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Erdbeeren, Holz und Stahl: 2. Freizeitpark Plohn

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1. Karls Erlebnis-Dorf Elstal

2. Freizeitpark Plohn

3. Belantis




Es war auf einer Landstraße irgendwo im sächsischen Nirgendwo, als ich vollends realisierte, dass ich das Physikum geschafft hatte. Dass all der Stress hinter mir liegt und noch so viele Parks und schöne Dinge vor mir. Und das alles untermalt vom Kärnan-Soundtrack: ein unvergesslicher Moment.



Immer noch beschwingt von meiner Realisation bog ich schließlich in Lengenfeld auf einen Schotterparkplatz ein. Gegenüber: meine Bleibe für die nächsten drei Nächte: das Gasthaus zur alten Brauerei, das Hotel des Freizeitpark Plohn.
Gasthaus Zur alten Brauerei.jpg


Ich wusste lange Zeit gar nicht, dass dem Park ein Hotel gehört. Da das Doppelzimmer inklusive Frühstück und Abendbuffet weniger als 100 Euro pro Nacht kostete, hatte ich mich für drei Nächte dort eingebucht. Jedes Zimmer ist zu einem anderen Märchen thematisiert. In meinem Fall war es der Teufel mit den drei goldenen Haaren.
Märchenzimmer Der Teufel mit den drei goldenen Haaren.jpg


Die Einrichtung des Zimmers war einfach. Ein Bett, ein Schrank, ein Stuhl, das war’s eigentlich. Ein Manko war das Bad, denn das war wirklich winzig.
Badezimmer.jpg


Schnell mit meinen Füßen ausgemessen, ergab sich eine Größe von zwei mal drei Fuß für die Dusche. Wer kräftiger gebaut ist, könnte hier Probleme bekommen.

Nachdem ich meine Sachen aufs Zimmer gebracht hatte, beschloss ich schonmal zum Park zu laufen. Da ich aber kein Schild Richtung Park finden konnte, bin ich den falschen Weg gelaufen.
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Blick auf Lengenfeld-Plohn, die Stadt, die immer schläft

Einen Bürgersteig gab es hier nicht.
Weg zum Park (1).jpg


Später bin ich dann diesen Pfad langgelaufen, bei dem ich mir nicht sicher war, ob er überhaupt zur öffentlichen Nutzung vorgesehen ist.
Weg zum Park (2).jpg

Weg zum Park (3).jpg

Weg zum Park (4).jpg


Immerhin ließen sich von dort aus gute Fotos vom Halloween-Bereich, der Zone 22, machen.
Zone 22 (1).jpg

Zone 22 (2).jpg


Schließlich gab es gar keinen Platz mehr für Fußgänger.
Weg zum Park (5).jpg


Aber ich war am Park angekommen und konnte schon einmal den hübschen Eingang betrachten.
Eingang.jpg


Durch den alten Eingang konnte man auch bereits den Zauberbrunnen sehen und hören. Nachdem ich mich kurz umgesehen hatte, bin ich dann wieder zurückgelaufen, um Abend zu essen.

Da so wenig Leute im Gasthaus einquartiert waren (außer mir nur Eltern mit kleinen Kindern), durfte ich mir anstatt des Abendbuffets gratis etwas aus der normalen Karte aussuchen. Das hätte gerne auch an den restlichen Abenden so bleiben dürfen, denn im Gegensatz zum etwas spärlichen und geschmacklich mittelprächtigen Abendbuffet waren meine Spätzle mit gebratenen Schweinelenden sehr schmackhaft. Allerdings war es auch eine gewaltige Portion, die ich trotz großen Hungers nicht geschafft habe. Bei der Gelegenheit fragte ich den Keller auch, wie man eigentlich zum Park kommt und beschrieb ihm meinen Irrweg. Zu meiner Überraschung stellte sich heraus, dass mein vermeintlicher Irrweg tatsächlich der vorgesehene Weg zum Park ist. Nun ja, gut zu wissen. Das Restaurant selbst ist hübsch eingerichtet, die Musik ist gut (80er Rock und Pop, einmal lief sogar Always Look on the Bright Side of Life) und es gab einen (vermutlich unbeabsichtigten) Hidden Mickey zu sehen.
Hidden Mickey.jpg


Gut gestärkt legte ich mich unter dem Teufel mit den drei goldenen Haaren und der Hexe schlafen.

Am nächsten Morgen noch schnell am etwas spärlichen Buffet gefrühstückt und dann ging es endlich in den Park, den ich auf dieser kleinen Tour am gespanntesten erwartet hatte. Dass ich auf dem Hinweg weder ein Auto noch einen anderen Menschen sah, ließ schonmal eine angenehme Parkfülle vermuten. Und so war es dann auch, auf dem Parkplatz standen keine dreißig Autos. Somit hielt sich auch die Anzahl der Leute, die vor dem Eingang warteten, in engen Grenzen. Eine Besucherin meinte beim Anblick des Zauberbrunnens durch den alten Parkeingang: "Das ist ja wie in Efteling mit dem Langhals.“ Recht hat sie. Während die allermeisten Parks v.a. von Disney abkupfern, war für den Freizeitpark Plohn insbesondere in den Anfangsjahren Efteling das große Vorbild. Das sieht man z.B. direkt am Eingangsgebäude, das mit seinem Reetdach und dem geschwungenen Formen an Eftelings Haus der fünf Sinne erinnert.
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Eingang des Freizeitpark Plohn

Huis van de Vijf Zintuigen.jpg

Eingang von Efteling (Haus der fünf Sinne)

Nun ging es durch dieses Gebäude aber endlich hinein in den Park und hinein in das Dorf der Gallier.
Eingangsgebäude innen.jpg

