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Wie viele Teile es geben wird? Weiß ich nicht. Wie lange ich bleiben werde? Weiß ich nicht. Wo werde ich überall hinreisen? Weiß ich nicht. Was werde ich vor Ort machen? Weiß ich nicht. Werden Achterbahnen gefahren? Na klar! So gut es geht, versuche ich die Berichte immer zeitnah zu veröffentlichen, denn auf den langen Fahrten habe ich viel Zeit.
Tag 0-3: Vietnam Part I
Tag 4-8: Vietnam Part II
Tag 9-10: Vietnam Part III
Tag 11-13: Vietnam Part IV
Tag 14-31: Thailand
Tag 32: Vietnam Part V
Tag 33-38: Singapur & Malaysia
Tag 39-47: Indonesien Part I
Tag 47 (Part II) - Spätschicht in Tangerang
Mit etwas Verspätung im Gepäck landete ich am internationalen Airport von Jakarta und begab mich auf die Suche nach einem normalem Taxi. Kommen noch einige Verrückte die nächsten Tage. Leider konnte man hier nicht wie in Denpasar schnell das Flughafengelände verlassen und ich musste in den sauren Apfel beißen. Statt vier Euro zahlte ich zwölf Euro für meine einstündige Fahrt ins Zentrum zu meinem Hotel. Wahnsinnige Frechheit!
Damit ich mir die Faxen aus Surabaya erspare wollte, habe ich mir bereits online einen Scooter reserviert. Für 72 Stunden Rental zahlte ich 30€ - inklusive Lieferung & Abholung. Um 18:00 Uhr wurde mein Bike zur Unterkunft geliefert und ich konnte mich wieder an die Arbeit machen. Heute werden Überstunden gemacht. Auf dem Plan stehen fünf Bahnen.
Direkt neben Jakarta befindet sich mit Tangerang die nächste Großstadt und damit ist das Gebiet eine gigantische Metropol(en)region mit über 40 Millionen Einwohner. Größer als alle nordischen Länder zusammen und äquivalent zu Spanien! Natürlich sind die unzähligen Malls mit einigen Checks gespickt. Ihr könnt euch also vorstellen, wie schrecklich der Verkehr ist. War aber wieder gut machbar und nach einer knappen Stunde Fahrt kam ich schon beim ersten Transmart an. Laut rcdb stehen hier zwei Bahnen. Wortwörtlich, die beiden Bahnen stehen. Schade, der Laden macht spätestens in einem Jahr dicht und die Attraktionen werden nach Bali verschifft. Nur noch das Erdgeschoss ist geöffnet. Fängt wieder super an.
Muss nicht sein
Da die Autobahnen und Schnellstraßen nur LKWs & Autos vorbehalten sind, resultiert erstmals ein Nachteil als Rollerfahrer. So wurde aus der eigentlichen zehn Minuten Strecke eine halbe Stunde. In der Timezone steht ein alter Juniorcoaster von Vekoma, der für einen Euro solide fährt. Wenigstens fährt er! Auch hier bekommt man wieder zwei Runden für sein Geld. Mir hätte eine gereicht, denn das Zeitfenster für die letzten beiden Parks wurde immer kleiner.
In dem nächsten Einkaufszentrum – Mall @ Alam Sutera – steht ebenfalls ein Juniorcoaster von Vekoma, der schon durch zwei Malls in Südostasien tingelte. Die Anreise zog sich wieder eine gute halbe Stunde, obwohl es auf dem Papier nur zwei Kilometer sind. Schnell schnappte ich mir den Credit und düste zum letzten Stop des Tages. Ankunft laut Navi 21:57 - Schließung 22:00 Uhr. Wird das was?
Wie ein Bekloppter – oder energischer Bahnensammler – sprintete ich vom Parkplatz des Transmart die drei Stockwerke nach oben zur Kid City. Das Licht war aus, die Attraktionen geschlossen. Kurz beim Marketingbüro geklingelt und ihnen die Situation überspitzt geschildert. Alle Mitarbeiter drehten mit mir zwei Ehrenrunden.
Lichter für mich wieder angeschmissen
Zum Abendessen stoppte ich bei einem Outdoor-Foodcourt neben meinem Hotel. Für vier Euro gab es Fish & Chips plus Radler. Hat nicht so viel mit der britischen Variante zu tun, die Qualität auch nicht. Hätte ich gewusst, dass die Fische aus den braunen Gewässern geangelt werden, hätte ich dankend verzichtet.
