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Wie viele Teile es geben wird? Weiß ich nicht. Wie lange ich bleiben werde? Weiß ich nicht. Wo werde ich überall hinreisen? Weiß ich nicht. Was werde ich vor Ort machen? Weiß ich nicht. Werden Achterbahnen gefahren? Na klar! So gut es geht, versuche ich die Berichte immer zeitnah zu veröffentlichen, denn auf den langen Fahrten habe ich viel Zeit.
Tag 0-3: Vietnam Part I
Tag 4-8: Vietnam Part II
Tag 9-10: Vietnam Part III
Tag 11-13: Vietnam Part IV
Tag 14-31: Thailand
Tag 32: Vietnam Part V
Tag 33-38: Singapur & Malaysia
Tag 39: Bali
Ohne Schlaf ging es diesmal um halb sieben zum Airport, der Döner beim Feiern wurde mit einem super Frühstück im Sheraton Imperial ersetzt. Könnte ich mich dran gewöhnen. Mit AirAsia flog ich drei Stunden in den Süden zu der pulsierendsten Insel der letzten Jahrzehnte – Bali. Bislang aber nur für eine (Party-)Nacht, quasi als Zwischenstopp für die kommende Fähre.
Aber ich wäre ja kein Geschäftsmann, wenn ich mir den Boomerang auf dem Weg von Denpasar nach Canggu entgehen hätte lassen. Falls ihr jemals in Indonesien am Airport seid und ein Taxi buchen wollt, tut dies außerhalb des Flughafengeländes. Man spart sich mindestens zwei Drittel des Fahrpreises. Mega gut!
Per Grab ging zu einem – von noch vielen – Transmart Studios. Es handelt sich sogar um einen „Premium-Transmart“, der hochwertigere Attraktionen als seine Geschwister bietet. Neben dem Boomerang und den beiden Vleermuisen aus dem Plopsaland findet man noch einen mittelmäßigen Darkride, Rafting sowie ein Flying Theatre vor. Letzteren waren alle geschlossen. Bali ist wirklich alles andere als billig, der Eintrittspreis betrug 33€. Schmerzt schon, aber im Urlaub werden keine Kosten & Kalorien gezählt - wir zählen nur Bahnen! Überzeugen konnte der Park nicht, vieles war außer Betrieb, wodurch sich der hohe Preis nicht rechtfertigen lässt.
Coole Aussicht Über Denpasar
Nach einer knappen Stunde Fahrt kam ich dann in der Partyregion Canggu an, wo ich mich meinen beiden Freunden des Hà Giang Loops verabredete. Gemeinsam stürzten wir uns in impulsive Nacht und ließen viel Geld in der Diskothek. Preislich übertreffen Cocktails und Bier sogar noch die Münchner Clubs, kam böse.
Tag 40-42: Gili Island
Abermals ging es mit wenigen Stunden Schlaf und sichtlich von der Nacht gezeichnet per Fähre nach Gili Island. Der frühere Geheimtipp ist zu einer touristischen Hochburg mutiert. Das gebuchte „Speedboat“ dauerte über drei Stunden und wurde zur absoluten Qual, die erdrückende Hitze und mangelnde Klimatisierung konnten den Schlafmangel nicht kaschieren. Mein Kollege – ein paar Jahre älter und dafür anfälliger für einen Kater – lief kreidebleich im Gesicht an. Man sah ihn sichtlich leiden.
Hier wirkte noch alles gut...
Geschafft! Wir haben endlich das Ziel erreicht. Betrifft man das Festland fühlt man sich wie in einem anderen Jahrhundert – es gibt keine Autos, nur Fahrräder und Pferdekutschen. Gepflasterte Wege oder gar asphaltierte Straßen sucht man vergebens. Aber das macht den Charme der Insel aus. Eine Frage schwirrte mir die ganze Zeit durch den Kopf, wann sehen die auf der Insel geborenen Kinder das erste Mal ein Auto?!
