• Willkommen im Coasterfriends Forum!

North East Highlights Tour #7: Six Flags America

Fiorell

CF Guru
CLUBMEMBER
Mitglied seit
2013
Beiträge
1.035
Logo.png


Hallo Coasterfreunde!

Willkommen zum siebten Bericht zu unserer großen 'North East Highlights'-Tour. Dieses Mal geht es in den Six Flags Park, der halt auch noch im Six Flags Pass enthalten ist: Six Flags America.

Die North East Highlights Tour fand im Juni 2016 statt und führte uns durch folgende Parks:

3./4. Juni Six Flags New England
5. Juni Lake Compounce
5. Juni Quassy Amusement Park
6. Juni Luna Park Brooklyn
7. Juni Six Flags Great Adventure
8. Juni Dorney Park
9. Juni Knoebels Amusement Park
9./10. Juni Hersheypark
11. Juni Six Flags America
12. Juni Busch Gardens Williamsburg
13. Juni Kings Dominion
14. Juni Carowinds
15./16. Juni Dollywood
17. Juni Kentucky Kingdom
17. Juni Holiday World
18./19. Juni Kings Island
20. Juni Kennywood
21. Juni Waldameer
22./23. Juni Cedar Point
23./24. Juni Six Flags Great America


Auf den Schwingen des Adlers?

Six Flags America ist ein recht junger Park: 1974 eröffnete der Milliardär Ross Perot zusammen mit ABC Television in der Nähe von Wahsington einen Drive-Through-Zoo. Ross Perot ist dabei ein Name, den man wahrscheinlich schon einmal gehört hat, eine schillernde Figur der jüngsten amerikanischen Geschichte, die nicht nur einen Zoo eröffnet hat. Perot, ein ehemaliger IBM-Mitarbeiter, gründete 1962 ‚Electronic Data Systems’ (EDS), vermutlich das erste IT-Dienstleistungsunternehmen der Welt und wurde damit reich. Doch sein Name tauchte auch später noch ein paar Mal auf, z.B. 1979 als bei der islamischen Revolution im Iran (der Schah wurde abgesägt) zwei Geiseln befreit wurden. Diese waren Angestellte von EDS und Perot stellte die Befreiungsaktion selbst als Privatmann auf die Beine.
Dieses wahnwitzige Unterfangen wurde später von Ken Follet in seinem Roman ‚Auf den Schwingen des Adlers’ verarbeitet.
Ein richtiger Cowboy also, dieser Ross Perot, der später auch als Präsidentschaftskandidat gegen George Bush und Bill Clinton antrat. Und durch solche Leute entstehen also Freizeitparks...

Zurück zum Zoo: Der produzierte nie genug Einnahmen und wurde mehrfach verkauft. Das änderte sich 1980 als der Park mit dem Namen ‘Wild World’ zusätzlich einen Wasserpark eröffnete. 1983 trennte man sich von den Tieren und 1992 musste man dann an Premier Parks verkaufen, die den Park ‘Adventure World’ nannten. Und damit landete er auch 2000 in der Six Flags Gruppe und wurde umbenannt in ‘Six Flags America’.

Six Flags America gilt weithin als der uninteressanteste und hässlichste Six Flags-Park mit den unfreundlichsten und langsamsten Operatoren.

Ein guter Grund für uns dort einmal vorbei zu schauen... J

IMG_0536.jpg


Dabei ist der Ersteindruck hinter dem Eingang eigentlich ziemlich gut. Der Park hat eine schöne, kleine Mainstreet und alles sieht sauber und hübsch aus. Leider ierstreckt sich dieser Bereich nur vorne über den Eingang und die ganzen interessanten Achterbahnen stehen im hinteren Teil.

Und das ist so eine Art Einöde. Belantis-Besucher wissen, was ich meine.

IMG_0504.jpg

Mit dem Eingang zum wohl miesesten Gotham City-Bereich aller Zeiten beginnt der rasante Verlust von Atmosphäre.

Unser erster Coaster in der Einöde ist Joker’s Jinx.

