FujiQ.
FujiQ grenzt in meinen Augen an einen Scam, der seine Marketingmasche perfektioniert hat. Alle paar Jahre noch eine weitere dicke, fette Achterbahn auf das auffallend hässliche, konfuse Flickenteppich-Gelände knallen, gegen das sogar Parking Lot Coaster in den USA angenehmer anzusehen sind, und dann die eintrudelnden Gäste nach Strich und Faden ausnehmen.
Nicht falsch verstehen: Die Attraktionen selbst sind im Schnitt gut bis sehr gut, vor allem im Blick auf die Coaster. Takabisha zum Beispiel ist klasse und gehört weltweit zu den besten Gerstlauern. Das Problem sind die Operations. Schlimmer geht es nicht, das kann mir keiner guten Gewissens erzählen. Wer denkt, im Yomiuriland wären die Angestellten schnarchig, der sollte sich beim Betreten von FujiQ besser ein Bungee-Seil umziehen, um bei akutem Schock schnell rausgeholt werden zu können.
Man zahlt 47 Euro für Erwachsene und schafft, wenn man extrem Glück hat, 3 Fahrten nach Wahl. Wartezeiten generell nicht unter 2.5-3 Stunden. Bei den Top-Coastern darf man mit 4 bis 5 rechnen, bei Eyjanaika sogar mit 6 Stunden. Nein, ich scherze nicht. Unter Umständen kommst du morgens um 10 an, möchtest Eyjanaika fahren und wenn du einsteigst, ist es 16:30 Uhr. Um 17 Uhr machen dann die Fressbuden zu, und der Park um 18 Uhr.
Die Operations sind so unfassbar schlecht, man mag gar nicht drüber nachdenken, es sei denn, man hat Lust auf eine Hirnblutung. Und natürlich hat das mit der japanischen Sorgfalt zu tun. Etwas, das im Westen hochberühmt und eigentlich immer gern gesehen ist. Auch von mir. Klar, auch ich mag meine Achterbahnen schön sicher. Aber ein einziger Dispatch alle 12 Minuten auf Eyjanaika grenzt an böswilligen Vorsatz. Nee, scratch that, das IST Absicht.
Auf Takabisha geht es etwas schneller, aber auch hier wird nicht doppelt und dreifach geprüft, ob jeder Gurt auch sitzt, sondern eher fünffach, im Schneckentempo, und das ohne guten Grund. Bei meinem Besuch waren auf Takabisha zwei Wagen im Einsatz, vier standen auf dem Abstellgleis. Unsere Wartezeit morgens, halb 10 in Japan, 15 Minuten nach Einlass: 2 Stunden 40 Minuten.
Sorry, aber das ist entweder Management der absolut unfähigsten Sorte, oder schlichtweg Betrug, mit dem Ziel, Stromkosten klein zu halten.
Sogar 7 Jahre später schüttel ich noch den Kopf.
Mich sieht FujiQ nie wieder.