Dat Zorro
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Ahoi!
Vergangenen Mai haben wir einen kleinen Roadtrip hingelegt: Zuerst Efteling, dann Walibi Holland, dann nach Hause, und schließlich mit der Familie meiner Schwester nach Toverland gegondelt.
Das Beste, Efteling, zum Schluss.
Womit wir mit dem Schlimmsten anfangen.
Walibi Holland.
Es war Arsch.
So.
Es hat mir gezeigt, dass "ruhig" bei queue-times.com auch "Es fährt kaum was" bedeuten kann - im Sinne von "Abfertigungen sind unfassbar schlecht". Es sollte ruhig sein, weil wenige Leute da sind, und nicht, weil die Mitarbeiter Ewigkeiten zum Starten der Züge benötigen!
Ich hatte schon ein schlechtes Bauchgefühl, als ich sah, dass das Riesenrad nur eine einzige beladene Gondel hatte, die dann eine volle Umdrehung machte, obwohl mehrere Gruppen anstanden.
Besagtes Gefühl bestätigte sich mit El Condor. Noch am Laden als ein Zug schon darauf wartete, einzufahren (Waren zwei insgesamt)? Und dann kriegt die Singlerider-Line einen Zug für sich, und lässt die Hälfte der Plätze frei?
Nach gerade mal vier Stunden sind wir schon gegangen. Was wir da geschafft haben? El Condor, Eat My Dust (mit einer kaputten Reihe) und dieses komige Sombrero-Karussell, das nur von einem einzigen Mitarbeiter bemannt wurde. Der hat aber echt sein Bestes gegeben, armer Kerl.
Goliath war schon früh außer Betrieb infolge eines Defekts.
Konsistente Wartezeiten von mindestens 30+ Minuten, obwohl nur wenig los war. Ist da kein Geld für mehr (erfahrenes) Personal übriggeblieben?
War der einzige Park, der es je geschafft hat, dass ich freudig rein, und sauer raus war.
Aber zur Ehrenrettung von Walibi Holland: Musik und Fritten waren geil, auch die Mitarbeiter sind stets freundlich. Besonders der junge Herr, der uns an der YoY-Singlerider-Line (Übrigens nicht gefahren, da Ragequit) mitgeteilt hat, dass unsere Line wahrscheinlich eine längere Wartezeit als die Reguläre hat, ist ein Held!
Ich hoffe innigst, dass ich da einen beschissenen Tag erwischt habe. Für einen erneuten Versuch müsste man mich schon bestechen.
Nun, Toverland:
Hat den ganzen Tag über geregnet, sodass wir den Großteil im Land van Toos verbracht haben. Und wisst ihr wat? Ich hatte trotzdem jede Menge Spaß!
Für genaue Details verweise ich euch auf einen bereits bestehenden Report von mir.
Und endlich zum glorreichen Finale…
Ob ihr’s glaubt oder nicht, wir haben Efteling viel zu lang aufgeschoben – den ewigen Werbungen geschuldet. Entweder ohne Ende im Radio, oder Plakate an jeder Ecke. Zuerst dachte ich all die Jahre noch: „Wow, wenn die so sehr werben müssen, scheint’s ja nicht so gut zu sein.“ Vom Europa-Park habe ich in meinem ganzen Leben kaum was gesehen, nur an ein Plakat erinnere ich mich. Wozu auch, das haben die auch nicht nötig!
Aber okay, Efteling, du kleine Nervensäge, du hast gewonnen. Dann fahren wir halt zu dir hin und überzeugen uns höchstpersönlich davon! Ist dein intensives Marketing gerechtfertigt, oder haste nur eine große Klappe mit nix dahinter?
Zweimal waren wir da. Zuerst 2024 zur Aufklärung, dieses Jahr mit meinen Eltern.
Und… Grundgütiger…
Mit einem Mal waren wir in einer Welt voller Wunder.
Ich denke, über Efteling an sich brauche ich kaum Worte zu verlieren. Er ist schließlich wohlbekannt und wie es dort aussieht, kann, glaube ich, jeder selber anhand von Videos und Fotos nachvollziehen.
Ätsch.
Lasst mich aber dennoch auf eine Sache vorher eingehen:
Ihre Barrierefreiheit.
Efteling hat mit weeeeeeeeeeeeeeitem Abstand das beste Konzept, das ich je gesehen habe.
Zuallererst ist das der einzige Park den ich kenne, der E-Mobile anbietet. Zwar muss man diese für 20 Euro mieten, aber die kann man sich vorher reservieren lassen und glaubt mir, mein Vater war sehr, sehr froh darüber.
Viele Attraktionen haben extra Rollstuhlzugänge, und selbst der Dampfzug (Nun leider elektrisch) verfügt über extra Rampen, damit auch Rollifahrer mitreisen können. Droomvlucht kommt sogar mit einer VR-Station!
Da kann sich die Konkurrenz sehr gerne von denen eine Scheibe abschneiden.
Nun muss ich leider gestehen, dass wir weder im Märchenwald, noch beim Volk van Laaf waren. Seid euch aber gewiss, das werden wir bei unserem nächsten Besuch nachholen!
Nachfolgend sämtliche Coaster und großen Darkrides in alphabetischer Reihenfolge, wobei einer einen Überraschungshit für mich darstellt. Könnt ihr den erraten?
Baron 1898
Achtung, Rant incoming:
Ich habe noch nie verstanden, warum man bei Achterbahnen irgendwelche Geschichten erzählen will. Inwiefern bringen Lifthügel, hohe Geschwindigkeiten, Inversionen, etc. den Plot zur Geltung? Interessiert die jemand ernsthaft, während man durch Kurven heizt? Gibt es wirklich jemanden, der am Ende der Fahrt aussteigt und sich denkt: „Beste Story EVAR!“?
Zum Beispiel, Baron 1898 – eine Goldmine in Besitz eines Eumels, der vor dessen Eröffnung auf eine Goldader in einer Höhle gestoßen ist, die – Plottwist – von ausschließlich weiblichen Geistern heimgesucht wird und ihn allem Anschein nach umbringen, bis er plötzlich wieder auftaucht und von niemandem erkannt wird? Ich frage an der Stelle mal nicht, warum sich Geister um schimmerndes Metall scheren, das sie nicht mal als Schmuck oder so tragen.