IMG_0510.jpg

Ja, auch dieser Coaster steht mitten in Gotham City – man kann es kaum glauben.

Dies war auf der Tour unsere erste Begegnung mit einem Premier Rides LIM Coaster, der auch liebevoll ‚Spaghetti Bowl-Coaster’ genannt wird. Der LIM Coaster war eine Pionierarbeit von Premier Rides, doch dazu in späteren Berichten mehr, wenn es um die tatsächlichen Erstinstallationen namens ‚Flight of Fear’ geht. Joker’s Jinx wurde jedenfalls 1999 installiert.

Joker’s Jinx startet mit einem Launch der elektromagnetisch durch LIM-Technologie befeuert wird. Dadurch kommt der Kick während des Katapultstarts nicht an die hydraulischen oder pneumatischen Launches anderer Hersteller heran. Die LIM-Technologie selbst wurde 1997 durch die LSM-Technik verbessert und praktisch abgelöst. Beide Techniken arbeiten mit Statoren auf der Launchstrecke, durch die ein Wechselstrom gejagt wird. Dadurch entsteht ein wanderndes Magnetfeld, dessen Geschwindigkeit man durch die Frequenz des Wechselstroms regulieren kann. Unten an den Zügen wird das Magnetfeld verwendet um sich berührungsfrei magnetisch abzustoßen.

Der Unterschied zwischen LIM und LSM ist dann nur in den Schwertern im Zug verbogen: Der LIM verwendet dort eine Metallplatte, in die von der Schiene aus ein Wechselstrom induziert wird. Dieser erzeugt dann wiederrum ein Magnetfeld. Der LSM hat in den Schwertern Magnete mit wechselnder Polarität installiert. Der große Vorteil von LSM ist, dass die Technik einen erheblich höheren Wirkungsgrad hat und dadurch viel weniger Strom verbraucht. Die mittlerweile zu vernachlässigenden Nachteile sind ein höheres Gewicht des Zuges und eine kompliziertere, da viel genauere Ansteuerung der Motoren.

IMG_0511.jpg

Die ‚Spagehtti Bowl’.

Soviel zur Technik. Na, alle noch wach? Spaß macht der Launch natürlich trotzdem, auch wenn er nicht der heftigste ist.

Danach macht die Achterbahn etwas, dass wir schon von den Nachahmern von Vekoma (Xpress, Rock n’ Roller) kennen: Es geht in ein Schienenknäuel, das eigentlich deshalb so verknäult ist, weil es originär in einer Halle verschwinden sollte. Aber Joker’s Jinx ist eine Ausgabe der Bahn, die nicht durchs Dunkle fährt.

Dadurch erscheint die ‚Action’ (bzw. das Fehlen derselben) in der Spaghetti Bowl ziemlich verhalten. Immerhin, diese Premier Rides-Bahn fährt sich etwas smoother und auch spannender als die Vekoma-Variante.

Ein Wort noch zu den Zügen: Diese verloren 2002 ihre Schulterbügel, was durchaus nett während der Fahrt ist. Allerdings verlangt das Ein- und Aussteigen in den Wägen ein wenig Akrobatik und ist nicht sehr familienfreundlich.

Wertung: 6 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :)
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :mad:



Anschließend sind wir dann gleich das Highlight des Parks angesteuert: Superman – Ride of Steel.

IMG_0505.jpg

Der Mann aus Stahl hält sich gerne in Six Flags Parks auf.

Das ist ein Intamin Megacoaster aus dem Jahre 2000, der vom Layout her leider mehr dem Morgan-Hypercoaster ‚Steel Force’ aus dem Dorney Park ähnelt als dem Superman aus Six Flags New England. Auch wenn Intamin diesen Typ Megacoaster nennt, so knackt seine Abfahrt mit 62 m dennoch die Hypercoaster-Marke (die liegt bei 61 m). Ein älterer, gespiegelter Bruder der Bahn steht in Darien Lake und heißt dort nur ‚Ride of Steel’.