Eingangsbereich.jpg
Dorf der Gallier Figur.jpg
Dorf der Gallier Figuren.jpg

Dorf der Gallier Wäscheleine.jpg


Ich finde es etwas bedauerlich, dass dieser Bereich der erste ist, den man zu Gesicht bekommt. Denn auch wenn er handwerklich gut gemacht ist, ist es ein sehr offensichtlicher Asterix und Obelix Abklatsch. Käme man zum Beispiel in der Westernstadt rein, würde das dem Park gerechter werden. Apropos Park: Biegt man bald hinter dem Eingang nach rechts ab, kommt man in den vorderen Teil der Anlage und dieser ist wirklich noch ein grüner Park. Keine Fahrgeschäfte, keine Essenstände, keine Musik, einfach nur Bäume und Wasserflächen.
vorderer Parkteil (1).jpg
vorderer Parkteil (2).jpg
vorderer Parkteil (3).jpg
vorderer Parkteil (4).jpg


Ich mag so etwas in Freizeitparks sehr gerne. Was ich aber noch lieber mag, sind neue Achterbahnen und meine erste an diesem Tag liegt im winzigen asiatischen Bereich hinter dem alten Eingangstor.
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Drachenwirbel
Drachenwirbel.jpg


Hier war ich bei der ersten Fahrt des Tages dabei. Der kleine Spinning Coaster von SBF Visa hat an ein paar Stellen erstaunlich starke Kräfte. Ein kleines bisschen Theming ist vorhanden, wirkt aber sehr von Drachenzähmen leichtgemacht abgeguckt. Eine Fahrt genügte mir.

Erster Check in der Tasche. Zeit sich das offensichtlichste Efteling-Plagiat näher zu besehen. Der Zauberbrunnen ist unverkennbar sehr von Eftelings Die sechs Diener (Langhals) inspiriert.

Zauberbrunnen.jpg

Zauberbrunnen im Freizeitpark Plohn

Langnek.jpg

Langhals aus Die sechs Diener in Efteling

Allerdings spricht Langhals kein Sächsisch und Wasser spucken kann er auch nicht. Bei Plohni kann man außerdem noch ein trötendes Klavier spielen. Wenn gerade niemand spielt, dudelt der immer gleiche Ausschnitt aus When the Saints Go Marching In. Heutzutage mag die Figur etwas schrullig und in die Jahre gekommen wirken. Jedoch finde ich den alten Eingang sehr gelungen, gerade im Anbetracht der damaligen Parkgröße. Durch das thematisiere Portal mit dem Drachen ging es hinein, geradewegs auf Plohni, das Maskottchen, zu.
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Dieser stellt sich den Leuten vor und lädt in seine Welt ein. Direkt neben der alten Kasse steht außerdem noch ein sprechender Baum, der die Besucher ebenfalls in die Welt des Parks einlädt.
alter Eingangsbereich sprechender Baum.jpg


Dieser ist übrigens keine Efteling-Kopie, denn er ist älter als ein niederländischer Verwandter. Ich ging durch das heutzutage leere alte Kassengebäude hindurch und lief ich den Hügel hoch in Richtung des ersten großen Highlights des Freizeitpark Plohn.

Dynamite
Bereits die Rückfront sah, was die Thematisierung anbelangt, sehr vielversprechend aus.
Dynamite Fassade Rückseite (1).jpg

Dynamite Fassade Rückseite (2).jpg

Dynamite Fassade Rückseite (3).jpg


Mir bereitete allerdings Sorge, dass ich bislang keinen Zug auf der Strecke bemerkt hatte. Die Bahn ist doch nicht etwa kaputt?

Ich bog in die sehr gelungene Westernstadt ein, um am Eingang der Bahn nachzusehen.
Westernstadt (1).jpg


Keine Absperrung davor, nur zwei animatronische Geier, also rein da.
Dynamite Geier.jpg

Dynamite und Western Rodeo Eingang.jpg

Es steht zwar draußen Silver Mine dran, bei der Bahn geht es jedoch um die Goldsuche.

Der Wartebereich hat eine sehr gute Thematisierung spendiert bekomme. Es gibt alte Teile der Silver Mine, der Vorgängerbahn von Dynamite und ersten Achterbahn des Parks, ebenso zu bestaunen wie einen Animatronic und jede Menge Utensilien für die Minenarbeit. Abgerundet wird das ganze von einem passenden IMAscore-Soundtrack.
Dynamite Wartebereich (1).jpg

Dynamite Wartebereich (2).jpg

Dynamite Wartebereich Zug der Silvermine.jpg

Dynamite Wartebereich Animatronic.jpg


In der Station sah ich dann etwas, was ich bisher noch nie gesehen habe. Ihr kennt sicher alle einen Einzugbetrieb. Aber kennt ihr auch schon einen Einreihenbetrieb? Die zweite Reihe auf dem einzigen Zug wurde den gesamten Tag über nicht genutzt und das entsprechende Tor war durch ein Fass versperrt. Der Park war allerdings so leer, dass das die meiste Zeit über tatsächlich locker gereicht hat. Dass ich die Bahn noch nicht fahren gesehen hatte, lag schlichtweg an mangelnden Fahrgästen.

Ich nahm also direkt in den sehr bequemen Sitzen Platz.
Dynamite Station.jpg


Der Lift bringt einen zackig auf 44m Höhe, bevor es in den Dive Drop geht.
Dynamite First Drop.jpg

Dynamite First Drop mit Zug (1).jpg

Dynamite First Drop mit Zug (2).jpg


Dieser bietet v.a. links außen eine ordentliche Portion Hangtime. Der Drop selbst führt gerader in die Tiefe als zum Beispiel jener vom Flug der Dämonen, macht aber mindestens genauso viel Spaß. Mit 100 km/h donnert man in einen Tunnel hinein und über einen Speedhump mit kräftiger Airtime.
Dynamite First Drop mit Zug (3).jpg


Ebendiese Airtime hätte ich mir auch auf dem nachfolgenden Hügel mit kurviger Auffahrt gewünscht. Aber nicht mal aufgewärmt am Abend war dort irgendetwas von Airtime zu spüren. Schade.
Dynamite Kurve mit Zug.jpg


Wesentlich kraftvoller ist da die enge, bodennahe Rechtskurve, die in einem schnellen, airtimelastigen Umschwung endet, der einen ohne Umschweife in den engen Looping bringt.
Dynamite.jpg

Dynamite Richtungswechsel.jpg


Es geht direkt weiter mit einer Zero-G-Roll und einer schnellen Linkskurve, die dann leider auch schon in die kräftige Schlussbremse führt.