Ach ja, und natürlich spukts in der Mine immer noch und dem Typen ist es offenbar total egal, dass seine Leute immer rausgejagt werden. Ach, und das Meiste davon weiß man sowieso nur, wenn man sich den Trailer angeguckt hat. Hochqualitativ, ja, aber warum lagert man die eigentliche Story in externe Medien aus?
Okay, also wir sind neue Angestellte, die runter in die Mine zum Goldschürfen geschickt werden, kapiert. Also pflanzen wir uns in Züge, klettern den Schacht hoch, stürzen in die Mine herab (wow, schneller Aufzug), nur um innerhalb von paar Sekunden wieder rauszufliegen und irgendwo ohne Sinn und Zweck durch die Pampa zu sausen. Soll das ganze Chaos eine Abfolge von „OH SHIT GEISTER! *in Panik kopflos einen Salto schlag und kopflos rumrenn*“ symbolisieren? Und schließlich kommen wir wieder in der Schmelze (?) an, allerdings ohne Gold. Und ohne Job. Ups.
Darkrides eignen sich ja durch ihr langsames Tempo und den Einsatz von Szenen und Animatronics ausgezeichnet dafür. Warum also Coaster?
Phantasialand macht das perfekt. Sie bauen ihre Anlagen um bestimmte Themen und Settings herum, verschwenden maximal einen Satz am Ganzen („Hier haste ein Jetpack von der Fluggesellschaft und Rookburgh als Spielplatz, viel Spaß!“), den Rest erledigt die eigene Vorstellungskraft, und ab die Post. Wat? Black Mamba? Pffft, Schluchten aus dem Herzen Afrikas und dalli!
Selbstverständlich ist das Ganze Baron 1898 nicht negativ anzulasten; aber ich glaube, man hätte nix verloren, wenn man die Aufwendungen für Filme, Autoren, usw. lieber in zusätzliche Szenerie – und Schiene – gesteckt hätte. Die Szenerie hört schließlich nach dem Sturz schon auf. Was da ist, ist natürlich wunderschön, keine Frage. Möchte man aber eine Geschichte haben, sollte man die halt auch zu Ende erzählen, und dazu gehört neben Beginn und Ende auch ein Mittelteil, der hier schlicht fehlt.
Rant Ende.
Ja, und was ist jetzt mit der eigentlichen Fahrt?
Yoah… ist schön.
Neben einem phänomenalen Beginn mit dem Minenschacht und dem halben Loop geht dem Kübel leider ratzfatz die Puste aus. Es ist mehr eine zufällig, ja, generisch wirkende Aneinanderreihung von Kurven und Helixen, bis es ziemlich plötzlich nach einer kurzen Fahrt wieder endet. Es sieht zudem größer aus, als es eigentlich ist.
Das Ticketsystem wirkt auf den ersten Blick im Zusammenspiel mit der Pre-Show unnötig kompliziert, in der Praxis aber erweist es sich als Effizienzmonster. Durch die vorherige Vergabe von Sitzreihen wird unnötiges Prügeln um Plätze verhindert, und als Bonus scheinen Singlerider bevorzugt die erste Reihe zu ergattern. Zumindest war ich meistens vorn, und lasst mich euch sagen: so über dem Abgrund zu hängen, lässt durchaus ein mulmiges Gefühl aufkommen.
Die Fotostelle ist aber unglücklich gewählt. Sie ist direkt am Eingang des Tunnels platziert, und wenn man Pech hat, ist man auf dem Foto vom Nebel verdeckt. Eine Taktik, um Re-Rides anzuregen? O:
Danse Macabre
Der heißeste Scheiß nachdem Luigi das Geisterschloss zerlegt hat. Hier gibt’s einen Plot irgendwo, aber den muss man schon auf der Efteling-Website finden.
Die Warteschlange in Form eines Friedhofs ist etwas konfus aufgebaut: Sie ist in mehrere Bereiche durch Türen getrennt, die von Angestellten überwacht werden, und in bestimmten Abständen werden Gruppen reingelassen. Im Endeffekt wirkt das Ganze länger als es tatsächlich ist. Lasst euch aber dennoch gesagt sein, dass es flott vorangeht, sobald man die erste Tür passiert hat.
Hier wartet ein Darkride der ganz besonderen Art auf euch: ein Karussell mit einem Live-Konzert, dessen Mitglieder mal mehr, mal weniger tot sind. Ihr setzt euch auf Konzertbänke mit einer lächerlich großen Kapazität und dreht euch gemächlich umher, während ihr dem Orchester lauscht und die Dekoration begutachtet. Später bewegen sich die Bänke zusätzlich wellenartig auf und ab, aber festhalten muss man sich nicht. Tatsächlich ist das größte „Problem“, dass man keine Ahnung hat, auf was man sich konzentrieren soll: Die Thematisierung, oder das Konzert? Beides ist perfekt und gleichzeitig geht’s nicht – das müsst ihr schon selber entscheiden.
Wie es sich bei solchen Veranstaltungen gehört, ist Applaus selbstverständlich Pflicht!
Schade: Die Sitze und Bügel sind eng beschnitten wie bei neueren Minenbahnen. Absolut nichts für Menschen mit breitem Körperbau und viel Bauch und Hüfte. Mein Vater konnte leider nicht mit.
Nichtsdestotrotz Shoutout an meinen Sitznachbarn, der die ganze Fahrt über Luftgeige gespielt hat!
De Vliegende Hollander
Ich bin untröstlich, das zu sagen, aber...
Warum ist das ein Coaster?
Die Warteschlange mit ihren Büros, Lagerräumen, Amsterdams Katakomben und den Docks bei Nacht ist schlicht und ergreifend phänomenal und neben der von Piraten in Batavia die Schönste, die ich je gesehen habe. So schön, dass ich absolut kein Problem hatte, eine halbe Stunde zu warten. Und der Darkride-Part erst, geil geil geil! Zuerst an angedockten Schiffen vorbei neben denen man sich absolut winzig fühlt, und dann im Nebel durch die Nacht, bis sich schließlich der fliegende Holländer im Gewitter zeigt… ein Traum.
