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North East Highlights Tour #5: Knoebels Amusement Park

Fiorell

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Hallo Coasterfreunde!

Willkommen zum fünften Bericht zu unserer großen 'North East Highlights'-Tour. Dieses Mal geht es tief in den Wald von Pennsylvania, zu Knoebels Amusement Park.

Die North East Highlights Tour fand im Juni 2016 statt und führte uns durch folgende Parks:

3./4. Juni Six Flags New England
5. Juni Lake Compounce
5. Juni Quassy Amusement Park
6. Juni Luna Park Brooklyn
7. Juni Six Flags Great Adventure
8. Juni Dorney Park
9. Juni Knoebels Amusement Park
9./10. Juni Hersheypark
11. Juni Six Flags America
12. Juni Busch Gardens Williamsburg
13. Juni Kings Dominion
14. Juni Carowinds
15./16. Juni Dollywood
17. Juni Kentucky Kingdom
17. Juni Holiday World
18./19. Juni Kings Island
20. Juni Kennywood
21. Juni Waldameer
22./23. Juni Cedar Point
23./24. Juni Six Flags Great America


Der Pool im Wald

1926 gab es eine kleine Picknickstelle namens ‚Peggy’s Farm’ und zwei Bäche, die einen Swimming Pool speisten, in der tiefen Pampa von Pennsylvania. Man hatte damals auch Ferienhäuser, die von der Familie Knoebel verpachtet wurden. In diesem Jahr beschloss man, neben dem Swimming Pool weitere Attraktionen in den Wald zu bauen...

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Der Knoebels Amusement Park ist heute der größte Park mit ‚Free Admission’ in den USA und hat tatsächlich schon sechs heftige Überschwemmungen hinter sich (die erste kam mit Hurrican Agnes im Jahre 1972). Die Markierungen der jeweiligen Wasserstände (manche auf Kopfhöhe) findet man an verschiedenen Stellen im Park – man ist stolz auf die Überschwemmungen in Pennsylvania. Oder besser gesagt: Man ist stolz darauf, dass dies keine Gründe zum Aufgeben waren.

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Hügel, Wald, Ente und Maulwurf. Wo sind die Achterbahnen?

Das Parken bei Knoebels ist umsonst, der Eintritt auch. Nur die Fahrgeschäfte kosten etwas. Entsprechend viel Auflauf ist im Park unterwegs. Nachdem die Kassiererin (wieder einmal) verkündete, sie kenne jemanden aus Deutschland und wie ‚nice’ es dort doch wäre, hatten wir Probleme uns von der freundlichen Dame zu trennen, die einfach immer weiter freundlich drauf los plapperte. Typisch für unseren USA-Trip. Irgendjemanden der aus Deutschland kommt oder dort mal war kennen die immer. Und Small Talk lieben sie auch.

Unsere Prioritäten lagen aber nicht beim Fraternisieren mit den Einheimischen, wir wollten Achterbahnen! Unser erstes Ziel war dann auch Flying Turns.

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Dieser Eigenbau einer Holz-Bobbahn ist ein echtes Unikat – und wird es vermutlich auch längere Zeit bleiben. Tatsächlich wurden früher mehrere Bobbahnen aus Holz gebaut, eine Holzbobbahn namens ‚Flying Turns’ wurde in den 30ern von einem britischen Piloten namens John Norman Bartlett zusammen mit John A. Miller in mehreren Parks aufgebaut.