Vier Jahre hat der Park an Dynamite geplant, 6,5 Millionen Euro investiert. Meiner Meinung nach hat es sich gelohnt. Für mich kommt die Bahn aufgrund der kurzen Fahrzeit zwar nicht an Lost Gravity vorbei. Dynamite holt aber alles aus der sehr kleinen Fläche heraus, ist schnell, intensiv sowie gut thematisiert und eingebettet. Auch beim Fahrverhalten gibt es nichts zu beanstanden. Im Vergleich mit Belantis‘ Huracan, einer Bahn die Dynamite in vielen Belangen ähnelt, ist die Anlage in Plohn in nahezu jeder Hinsicht überlegen.

Da wie schon gesagt nichts los war und im ganzen Park sitzen bleiben erlaubt ist, drehte ich gleich noch paar Runden. Eine davon Solo, weil einfach niemand anderes kam. Doch es stehen ja noch ein paar andere Bahnen hier, die gefahren werden wollten. Darunter neben Dynamite eine weitere Achterbahnpremiere in Deutschland, die

Raupe
Raupe.jpg


Keine Sorge El Toro kommt bald. Aber tatsächlich war die Raupe der erste Wacky Worm Deutschlands. Das ist aber auch alles Berichtenswerte über diese Bahn. Selbst im Reich der Wacky Worms ist diese Auslieferung thematisch und fahrtechnisch unspektakulär.
Raupe Station.jpg


PCP+1 und weiter geht es. Von der thematisch schlechtesten Attraktion des Parks zur thematisch besten.
 
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Miniwah (und das Geheimnis von Gold Creek City)

Hat man den Eingangsbogen durchschritten, gelangt man durch eine unscheinbare Tür in den eigentlichen Wartebereich. Dieser ist für eine Familienattraktion erstaunlich dunkel gehalten und könnte mit dem gelegentlichen Donnern für kleine Kinder durchaus etwas gruselig sein. Die Thematisierung ist aber bereits sehr gelungen, insbesondere die große Modelleisenbahn ist hier hervorzuheben.
Miniwah Wartebereich Diorama.jpg


In der Station angekommen sah ich: niemanden.
Miniwah Station dunkel.jpg


Also habe ich mich ganz nach hinten gesetzt und darauf gewartet, dass noch andere Gäste dazustoßen.
Miniwah Station.jpg


Nach einiger Zeit war der Zug schließlich voll genug zum Losschicken. Sobald ich die Station verlassen hatte, staunte ich nicht schlecht. In der ehemaligen Westernarena für die Reitshows des Parks befinden sich überall um einen herum Thematisierung. Die erste, langsame Runde reicht bei Weitem nicht aus, um alles aufzunehmen. Am Ende dieser ersten Runde beschleunigt der Zug erstaunlich stark, um dann noch zwei schnelle Runden durchs Layout zu fahren. Auch ohne jede Thematisierung wäre das ein spaßiger Powered Coaster. Zusammen mit der ausgiebigen Westernthematisierung, dem sehr bequemen und ungewöhnlich kurzen Zug sowie ein bisschen Droomvlucht-Stimmung in der ersten Szene ergibt sich hier jedoch eine außergewöhnliche Gesamtattraktion. Als Gesamterlebnis steht Miniwah El Toro und Dynamite in Nichts nach.

Nun aber zu El Toro. Wobei, wenn die Parkeisenbahn gerade so in ihrem Bahnhof steht…

Auf dem Weg dorthin bin ich an gackernden Hühnern und einem singenden Farmer auf einem singenden Traktor begegnet.
Schaubauernhof.jpg


Außerdem bin ich an diesem Mülleimer vorbeigekommen:
Holle Bolle Schwein.jpg


Damit reiht sich Plohn in die lange Reihe an Parks (u.a. Duinrell, Parc Asterix, Phantasialand, Tripsdrill) ein, die die berühmten sprechenden Mülleimer (Holle Bolle Gijs) von Efteling kopiert haben.
Holle Bolle Gijs.jpg

Das Original in Efteling

Ich habe die Variante in Plohn Holle Bolle Schwein getauft.


Western Express

Die Bahn, deren Lok noch von dem alten Namen des Parks geziert wird, bietet einzigartige Perspektiven auf Dynamite und auf eine Kurve von El Toro sowie ein paar olle Animatronicszenen. Was mir aber am meisten in Erinnerung geblieben ist, ist die quälend langsame Geschwindigkeit der Fahrt. Klar, Parkeisenbahnen sind entspannte Rundfahrten. Aber muss die Bahn wirklich langsamer als Schrittgeschwindigkeit fahren, so lahm, dass man den Drang verspürt, den Zug anzuschieben? Hier könnte sich Plohn gerne mal wieder Efteling zum Vorbild nehmen und die Geschwindigkeit des Western-Express ein wenig an die des Stoomtrein anpassen. Erinnert diese Tunneleinfahrt eigentlich nur mich an den Eingang der Devil’s Mine im Fort Fun?
Westerneisenbahn Tunnel.jpg


Nun aber zu El Toro. Wobei, es ist schon echt warm und es gibt eine Wildwasserbahn ohne Wartezeit in der Nähe…

Wildwasserbahn mit Geisterbahn


Der Wartebereich ist etwas spärlich zum klassischen Sägewerk thematisiert. In der Station lief dann allerdings Pop-Musik. Los geht die Fahrt dann wiederum in einen großen Teufelsmund und durch einen kurzen „gruseligen“ Darkride-Part. Dieser besteht allerdings nur aus einer Szene, die mich an eine Halloween-Gerümpelkammer erinnert hat. Anschließend geht es auf den ersten Lift, wo das Theming komplett aufhört. Interessant ist allerdings, dass man durch die Hanglage nach dem längeren ersten Lift die kleinere und nassere Abfahrt herunterfährt und nach einem kürzeren zweiten Lift dann die große Abfahrt. In den flott durchfahrenen Kurven zwischen den beiden Lifthills gibt es leider nichts wirklich zu sehen. Die letzte Abfahrt ist dafür richtig gut: erstaunlich hoch, mit einer kurzen Tunneldurchfahrt und einem heftigen Headchopper. Der Splashdown ist außerdem gut vom Weg aus einsehbar. Der Nässegrad hält sich in Grenzen.
El Toro und Wildwasserbahn mit Geisterbahn.jpg