Und dann kommt die Fahrt und der ganze Zauber ist dahin.
Ich mach’s kurz, was für eine kurze Fahrt passend ist: ich kann mich beim besten Willen nicht an das Layout erinnern. Bis auf die Haarnadelkurve, die ist toll. Der Rest, ja, schon vergessen. Man wird nicht mal nass, wenn man im Becken landet. Vielleicht ein paar Tropfen. Und das war’s. Kein Witz.
Nochmal: Warum ist das ein Coaster?
Für mich würde es als Grusel-Darkride wesentlich besser funktionieren und Eftelings Portfolio um eine weitere Weltklasse-Attraktion ergänzen.
Die Abfertigung lässt zudem etwas zu wünschen übrig.
Droomvlucht
Traumflug ist bei diesem Namen Programm. In dreisitzigen Gondeln fährt man durch traumhafte Wälder voller Feen und Gnomen/Kobolden (?), und es endet mit einem schnellen Helix nach unten um einen riesigen Baum herum, bis man sich wieder an der Station wiederfindet. Wie bei Symbolica auch will ich nicht spoilern, aber es hat schon seinen Grund, warum es nach Symbolica der beste Darkride ist. Je nachdem, wen man fragt, ist Droomvlucht sogar besser. Persönlich mag ich Symbolica lieber, aber das ist schon eine echt harte Entscheidung.
Das Konzept für Schwerbehinderte ist soweit aber einzigartig und zeigt nur, wie sehr Efteling auf Zugänglichkeit setzt: Weil aus Sicherheitsgründen allen Personen der Zugang verwehrt wird, die keine Leitern benutzen können, steht eine spezielle VR-Station bereit, über der die Fahrt trotzdem miterlebt werden kann. Ich wünschte, das könnte man für alle Attraktionen einführen.
Fata Morgana
Ein Dankride im Stile von Piraten in Batavia, aber fokussiert auf arabische Sagen – vermutlich auch auf Tausendundeine Nacht. Hat einen weißbärtigen Zauberer der aussieht als wäre er dem Nordpol entflohen, keine Ahnung, vielleicht taucht der irgendwo in den Geschichten auf. Erwartet jemand ernsthaft, dass ich die, laut Wikipedia, 550 Geschichten auswendig kenne?
Man fährt durch Dschungel, Paläste, einen geschäftigen Hafen, erlebt einen Angriff auf eine Festung, und begegnet sogar einem Riesen. Leider fühlt sich die Zielgerade für mich unfertig an: die Verliese sehen zwar toll aus und erzeugen eine bedrohliche Stimmung, aber sind völlig leer. Keine Animatronics, keine technischen Spielereien wie Hologramme, nix. Die Einfahrt in die Station erfolgt so plötzlich, man mag sich fragen, ob ihnen die Ideen, der Platz, oder das Budget ausgegangen sind. Bestimmt werden die sich dabei etwas gedacht haben, aber mir gefällt‘s eher weniger.
Was es aber auf jeden Fall vorbildlich macht, ist die Zugänglichkeit für Schwerbehinderte. Diese bekommen eine eigene Warteplattform für sich, und werden dann nach und nach in eigene Boote gesetzt. Warum man die Boote allerdings nur grüppchenweise besetzt und nicht vollmacht, weiß ich nicht. Die Wartezeiten können sich dadurch enorm verlängern.
Joris en de Draak
Yep, richtig geraten: das hier ist mein Überraschungshit! Ich kann’s selber kaum glauben, aber das ist mit Abstand der beste Woodie, den ich gefahren bin. Fährt sich richtig angenehm, und der Duell-Aspekt wird hier ausgezeichnet umgesetzt, gepaart mit Momenten in denen sich die Kontrahenten sehr nahe kommen. Man fühlt sich echt, als würde man ein Rennen fahren, und man versucht irgendwie alles, um den eigenen Zug wenigstens etwas zu beschleunigen. Zwar habe ich keine Ahnung, ob ein Zug, der in der ersten Hälfte hinten liegt, noch aufholen kann, aber dem Drang zum Gewinnen tut’s keinen Abbruch.
Meine Abneigung Woodies gegenüber wird es leider nicht ablegen können. Nichtsdestotrotz werde ich beim nächsten Eftelingbesuch wieder mit Freuden dabei sein!
Bis es nachlässt wie Wodan.
Max & Moritz
Nennt mich einen Banausen, denn ich kenne die beiden Eumel höchstens vom Hören her. D:
Verkauft sich als Dueling Coaster mit angetriebenen Zügen, hat mit Duellieren aber nix am Hut, da beide in entgegengesetzte Richtungen losfahren und nicht miteinander interagieren. Meist krebsen beide in irgendwelche Ecken rum. Dass sie aber gleichzeitig in die Stationen einfahren, ist nichtsdestotrotz schick.
Eine Familienachterbahn durch und durch. Weder schnell noch besonders aufregend, aber wie alles andere im Park (Außer Python natürlich) klasse thematisiert, und eine Kuckucksuhr signalisiert den Start. Warteschlange geht auch immer angenehm flott voran, vor allem dank der hohen Kapazität der Züge.
Pirana
Fast vergessen, dass es existiert.
Wildwasser-Rafting mit Maya-Architektur, und angenehmer Länge. Ansonsten kann ich dazu kaum etwas sagen, weil absolut nichts heraussticht. Wie beim Djenguriver im Toverland passiert wenig, und die Nässe hält sich in Grenzen. Schade. :/
Python
Zunächst muss man leider sagen, dass es unbeschreiblich hässlich ist. Es ist halt ein Fertigprodukt aus dem Hause Vekoma, völlig unthematisiert, und existiert im Vakuum vor sich hin. Man hatte mir gesagt, dass es aus Eftelings früheren Tagen stammt; aber muss man den Kübel unbedingt jahrelang so nackt stehen lassen? Vielleicht ein bisschen Dschungelszenerie? Argh!