Stärkung für 5€
Goat-Debatte geklärt
Jeden Tag gibt es auf der Insel ein Event – am heutigen Sonntag war es eine organisierte Kneipentour. Wir trafen uns mit zwei Freundinnen aus München und holten ein Ticket für 18€, inkludiert sind an jeder Bar Shots und ein Tank-Top. Auch der bekannte Kübel aus Thailand feierte sein Comeback und war im Package enthalten. Im Nachhinein hätten wir uns das Geld sparen können und einfach mit der Menge mitziehen, das wäre niemand aufgefallen. Ungewohnt ist, dass der Frauenanteil locker über zwei Drittel war – das gibt es in Deutschland nicht.
Unser Hotel der letzten Nacht konnte uns nicht überzeugen und wir buchten ein anderes. Das Wasser war braun und stank nach Gülle. Wieder zahlten wir nur 10€. Ich glaube, ich spare immer am falschen Ende. Wir haben nicht damit gerechnet, dass es noch ekliger wird. Bekannt ist Gili Island eigentlich für andere Pilze (Stichwort: halluzinierende Wirkung) und nicht Schimmelpilze. Ich habe freiwillig auf die Dusche verzichtet. Der Abend wurde bei Cocktails ausgeklungen.
Sehr gottlos
Für meinen Kumpel war es schon die letzte Nacht, für ihn ging es auf die Malediven. Wieso fliegt man alleine auf die tropische Inselgruppe? Was macht man dort? Ich verbrachte mit meinen zwei Freundinnen dennoch einen abwechslungsreichen letzten Tag. Wir verweilten die meiste Zeit an den traumhaften Stränden. Durch das kristallklare Wasser ist superspannend die Meeresbewohner in ihrem natürlichem Habitat zu beobachten. Echt cool, wenn man beim stundenlangen Schnorcheln unzählige Schildkröten und bunte Fische durch die Korallenriffe schwimmen sieht.
Tag 43: Über Lombok nach Java
Da es deutlich günstiger war von Lombok nach Surabaya zu fliegen, buchte ich meine Fähre auf die ruhigere Urlaubsinsel des Landes. So schaffte ich es auch, die sicherlich grausame Rückfahrt nach Bali zu vermeiden. Zufälligerweise – oder eher nicht – stand hier ein Transmart Studio Mini.
Das Konzept ist so komisch, mitten in einem für die ärmere Bevölkerung konzipiertem Einkaufszentrum gibt es einen kleinen Vergnügungspark. Es ist keine Mall, sondern einfach ein großer Supermarkt. Stellt euch mal vor, es würde im Kaufland eine Achterbahn geben, ungefähr so ist das in den von Carrefour betriebenen Shopping-Centers. Im obersten Stockwerk befindet sich dann die kleine Variante des Konzepts (Transmart Studio Mini), wo nach Schema F immer die gleichen Attraktionen ihre Heimat finden. Hauptgrund des Besuchs ist selbstverständlich das verrückte Taxi – ein Vekoma Juniorcoaster, der sich gewohnt angenehm fährt. Super ist auch, dass man hier auf ein aufladbares Kartensystem setzt, dass landesweit in allen kleinen Studios & Kid Citys akzeptiert wird. Eine Fahrt mit der Bahn kostet nicht mal zwei Euro. Mögen wir.
Danach musste ich zeitig zum Flieger und konnte durch die vorhandene Wartezeit noch meinen Bericht über die Spezial-Ausgabe fertig machen. Ohne große Verzögerungen landete ich schließlich in Surabaya. Unerwartete Verzögerungen gab es dann aber in der Stadt selbst, es gab ein Problem – nirgendwo konnte man sich Motorräder / Scooter ausleihen. Ist der kommende Trip zum Scheitern verurteilt?
In der Zwischenzeit fuhr ich per Grab zum nächsten Transmart und schnappte mir ohne Faxen den Credit.