Wildwasserbahn mit Geisterbahn Splashdown.jpg


Die Wildwasserbahn war 1999 die erste große Fahrattraktion des Parks und ist somit ein Meilenstein der Parkgeschichte. Ich würde mir etwas mehr thematische Kohäsion wünschen (passendere Musik, Überarbeitung des Darkride-Abschnitts, etwas Theming oben auf dem Hügel), um mit der starken Thematisierung der heutigen Westernstadt und ihrer Attraktionen (Miniwah, Dynamite) besser mithalten zu können.

Nun aber zu

El Toro

Diesmal wirklich. Der Eingang zur Bahn liegt am hinterletzten Ende des Parks, man läuft direkt an der Parkgrenze entlang.
Parkgrenze.jpg

El Toro Schild.jpg


Theming gibt es bei der Bahn nicht, wobei mir das hier nicht negativ aufgefallen ist. Auch bei El Toro hielt sich der Andrang in engen Grenzen. Genau genommen war so wenig los, dass der Operator vor jeder Fahrt fünf bis zehn Minuten gewartet hat, damit der Zug zumindest halb voll wird.
El Toro Wartebereich.jpg

El Toro Station.jpg


Ist es dann so weit und der Zug hat den Lift erklommen, geht es in den gecurvten First Drop.
El Toro First Drop.jpg
El Toro First Drop und Wildwasserbahn mit Geisterbahn Lifthill.jpg


Vorn fährt dieser sich sehr harmlos. Hinten dagegen wir man schön die in die Tiefe gezogen. Ab da fegt El Toro ohne Unterbrechung durch sein Layout, ganz egal in welcher Reihe. Es gibt Floating Airtime, laterale Kräfte, rasante Kurven und Umschwünge (besonders jener nach dem Tunnel nach dem First Drop), einige Interaktionen mit der Wildwasserbahn, sehr bequeme Sitze, eine gute Dosis Holzachterbahnrütteln und nicht eine Schienenüberkreuzung, was einzigartig für eine GCI-Bahn ist. Durch die Hanglage nimmt erst die allerletzte Kurve ein wenig das Tempo raus.
El Toro Umschwung.jpg

El Toro Kurve.jpg

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Glücklich rollte ich dann in der Schlussbremse ein. Zwölf Jahre, nachdem ich das erste Mal von der Bahn gehört hatte, war ich sie nun endlich gefahren. Zudem hatte ich jetzt alle Holzachterbahnen in Deutschland abgehakt und meine Lieblingsattraktion im Freizeitpark Plohn gefunden.

Nach ein paar Wiederholungsfahrten auf El Toro ging es für mich in den letzten Bereich des Parks mit einer Achterbahn: das Plohni-Dorf. Neben der benachbarten Western-Stadt ist das sicherlich der schönste Themenbereich. Nirgendwo sonst im Park zeigt sich der Einfluss von Efteling so deutlich wie hier. Der ganze Baustil in diesem Bereich ist an Efteling angelehnt.
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Plohnidorf Turm.jpg


Dieses Schild ähnelt mit dem Banner auffällig den Schildern an den Eingängen fast aller Efteling-Attraktionen.
Schild im Plohni Dorf.jpg



Wer schonmal durch das Dorf der Laven in Efteling gelaufen ist, kam wahrscheinlich auch schon an Loetwiek, de Orgellaaf vorbei. Im Plohni-Dorf gibt es Plohni, den Orgelspieler.
Plohni, der Orgelspieler.jpg

Plohni, der Orgelspieler

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Loetwiek, de Orrgellaaf

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Märchenwaldes in Efteling ist der Esel, der Goldmünzen aus seinem Hintern schießt. Der Esel im Plohni-Dorf war außer Betrieb und scheint Münzen zu spucken.
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Goldesel im Freizeitpark Plohn

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Goldesel in Efteling (Quelle)

Das Vorbild dürfte dennoch klar sein. Auch außerhalb des eigentlichen Parks, genauer gesagt im Bosrijk, hat sich der Freizeitpark Plohn bedient. Dieses Riff vor Plohnis Tauchfahrt ähnelt der Sandburg von Klaas Vaak doch sehr.
Seepferdchenbrunnen.jpg

Seepferdchenburg im Freizeitpark Plohn

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Sandburg von Klaas Vaak in Efteling-Bosrijk (Quelle)

Und dann gibt es ja noch

Max und Moritz

Figuren von Max und Moritz gab es bereits zuvor im Park. Doch dieses Jahr hat man sich dazu entschieden, den beiden Lausbuben eine Reitbahn zu bauen. Diese ist großartig thematisiert, sicherlich die beste Reitbahn, die ich kenne. Die Warteschlange führt durch den Dachboden einer Scheune, die mit allerlei Gerümpel gefüllt ist.
Max & Moritz Wartebereich.jpg


Einmal losgefahren, kommt man an allen sieben Streichen der beiden vorbei.
Max & Moritz (1).jpg


Dort wird man jeweils langsamer und vom Band wird die entsprechende Stelle aus dem Originaltext vorgelesen. Alle Streiche sind detailliert und liebevoll ausgestaltet. So kann auch heute noch eine klassische Geschichten- bzw. „Märchen“-Attraktion (Max und Moritz ist ja kein Märchen) funktionieren. Ich bin sehr froh, dass der Freizeitpark Plohn sich so eng an das Original gehalten hat. Denn gegen die Efteling-Version hege ich aus vielerlei Gründen eine ziemliche Abneigung.