Tag 48 - Jakarta Business I
Da heute der vorletzte Tag für die Steuererklärung war, hab‘ ich mir einen Wecker um 7:00 Uhr gestellt. Neben der Quartalserklärung gibt es auch noch einige Bahnen, die ich abhaken will. Natürlich hab‘ ich den Wecker verpennt und bis 10:00 Uhr geschlafen. Auf deutsche Bahn angelehnt, konnte ich dann mit drei Stunden Verzögerung die zehnminütige Fahrt zum größten Park des Landes – Dunia Fantasi – antreten.
Mit der fantastischen Welt befindet sich ein spaßiger Freizeitpark im Norden der Hauptstadt. Persönlich erinnert mich alles ein bisschen ans Gardaland - oder vielleicht ist es nur die Sehnsucht nach Italien. Aber im Ernst, vieles ist gleich. Schönes Setting, ohne fest definierte Themenbereiche. Sowas sucht man sonst vergebens in Indonesien.
Mit niedriger Erwartungshaltung schlenderte ich durch den großen Eingangsbereich und wurde eines Besseren belehrt – gepflegte Parkgestaltung, gewartete & renovierte Bahnen und gute Attraktionen. Rafting, Flumeride und diverse Flatrides – sogar ein Starshape von Zierer – laden zu einem schönen Tagesausflugsziel ein. Leider gibt es keinen Highlightcoaster – so steht die vermutlich beste Bahn des Landes im Transmart Bandung (Launchcoaster von Premier Rides). Der Intamin-Familycoaster und alte Arrow-Looper können da sicherlich nicht mithalten.
Obwohl mir am Eingang versichert worden ist, dass alle drei Bahnen in Betrieb sind, konnte ich nur den kleinen Tivoli von Zierer fahren. Na super! In
feinster deutscher Manier beschwerte ich mich und bekam den Eintrittspreis von zwölf Euro zurück. Das Geld wäre mir eigentlich so egal, aber ich war mega genervt, weil ich sonst einfach am nächsten Tag gekommen wäre. So verschwendete ich mehr als eine Stunde und hatte keine Lust mehr, die anderen zig Bahnen in Jakarta abzuklappern und gurkte im Berufsverkehr nur noch zu einem Transmart. Hier merkt man, dass es kein touristisches Loch wie Bali ist. Für mein Mittagessen beim Italiener zahlte ich sechs Euro – Radler, Bolognese und 'ne kleine Vorspeise.
Italienische Tacos waren eher semi
Im Kid City Cempaka Putih gab es wieder einen Vekoma Juniorcoaster von der Liste zu streichen. Das Taxi hatte schon eine lange Reise hinter sich – von Johannesburg ging es per Frachter über den indischen Ozean nach Jakarta. Das Taxometer möchte ich nicht sehen.
Zum Abendessen ging es in Mall of Indonesia, wo Taco Bell und Cold Stone auf mich warteten. Ich liebe die amerikanische Eisdiele einfach! Auch hier merkt man erneut, dass nichts auf Touristen ausgelegt ist. Im Parkhaus kann man nur mit einer indonesischen Kreditkarte bezahlen – Sinn!? Ich drückte einem Local den passenden Betrag in die Hand und er hielt seine Zauberkarte ans Lesegerät. Wir sind drin.
Tag 49 - Jakarta Business II
Erneut verpennte ich meinen Wecker um 5:00 Uhr und musste damit die fünfstündige Fahrt nach Bandung canceln. In dem Moment blöd, im Nachhinein super! Der Launcher von Premier Rides befindet sich in seit Wochen in Wartung. So konnte ich ganz entspannt um 7:30 Uhr aus der Stadt raus zum Jungleland cruisen. Am Straßenrand merkt man abermals, wie gottlos asiatische Länder sind. Für nicht mal 120€ kann man sich einfach Affen kaufen, die in unwürdigen & viel zu kleinen Käfigen gehalten werden. Surreal.
Allein wartete ich auf die Öffnung um zehn Uhr. Wie gestern war ich überrascht, dass es sich um einen soliden Freizeitpark mit westlichen Attraktionen handelte. Im Jungleland ist der Name Programm – authentisch von Pflanzen verwildert, steht der ESC von Zierer seit Pandemiebeginn still. Also gibt es nur einen Kiddy abzuhaken. Ich war der einzige Besucher im Park – Ramadan sei Dank. Begleitet wurde ich die ganze Zeit von dem Besitzer, der mir stolz von seinem Besuch im Europa Park und Hofbräuhaus erzählte. Jeder liebt einfach Herr Mack!
Vor fünf Jahren hätte ich die eingepackt
Fährt glaube morgen auch nicht
Wie sollte es anders kommen - der nächste Stopp war wieder ein Transmart. Kid City in Bogar wurde ohne Probleme abgearbeitet. Das System mit der universellen Aufladekarte ist so gut und spart enorm viel Zeit. Lustig ist auch, dass die Preise des Crazy Cab Coaster von Ort zu Ort variieren. Hier zahlte ich mit 1.20€ den Niedrigsten, der Teuerste war 2.40€.