History Lessons

Hm, John Miller, schon mal gehört? Ein Sohn einer deutschen Einwanderungsfamilie wurde 1872 in Illinois mit dem Namen August John Müller geboren und wird gerne als der ‚Thomas Edison der Achterbahn’ bezeichnet. Mit 19 Jahren fing er an bei der Philadelphia Toboggan Company zu arbeiten (die von einem anderen Achterbahn-Pionier namens LaMarcus Adna Thompson gegründet wurde - ja, die hatten damals noch Namen! Thompson baute u.a. Rutschebanen in Kopenhagen und die erste Hochschaubahn in Wien). Miller wurde dort recht schnell der leitende Techniker und war ein echtes Achterbahntechnik-Käpsele. Satte 130 Patente sammelte Miller, u.a. erfand er die Rückrollsicherung am Lifthill (das berühmte Klackern) und, seine größte Tat, die ‚Underfriction Wheels’. Das sind die Räder, die unterhalb der Schiene laufen um ein Abheben des Zuges zu verhindern. Davor gab es nur Sidefriction-Bahnen.

Zusammen mit dem Baununternehmer Harry C. Baker (der baute 1927, ohne Miller, den Cyclone in Brooklyn) gründete er 1920 eine eigene Firma. Die beiden erfanden den ersten Spinning Coaster (namens Dip-Lo-Docus), aber bereits 1923 trennten sich die beiden wieder und Miller gründete die John A. Miller Company.

Von Miller gebaute Achterbahnen sind u.a. der Big Dipper in Blackpool, Jack Rabbit und Racer in Kennywood und The Wild One in Six Flags America. Das sind zumindest die, die ich schon gefahren bin. Miller baute sogar Racing Coaster mit drei Spuren! Insgesamt war er an beinahe 150 Bahnen beteiligt.

Wie dem auch sei, zusammen mit Norman Bartlett baute er also Ende der 20er die Holz-Bobbahnen. Die erste wurde im Lakeside Park gebaut, aber weder Bahn noch Park existieren heute noch.

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Knoebels nahm den Bau einer modernen Holz-Bobbahn im Jahre 2006 in Angriff, aber es dauert geschlagene 7 Jahre bis die Bahn fahrbereit war. Das größte technische Problem war die Kontrolle des Fahrverhaltens der Züge, an denen jahrelang herumgebastelt wurde.

Die heutige Lösung wiegt (!) die Fahrgäste und verteilt sie danach auf die einzelnen Wägen.

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Gewogen und für zu leicht befunden.

Flying Turns hat zwei Lifthills. Nach dem ersten kommt eine kürzere, eher zurückhaltende Abfahrt. Aber die zweite Abfahrt hat es dann schon eher in sich!

Knoebels hat es tatsächlich geschafft, eine heftig ausschwingende Bobbahn zu bauen, die auch noch angenehm "smooth" fährt. Ein absolutes ‚Daumen hoch!’ für diesen zweiten Abschnitt. Schade ist nur, dass dieser Abschnitt nach knapp 20 Sekunden beendet ist. Angesichts der langen Bauzeit ist verständlich, dass man hier jetzt aus monetären Gründen nicht auch noch Längenrekorde aufstellen konnte. Aber Schade ist es trotzdem, denn durch die Wiege-Prozedur und die geringe Kapazität der Züge muss man recht lange für dieses Schmuckstück anstehen.

Wertung: 7 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :)
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :eek:



Doch Knoebels hat noch einen größeren Knaller parat: Phoenix.

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Der größtes Teil des Gebälks des Holzcoasters Phoenix ist von 1948. Damals wurde die Bahn im Playland Park von Philadelphia Toboggan Coasters gebaut. Im Jahre 1985 transportierte man sie nach Knoebels – damals mit Kosten von 1,5 Millionen Dollar verbunden und der erste Transport einer Anlage dieser Größe. Aufgebaut wurde die Achterbahn mit Hilfe einer weiteren Achterbahn-Legende namens Charlie Dinn.

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Eine ‚ACE Coaster Landmark’ ist die höchste Auszeichnung, welche die "American Coaster Enthusiasts" vergeben.

Doch was kann eine Achterbahn aus dem Jahre 1948 mit einer Höhe von knapp 24 Meter schon groß reißen?

Die Antwort darauf ist: Viel. Sehr viel.