Max und Moritz ist das eine sehr gelungene Neuheit für Jung und Alt auf einem beachtlichen Thematisierungsniveau, das die Atmosphäre der Original-Geschichte gut vermittelt. Auf diesem Niveau darf der Park in Zukunft gerne weitermachen.
Max & Moritz (2).jpg


Von Max und Moritz ging es für mich vorbei am ehemaligen Pferdekarussell des Heide Park zur letzten Achterbahn in Plohn, die mir noch fehlte.
Nostalgie-Karussell.jpg



Plohseidon
Plohseidon (3).jpg


Auch hier ist die Thematisierung sehr gelungen. Wie viele Kinderachterbahnen haben schließlich einen Szenerie-Abschnitt vor dem Lift (im Übrigen eine clever getarnte Lärmschutzwand)?
Plohseidon (1).jpg

Plohseidon (2).jpg


Attraktionen auf dem Wasser zu platzieren funktioniert außerdem immer, da ist auch Plohseidon keine Ausnahme. Der First Drop zieht hinten erstaunlich gut, der Rest der Fahrt ist entsprechend der Zielgruppe kinderfreundlich gehalten. Nicht so kinderfreundlich ist das Layout allerdings, wenn man es aus der Vogelperspektive betrachtet.
Plohseidon Vogelperspektive.png


Nachdem ich nun alle Achterbahnen gefahren war, stieg ich direkt nebenan in den kleinsten und kürzesten Darkride ein, den ich je gefahren bin.

Plohni's Tauchfahrt

Mühe gegeben hat sich der Park hier definitiv. Dennoch wirkte die Fahrt auf mich eher wie das Hobby-Projekt einer passionierten Einzelperson und nicht wie eine Freizeitparkattraktion und sei der Park auch noch so klein. Dazu passt auch, dass die Fahrt in einem ehemaligen Stall gebaut wurde. Für die Allerkleinsten sicherlich trotzdem eine nette Attraktion.

Ich verließ das Plohni-Dorf wieder und machte ein paar Wiederholungsfahrten auf El Toro. Danach lief ich am Eingang von El Toro vorbei und weiter an der Parkgrenze entlang in einen Parkbereich, in dem ich bis dahin noch gar nicht war: der Oldtimer-Park. Auf dem Weg dorthin stieß ich auf eine Lok von Old 99 aus dem Heide Park.
Old 99 Lok gelb.jpg


Keine Ahnung wie die dort hingekommen ist. Eine ungewöhnliche Wegdekoration ist es allemal. In besagtem Parkbereich traf ich auf einen wahren Freizeitparkklassiker, der hier einen seltsamen Namen trägt.

Wilde Sau
Wilde Sau.jpg


Ja, diese Wellenrutsche heißt wirklich so. Außer einer zweiten Lok von Old 99, die unter der Rutsche platziert wurde, unterscheidet sich die Rutsche selbst nicht von ihren Verwandten in vielen anderen Parks.
Old 99 Lok grün.jpg


Der Aufgang zur Rutsche ist hier allerdings hübsch verkleidet. Mir machen diese einfachen Wellenrutsche seit meiner Kindheit immer wieder viel Freude.

Kurz dahinter befinden sich im gleichen krummen und schiefen Stil wie der Aufgang der Wilden Sau die

Holzmichl-Villa und das Crazy House
Crazy House und Holzmichl-Villa.jpg


Die beiden Gebäude sind durch eine Brücke verbunden und können zusammenhängend als eine Kombination aus Fun House und Kletterparcours verstanden werden. Manche der Hindernisse haben einen erstaunlich hohen Schwierigkeitsgrad.
Crazy House Hindernis.jpg


Zwischen den Fun-House- und Kletterelementen verbirgt sich hinter einem Vorhang in einem mit Pilzen bewachsenen Baumstamm ein kleines, altes Männchen, das einem anhand seines Sternzeichens, das man mit einem Zeiger auf einem Rad auswählt, die Zukunft vorhersagt. Oder kurzgesagt eine Kopie von Eftelings Trollkönig.
Crazy House Troll.jpg

im Freizeitpark Plohn

Trollenkoning.jpg

in Efteling

Eine weniger auffällige Efteling-Kopie findet sich bei der

Oldtimerfahrt

Es könnte auch Zufall sein, allerdings ähnelt die Figur von Plohni auf einem großen Fisch, die sich vor der Station der Oldtimerfahrt befindet, auffällig der Figur auf Eftelings Wensbron.
Plohni auf Fisch.jpg

Figur im Freizeitpark Plohn

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Wensbron in Efteling (Quelle)

Mit der Oude Tufferbaan hat die Anlage in Plohn dagegen wenig zu tun. Die Bepflanzung ist zwar hübsch. Das bunte Zeltdach erinnert mich eher an die ersten beiden Rollercoaster Tycoon Teile. Kombiniert mit der kurzen Fahrzeit und den ollen Statuen am Rande der Strecke merkt man sehr deutlich, dass es sich bei der Oldtimerfahrt um eine der ältesten Attraktionen des Parks handelt. Das Niveau des Freizeitpark Plohn liegt inzwischen einfach deutlich höher, weswegen ich mir hier eine Renovierung und ordentliche Thematisierung des gesamten Bereichs Oldtimer Park wünschen würde, z.B. im Stile der nahen Holzmichl-Villa.
Pony Adventure.jpg

Hier gibt es noch Nachholbedarf beim Theming.

Ich begab nun wieder zum Eingang des Parks, um das dortige Spinning Rafting zu fahren.

Fluch des Teutates

Ich konnte diesem Typ Wasserattraktion noch nie sonderlich viel abgewinnen und das hat sich mit dem Fluch des Teutates auch nicht geändert. Das Häuschen oben auf der zentralen Stütze ist eine gute Idee, der Rest der Anlage jedoch nichts Besonderes. Nur die stellenweise undichten Rinnen machen ein bisschen nass.
Fluch des Teutates Station.jpg

Fluch des Teutates.jpg


Nach alledem war es Zeit fürs Mittagessen. Hierfür ging ich zurück in die Westernstadt zur Pizzeria El Toro. Wirklich groß sind die Portionen dort nicht. Die Pizzetti und Flamini sind eine Kinderportion. Meine Pinsa war auch eher ein Imbiss. Geschmacklich war es ein gutes, vor Ort aufgebackenes Tiefkühlprodukt: problemlos essbar, aber unspektakulär.
 