Viel Reisen macht bekanntlich hungrig und orderte mir ein Gojek (manchmal billiger als Grab) zum lokalen Japaner. Für einen sehr kleinen Preis gab es eine große Sushiplatte, die wirklich gut schmeckte. In der Not der Verzweiflung fragte ich die Mitarbeiter, ob sie einen Motorradverleih kennen. Tatsächlich, sie konnten mir helfen und organisierten mir eine Mühle. Und was für eine Schrottmühle, dazu aber später mehr. Dort war ich noch froh, dass ich einen Roller gefunden hatte und endlich aus der Stadt kam. Fahren ist ungewohnt, es gibt wenig Ampeln, dafür aber Leute, die den Verkehr regeln und auf Trinkgeld pochen. Aber was erwartetet man in einem Land, wo der Führerschein ohne Prüfung & Theorie für 30€ erworben wird…
Einweiser, den man nicht braucht
Der letzte Check des Tages blieb mir verwehrt. Transmart Surabaya wartet schon seit Wochen auf Ersatzteile von Vekoma – der schlafende Holländer halt. Schade, aber kommen ja noch einige von den Dingern. Für 1,50€ (!) schoss ich mir ein Privatzimmer in Prigen, damit ich morgen möglichst ohne lange Fahrt in den Tag starten kann. War zwar nicht sauber, aber für ein Drittel des Preises meines Starbucks-Latte am Flughafen nehme ich das wohlwollend in Kauf.
Lieber die benutzte Seife oder Zahnbürste?
Tag 44: Business in Java
Durch den Muezzin der Moschee bin ich voller Schreck vier Uhr nachts aufgewacht. In dem Moment war ich so perplex und dachte, es gäbe Katastrophenalarm. So gab es nur Alarm für meinen Ohren und Seele. Ich schlief nochmal drei Stunden, ehe ich zu dem ersten Check im Taman Safari Park aufbrach. Nach kurzem Smalltalk mit dem Parkmanager konnte ich für einen Euro den Drachen abhaken. Nach Würmern definitiv mein Lieblingstiere.
Leider hatte der Saygon Wasserpark bis Ende April geschlossen und ich musste mich einem Lost Check zufrieden stellen.
Auf dem Weg nach Batu fährt man durch Malang, wo typisch jeder Stadt in Indonesien ein Transmart steht. Schnell mein Bike geparkt & noch schneller ins Taxi gesprungen. Direkt daneben stand eine große Mall und ich versuche vergeblich eine neue SIM-Karte zu organisieren. Obwohl anderes gekauft, gilt meine nur für Bali. Ohne Internet ist man allein aufgeschmissen. Fehlanzeige, ich klapperte fünf Läden ab und stand weiterhin mit leeren Händen da.
Mit gereizter Stimmung ging es zu den beiden Jawa Timur Parks nach Batu. Auf der Fahrt fing an wie aus Eimern (leider nicht mein präferierter Eimer in Südostasien) an zu schütten. Ich ahnte schon das Schlimmste, denn alle Bahnen schließen bei Regen. Pünktlich zur Ankunft hörte der Himmel auf zu weinen und meine Laune verbesserte sich. Für den Eintrittspreis von sechs Euro kann man fünf Coaster sammeln – mit Zeitdruck im Rücken konnte ich die Bahnen erstaunlicherweise mühelos abhaken.
Zum Glück 'n' Poncho aus Singapur dabei
Nur bis 1,30cm – ich hab ihn trotzdem
Einen Katzensprung entfernt befindet sich der zweite Park der Gruppe. Eigentlich ein schöner Zoo, der in den letzten Jahren zu einem Freizeitpark mutierte. Leider fing es bei meinem Besuch an zu schauern und ich konnte die drei Bahnen nicht fahren. Reibräder und Regen vertragen sich nicht. Ich bekam den vollen Eintrittspreis zurück und war klitschnass. Na super!