Die Ganze Anlage ist ein Beweis für die Aussage ‚Manchmal ist weniger mehr’. Die Bahn ist eigentlich ein ‚One Trick Pony’, denn das einzige Feature das sie besitzt sind Airtimehügel in verschiedenen Größen.
Aber, mein lieber Herr Gesangsverein, machen die einen Heidenspaß!

Hauptverantwortlich dafür ist das Bügelsystem, das einem ungeahnte Freiheiten auf den Kuppen der Bunny Hops bietet. Instinktives Festhalten gepaart mit einem unglaublich berauschenden Gefühl der Gefahr sind die Folge. Passiert ist auf der Achterbahn allerdings noch nichts – da steht sie erheblich besser da, als manch anderes Modell.

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Hatte Herr Bönisch einen Weichzeichner-Filter beim Fotografieren an?

Phoenix hat nicht umsonst seit über 20 Jahren einen festen Platz in den Top10 verschiedenster Holzachterbahn-Rankings. Und bei meiner persönlichen Liste ist er momentan auch auf Platz 6.

Tja, liebe Parkmanager: So einfach geht das! Da sind keine 80 Meter Höhe nötig, keine 12 Überschläge. Einfach ‚Out-and-Back’ mit viel Polster im Rücken. Zugegeben, heutige Sicherheitsstandards dürften ein derart offenes Bügelsystem allerdings problematisch machen...

Wertung: 9 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :)
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :eek:



Bei Knoebels findet man dann auch praktischerweise gleich das entsprechende Gegenbeispiel zu Phoenix. 1999 baute der Park eine zweite Holzachterbahn: Twister.

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Let’s twist again...

Diese Bahn von Philadelphia Toboggan Coasters verfolgt einen gänzlich anderen Ansatz als Phoenix. Hier gibt es gebankte Kurven und Helixes, und es geht kreuz und quer durch das achterbahneigene Gebälk.

Gebaut wurde Twister nach den Plänen von ‚Mr. Twister’, einer nicht mehr existierenden Holzachterbahn in Elitch Gardens. Man konnte jedoch aus Platzgründen das originale Layout nicht übernehmen, wodurch ein witziges und ziemlich einmaliges Element entstand: Der Lifthill wurde in zwei Teile geteilt, wie ein Treppenaufgang.

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Rechts ein Teil der Doppelhelix.

Twister ist leider auch wieder Opfer der „Zu früh gewollt“-Regel: Erst spätere Holzachterbahnen waren in der Lage ein derartiges Layout mit dem entsprechenden Pfeffer und einer zumindest andeutungsweise vorhandenen Laufruhe zu implementieren. So schaukelt und rappelt der Zug ganz schön unangenehm durch die Kurven und auch die doppelte Helix macht nur halb so viel Spaß, wie sie von außen verspricht. Im Vergleich zu den später erscheinenden CGI-Kreationen fehlt auch ein wenig die Rasanz.

So bleibt für den jüngeren Woody im Park nur ein ziemlich weit abgeschlagener zweiter Platz.

Wertung: 5 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :eek:
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :eek:



The Pyro-Cheese Incident!

Knoebels ist, zumindest in der amerikanischen Community, bekannt als Park mit „gutem Essen“. Einer Aussage, der wir nach dem Twister-Gerappel einmal auf den Grund gehen wollten.

Eines vorneweg: Gehobene Restaurants findet man in Knoebels nicht. Im Alamo bekommt man Kantinenessen, das gesamte restliche Essensangebot spielt sich auf Imbiss-Niveau ab. Immerhin, die Auswahl an Speisen ist riesig und international. Wir folgten einem Tipp aus dem Internet und suchten nach den Piroggen im Park. Damit nahm das Drama seinen Lauf...

