch aus. Ich finde es immer schön, wenn klassische Rides lange erhalten bleiben.

Nebenbei bemerkt, ich habe mir parallel zum Lesen des Berichts ein paar Videos angeguckt und durch Zufall gelesen, dass der Film "Adventureland" dort gedreht wurde. Den Film fand ich echt super und mit dem Wissen habe ich auch direkt ein paar Sachen wiedererkannt :)
 

sven

CF Guru
CLUBMEMBER
Mitglied seit
2009
Beiträge
3.671
Noah's Ark ausgelassen? The Whip ausgelassen? Garfield's Nightmare ausgelassen? Die Wildwasserbahn (mit Aufwärtsteil!) ausgelassen? Nicht bei Potato Patch gegessen? Ich bin raus :)
 

Madflex

Fastpass Besitzer
Mitglied seit
2012
Beiträge
987
Noah's Ark ausgelassen? The Whip ausgelassen? Garfield's Nightmare ausgelassen? Die Wildwasserbahn (mit Aufwärtsteil!) ausgelassen? Nicht bei Potato Patch gegessen? Ich bin raus :)

Was sollten wir auf Noah's Ark? Es hat ja nicht geregnet. :)

Was soll ich sagen. Waterrides haben wir in fast allen Parks ausgelassen. Sind einfach nicht so unser Ding. Aufgrund des Zeitdrucks muss man halt Prioritäten setzen und die liegen bei uns halt ganz klar auf Achterbahnen und selbst da muss ich nicht mit jeder fahren.
 

sodapop

Re-Rider
Mitglied seit
2013
Beiträge
22
Auch Tag 11 liefert wieder einen schönen Bericht zum Miterleben.
Zum Umbau von Steel Phantom zu Phantom's Revenge gibt es aus den 90ern einen kleinen TV Bericht, der den damaligen Trend zu "weniger Loops - mehr speed" ganz gut beschreibt.
https://www.youtube.com/watch?v=eWOYfuSkIhA

Eine Frage: Warum haben die "Die 8 lacht" Berichte hier keinen eigenen Ordner?
 

Madflex

Fastpass Besitzer
Mitglied seit
2012
Beiträge
987
Auch Tag 11 liefert wieder einen schönen Bericht zum Miterleben.
Zum Umbau von Steel Phantom zu Phantom's Revenge gibt es aus den 90ern einen kleinen TV Bericht, der den damaligen Trend zu "weniger Loops - mehr speed" ganz gut beschreibt.
https://www.youtube.com/watch?v=eWOYfuSkIhA

Eine Frage: Warum haben die "Die 8 lacht" Berichte hier keinen eigenen Ordner?

Cool. Danke. Den Bericht kenne ich noch nicht. Muss ich mir gleich mal anschauen.
 

Mario M.

CF Team News
Teammitglied
CLUBMEMBER
Mitglied seit
2008
Beiträge
38.410
Eine Frage: Warum haben die "Die 8 lacht" Berichte hier keinen eigenen Ordner?

Wir verschieben die Berichte meistens erst in einen eigenen Ordner wenn alle komplett sind :) für diese tollen Berichte wird es sicher auch einen Ordner geben!

@Madflex: Danke für die Geschichtsstunde, wirklich ein sehr interessanter Park, ist für mich definitiv interessanter geworden auch wenn da nicht die großen Stahlkolosse stehen!
 

Madflex

Fastpass Besitzer
Mitglied seit
2012
Beiträge
987
Wir verschieben die Berichte meistens erst in einen eigenen Ordner wenn alle komplett sind :) für diese tollen Berichte wird es sicher auch einen Ordner geben!

@Madflex: Danke für die Geschichtsstunde, wirklich ein sehr interessanter Park, ist für mich definitiv interessanter geworden auch wenn da nicht die großen Stahlkolosse stehen!

Es fehlen nur noch zwei Tage. Dann hab ich alles fertig. Dann reichts mir aber auch. Meine Freundin fragt mich schon, wann ich abends mal wieder Zeit für sie habe. HA HA HA HA :)
 
Oben