Grins mich nicht so an – bin eh schon garstig
Jetzt konnte es endlich losgehen – der Hauptgrund für den Trip nach Ost-Java begann. Mit meinem australischen Freund aus Vietnam planten wir eine abenteuerliche Tour zu den beiden aktiven Vulkanen Mount Bromo & Ijen. Normalerweise macht man das in geführten Gruppen, wir wollten aber das volle Erlebnis kosten. Dank Google Maps und dem Einbruch der Dunkelheit konnte ich mich nicht mit meinem Freund am Fußes von Mount Bromo treffen, denn ich wurde über die falsche Route nach Putus geschickt. Aufgrund des täglichen Starkregens entwickelt sich der Sandweg zu einem Fluss, den man nicht befahren kann. Das wusste ich nicht. So musste ich auf halben Weg umkehren und begab mich wieder zurück. Glücklicherweise habe ich auf meine Vernunft gehört und bin nicht weiter im Stockdunkeln zum eigentlichen Ziel gefahren. Wer weiß, was mir passiert wäre….
Kampung Warna Warni Jodipan
Hier wirkte noch alles gut...
... dann kam die Dunkelheit
Auf dem Rückweg zur Zivilisation traf ich eine Gruppe junger Indonesier:innen, die ebenfalls mit Rucksack und Bike unterwegs waren. Schnell kamen wir ins Gespräch und sie baten mir an, dass ich sie auf ihrem Trip begleiten darf. Spätestens jetzt bin ich im Backpacker-Leben angekommen, mit fremden Leuten campen gehen. Sehr weit aus der Komfortzone. Die eigentliche Notsituation entwickelte sich zu einem der lustigsten Momente auf meiner Reise. Gemeinsam mit der Truppe wurde der Tag mit selbstgebranntem – halluzinierend wirkendem – Bananenlikör und Barbecue am Campingplatz ausgeklungen. Ich bekam eines ihrer Zelte und sogar einen Schlafsack gestellt. Großartige Erfahrung.
Tag 45: Volcano Trekking Part I (Mount Bromo)
Gegen 7:00 machte ich nach dann auf den Weg zum eigentlichen Ziel des gestrigen Tages. Bei Tageslicht realisierte ich, wie krass die Serpentinen und gefährlich die von mir gefahrene Strecke war. Die Szenerie erinnert an den Hà Giang Loop, nur ohne Touristen und damit deutlich authentischer. Fest steht, die Strecke im Tal hätte ich in Dunkelheit niemals gepackt. Auch am frühen Morgen war der Weg noch von riesigen Pfützen definiert und fordernd.
Kurz vor dem Ziel kam schon die nächste Hürde – mein Scooter gab den Geist auf. Stellt euch mal vor, das Ganze wäre gestern Nacht passiert. Für 15€ kam der Abschleppdienst und ich fuhr mit ihm eine halbe Stunde zum nächsten Mechaniker. Mein Kollege bestieg allein den Vulkan, ich konnte nur die atemberaubende Aussicht vom Boden genießen.
Panne mit View
Schon mal gesehen?
Mittagessen für 2€
Weiter, immer weiter!
Gegen 15:00 Uhr und weitere 15€ ärmer konnten wir unsere Fahrt nach Ijen antreten. Laut Google Maps gute sechs Stunden. Nach zwei Stunden mussten wir pausieren – das Motorrad war schon wieder kaputt. Nervig des Todes! Spätestens jetzt war mir bewusst, dass nicht nur das auslaufende Motoröl problematisch war. Erstmal war ich wirklich verzweifelt und hab sogar meine Mama um Rat gefragt. Es hilft nichts, ich muss wieder in die Werkstatt, denn mein Motorradverleih aus Surabaya waren ABSOLUTE Ratten. Statt Hilfe bekam ich nur Anschuldigen, dass ich für die unzähligen Mängel verantwortlich bin. Wer’s glaubt, wird selig.
