KI ist ein Freizeitparks für mich ein absolutes No-Go. Ich sehe Themenpark-Design als hohe Kunst, da hier sämtliche Gewerke aufeinandertreffen und einzigartige Erlebnisse erschaffen. Das ist Kunst. Und ich zahle Eintritt, um eben diese Kunst erleben zu dürfen. Wenn diese Kunst aber durch KI-"Werke" verwässert, oder gar dadurch ersetzt wird, dann sehe ich auch keinen Grund Geld dafür zu zahlen. Im Museum erwarten wir schließlich auch, dass die Kunst menschgemacht ist.
Über die Umwelt, die Ideologien der Anbieter, und dem Gang vor die Hunde der menschlichen Kreativität brauchen wir gar nicht erst anfangen. KI Anbieter zerstören mutwillig die Musikindustrie, die Grafikindustrie, und krallen sich jetzt auch noch an die Filmindustrie. Menschliche Kreativität wird entwertet, und KI generierte Grütze zum Massenkonsumgut erklärt, welches echte Kunst ersetzen soll. Als Grafiker und Musiker bin ich einfach wütend! Wer das nicht nachempfinden kann, der soll bitte überlegen, was er hier verharmlost und als "gleichwertig" abtut. KI "Kunst" ist nichts weiter als Kunstraub!
Und dass die Anbieter aktiv Kriegswaffen mitentwickeln und mit diversen Militärs zusammenarbeiten kommt auch noch dazu. Wir zerstören uns mit diesem Mist selbst. Das einzige wofür KI gut ist, ist für Optimierungen im Arbeitsbereich, schnellere einfachere Softwarebedienung, usw. Auch für Robotik für die Produktion bieten sich viele Vorteile. Uns wurde versprochen, dass uns die nervige Scheiß-Arbeit durch KI abgenommen wird. Doch das passiert nicht. Was wird uns stattdessen abgenommen? Musik und Kunst. Das ist traurig, und die Entwicklung dahinter bösartig. Sagt mir ruhig, dass ich übertreibe, aber sagt mir in 10 Jahren nicht, ich habs euch nicht gesagt. Wenn alles in der echten Welt voll mit dieser Grütze ist, es nichts echtes menschliches mehr gibt, und wir alle reden wie Roboter, weil "Chatty" uns so sehr daran gewöhnt hat.
Bei deinem Berufsbild kann ich deine Sichtweise durchaus nachvollziehen, aber ich möchte dir auch versuchen eine andere Art der Sicht auf die Dinge zu vermitteln.
1. Weiterentwicklung, also Evolution, gibt es schon seit Menschengedenken. Manches geht langsam, manches geht schneller voran. Aber das Ergebnis ist immer eine Weiterentwicklung, die sich in verschiedenen Aspekten zeigen kann. Sei es die Vereinfachung von Prozessen, wie zum Beispiel in der Automobilindustrie. Dort wurde früher noch alles von Menschenhand erschaffen, mittlerweile werden dafür größtenteils Roboter genutzt und der Mensch der vorher diese Arbeit gemacht hat, ist heute für die Kontrolle, Wartung und Korrektur der Arbeit zuständig. Hier wurde also der Mensch in der Prozesskette nur an anderer Stelle eingesetzt. Der Prozess wurde effizienter und fehlerunanfälliger gestaltet, da die Maschine in der Regel keinen "Montag" hat (um auf das Montagsprodukt anzuspielen).
2. zu deinem KI Kunst ist Kunstraub. Ich versuche es mal anhand eines Beispiels. Wenn Du sagst KI Kunst ist generell Kunstraub, dann machst Du das wie fest? Weil die KI mit unzähligen Materialien trainiert worden ist und dann daraus was erschaffen kann? Wie lernt denn ein Mensch? Genau, in dem er Beispiele von anderen als Benchmark herannimmt und sich dann daraus einen eigenen Stil erschafft. Im Prinzip ist das bei der KI dann nicht anders. Sie lernt mit Materialen (nur halt mit weitaus mehr als es ein Mensch könnte), aber hinter der Ki sitzt jetzt jemand der daraus etwas generiert, aus seinen Gedanken und seinen Absichten. Und da sind wir wieder bei dem Thema, dass es darauf ankommt, WER die KI bedient. Stell dir vor, Du würdest dich zu 100% auf die KI einlassen und dir würde ein Tool vorgesetzt werden mit dem Du deine vollständige kreativen Ideen ausleben lassen könntest. Oder noch besser, Du würdest deine KI nur mit deinen Werken trainieren (auch das ginge) und sie zeichnet bzw. kreiert dann nur genauso wie Du es ebenfalls kreieren würdest nur halt nur nach deiner Anweisung. Was wäre das dann? Es wäre im Prinzip dein perfekter Schüler. Aber ist das dann Kunstraub? Ist es nicht im Prinzip das gleiche nur in einem größeren Maßstab?
3. Das mit den Kriegswaffen wollen wir nicht weiter vertiefen, aber der Mensch hat es in der Vergangenheit bereits mehrfach geschafft, sich mit eigens entwickelten Waffen (ohne Hilfe von KI gab es auch schon die Atombombe..) zu bekriegen und Millionen über Millionen zu töten. Dafür benötigt es keine KI, nur uns Menschen.
4. "es würden uns keine langweiligen Aufgaben abgenommen". Ich denke auch da bist Du etwas auf der falschen Fahrbahn unterwegs, denn genau das kann und macht Ki bereits (sofern es die Unternehmen zulassen). Aber auch im Alltag von jedem selber, jeder der sich auch nur ein wenig damit beschäftigt hat sich bereits einige Automatismen erstellt, die immer wiederkehrende Tätigkeiten für einen übernehmen. Oftmals ist man sich dessen gar nicht bewusst, weil es für einen heute selbstverständlich ist. Oder wer kennt nicht noch Thermostate für die Heizung die man manuell regeln musste, oder Waschmaschinen die heutzutage automatisch Wassersparend arbeiten, Navis (na wer ist noch mit Karte gefahren?

), Outlook und die automatischen Erinnerung an Termine (früher gab es noch die manuellen Kalender die man von Hand pflegen musste und man entweder selbst an den Termin denken musste, oder eine Sekretärin hatte die es tat..). Ich denke ihr habt verstanden worauf ich hinaus möchte.
Es ist nicht die Frage ob wir KI wollen oder nicht wollen. Man kann sich jetzt dagegen versperren und sich auf die Seite stellen "Nein, ich boykottiere das", das ist jedermanns recht. Aber man sollte immer wieder bedenken, dass der Fortschritt nicht aufzuhalten ist. KI wird nicht mehr weggehen und sie wird tagtäglich besser. Ob uns das gefällt oder nicht.
Und nochmal speziell an dich Dirk, ich kann dich aufgrund deiner Tätigkeit zu 100% verstehen, dass Du eine Abneigung entwickelt hast, selbst ich kenne mehr als genug Personen dir direkt ebenfalls von der KI Thematik betroffen sind. Aber genauso wie ihnen kann ich dir nur den Rat geben, dich besser früher als später damit abzufinden und vor allem, dich damit zu beschäftigen. So kannst Du dein Praxiswissen nutzen und, davon bin ich überzeugt, qualitativ hochwertige Inhalte produzieren in einem Bruchteil der Zeit in der du es bisher geschafft hast, was auch dir mehr Zeit gibt dich um andere wichtige Dinge zu kümmern (Familie) oder eben deine Arbeit, sofern Du selbstständig bist, zu skalieren.
Sorry, ist doch was länger geworden wie beabsichtigt.