Das erste Problem war, das wir den Imbiss-Stand mit den Piroggen nicht finden konnten. Es dauerte ein paar Umdrehungen um einen Picknick-FastFood-Komplex bevor wir das Schild mit der Aufschrift ‚Pierogies’ erspähen konnten. Es thronte über einer recht kleinen Bude, die ansonsten nur noch Würstchen und Burger-Sandwiches verkaufte.

Wir stellten uns an und ich hatte das Vergnügen, der erste in unserer Gruppe zu sein. Bevor der Spaß allerdings los geht, sollte der geneigte Leser einen Selbstversuch wagen: Wie spricht man wohl „Pierogies“ aus? Am besten versucht es der Leser einfach mal – dürfte doch nicht so schwer sein.

Na, ausprobiert? Gut.

Hinter dem Tresen werkelte eine etwas kräftigere Dame. Ich bestellte also (Lautsprache) „[pe:i:ro:gschee:s]“.

Es gab dann etwa eine Sekunde Denkpause, dann schrie die Dame, einer Walküre aus einer Richard Wagner-Oper gleich und mit einer Inbrunst das ein Echo in den nahen Bergen zu hören war: „WHAAAT?!“.

Sämtliche Leute auf den Gassen drehten sich ruckartig zum Imbiss-Stand um und begannen interessiert zu Gaffen. Ich vermute einmal, ich glotzte einfach nur entgeistert.

Im zweiten Anlauf überschlug sich die Stimme der Walküre sogar: „WHAT DO YOU WAAANT?!“.

Ich probierte es mit einer Wiederholung. Könnte ja sein, dass ich das erste Mal nicht korrekt verstanden wurde: „I want some [pe:i:ro:gschee:s]“.

Die Erwiderung der Schildmaid klang nun doch etwas höhnisch, als spräche eine Aufseherin in einer Klapsmühle mit einem aufsässigen, aber leicht trüben Insassen. Ihre Stimme hallte praktisch durch den gesamten Park und ich hatte den Eindruck, dass bereits die nahe gelegenen Fahrgeschäfte den Betrieb einstellten, da sowohl die Operatoren als auch die Fahrgäste neugierig herüberschielten:

„WE DON’T HAVE NO PYRO-CHEESE!“.

Dabei drehte sie sich um und lachte ausgiebig mit den beiden anderen Walküren in ihrem Kabuff.

Mir kam eine rettende Idee: Ganz groß über meinem Kopf hing ein Schild „Speciality: Pierogies!“. Ich deutete darauf und sagte mit gedämpfter Stimme (immer noch mit der Hoffnung, es gäbe im näheren Umkreis noch Personen, die diesen Zwischenfall hier nicht mitbekommen haben) etwas in der Art von „Here, this one.“.

„I DON’T KNOW WHAT’S ON THE SIGN!“

Ein Raunen und Stöhnen ging durch die Meute hinter mir und mir dämmerte so langsam, dass wir auf den denkbar absolutesten (das Wort gibt es natürlich nicht, aber heh, zur Verdeutlichung) Tiefpunkt eines möglichen Verkaufsgesprächs zusteuerten.

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Das unbekannte Schild.

An diesem Stand gibt es ein halbes Dutzend verschiedene Speisen. Aber die Walküre machte keine Anstalten eine gewisse geistige Transferleistung zu vollbringen. Ich versuchte sie auf den Umstand hinzuweisen, dass meine Aussprache nicht korrekt sein könnte:

„Oh, I’m sorry, we are from Germany.“

Und die Antwort kam genauso prompt wie laut und völlig am Thema vorbei:

„WE ARE HERE IN PENNSYLVAAAANIA!“

Was? Wie ist das denn passiert?! Ist mir ja überhaupt nicht aufgefallen, dass ich um die halbe Welt gereist bin um mir hier Piroggen zu bestellen! Pennsylvania? Oh Du meine Güte, sind wir etwa falsch abgebogen?