Im Jahre 2016 hat der Park seinem Zugpferd ein ‚Virtual Reality’-Erlebnis und überarbeitete Züge spendiert. Und bezüglich dieser VR-Aktion kann man geteilter Meinung sein...

IMG_0507.jpg

Ziemlich chaotische VR-Abfertigung in der Station.

Ich habe den ganzen Trubel in der Station ohne VR-Brille mitgemacht – ich musste ja schließlich ein POV mit meiner eigenen Brille drehen und, ganz ehrlich, ich wollte die Bahn auch original so erleben, wie sie gebaut wurde. Das Erklären, das An- und Absetzen der Brillen, das Herbeirufen eines Mitarbeiters und das Herumdiskutieren zog sich für jemanden, der einfach nur in einer der VR-losen Reihen saß, ziemlich lange hin.

Abfertigungszeiten von 10 Minuten pro Zug waren hier eher die Regel als die Ausnahme. Das führte auch dazu, dass dies die einzige und letzte Fahrt auf dieser an sich schönen Bahn an diesem Tag wurde.

Ich finde, VR ist eine gute Option um eine Bahn, die ihre besten Zeiten hinter sich hat und nicht mehr so stark frequentiert wird, aufzuwerten und mit einem Anreiz für Wiederholungsfahrten zu versehen. Der Nebeneffekt in so einem Fall wäre auch, dass sich die Besucher wieder mehr auf alle Bahnen im Park verteilen. VR spielt seinen Effekt eigentlich auch auf Familienachterbahnen aus, dazu braucht es nicht unbedingt einen Hypercoaster (der Europa-Park hat das anscheinend verstanden, Six Flags wohl eher nicht).

Und ich habe da noch eine Kritik: Wird man bereits des Öfteren in den 4D-Kinos mit dümmlichen und nervigen Filmchen malträtiert, die eine Beleidigung des Intellekts (sowohl der Fahrgäste als auch der Macher der Rides) sind, so haben die Gestalter dieser unsäglichen Jump’n’Run-Episoden hier ein neues Betätigungsfeld gefunden. Ich kenne zwar nur die Coastiality-Filme von Pegasus- und Alpenexpress, aber ich vermute mal das wird der Standard sein. Man ist vielleicht ein wenig entzückt über die 3D-Szenerie, vergisst den unterirdischen Rest dieser cineastischen Meisterwerke recht schnell wieder.

Ich persönlich glaube, das so ein VR-Ride durchaus Potential zu etwas Größerem hat, wenn man die gesamte Bahn darauf hin designt und nicht einfach nur einen Film über eine bereits bestehende Bahn stülpt.

Immerhin, technisch hat der VR-Ride nach Aussage meiner Mitfahrer gut funktioniert und Spaß macht die VR-Fahrt auf jeden Fall auch.

IMG_1466.JPG


Ich kann Euch zusätzlich berichten, dass die Bahn auch ohne VR, in ihrem alten originalen Glanz, ziemlich viel Spaß macht. Der First Drop und sämtliche Airtime-Hügel sind, Intamin-typisch, perfekt. Das konnte Morgan auf ‚Steel Force’ nicht so gut. Wo der Intamin-Superman jedoch im Vergleich zu der Bahn im Dorney Park etwas abfällt, ist die riesige Doppelhelix. Irgendwie macht die bei 'Superman – Ride of Steel' weniger Laune und dann kommt da anschließend auch noch diese Gerade. Dieses Teilstück fährt sich ein wenig so, als hätte man nicht gewusst, wie man sonst diese Strecke hätte überwinden sollen. Heute zutage hätte Intamin da sicherlich ein paar Umschwünge und Speed Bumps verbaut. Stattdessen fährt man einfach etliche Sekunden geradeaus auf den nächsten Airtimehill zu.

Insgesamt kann als ‚Superman – Ride of Steel’ seinem Intamin-Pendant ‚Superman The Ride’ in Six Flags New England nicht ganz das Wasser reichen, obwohl beide im gleichen Jahr konstruiert wurden. Und auch an Expedition G-Force kommt er nicht heran. Das sind aber freilich aber auch weltweite Top-Coaster, an die auch sonst nur wenige Achterbahnen heranreichen.