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Mit frisch gefüllten Magen lief ich nun in Richtung des Märchenwaldes. Zuvor kam ich noch an der Neuheit des letzten Jahres, dem Pilzdorf, vorbei. Dieses besitzt zwar einen Kinderkettenflieger, ist aber dennoch mutmaßlich von Eftelings Zwergendorf inspiriert.
Pilzflieger.jpg

Der verzauberte Pilz.jpg

Pilzflieger und verzauberter Pilz im Freizeitpark Plohn

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Teil des Kabouterdorp in Efteling (Quelle)

Märchenwald

Ganz ehrlich, hier hatte ich mir definitiv mehr erhofft. Das Rapunzelkarussell hat mir optisch sehr gut gefallen.
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Die restlichen Märchenszenen waren zumeist kleine, veraltete Dioramen mit guter Pflege.
Märchenwald Der Froschkönig.jpg

Märchenwald.jpg
Märchenwald sprechender Baum.jpg



Der wütende Drache ist ziemlich sicher von Eftelings Draak Lichtgeraakt inspiriert.
Drache.jpg

Drache im Freizeitpark Plohn

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Draak Lichtgeraakt in Efteling (Quelle)

Der Drache in Plohn nervt durch sein ununterbrochenes Schnauben allerdings mehr, als dass er bedrohlich wirkt. Ich hätte mir gewünscht, dass Plohn sich an dieser Stelle tatsächlich enger an Eftelings alles überragendem Märchenwald und den kreativen Darstellungen in diesem orientiert hätte. Bei den Schildern für die Mülleimer hat das schließlich auch funktioniert:
Papier bitte hier Schild.jpg


Nichtsdestotrotz ist es lobenswert, dass der Freizeitpark Plohn diesen klassischen Märchenwald und damit seine eigenen Wurzeln weiter erhält. Außerdem liegt der Bereich etwas abgelegen im Wald, was der Atmosphäre zuträglich ist.

Noch tiefer im Wald und noch abgelegener liegt schließlich das Dinoland.
Feuersteins Kanonenboote (1).jpg

Feuersteins Kanonenboote (2).jpg


Ich könnte mir gut vorstellen, dass einige Besucher diesen Bereich gänzlich übersehen. Leider scheinen auch die Angestellten, die für die Instandhaltung zuständig sind, den Bereich häufig zu übersehen. Denn er wirkt vernachlässig und ungepflegt verglichen mit dem Rest des Parks, obwohl er thematisch eigentlich nicht schlecht ist. Ich würde mich sehr freuen, wenn dieser Bereich in Zukunft mehr Aufmerksamkeit erhält, denn die Lage tief im Wald hat riesiges Potenzial für einen atmosphärischen Themenbereich. Neben Tretbooten und einem Minizug für Kinder gibt es hier den



Freefalltower

Der Zierer Family Tower ist gut platziert in der Mitte des Urzeitdorfes. Die Fahrzeit ist etwas kurz, was dem beachtlichen Fahrspaß dieses kleinen Freefalls aber keinen Abbruch getan hat.

Noch einsamer im Wald liegt die Station der

Floßfahrt durch die Urzeit

Ebenso wie der Western-Express ist die Floßfahrt ausgesprochen langsam unterwegs. Es könnte eine sehr idyllische, viertelstündige Fahrt durch die Natur sein. Könnte. Wären da nicht die ollen, teils ungepflegten Dino-Animatronics, die laut zischen und die Fahrt mehr stören als verschönern. Gerade der T-Rex am Anfang brüllt ununterbrochen und da man so langsam fährt, bekommt man sicher ein, zwei Minuten die volle Dröhnung T-Rex-Gebrüll ab. Mir wäre die Fahrt ohne Animatronics lieber gewesen.

Damit hatte ich nun alle Attraktionen abgehakt, die ich fahren wollte. Also hieß es nun für mich: Park genießen und Wiederholungsfahrten auf den besten Attraktionen machen.

Aus dem Wald lief ich daher einmal quer durch den Park in Richtung Plohni-Dorf. Dort ging ich zu Plohnis Kaffeestub, holte mir ein Eis und setzte mich auf die Terrasse mit Blick auf Plohseidon.
Plohni's Kaffeestub.jpg

Plohseidon (5).jpg

Plohseidon (4).jpg


Ich kann jedem nur empfehlen, das auch zu tun. Denn bei Plohnis Kaffeestub gibt es Mövenpick-Eis und das schmeckt hervorragend. Nach einer Wiederholungsfahrt auf Max und Moritz ging ich zu Miniwah.

Ich ließ es mir aber nicht nehmen, auf dem Weg dorthin ein paar Wiederholungsrunden auf Dynamite zu drehen. Dort stieß ich auf etwas, das ich an diesem ganzen Tag noch nicht gesehen hatte: eine Warteschlange. Der Park hatte sich bis ca. 15:30 Uhr immer weiter gefüllt, vermutlich mit Jahreskartenbesitzern aus der Umgebung. Wobei füllen hier hieß: 15 Minuten warten für Dynamite im Einreihenbetrieb. Das ist immer noch ein guter Deal.