Bei Disney wären sicher die drei Walküren hänselnd und kichernd um mich herumgetanzt und hätten mir dabei ab und an kleine Blitze in den Allerwertesten geschossen. Dabei hätten sie lautstark „PENNSYLVAAANIA! PYRO-CHEESE!“ gesungen. Wir waren aber nicht bei Disney und ich erwartete eigentlich sekündlich, dass sich Kurt Felix aus dem Grabe erheben, sich bei mir verschmitzt lächelnd unterhaken würde und dabei „Sehen Sie diese Kamera dort?“ fragen würde. Aber Kurt Felix kam nicht.

Nun, das ganze Spielchen ging noch ein paar Minuten so. Ich war während dieser Zeit unsicher, ob ich mich mehr Schämen oder Fremdschämen sollte.
Es kam schließlich heraus, dass man Pierogies aus irgendeinem Grund [pa:row:gis] ausspricht. Und das Beste daran ist: Diese leicht verkochten Dinger mit läppischer Soße schmecken nicht mal toll!

Wir waren also weder vom Service (der ehrlich gesagt auf Dünnbrettbohrer-Niveau war) noch von der Qualität überzeugt. Minuspunkt für Knoebels.


Nun, vergessen wir das. Eigentlich sind wir ja nicht im Park um Piroggen zu essen, sondern um Achterbahnen zu fahren. Und da gibt es noch ein paar. Wir begaben uns also Richtung Eingangsbereich, denn dort wartet der Kiddie-Coaster Kozmo’s Kurves auf uns.

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Coasterfriend in der ersten Kurve!

Dieser Coaster ist von E&F Miler Industries, mit einem ‚L’ und hat damit auch nichts mit dem weiter oben genannten August John Miller zu tun. In den USA trifft man des Öfteren auf Kiddie-Coaster dieser Firma, deren Wurzeln auf ‚Miler Manufacturing’ zurückgehen, die 1940 gegründet wurden. Die Familie Miler betreibt diesen Laden nun schon in dritter Generation.

Wir haben es hier mit einem Custom-Design zu tun, dass über eine Bootsfahrt angelegt wurde. Wie alle von uns bisher gefahrenen E&F Miler Coaster, ist auch dieser hier recht akzeptabel.

Wertung: 4 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :)
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :eek:



Nicht unweit davon steht die Neuheit von 2015: Impulse.

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Mit Senkrechtlift und grellen Farben.

Es ist verständlich, das Knoebels zur Abrundung des Portfolios, eine Stahlachterbahn mit Überschlägen haben wollte. Die Frage ist nun, ob Zierer in der Lage ist, eine gute Variante eines Gerstlauer Inifinity abzuliefern. Denn genau so sieht Impulse letztendlich aus.

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Die Antwort darauf ist: Nicht ganz. Wir finden, dass die Infinity-Züge ein wenig bequemer sind und die Laufruhe ist bei Gerstlauer auch besser. Wie so oft bei Zierer, beginnen die Züge leicht unangenehm zu vibrieren. Ansonsten gibt es halbwegs Spaß auf dem Teil, mit seinem Senkrechtlift und der darauffolgenden Abfahrt. Die Erinnerung an den zweiten Teil der Bahn verblasst allerdings, was im allgemeinen kein gutes Zeichen ist.

Dazu kommt, dass die Bahn wie ein Fremdkörper im Park wirkt, dessen Farben ansonsten braun und warm sind. Ästhetisch gesehen also eher ein Fehlschuss.

Im Vergleich zu Zamperlas Versuch einen Eurofighter zu bauen (siehe Thunderbolt im Luna Park) schneidet Impulse aber immerhin noch besser ab.

Wertung: 6 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :)
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :mad:



Gut versteckt, denn kaum als solche zu erkennen, findet man die letzte Achterbahn im hinteren Teil des Parks: Black Diamond.

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Die Bahn wurde 1960 von Philadelphia Toboggan Coasters gebaut und fuhr bis 1998 in Moreys Piers als ‚Golden Nugget’. Moreys betrachteten jedoch die Bahn als irreparabel und verkaufte sie 2010 an Knoebels, welche die Bahn dann auch prompt reparierten.