Wertung: 8 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :)
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :eek:



Wir waren jedoch mit den Superhelden im Six Flags America noch nicht fertig. Als nächstes stand Batwing auf dem Programm.

IMG_0514.jpg

Einer der weniger bekannter Flecken von Gotham City.

Und das ist tatsächlich eine der Innovationen von Vekoma, die nicht auf Arrow zurück gehen. Wir werden den Prototypen dieses Typs später auf der Tour auch noch fahren, aber Batwing kam 2001, nur ein Jahr später, nach Six Flags America. Es handelt sich hier um einen Flying Dutchman und damit dem ersten richtigen Flying-Coaster den es gab. Die B&M-Flyer kamen erst 2002 auf den Markt.

In beiden Flying-Coaster-Modellen hängt man in der Horizontalen unter der Schiene, während die Bahn ihre Fahrt absolviert. Aber bei den Zügen fangen die Unterschiede zu B&M schon an: In die Flying Dutchmen steigt man ein und wird dann bei der Abfahrt auf den Rücken gedreht. Das Bügelsystem ist bei Vekoma leider etwas fummeliger, die Weste lässt sich nicht immer leicht öffnen oder anlegen. Aber immerhin, während der Fahrt stört sie nicht mehr oder weniger als die Rückhaltesysteme bei B&M. Dennoch dauert das Ein- und Aussteigen bei Vekoma länger.

IMG_0516.jpg


Wenn man dann endlich die Station verlässt, kommt man in den Genuss des Lifthills. Und das ist eigentlich auch mein größter Kritikpunkt an diesem Bahntyp: Man fährt auf dem Rücken liegend und volle Pulle in die gleißende Sonne schauend den Lifthill hoch, der zudem nicht gerade ein atemberaubendes Tempo an den Tag legt. Dazu kommt, dass Batwing hier einen Preis gewonnen hat: Lautester Lifthill aller Zeiten. Das der Park damit nicht wirbt ist fast schon verwunderlich. Wir haben uns, ungelogen, die Ohren zugehalten, da man irgendwie direkt mit dem Kopf an den klackernden Rücklaufsicherungen liegt, die einen Radau machen, der Gehörschädigend ist. Und das meine ich Ernst.

Hat man den Lifthill überstanden, dreht sich der Zug schließlich nach unten und es folgt eine Fahrt, die gar nicht soo übel ist. Auch Vekoma hat so etwas ähnliches wie eine Pretzel-Loop, nur das diese Fahrfigur nicht von oben, sondern von unten angefahren wird. Haut durchaus rein und macht Spaß.

Wer vom Rest der Fahrt Prügel und Kotzgeschleudere à la Vekoma SLC erwartet, wird auch eher positiv überrascht.
Ein B&M fährt zwar noch ruhiger, aber die Flying Dutchmen sind hier zumindest annehmbar.
Freilich, die Kritik, die ich an den B&M-Flyern übe, dass neben dem Pretzel-Loop eigentlich nur ‚Rumgehänge’ statt ‚Rumgefliege’ stattfindet, gilt hier auch.

Zusammen mit dem Rumgegurke in der Station und dem Lifthill, der so nun einmal gar nicht geht, reicht das aber für keine gute Wertung. Auch die Lokation, weit, weit draußen auf einem Feld ist eher seltsam. Der lange Weg dorthin landet schließlich in einer Sackgasse und es gibt sonst nichts, aber auch gar nichts, auf diesem Marsch dort hin. Von all den Batman-Coastern die wir auf der Tour (oder auch später in Madrid) erleben durften, war dies auch der bisher am schlechtesten thematisierteste.

Es gibt noch zwei weitere Flying Dutchmen und wir werden sie alle noch auf der Tour fahren. Werden die anderen Varianten besser sein?

Wertung: 4 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :eek:
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :eek:



Wenn wir schon dabei sind, können wir auch gleich zum Vekoma-Doppelschlag ausholen. Mind Eraser steht im durchaus ansehnlichen Western-Bereich.