Aber okay, wie fährt es sich? Zugegeben hatte ich wegen meiner schlechten Erfahrungen mit den SLCs und Horrorgeschichten über Korkenzieherbahnen (Nicht von Vekoma, aber dennoch) ziemliche Vorbehalte – und kam erfreut wieder raus!
Sieht grottig aus, aber fährt sich umso besser. Besonders dem Doppelloop war ich sehr angetan, läuft absolut flüssig und ohne Probleme. Würden sie das Ding noch thematisieren, würde es einer meiner Lieblinge werden.
Symbolica
Schwerbehinderte gelangen durch einen Tunnel zur Station, müssen in einem Nebenraum warten, und werden anschließend zu einer Station begleitet, in der sie in einen eigenen Wagen gesetzt werden. Mit diesem ordnet man sich dann hinter anderen Wagen an wie im Reißverschlussverfahren. Geil!
Jedoch ist mir die Abfertigung für Schwerbehinderte ein Enigma. Warum wir, glaube ich, neben der regulären Wartezeit von 20 Minuten nochmal ungefähr dasselbe im Wagen hocken mussten, bevor wir endlich losgefahren sind, muss mir bitte jemand erklären.
So, das Schlechte ist schon weg, dann können wir für den Rest zum Tollen kommen!
Verdammt, wo fange ich mit der Schwärmerei denn an?
Ihr pflanzt euch in verschiedenfarbige Wägen – grün, rot, oder blau – mit sechs Personen Kapazität und fährt anschließend durch ein Schloss voller Magie und Wunder. Je nach Farbe schlagt ihr einen anderen Weg ein, und das Betätigen eines Knopfs vorne löst bei bestimmten Szenen diverse Effekte und Animationen aus. Kinder werden begeistert sein!
Keine Spoiler an der Stelle, die würden bloß jegliche Spannung rausnehmen.
Ich könnte noch jede Menge zu den einzelnen Szenen schreiben, aber ich möchte nicht spoilern. Glaubt mir nur, dass Symbolica zweifelsohne das Beste ist, das Efteling zu bieten hat. Einen Darkride, der mir mehr Freude bereitet hat, kenne ich nicht.
Es ist unbeschreiblich schön, frisst Warteschlangen, dauert gefühlt zehn Minuten – ein wahrgewordenes Märchen, das ich vermutlich den ganzen Tag fahren könnte, ohne dass es langweilig wird.
Und als Bonus obendrauf gibt es anschließend einen Souvenirshop, der keine Wünsche offen lässt.
Villa Volta
Von dem, was ich gehört habe, eine der besten Mad Houses in Europa. Zumindest was die äußeren Werte angeht, kann ich dem zweifellos zustimmen: Es ist eine wunderschöne Villa (lol) in der jemand tatsächlich hausen könnte, und die eigentliche Fahrt findet in einem hellen Bankettsaal mit abgedunkelten Fenstern statt. Finde ich zumindest schon ansprechender als den Feng Ju-Palace. Und die Figur des Besitzers, der einem die Story verklickert, ist zudem derart lebensecht animiert, man kann sie teils nicht von einem echten Menschen unterscheiden.
Und hier kommt das größte Problem: versteht man kein Niederländisch, geht der Plot an einem vorbei. Was schade ist, weil es gibt viel Plot, der sich zudem sehr spannend anhört. Leider habe ich bis auf „Verfluchte Villa“, und dass der Eumel das voll doof findet, nix kapiert. Da hab ich es halt lieber, wenn sich ein chinesischer Prinz und ein Dämon zu sensationeller Musik mit durchchoreographierten Kampfsporttechniken gegenseitig vermöbeln.
Die Fahrt ist… na ja, kennt man ein Mad House, kennt man alle, schätze ich. Wird vielleicht Platz 1, wenn man wüsste, worum’s überhaupt geht.
Vogel Rok
Ein furchtbar unterschätzter und unbeachteter Coaster. So unbeachtet, dass sie an beiden Besuchen Wartezeiten von fünf Minuten bis Walk-On und Sitzenbleiben hatte. Und ich verstehe das beim besten Willen nicht. Ist es, weil es am anderen Ende des Parks liegt?
Egal, hier haben wir einen stockdusteren Indoor-Coaster mit einer lächerlich gigantischen Halle und – von dem, was man sehen kann – prächtiger Szenerie während der Fahrt. Man fährt einen kurzen Hügel hoch… und dann gibt das Ding derart Gas, man fragt sich, ob’s für Familien oder Thrillfans ist. Vielleicht mag es tatsächlich nicht so schnell sein, aber verdammt, es fühlt sich an als würde man schlicht rasen! Es entfacht sogar dasselbe Gefühl heillosen Chaos wie der zweite Drop bei Colorado Adventure, und bis auf eine kurze Pause mittendrin, ist stets Höchsttempo angesagt. Leider etwas kurz, aber bei den Wartezeiten ist man in Windeseile wieder drin und unterwegs. Eine der wenigen Bahnen, denen ich kaum bis nichts ankreiden kann. Top!
Was aber auf jeden Fall angekreidet werden muss, ist die mangelnde (fehlende?) Klimatisierung. Es ist eklig warm wie im Treibhaus und der Wind während der Fahrt hilft kaum dagegen.
Luigi wins!
Es gibt selbstverständlich noch mehr im Petto, jedoch ausschließlich Flatrides, die ich nicht nennenswert finde. Die Oldtimerfahrt ist eine, nun, Oldtimerfahrt, und die Bootsfahrt (Dessen Boote überraschend schäbig aussahen) durch den See ist eine Bootsfahrt durch den See. Was soll man denn großartig zu denen sagen?
Carnaval Festival leider voll verpeilt. :/
Wenn TVTropes Glauben geschenkt werden kann, dann liegt Efteling in enger Konkurrenz bezüglich Besucherzahlen mit dem Europa-Park in ganz Europa, hinter Disneyland. Ob das stimmt oder nicht kann ich nicht beurteilen – persönlich glaube ich’s nicht -, aber wenn ich eines sagen kann, dann dass diese wohlverdient sind.
Teilen wir die Lobeshymnen? Absolut! Wir hatten eine magische Zeit in einer Welt voller Wunder, staunen immer noch über die Barrierefreiheit, und möchten liebend gerne wieder zurück!