Hoch die Serpentinen
Gegen 19:00 konnten wir dann weiter und endlich die noch fehlenden 2000 Höhenmeter erklimmen. Wird mein Bike halten? Wann wird es wieder kaputt gehen? Wie oft muss ich noch zu Reparatur? Wie komme ich morgen die acht Stunden solo nach Surabaya? Fragen, die durch meinen gestressten und mega gereizten Kopf geistern. Zwei Stunden vor Ende war mein Freund so müde, dass er in ein Homestay fahren wollte. Ich nicht, ich nahm das Risiko in Kauf. Im Nachhinein unverantwortlich, aber es lief alles gut. In dem Moment dachte ich nur, dass bei einem erneutem Ausfall es eh wieder nur bergab geht und man einfach rollen lassen kann. Das blaue Feuer – wofür Mount Ijen berühmt ist – ist nur vor Sonnenaufgang sichtbar. Für sechs Euro holte ich mir eine räudige Absteige am Fuße des Gipfels, schlafen konnte ich durch den Stress der letzten Stunden eh nicht.
Schaut aus wie 'n billiger Puff in Tschechien
Tag 46: Volcano Trekking Part II (Mount Ijen)
Hier merkte ich, wie krass es ist, selbst die Strecke zu bewältigen. Alle anderen Touristen kamen um kurz vor 3:00 Uhr mit Shuttle-Bussen an. Für so ein Tagestrip zahlt man knappe 300€, wir nicht mal ein Fünftel. Voller Adrenalin schlich ich mich am Eingangsportal des Nationalparks vorbei, um das blaue Feuer zu sehen. Resultierend übrigens durch Schwefel und die hohen Temperaturen - das Spektakel gibt es nur zweimal weltweit. Sehen konnte ich es nur ganz, ganz kurz. Alle anderen Besucher, die auf die offizielle Öffnung um 4:00 warteten, war der Blick verwehrt. Die einstündige Wanderung hat sich gelohnt! Ich genoss die Ruhe auf dem Gipfel und sah mir noch den Sonnenaufgang an, ehe ich mich auf die lange Rückreise begab. Hält mein Bike?
Koffein ins System
1860 > Bayern – oder gibt es auch einen Bayernsticker?!
Um sicherzugehen habe ich mir nochmal einige Liter Öl geholt und direkt eine ganze Flasche eingekippt. Der Verbrauch von täglich drei Litern ist nicht normal. Gibt wohl ein größeres Leck. Was soll’s, wird schon schief gehen. Die Arbeit ruft. Vor paar Tagen habe ich ein bisschen recherchiert, um noch paar Coaster in Indonesien zu finden. Meine erster Stopp war der kürzlich eröffnete Banyuwangi Theme Park, der ebenfalls zur Jawa Timur Group gehört. Dort befindet sich der alte Spinning Coaster aus dem Jawa Timur Park 1, den ich trotz Wartung fahren konnte. Ohne Bäume und Thematisierung wirkt der brandneue Park seelenlos.
Wie Jurassic-Park – wo ist der Dinocount?
Business!
Da unter meinem Bike eine riesige Pfütze an Öl war, kam ich immer mehr ins Zweifeln, ob ich jemals in Surabaya ankomme. Nach einer halben Stunde stoppte ich an einer Tankstelle und kippte direkt nochmal 'ne Flasche nach. Spätestens jetzt war ich mir sicher, mein Bike macht es nicht mehr Lange. Gegenüber entdecke ich ein Riesenrad und lief die paar Meter rüber. Tatsächlich, hier stehen zwei Checks. Leider machen die Bahnen erst um 14:00 auf, so musste ich weiterfahren. Sonst käme ich erst mitternachts in Surabaya an.