IMG_0518.jpg

Der Name ist Programm.

Ein Vekoma SLC aus dem Jahre 1995, knallbunt angemalt damit er auch schön den Westernbereich verschandelt. Startete seinerzeit mit 8 Doppelsitzen pro Zug, die mittlerweile auf 10 Doppelsitze erhöht wurden. Damit sich noch mehr arme Schweine diese Achterbahn pro Stunde antun können.

Unter all den SLCs die ich bisher gefahren bin, sichert sich ‚Mind Eraser’ souverän den vorletzten Platz vor ‚El Condor’, dem absoluten Prototypen-Schlusslicht dieser Coaster-Geißeln der Menschheit.

Zu diesem Kotzschleuder-Layout gesellen sich bei Mind Eraser unangenehme Schulterbügel und ein absolut mieses Fahrverhalten. Geh sterben, SLC.

Wertung: 2 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :mad:
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :eek:



Es wird also Zeit eine der beiden Holzachterbahnen im Park zu fahren. Wir beginnen mit dem jüngeren Roar.

IMG_1474.JPG

Auch bekannt als ‚Snickers – The Ride’.

Dies war die zweite je von GCI gebaute Achterbahn (die erste sind wir ja im Hersheypark gefahren) und galt ebenfalls als ziemlich ruppig. Allerdings erfuhr die Bahn im Jahre 2015 ein Retracking und erste Berichte über den neuen ‚Roar’ stimmten uns durchaus zuversichtlich.

Diese Zuversicht wurde jedoch nicht ganz erfüllt. Roar gibt einem immer noch ganz schön die Kante und das Layout kommt schlicht und ergreifend nicht an die GCI-Layouts der neueren Woodies heran.

IMG_0521.jpg


Neben dem Geschüttel passiert hier einfach zu wenig während der Fahrt. So bietet der Coaster leider nur unteren Durchschnitt und bietet sich im übrigen auch für ein zukünftiges RMC-Treatment an.

Wertung: 5 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :eek:
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :eek:



Das Ende ist nahe! Daher steigen wir als nächstes in Apocalypse.

IMG_0523.jpg

Kein Weltuntergang - aber schon nahe dran.

Das ist ein B&M StandUp-Coaster, der etwas ganz besonderes ist: Es handelt sich hier tatsächlich um die erste B&M-Achterbahn überhaupt!

1990 wurde die Bahn unter dem Namen ‚Iron Wolf’ in Six Flags Great America eröffnet und fand 2012 schließlich den Weg hierher.

Und Six Flag America hat etwas sehr ungewöhnliches bei dieser Bahn gemacht: Sie wurde außerordentlich gut thematisiert!

IMG_0526.jpg

Jetzt mal nicht übertreiben Six Flags, wir sind hier nicht bei Disney, ok?!

Da reibt man sich im Anstehbereich verwundert die Augen! Genügend Zeit zum begaffen der apokalyptischen Themenelemente hat man ja, denn die Abfertigungszeiten sind hier unter aller Kanone.

Das ist vor allem mal wieder dem StandUp-Design geschuldet. Als wir schließlich einsteigen durften, wurden die Bügel über einen 10 Minuten Zeitraum mindestens vier Mal wieder geöffnet. Auch nach der Fahrt standen (im wahrsten Sinne des Wortes) wir beinahe 10 Minuten in der prallen Sonne, bis der andere Zug endlich die Station verließ.

Apocalypse gilt gemeinhin als der schlechteste B&M-Coaster weltweit – eine Einschätzung, die ich nicht ganz unterschreibe, denn ehrlich gesagt fand ich ‚Green Lantern’ noch schlimmer. Apocalypse hat den Vorteil nicht ganz so lange zu sein und die Schläge auf die Ohren, die wohl zum StandUp-Coaster-Design in der zweiten Hälfte der Fahrt gehören, fielen relativ kurz aus.

Ansonsten gilt das Gleiche wie für alle anderen B&M StandUps die ich bisher gefahren bin: Ressourcenverschwendung.