Vergangenen Mai haben wir einen kleinen Roadtrip hingelegt: Zuerst Efteling, dann Walibi Holland, dann nach Hause, und schließlich mit der Familie meiner Schwester nach Toverland gegondelt.
Das Beste, Efteling, zum Schluss.
Womit wir mit dem Schlimmsten anfangen.
Walibi Holland.
Es war Arsch.
So.
Es hat mir gezeigt, dass "ruhig" bei queue-times.com auch "Es fährt kaum was" bedeuten kann - im Sinne von "Abfertigungen sind unfassbar schlecht". Es sollte ruhig sein, weil wenige Leute da sind, und nicht, weil die Mitarbeiter Ewigkeiten zum Starten der Züge benötigen!
Ich hatte schon ein schlechtes Bauchgefühl, als ich sah, dass das Riesenrad nur eine einzige beladene Gondel hatte, die dann eine volle Umdrehung machte, obwohl mehrere Gruppen anstanden.
Besagtes Gefühl bestätigte sich mit El Condor. Noch am Laden als ein Zug schon darauf wartete, einzufahren (Waren zwei insgesamt)? Und dann kriegt die Singlerider-Line einen Zug für sich, und lässt die Hälfte der Plätze frei?
Nach gerade mal vier Stunden sind wir schon gegangen. Was wir da geschafft haben? El Condor, Eat My Dust (mit einer kaputten Reihe) und dieses komige Sombrero-Karussell, das nur von einem einzigen Mitarbeiter bemannt wurde. Der hat aber echt sein Bestes gegeben, armer Kerl.
Goliath war schon früh außer Betrieb infolge eines Defekts.
Konsistente Wartezeiten von mindestens 30+ Minuten, obwohl nur wenig los war. Ist da kein Geld für mehr (erfahrenes) Personal übriggeblieben?
War der einzige Park, der es je geschafft hat, dass ich freudig rein, und sauer raus war.
Aber zur Ehrenrettung von Walibi Holland: Musik und Fritten waren geil, auch die Mitarbeiter sind stets freundlich. Besonders der junge Herr, der uns an der YoY-Singlerider-Line (Übrigens nicht gefahren, da Ragequit) mitgeteilt hat, dass unsere Line wahrscheinlich eine längere Wartezeit als die Reguläre hat, ist ein Held!
Ich hoffe innigst, dass ich da einen beschissenen Tag erwischt habe. Für einen erneuten Versuch müsste man mich schon bestechen.
Nun, Toverland:
Hat den ganzen Tag über geregnet, sodass wir den Großteil im Land van Toos verbracht haben. Und wisst ihr wat? Ich hatte trotzdem jede Menge Spaß!
Für genaue Details verweise ich euch auf einen bereits bestehenden Report von mir.
Und endlich zum glorreichen Finale…
Ob ihr’s glaubt oder nicht, wir haben Efteling viel zu lang aufgeschoben – den ewigen Werbungen geschuldet. Entweder ohne Ende im Radio, oder Plakate an jeder Ecke. Zuerst dachte ich all die Jahre noch: „Wow, wenn die so sehr werben müssen, scheint’s ja nicht so gut zu sein.“ Vom Europa-Park habe ich in meinem ganzen Leben kaum was gesehen, nur an ein Plakat erinnere ich mich. Wozu auch, das haben die auch nicht nötig!
Aber okay, Efteling, du kleine Nervensäge, du hast gewonnen. Dann fahren wir halt zu dir hin und überzeugen uns höchstpersönlich davon! Ist dein intensives Marketing gerechtfertigt, oder haste nur eine große Klappe mit nix dahinter?
Zweimal waren wir da. Zuerst 2024 zur Aufklärung, dieses Jahr mit meinen Eltern.
Und… Grundgütiger…
Mit einem Mal waren wir in einer Welt voller Wunder.
Ich denke, über Efteling an sich brauche ich kaum Worte zu verlieren. Er ist schließlich wohlbekannt und wie es dort aussieht, kann, glaube ich, jeder selber anhand von Videos und Fotos nachvollziehen.
Ätsch.
Lasst mich aber dennoch auf eine Sache vorher eingehen:
Ihre Barrierefreiheit.
Efteling hat mit weeeeeeeeeeeeeeitem Abstand das beste Konzept, das ich je gesehen habe.
Zuallererst ist das der einzige Park den ich kenne, der E-Mobile anbietet. Zwar muss man diese für 20 Euro mieten, aber die kann man sich vorher reservieren lassen und glaubt mir, mein Vater war sehr, sehr froh darüber.
Viele Attraktionen haben extra Rollstuhlzugänge, und selbst der Dampfzug (Nun leider elektrisch) verfügt über extra Rampen, damit auch Rollifahrer mitreisen können. Droomvlucht kommt sogar mit einer VR-Station!
Da kann sich die Konkurrenz sehr gerne von denen eine Scheibe abschneiden.
Nun muss ich leider gestehen, dass wir weder im Märchenwald, noch beim Volk van Laaf waren. Seid euch aber gewiss, das werden wir bei unserem nächsten Besuch nachholen!
Nachfolgend sämtliche Coaster und großen Darkrides in alphabetischer Reihenfolge, wobei einer einen Überraschungshit für mich darstellt. Könnt ihr den erraten?
Baron 1898
Achtung, Rant incoming:
Ich habe noch nie verstanden, warum man bei Achterbahnen irgendwelche Geschichten erzählen will. Inwiefern bringen Lifthügel, hohe Geschwindigkeiten, Inversionen, etc. den Plot zur Geltung? Interessiert die jemand ernsthaft, während man durch Kurven heizt? Gibt es wirklich jemanden, der am Ende der Fahrt aussteigt und sich denkt: „Beste Story EVAR!“?
Zum Beispiel, Baron 1898 – eine Goldmine in Besitz eines Eumels, der vor dessen Eröffnung auf eine Goldader in einer Höhle gestoßen ist, die – Plottwist – von ausschließlich weiblichen Geistern heimgesucht wird und ihn allem Anschein nach umbringen, bis er plötzlich wieder auftaucht und von niemandem erkannt wird? Ich frage an der Stelle mal nicht, warum sich Geister um schimmerndes Metall scheren, das sie nicht mal als Schmuck oder so tragen.