Anschließend machte ich zwei Wiederholungsfahrten auf Miniwah. Dort sah ich mir auch die Mappingshow „Das Geheimnis von Gold Creek City“ an. Handwerklich ist diese gut gemacht und bezieht neben den Projektionen an die Kulissen von Miniwah auch noch eine kleine Gruppe Animatronics mit ein. Die Geschichte von Miniwah wurde mir dennoch nicht verständlich. Die Tribüne aufzusuchen, lohnt sich aber trotzdem, da man auf die Schlusskurve von Miniwah sehen kann.
Halle Miniwah Tribüne.jpg

Halle Miniwah.jpg


Weniger als eine Stunde hatte ich nun noch im Park. Hieß für mich: möglichst viele Fahrten auf Dynamite und El Toro machen. Wie gut mir das gelingen sollte, konnte ich da noch nicht ahnen. Ich ging zunächst zu El Toro. Komplett aufgewärmt gab es nun keinen noch so kurzen Moment mehr, an der die Bahn nicht rasant unterwegs war. Eine wundervolle Spaßmaschine. Aber auch eine, die nach wie vor nur alle fünf bis zehn Minuten fuhr. Der Parkschluss näherte sich und mir dauerte das zu lange. Nach meiner achten Fahrt El Toro an diesem Tag wechselte daher ich zu Dynamite. Ich wollte noch mindestens zwei Fahrten machen, damit ich auch Dynamite acht Mal gefahren war.

Was folgte, glich jedoch eher einer ERT als einem normalen Parkbesuch. Die Warteschlange war zu meiner Freude und Überraschung weg. Die zwei Fahrten hatte ich im Nu absolviert. Na dann, auf zur Zweistelligkeit. Auch die neunte und zehnte Fahrt waren in Null Komma Nichts vorbei. Okay, wie viele Fahrten schaffe ich noch? Es waren noch vier weitere. Darunter auch die letzte Fahrt des Tages und die Bonusrunde nach der letzten Fahrt des Tages. Irgendwann während dieser irren 40 Minuten Dynamite-Marathon meinte die Bedienerin auch noch, sie hätte eine Überraschung für uns. Ich vermutete ihr gegenüber, dass sie den Boost-Modus aktiviert hat. Sie grinste nur, schickte uns den Lift hoch und dieser beschleunigte an der Kuppe statt wie üblich zu verlangsamen. Der Boost-Modus war aktiviert (leider nur bei zwei oder drei Fahrten), die Bahn noch ein bisschen schneller und eines der denkwürdigsten Enden aller meiner Parkbesuche perfekt.
Dynamite Panorama (1).jpg
Dynamite Panorama (2).jpg

Dynamite Panorama (3).jpg


Erschöpft und glücklich nach fast 40 Fahrten auf Fahrattraktionen begab ich mich in Richtung Ausgang.
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Hierbei kam ich auch am Forellenhof vorbei, der wohl sehr leckeres Essen bietet, während meines Besuchs aber ebenso wie die Geistermühle geschlossen war.
Geistermühle.jpg
Forellenhof Eingang.jpg

Forellenhof.jpg


1991 fing mit diesem Forellenhof alles an. Fünf Jahre später wollte Erbauer Arnfried Völkel die Popularität seines Lokals steigern. Statt Spielgeräten wie Bruno Ferrani bei seiner Osteria Ai Pioppi baute Völkel einen Märchenwald. Die Eröffnung dieses Märchenwaldes im Jahre 1996 wird vom heutigen Freizeitpark Plohn als Gründung des Parks verstanden. Eine interessante Parallele zu Efteling, die ebenfalls die Eröffnung ihres Märchenwaldes als ihr Gründungdatum betrachten. Bis 2009 war der (Märchen- und) Erlebnispark Forellenhof Plohn ein kleiner Kinderfreizeitpark. Hier ein alter Parkplan als Wandgemälde in der Alten Brauerei vermutlich aus dem Jahre 2004 oder 2005:
Parkplan alt Wandgemälde Alte Brauerei (zwischen 2004 und 2005).jpg

Man beachte den Slogan "Willkommen in einer Welt voller Wunder". Der Slogan von Efteling lautet "Wereld vol Wonderen" (Welt voller Wunder).
Zum Vergleich der heutige Parkplan:
Parkplan Plohn.jpg


Mit der Eröffnung von El Toro im Jahre 2009 benannte sich der Park in Freizeitpark Plohn um und vergrößerte seine Bekanntheit erheblich. Der Bau der Bahn wurde durch den europäischen Fond für regionale Entwicklung mitfinanziert. Als Verwendungszweck wurde die „Erweiterung einer Betriebsstätte des Tourismusgewerbes durch Errichtung einer Holzachterbahn sowie eines weiteren Fahrgeschäfts im sogenannten Plohni-Dorf“ angegeben. Mit Miniwah und Dynamite kamen 2015 und 2019 zwei weitere Highlights in den Park, wodurch sich der Park mittlerweile zu einem beachtlichen Teil der deutschen Freizeitparklandschaft entwickelt hat.

Dennoch hatte ich persönlich etwas zu hohe Erwartungen an den Freizeitpark Plohn. Dynamite, El Toro und Miniwah sind richtig gute Attraktionen und qualitativ sehr nah beieinander. In einer Rangliste der Attraktionen in Plohn kommt nach den Top drei allerdings erstmal lange nichts. Dann kommt die Wildwasserbahn, Max und Moritz und vielleicht noch der Fluch des Teutates. Die restlichen Fahrgeschäfte sind von diesen beiden Attraktionen wiederum weit entfernt. Meiner Meinung nach liegt die wichtigste Aufgabe des Parks in der kommenden Zeit daran, diese großen Lücken zu stopfen.

Daran arbeitet der Park glücklicherweise bereits, präsentiert er doch regelmäßig neue Attraktionen. Das Wasserski-Rondell für die kommende Saison ist auf jeden Fall eine sinnvolle Ergänzung des Fahrgeschäftportfolios, denn wie dem großen Vorbild Efteling mangelt es dem Freizeitpark Plohn besonders an Rundfahrgeschäften.
Seebühne.jpg

Hier kommt das Wasserski-Rondell hin.

Was ich mir für Plohn zukünftig auch gut vorstellen könnte, wäre ein Mad House oder ein kleiner interaktiver Darkride alla Popcorn Revenge oder Stadlgaudi 4D, bei dem man Geister aus Gold Creek City vertreiben muss. Und finde nur ich, dass die Crazy Mine aus dem Hansa Park inklusive Theming perfekt in die Westernstadt passen würde?