Jakartas Sykline im Rücken
Ey, der Verkehr ist echt zum Kotzen. Nervt tierisch an, dass Autos hier privilegiert behandelt werden. Für 10km brauchte ich über eineinhalb Stunden. In Depok orderte ich mich für 2.10€ ein verrücktes Taxi und fuhr zweimal die 247 Meter lange Strecke durch die Kinderstadt. Langsam wird’s fade! Aber so easy Checks kann man nicht liegen lassen…
In der Trans Studio Mall Chibur befindet sich wieder ein… Reingefallen, falsch gedacht! Tatsächlich gibt es hier einen großen Freizeitpark mit 14 Attraktionen. Darunter drei Coaster – Spinner, Batflyer und Boomerang. Letzterer thront wieder über den Dächern der Mall und ist umgeben von Hochhausschluchten. Schon cooles Setting. Fahren tut sich die Bahn dank der Westenbügel gut. Man merkt eindeutig, dass der Spinning Coaster mit Holly's Wilder Autofahrt verwandt ist. Schmettert mächtig und tut dolle weh. Maurer und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr. Highlight für mich waren aber die GoKarts, die für 15€ Eintritt inkludiert waren. Waren zwar eher DriftingKarts, aber machte mega Spaß. Mich kitzelte noch der Jurassic-Splash, der hatte aber leider zu. Business completed und weiter gehts!
Eiskonsum genetisch vererbt von Papa
Alle guten Dinge sind vier, oder? Auf dem Rückweg zu meinem Hotel befand sich noch ein Transmart. In der Kid City Cilandak warte das dritte Taxi des Tages auf meine Buchung. Früher stand die Bahn in Südkorea, ehe sie 2016 hier ihre neue Heimat fand. Indonesien muss doch sicherlich das Land mit den meisten Juniorcoaster von Vekoma sein?
Übrigens, in asiatischen Ländern ist Google Maps auf den letzten Metern teilweise unbrauchbar. Man findet voll oft die Destination nicht. So ging es mir auch bei meiner Pizzeria. Der Standort war einige Meter weiter. Der Preis dafür nah an meinem Herzen – nur drei Euro für eine leckere Pizza.
Heimatgefühle
Zwei Wochen im Straßenverkehr Asiens unterwegs
Tag 50 (Part I) - Jakarta Business III und Flug nach Bali
Gestern Abend buchte ich meinen Rückflug nach Bali mit genug Puffer für 15:30, um die letzten beiden Bahnen im Dunia Fantasi abzuholen. Dachte ich mir. Wieder anders als den vor zwei Tagen getätigten Aussagen, waren die beiden noch fehlenden Bahnen in Früh geschlossen. Der Loopingcoaster hatte den ganzen Tag geschlossen und der Familycoaster macht erst um 13:00 Uhr auf.
Wieder umsonst da...
In meinem Kopf begann es zu rattern, ob ich bis 13:00 Uhr warten kann oder mein Flug ohne mich abhebt. Mit dem Supervisor machte ich aus, dass ich die zwölf Euro Eintritt nur zahlen muss, wenn Kereta Misteri pünktlich läuft. Ich schrieb schnell meiner Rentalcompany, dass mein Bike um 13:30 vor dem Dunia Fantasi abgeholt werden soll. Wird schon schief gehen!
In der Zwischenzeit pendelte ich zurück zum Hotel, holte mein Zeug ab und begab mich zum benachbarten Ocean Dream Samudra. Auf rcdb als geschlossen vermerkt, hatte der Spinning Coaster doch auf. Mit vier Euro Parkeintritt auch wieder fair.
Spinner mit Wurmlayout
Und tatsächlich, der geheimnisvolle Zug machte pünktlich auf. Zweimal fuhr ich mit der Bahn. Die liechtensteinische Edelschmiede konnte hier keine besondere Bahn abliefern, selten bin ich so ein langweiligen Coaster aus dem Hause Intamin gefahren. Schwach angefangen und noch stärker nachgelassen – da hilft auch der Rückwärtspart nix.
Die Schlüsselübergabe verlief problemlos und die Fahrt zum Flughafen auch. Ich kam zwanzig Minuten vor Boarding am Flughafen an, machte noch einen hektischen Fly-In bei KFC und eilte durch die Sicherheitskontrollen. Der Flieger hob pünktlich nach Denpasar ab.
Fahr schneller, Kollege
Heute nur auf Wolke 2 (Counts)
To be continued...
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