Ach ja, und natürlich spukts in der Mine immer noch und dem Typen ist es offenbar total egal, dass seine Leute immer rausgejagt werden. Ach, und das Meiste davon weiß man sowieso nur, wenn man sich den Trailer angeguckt hat. Hochqualitativ, ja, aber warum lagert man die eigentliche Story in externe Medien aus?
Okay, also wir sind neue Angestellte, die runter in die Mine zum Goldschürfen geschickt werden, kapiert. Also pflanzen wir uns in Züge, klettern den Schacht hoch, stürzen in die Mine herab (wow, schneller Aufzug), nur um innerhalb von paar Sekunden wieder rauszufliegen und irgendwo ohne Sinn und Zweck durch die Pampa zu sausen. Soll das ganze Chaos eine Abfolge von „OH SHIT GEISTER! *in Panik kopflos einen Salto schlag und kopflos rumrenn*“ symbolisieren? Und schließlich kommen wir wieder in der Schmelze (?) an, allerdings ohne Gold. Und ohne Job. Ups.
Darkrides eignen sich ja durch ihr langsames Tempo und den Einsatz von Szenen und Animatronics ausgezeichnet dafür. Warum also Coaster?
Phantasialand macht das perfekt. Sie bauen ihre Anlagen um bestimmte Themen und Settings herum, verschwenden maximal einen Satz am Ganzen („Hier haste ein Jetpack von der Fluggesellschaft und Rookburgh als Spielplatz, viel Spaß!“), den Rest erledigt die eigene Vorstellungskraft, und ab die Post. Wat? Black Mamba? Pffft, Schluchten aus dem Herzen Afrikas und dalli!
Selbstverständlich ist das Ganze Baron 1898 nicht negativ anzulasten; aber ich glaube, man hätte nix verloren, wenn man die Aufwendungen für Filme, Autoren, usw. lieber in zusätzliche Szenerie – und Schiene – gesteckt hätte. Die Szenerie hört schließlich nach dem Sturz schon auf. Was da ist, ist natürlich wunderschön, keine Frage. Möchte man aber eine Geschichte haben, sollte man die halt auch zu Ende erzählen, und dazu gehört neben Beginn und Ende auch ein Mittelteil, der hier schlicht fehlt.
Rant Ende.
Ja, und was ist jetzt mit der eigentlichen Fahrt?
Yoah… ist schön.
Neben einem phänomenalen Beginn mit dem Minenschacht und dem halben Loop geht dem Kübel leider ratzfatz die Puste aus. Es ist mehr eine zufällig, ja, generisch wirkende Aneinanderreihung von Kurven und Helixen, bis es ziemlich plötzlich nach einer kurzen Fahrt wieder endet. Es sieht zudem größer aus, als es eigentlich ist.
Das Ticketsystem wirkt auf den ersten Blick im Zusammenspiel mit der Pre-Show unnötig kompliziert, in der Praxis aber erweist es sich als Effizienzmonster. Durch die vorherige Vergabe von Sitzreihen wird unnötiges Prügeln um Plätze verhindert, und als Bonus scheinen Singlerider bevorzugt die erste Reihe zu ergattern. Zumindest war ich meistens vorn, und lasst mich euch sagen: so über dem Abgrund zu hängen, lässt durchaus ein mulmiges Gefühl aufkommen.
Die Fotostelle ist aber unglücklich gewählt. Sie ist direkt am Eingang des Tunnels platziert, und wenn man Pech hat, ist man auf dem Foto vom Nebel verdeckt. Eine Taktik, um Re-Rides anzuregen? O:
Danse Macabre
Der heißeste Scheiß nachdem Luigi das Geisterschloss zerlegt hat. Hier gibt’s einen Plot irgendwo, aber den muss man schon auf der Efteling-Website finden.
Die Warteschlange in Form eines Friedhofs ist etwas konfus aufgebaut: Sie ist in mehrere Bereiche durch Türen getrennt, die von Angestellten überwacht werden, und in bestimmten Abständen werden Gruppen reingelassen. Im Endeffekt wirkt das Ganze länger als es tatsächlich ist. Lasst euch aber dennoch gesagt sein, dass es flott vorangeht, sobald man die erste Tür passiert hat.
Hier wartet ein Darkride der ganz besonderen Art auf euch: ein Karussell mit einem Live-Konzert, dessen Mitglieder mal mehr, mal weniger tot sind. Ihr setzt euch auf Konzertbänke mit einer lächerlich großen Kapazität und dreht euch gemächlich umher, während ihr dem Orchester lauscht und die Dekoration begutachtet. Später bewegen sich die Bänke zusätzlich wellenartig auf und ab, aber festhalten muss man sich nicht. Tatsächlich ist das größte „Problem“, dass man keine Ahnung hat, auf was man sich konzentrieren soll: Die Thematisierung, oder das Konzert? Beides ist perfekt und gleichzeitig geht’s nicht – das müsst ihr schon selber entscheiden.
Wie es sich bei solchen Veranstaltungen gehört, ist Applaus selbstverständlich Pflicht!
Schade: Die Sitze und Bügel sind eng beschnitten wie bei neueren Minenbahnen. Absolut nichts für Menschen mit breitem Körperbau und viel Bauch und Hüfte. Mein Vater konnte leider nicht mit.
Nichtsdestotrotz Shoutout an meinen Sitznachbarn, der die ganze Fahrt über Luftgeige gespielt hat!
De Vliegende Hollander
Ich bin untröstlich, das zu sagen, aber...
Warum ist das ein Coaster?
Die Warteschlange mit ihren Büros, Lagerräumen, Amsterdams Katakomben und den Docks bei Nacht ist schlicht und ergreifend phänomenal und neben der von Piraten in Batavia die Schönste, die ich je gesehen habe. So schön, dass ich absolut kein Problem hatte, eine halbe Stunde zu warten. Und der Darkride-Part erst, geil geil geil! Zuerst an angedockten Schiffen vorbei neben denen man sich absolut winzig fühlt, und dann im Nebel durch die Nacht, bis sich schließlich der fliegende Holländer im Gewitter zeigt… ein Traum.