Hier haben wir es eigentlich mit einem schwungvoll durchfahrenen Darkride zu tun. Der Lifthill ist gerade mal 10,7 Meter hoch, danach fährt die Bahn mit leichten Kurven und kleinen Abfahrten bis zum Ende durch. Es geht dabei wieder einmal in eine Mine und, wie soll es auch anders sein, die Mine macht das, was Minen immer tun - sie explodiert. Der Darkride-Part ist nostalgisch und streckenweise auch durchaus mit Atmosphäre, also unterm Strich etwas das herrlich Spaß macht und auf keinen Fall ausgelassen werden sollte.

Wertung: 7 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :)
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :)



Apropos Darkride: Auch das Haunted House namens Haunted House wusste zu gefallen.

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Wer also noch Tickets übrig hat, sollte auch dort mal vorbeischauen. Grundsätzlich muss man das Ticket-System bei Knoebels loben, denn letztendlich kommt man hier viel günstiger weg als z.B. im Luna Park in Brooklyn. Das ist auch deshalb von Bedeutung, da der Park ein paar seltenere Flatrides bietet, die dem Fan solcherlei Fahrgeschäfte sicherlich gefallen würden. Wir aber konnten sie einfach auslassen und bezahlten nur die Achterbahnen.

Der Park hat sicherlich seinen Flair, die Atmosphäre ist ein wenig wie bei einem Picknick-Platz im Wald. Dadurch bietet er einmal eine willkommene Abwechslung zu den beinahe schon sterilen und immer gleichen Parks der Six Flags- oder Cedar Fair-Ketten.

Weniger gefallen hat uns der Pyro-Cheese-Zwischenfall (das ist einfach peinlich und unprofessionell) und die sanitären Anlagen. Um das zu mögen sollte man nicht zimperlich und etwas anspruchsloser in Sachen Hygiene sein. Das Essensangebot war, zumindest nach dem was wir so gesehen haben, nicht so toll. Auf dem Canstatter Wasen, im Schlemmerdorf, bekommt man besseres.

Die Idee, Knoebels bei einer Tourplanung auszulassen, ist dennoch keine grandiose. Phoenix ist schlicht und ergreifend eine klassische Achterbahn-Offenbarung und so Dinger wie Flying Turns oder Black Diamond sind schon einzigartig!

Wie immer in dieser Berichtereihe, gibt es auch zu Knoebels Bewegtbilder:


Bis zum nächsten Bericht und immer schön hinter der gelben Linie bleiben!
 
Zuletzt bearbeitet:

Eulalia2002

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Den Bericht finde ich wieder mal super unterhaltsam und informativ. Vielen Dank!
 

Henni

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Pyro-Cheese lach:-)
Ich kann nich mehr...

Wieder mal ein genialer Bericht von dir... Nur schade, dass der Feuerwerks-Käse nicht ganz so gut geschmeckt hat.
 

Floooooo

CF Team IT
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Ich muss mich auch mal wieder melden: Wie immer ein sehr schön zu lesender, interessanter Bericht :) Danke dafür!

...jetzt gehe ich erstmal Pyro-Käse essen, und dann guck ich noch die CoasterCouch zum Bericht.
 

Mario M.

CF Team News
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Da bin ich ja froh, dass es damals als wir dort waren einen großen Herbstmarkt im/am Park gab. Das Philly Cheese Steak und die Fried Oreos waren da nämlich echt lecker :)

Wieder ein sehr amüsanter Bericht. Vor allem die kleine Geschichtsstunde war sehr interessant. Bin ja schon gespannt was uns dann erst im Kennywoodbericht erwartet, der Park hat ja auch sehr viele Hintergrundgeschichten zu bieten (hast du hier ja auch schon angedeutet) :eek:
 
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