Sehr löblich finde ich auch, dass der Park bei Max und Moritz, Dynamite und Miniwah auch die Wartebereiche gut gestaltet hat. Ich hoffe das wird bei größeren Attraktionen künftig fortgeführt.

Neben den sehr schönen Themenbereichen Westernstadt und Plohni-Dorf hat der Park aber auch noch einige Ecke, denen es guttäte, renoviert und/oder umgestaltet zu werden. Namentlich sind das der winzige, mehr oder minder asiatische Bereich rund um den alten Eingang, der unthematisierte und in die Jahre gekommene Oldtimer-Park und das siffige Dinoland.


Aktuell ist der Freizeitpark Plohn kleinerer Familienpark mit sehr guter Thematisierung an vielen Stellen und drei Knaller Attraktionen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. So gut und schnell wie der Park sich in den vergangenen Jahren seit Dynamite entwickelt, habe ich große Zuversicht, dass uns hier in wenigen Jahren ein sehr lohnenswerter Park erwartet. Ein Park, für den es sich auch von weiter her lohnt an den Arsch der Welt in den Vogtlandkreis zu reisen. Das scheint auch der Park selbst so zu sehen, denn die Pläne für ein Bungalowdorf, das schon vor zehn Jahren eröffnet werden sollte, wurden nun wohl konkretisiert. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt und werde hoffentlich bald wiederkommen.


So, nun aber schnell ins Bett, schließlich wird es morgen AbenteuerReich weitergehen.
 
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Rock 'n' Roller Coasterer

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Um euch (und mich) dazu zu motivieren auch zukünftig Berichte zu schreiben, hier das Machwerk, das mir die künstliche Intelligenz you.com auf Basis folgenden Auftrags generiert hat, garniert mit meinen übrig gebliebenen Bildern vom Freizeitpark Plohn:
"Schreibe einen langen Erlebnisbericht eines Achterbahnfans von einem Besuch an einem leeren Tag im Freizeitpark Plohn aus der Ich-Perspektive für andere Achterbahnfans."

Ein einsamer Tag im Freizeitpark Plohn

Es war ein sonniger Tag, als ich mich auf den Weg zum Freizeitpark Plohn machte. Als leidenschaftlicher Achterbahnfan war ich voller Vorfreude auf einen Tag voller aufregender Fahrten und Adrenalinkicks. Doch als ich den Park erreichte, bemerkte ich sofort etwas Ungewöhnliches - es war leer. Keine Menschenmassen, keine Warteschlangen, nur eine unendliche Stille, die den Park umhüllte.
Schuhmülleimer.jpg


Ich konnte es kaum glauben. Ich hatte den Park fast für mich alleine! Ein Achterbahnparadies ganz für mich allein - das war ein Traum, der wahr wurde. Mit einem breiten Grinsen auf meinem Gesicht ging ich zum ersten Fahrgeschäft, der "El Toro", einer der neuesten und aufregendsten Achterbahnen im Park.
Aussicht auf Dynamite.jpg


Ohne jegliche Wartezeit konnte ich sofort einsteigen. Der Zug raste mit atemberaubender Geschwindigkeit los und ich konnte meinen Herzschlag förmlich in meinen Ohren hören. Die Kurven und Loopings jagten an mir vorbei, während ich den Wind in meinem Gesicht spürte. Es war ein unbeschreibliches Gefühl der Freiheit und der puren Expedition.
Ziegenburg Sieben Geißlein.jpg


Nachdem ich die "El Toro" mehrere Male gefahren war, machte ich mich auf den Weg zur nächsten Attraktion, dem "Silver Mine". Diese Holzachterbahn versprach eine nostalgische Fahrt mit vielen Steilkurven und rasanten Abfahrten. Als ich mich in den Zug setzte und den Sicherheitsbügel festzog, war ich bereit für ein weiteres Abenteuer.
Westernstadt (2).jpg

Tunnel.jpg


Die "Silver Mine" enttäuschte nicht. Das Quietschen der Holzstruktur, das Klappern der Schienen und das laute Kreischen der Räder füllte die Stille des Parks. Ich konnte förmlich die Geschichte dieser alten Mine spüren, während ich durch dunkle Tunnel und über holprige Streckenabschnitte raste. Es war wie eine Zeitreise in eine vergangene Ära der Achterbahnen.
Hai.jpg

Werbung.jpg


Nachdem ich meinen Durst nach Nervenkitzel gestillt hatte, machte ich eine Pause und genoss die Ruhe des Parks. Ich schlenderte durch die bunten Gassen, bewunderte die liebevoll gestalteten Attraktionen und genoss die friedliche Atmosphäre. Es war ein Moment der Entspannung und des Innehaltens, um die Schönheit des Parks in vollen Zügen zu genießen.
Zone 22 Eingang.jpg


Als ich mich schließlich auf den Heimweg machte, konnte ich nicht anders, als dankbar für diesen einzigartigen Tag zu sein. Ein Tag, an dem ich den Freizeitpark Plohn ganz für mich allein hatte, um all die aufregenden Achterbahnen zu erleben. Es war ein Erlebnis, das ich mit anderen Achterbahnfans teilen wollte, um sie von der Magie dieses besonderen Tages zu berichten.
Kleine Boodschap.jpg

Aufwiedersehen Schild.jpg

Sehen sich Eftelings Kleine Boodschap und Plohni nicht ähnlich?

Wenn du das nächste Mal den Freizeitpark Plohn besuchst, hoffe ich, dass du das gleiche Glück hast, wie ich es hatte - einen Tag voller Achterbahnspaß ganz für dich allein. Denn es gibt nichts Schöneres für einen Achterbahnfan, als die pure Freiheit und Aufregung zu spüren, während man durch die Loopings und Kurven einer leeren Achterbahn saust.
 

Zocker1998

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Wieder ein sehr schön geschriebener Bericht von dir :)

Zwischendurch war ich kurz unsicher, ob du nicht gerade im Efteling bist :D
Ich find Plohn ist schon ein echt schöner Park und sagt mir als Efteling Fan natürlich auch zu.
 
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