Und dann kommt die Fahrt und der ganze Zauber ist dahin.
Ich mach’s kurz, was für eine kurze Fahrt passend ist: ich kann mich beim besten Willen nicht an das Layout erinnern. Bis auf die Haarnadelkurve, die ist toll. Der Rest, ja, schon vergessen. Man wird nicht mal nass, wenn man im Becken landet. Vielleicht ein paar Tropfen. Und das war’s. Kein Witz.
Nochmal: Warum ist das ein Coaster?
Für mich würde es als Grusel-Darkride wesentlich besser funktionieren und Eftelings Portfolio um eine weitere Weltklasse-Attraktion ergänzen.
Die Abfertigung lässt zudem etwas zu wünschen übrig.
Droomvlucht
Traumflug ist bei diesem Namen Programm. In dreisitzigen Gondeln fährt man durch traumhafte Wälder voller Feen und Gnomen/Kobolden (?), und es endet mit einem schnellen Helix nach unten um einen riesigen Baum herum, bis man sich wieder an der Station wiederfindet. Wie bei Symbolica auch will ich nicht spoilern, aber es hat schon seinen Grund, warum es nach Symbolica der beste Darkride ist. Je nachdem, wen man fragt, ist Droomvlucht sogar besser. Persönlich mag ich Symbolica lieber, aber das ist schon eine echt harte Entscheidung.
Das Konzept für Schwerbehinderte ist soweit aber einzigartig und zeigt nur, wie sehr Efteling auf Zugänglichkeit setzt: Weil aus Sicherheitsgründen allen Personen der Zugang verwehrt wird, die keine Leitern benutzen können, steht eine spezielle VR-Station bereit, über der die Fahrt trotzdem miterlebt werden kann. Ich wünschte, das könnte man für alle Attraktionen einführen.
Fata Morgana
Ein Dankride im Stile von Piraten in Batavia, aber fokussiert auf arabische Sagen – vermutlich auch auf Tausendundeine Nacht. Hat einen weißbärtigen Zauberer der aussieht als wäre er dem Nordpol entflohen, keine Ahnung, vielleicht taucht der irgendwo in den Geschichten auf. Erwartet jemand ernsthaft, dass ich die, laut Wikipedia, 550 Geschichten auswendig kenne?
Man fährt durch Dschungel, Paläste, einen geschäftigen Hafen, erlebt einen Angriff auf eine Festung, und begegnet sogar einem Riesen. Leider fühlt sich die Zielgerade für mich unfertig an: die Verliese sehen zwar toll aus und erzeugen eine bedrohliche Stimmung, aber sind völlig leer. Keine Animatronics, keine technischen Spielereien wie Hologramme, nix. Die Einfahrt in die Station erfolgt so plötzlich, man mag sich fragen, ob ihnen die Ideen, der Platz, oder das Budget ausgegangen sind. Bestimmt werden die sich dabei etwas gedacht haben, aber mir gefällt‘s eher weniger.
Was es aber auf jeden Fall vorbildlich macht, ist die Zugänglichkeit für Schwerbehinderte. Diese bekommen eine eigene Warteplattform für sich, und werden dann nach und nach in eigene Boote gesetzt. Warum man die Boote allerdings nur grüppchenweise besetzt und nicht vollmacht, weiß ich nicht. Die Wartezeiten können sich dadurch enorm verlängern.
Joris en de Draak
Yep, richtig geraten: das hier ist mein Überraschungshit! Ich kann’s selber kaum glauben, aber das ist mit Abstand der beste Woodie, den ich gefahren bin. Fährt sich richtig angenehm, und der Duell-Aspekt wird hier ausgezeichnet umgesetzt, gepaart mit Momenten in denen sich die Kontrahenten sehr nahe kommen. Man fühlt sich echt, als würde man ein Rennen fahren, und man versucht irgendwie alles, um den eigenen Zug wenigstens etwas zu beschleunigen. Zwar habe ich keine Ahnung, ob ein Zug, der in der ersten Hälfte hinten liegt, noch aufholen kann, aber dem Drang zum Gewinnen tut’s keinen Abbruch.
Meine Abneigung Woodies gegenüber wird es leider nicht ablegen können. Nichtsdestotrotz werde ich beim nächsten Eftelingbesuch wieder mit Freuden dabei sein!
Bis es nachlässt wie Wodan.
Max & Moritz
Nennt mich einen Banausen, denn ich kenne die beiden Eumel höchstens vom Hören her. D:
Verkauft sich als Dueling Coaster mit angetriebenen Zügen, hat mit Duellieren aber nix am Hut, da beide in entgegengesetzte Richtungen losfahren und nicht miteinander interagieren. Meist krebsen beide in irgendwelche Ecken rum. Dass sie aber gleichzeitig in die Stationen einfahren, ist nichtsdestotrotz schick.
Eine Familienachterbahn durch und durch. Weder schnell noch besonders aufregend, aber wie alles andere im Park (Außer Python natürlich) klasse thematisiert, und eine Kuckucksuhr signalisiert den Start. Warteschlange geht auch immer angenehm flott voran, vor allem dank der hohen Kapazität der Züge.
Pirana
Fast vergessen, dass es existiert.
Wildwasser-Rafting mit Maya-Architektur, und angenehmer Länge. Ansonsten kann ich dazu kaum etwas sagen, weil absolut nichts heraussticht. Wie beim Djenguriver im Toverland passiert wenig, und die Nässe hält sich in Grenzen. Schade. :/
Python
Zunächst muss man leider sagen, dass es unbeschreiblich hässlich ist. Es ist halt ein Fertigprodukt aus dem Hause Vekoma, völlig unthematisiert, und existiert im Vakuum vor sich hin. Man hatte mir gesagt, dass es aus Eftelings früheren Tagen stammt; aber muss man den Kübel unbedingt jahrelang so nackt stehen lassen? Vielleicht ein bisschen Dschungelszenerie? Argh!