Schaut nicht gesund aus
Wenige Kilometer später passierte es wieder – mein Motorrad gab nun endgültig den Geist auf. Ich schob es einen halben Kilometer zur nächsten Werkstatt. Dort wurde mir gesagt, dass der Motor seit mindestens einer Woche kaputt ist. Aha, ich war schuld, oder?! Der Mitarbeiter war sehr nett und erklärte in einem Video, was genau kaputt ist. Ich schickte es an die Rental-Company, plötzlich konnten die Ratten nett zu mir sein. Glücklicherweise war ich mit Genteng in einer größeren Stadt, wo es einen Bahnhof und Verbindung nach Surabaya gibt. Ich machte mit der Rental-Company aus, dass sie mir die 5€ für die Zugfahrt und die 30€ für die Abholung des Bikes bezahlen. Eh schon sehr kulant von mir, dass ich nicht noch die unnötigen Kosten der Reparaturen zurückverlangte. Sie willigten ein. Kurz nachdem ich gezahlt habe, kam eine Nachricht – wir zahlen doch nicht. Sternzeichen Scammer.
Werkstatt-Pause
Aber ich hatte ein Ass in Ärmel, während der vierstündigen Wartezeit freundete ich mich mit einem Local an und erklärte ihm die Situation. Endlich ein Vorteil Blond & Deutsch zu sein und von jedem Zweiten angesprochen zu werden. Wir schmiedeten den Plan, dass wenn ich mein Geld nicht bekomme, den kommenden Abtransport zu stornieren. Er gab mir dafür seine Nummer. Ich fühlte mich wie ein Fuchs und konnte ihnen die nervigen Stunden endlich heimzahlen. Mit ihm fuhr ich um 14:00 Uhr zu dem Banyuwangi Night Amazing Park und konnte so noch die ungelisteten Credits eintüten.
Kostet nur 20,000€ – legen wir alle für eine CF-Bahn zusammen?
Gegen 16:00 Uhr bestieg ich den Zug nach Surabaya und plante die Schlüsselübergabe mit dem Verleih. Sie schlugen ein Treffen bei ihrer Garage vor. Sicherlich. Letztendlich trafen wir uns in der Lobby meines vier Sterne Hotels. Neutraler Boden für die Übergabe. Natürlich wollten sie mir das Geld nicht geben, aber ich erzählte ihnen von meinem Kumpel und erpresste sie damit, dass ich sonst anrufe und wir den Transport abbrechen. Damit hatten sie nicht gerechnet und ohne Zögern bekam ich mein Geld zurück. Sogar mehr als ausgemacht. Eine schöne Retourkutsche für meine Kutsche. Das toxische Endspiel habe ich gewonnen.
Holzklasse here we go!
Da ich den letzten 40 Stunden kein Auge zugedrückt habe, viel ich gegen Mitternacht ins Bett. Erstaunlich war, dass ich kein Stück müde war und nicht direkt einschlief.
Tag 47 (Part I): Atlantis Land und Flug nach Jakarta
Ich stelle mir einen Wecker auf 8:00 Uhr, ich muss langsam meine Quartalserklärung abgeben. Aufgeschoben ist aufgehoben und so vertagte ich die richtige Arbeit auf morgen. Bei dem inkludierten Frühstücksbuffet überzeugte mich nur die Obstauswahl. Da mein Flug erst um 14:50 zu Indonesiens Hauptstadt abhob, hatte ich noch etwas Zeit um mich auf die für uns wichtigste Arbeit zu konzentrierten. Mit Grab ging es für 2€ eine halbe Stunde zur Küste der Stadt.
Im Atlantis Land stehen zwei Bahnen, ein Vekoma Juniorcoaster und Miner Mike. Dank Ramadan zahlte ich nur 4€ Eintritt und war der einzige Besucher im Park – schnell konnten die beiden Credits eingesackt werden. Im Eingangsbereich läuft einfach die Gardaland-Themenmusik, ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen und fühlte mich wie im Familienurlaub. Während des heiligen Monats ist es überall wie leergefegt.
Nur bis 1,20m – ich hab ihn auch!
Nach zwei Stunden und einem problemlosen Check-In betrat ich den riesigen Airbus A330 nach Jakarta, der bis auf den letzten Platz belegt war. Sind halt doch mehr als dreimal so viele Einwohner in Deutschland.
To be continued…
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