Wertung: 4 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :eek:
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :)



Der zweite Woodie im Park war tatsächlich der älteste Coaster auf unserer gesamten Tour: The Wild One.

IMG_0528.jpg

Alt, aber immer noch wild.

1917 wurde er noch unter dem Namen ‚Giant Coaster’ von der Dinn Corporation im nicht mehr existierenden Paragon Park gebaut. Mit seinen knapp 30 m Höhe war er damals auch sicher eine Ansage.

Heute ist das freilich nicht mehr so imposant. Geboten wird ein typisches Layout aus dieser Zeit der ungebankten Kurven. Die Airtime-Hügel machen dabei auch richtig Spaß. Weniger Spaß machen die Kurven, vor allem die Schlußhelix, durch die man eher schaukelnd und weniger angenehm rattert.

IMG_0530.jpg


Die Bahn wurde durchaus nett in den Park integriert – man läuft praktisch unter ihrem Lifthill hindurch. Nur leider passt auch diese Bahn überhaupt nicht zu meiner Vorstellung von Gotham City, so dass auch dies eher ein thematischer Fail ist.

Ob Wild One jetzt besser ist als Roar, muss jeder nach seinen Vorlieben entscheiden.

Wertung: 5 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :eek:
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :eek:



Mit dieser Bahn haben wir die großen Achterbahnen in Six Flags America auch alle abgehandelt. Fehlen noch die Familienbahnen. Den Anfang macht Ragin’ Cajun.

IMG_0531.jpg


Dieser Zamperla Twister Coaster ist eine klassische Spinning Mouse, welche 2014 von Six Flags Great America in diesen Park wechselte. Dies ist damit die zweite Bahn, die von dort in Six Flags America aufschlug. Ein wenig hinterlässt dies den Eindruck, dass Six Flags America den Achterbahn-Ausschuss aus Chicago erhält.

Im Falle von ‚Ragin’ Cajun’ hätte es der Park allerdings auch schlechter treffen können. Die Bahn geht für Spinning Coaster-Verhältnisse ziemlich ab und dreht auch ganz gut, was dann doch den einen oder anderen Lachflash während der Fahrt hervorruft. Diese „Spinner“ nach Reverchon-Art sind sowieso recht solide Bahnen und auch die Zamperla-Varianten machen durchaus Laune.

Wertung: 5 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :eek:
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :eek:



Was bleibt also noch? Richtig, der Kiddie-Coaser des Parks und der heißt hier The Great Chase.

IMG_0534.jpg


Das ist (wieder einmal) ein Zamperla Gravity Coaster über den man eigentlich besser das Mäntelchen der Verschwiegenheit ausbreitet. Immerhin, die Thematisierung nach den ‚Looney Toons’ ist hier ganz gut gelungen. Die Fahrt ist ... ach reden wir nicht davon!

Wertung: 3 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :eek:
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :)



Tja... und das war’s. Das Rafting oder irgendwelche Flat Rides sind wir dort nicht gefahren. Das es so etwas wie Dark Rides gibt, haben die Planer des Parks anscheinend vergessen.

Und was ist nun das Fazit zu ‚Six Flags America’?

Nun, es ist vermutlich schon korrekt, dass dies der am wenigsten attraktivste Six Flags Park ist. Zumindest unter denen, die wir besucht haben, ist er ziemlich klar das Schlußlicht.

Positiv zu vermerken ist, dass der Park sauber und die Mitarbeiter eigentlich ganz freundlich waren. Wer eh schon einen Six Flags Pass hat und bei Washington vorbeikommt, der kann hier noch weitere Counts einsammeln – von denen sich jedoch meiner Meinung nach nur ‚Superman – Ride of Steel’ richtig lohnt.

Auch von diesem Park gibt es einen CoasterCouch-Film (mit POV von Superman):


Bleibt mir nur noch zu sagen: Bis zum nächsten Bericht und immer schön stempeln lassen, wenn man den Park nur temporär verlässt!
 
Oben