Aber okay, wie fährt es sich? Zugegeben hatte ich wegen meiner schlechten Erfahrungen mit den SLCs und Horrorgeschichten über Korkenzieherbahnen (Nicht von Vekoma, aber dennoch) ziemliche Vorbehalte – und kam erfreut wieder raus!
Sieht grottig aus, aber fährt sich umso besser. Besonders dem Doppelloop war ich sehr angetan, läuft absolut flüssig und ohne Probleme. Würden sie das Ding noch thematisieren, würde es einer meiner Lieblinge werden.
Symbolica
Schwerbehinderte gelangen durch einen Tunnel zur Station, müssen in einem Nebenraum warten, und werden anschließend zu einer Station begleitet, in der sie in einen eigenen Wagen gesetzt werden. Mit diesem ordnet man sich dann hinter anderen Wagen an wie im Reißverschlussverfahren. Geil!
Jedoch ist mir die Abfertigung für Schwerbehinderte ein Enigma. Warum wir, glaube ich, neben der regulären Wartezeit von 20 Minuten nochmal ungefähr dasselbe im Wagen hocken mussten, bevor wir endlich losgefahren sind, muss mir bitte jemand erklären.
So, das Schlechte ist schon weg, dann können wir für den Rest zum Tollen kommen!
Verdammt, wo fange ich mit der Schwärmerei denn an?
Ihr pflanzt euch in verschiedenfarbige Wägen – grün, rot, oder blau – mit sechs Personen Kapazität und fährt anschließend durch ein Schloss voller Magie und Wunder. Je nach Farbe schlagt ihr einen anderen Weg ein, und das Betätigen eines Knopfs vorne löst bei bestimmten Szenen diverse Effekte und Animationen aus. Kinder werden begeistert sein!
Keine Spoiler an der Stelle, die würden bloß jegliche Spannung rausnehmen.
Ich könnte noch jede Menge zu den einzelnen Szenen schreiben, aber ich möchte nicht spoilern. Glaubt mir nur, dass Symbolica zweifelsohne das Beste ist, das Efteling zu bieten hat. Einen Darkride, der mir mehr Freude bereitet hat, kenne ich nicht.
Es ist unbeschreiblich schön, frisst Warteschlangen, dauert gefühlt zehn Minuten – ein wahrgewordenes Märchen, das ich vermutlich den ganzen Tag fahren könnte, ohne dass es langweilig wird.
Und als Bonus obendrauf gibt es anschließend einen Souvenirshop, der keine Wünsche offen lässt.
Villa Volta
Von dem, was ich gehört habe, eine der besten Mad Houses in Europa. Zumindest was die äußeren Werte angeht, kann ich dem zweifellos zustimmen: Es ist eine wunderschöne Villa (lol) in der jemand tatsächlich hausen könnte, und die eigentliche Fahrt findet in einem hellen Bankettsaal mit abgedunkelten Fenstern statt. Finde ich zumindest schon ansprechender als den Feng Ju-Palace. Und die Figur des Besitzers, der einem die Story verklickert, ist zudem derart lebensecht animiert, man kann sie teils nicht von einem echten Menschen unterscheiden.
Und hier kommt das größte Problem: versteht man kein Niederländisch, geht der Plot an einem vorbei. Was schade ist, weil es gibt viel Plot, der sich zudem sehr spannend anhört. Leider habe ich bis auf „Verfluchte Villa“, und dass der Eumel das voll doof findet, nix kapiert. Da hab ich es halt lieber, wenn sich ein chinesischer Prinz und ein Dämon zu sensationeller Musik mit durchchoreographierten Kampfsporttechniken gegenseitig vermöbeln.
Die Fahrt ist… na ja, kennt man ein Mad House, kennt man alle, schätze ich. Wird vielleicht Platz 1, wenn man wüsste, worum’s überhaupt geht.
Vogel Rok
Ein furchtbar unterschätzter und unbeachteter Coaster. So unbeachtet, dass sie an beiden Besuchen Wartezeiten von fünf Minuten bis Walk-On und Sitzenbleiben hatte. Und ich verstehe das beim besten Willen nicht. Ist es, weil es am anderen Ende des Parks liegt?
Egal, hier haben wir einen stockdusteren Indoor-Coaster mit einer lächerlich gigantischen Halle und – von dem, was man sehen kann – prächtiger Szenerie während der Fahrt. Man fährt einen kurzen Hügel hoch… und dann gibt das Ding derart Gas, man fragt sich, ob’s für Familien oder Thrillfans ist. Vielleicht mag es tatsächlich nicht so schnell sein, aber verdammt, es fühlt sich an als würde man schlicht rasen! Es entfacht sogar dasselbe Gefühl heillosen Chaos wie der zweite Drop bei Colorado Adventure, und bis auf eine kurze Pause mittendrin, ist stets Höchsttempo angesagt. Leider etwas kurz, aber bei den Wartezeiten ist man in Windeseile wieder drin und unterwegs. Eine der wenigen Bahnen, denen ich kaum bis nichts ankreiden kann. Top!
Was aber auf jeden Fall angekreidet werden muss, ist die mangelnde (fehlende?) Klimatisierung. Es ist eklig warm wie im Treibhaus und der Wind während der Fahrt hilft kaum dagegen.
Luigi wins!
Es gibt selbstverständlich noch mehr im Petto, jedoch ausschließlich Flatrides, die ich nicht nennenswert finde. Die Oldtimerfahrt ist eine, nun, Oldtimerfahrt, und die Bootsfahrt (Dessen Boote überraschend schäbig aussahen) durch den See ist eine Bootsfahrt durch den See. Was soll man denn großartig zu denen sagen?
Carnaval Festival leider voll verpeilt. :/
Wenn TVTropes Glauben geschenkt werden kann, dann liegt Efteling in enger Konkurrenz bezüglich Besucherzahlen mit dem Europa-Park in ganz Europa, hinter Disneyland. Ob das stimmt oder nicht kann ich nicht beurteilen – persönlich glaube ich’s nicht -, aber wenn ich eines sagen kann, dann dass diese wohlverdient sind.
Teilen wir die Lobeshymnen? Absolut! Wir hatten eine magische Zeit in einer Welt voller Wunder, staunen immer noch über die Barrierefreiheit, und möchten liebend gerne wieder zurück!
