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Oktoberfest 2026 - "Umgestaltungszwang" bei Fahrgeschäften/Attraktionen

TiDra

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Ich bin durch Zufall gerade über dieses Thema gestoßen in den sozialen Medien:


Ich habe das Wort Umgestaltungszwang absichtlich in Anführungszeichen gesetzt. Einen direkten Zwang gibt es natürlich nicht, aber wenn ich als Schausteller weiß, dass ich bei keiner Umgestaltung meinen Standplatz auf dem Oktoberfest verliere und nicht zugelassen werde, ist das indirekt auch eine Form des Zwangs. Wie ist eure Meinung dazu?
 

Luliat200.0

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Man kann darüber diskutieren, ob eine bestimmte Darstellung noch zeitgemäß ist oder nicht. Ich halte es aber für den falschen Weg, traditionelle Fahrgeschäfte und deren Gestaltung immer weiter an die jeweils aktuellen Vorstellungen der Politik anzupassen. Gerade die Attraktionen auf einer Kirmes leben doch von ihrer Gestaltung.

Wenn sich jemand durch eine solche Darstellung beleidigt fühlt, kann er natürlich dagegen rechtlich vorzugehen. Dann kann ein Gericht entscheiden, ob eine Darstellung tatsächlich eine rechtliche Grenze überschreitet oder noch von der künstlerischen Freiheit gedeckt ist.
 

toschy

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Harte Worte die hier aber auch fallen.

Wen man die Berichte darüber liest, wird ganz klar gesagt dass es eine Anregung war der Gleichstellungsstelle in München. Hier haben keine Politiker agiert.
Hier haben einzelne Mitarbeitende Ihren Job gemacht und diesen wohl auch etwas zu ernst genommen. Hier gab es dann Anregungen gewisse Figuren anzupassen.
Diverse Stellen der Münchner Stadtpolitik haben hierzu sich schon geäußert und auch gesagt dass nach der Wiesn über solche Änderungen geredet werden muss um hier zukünftig mit etwas mehr Augenmaß zu agieren.

Und man sollte es hier jetzt auch mit den Worten der Besitzerin des Teufelsrad dabei belassen die die folgende Diskussion darauf auch als hochgespielt ansieht: sie habe "alles gemacht, was gewünscht war, und jetzt ist es gut. Eine schöne Wiesn ist mir viel wichtiger".
 

TiDra

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Harte Worte die hier aber auch fallen.

Wen man die Berichte darüber liest, wird ganz klar gesagt dass es eine Anregung war der Gleichstellungsstelle in München. Hier haben keine Politiker agiert.

Das ist so nicht ganz korrekt. Die Gleichstellungsstelle München scheint hierbei auf Weisung/Folge der Politik aus dem Jahre 2023 (Vodoo-Jumper-Umgestaltung) gehandelt zu haben:


Hätte es also 2023 nicht bereits eine Ausarbeitung dieser Kriterien gegeben, wäre diese Causa im Jahre 2026 vermutlich uns allen verschont geblieben.

Und man sollte es hier jetzt auch mit den Worten der Besitzerin des Teufelsrad dabei belassen die die folgende Diskussion darauf auch als hochgespielt ansieht: sie habe "alles gemacht, was gewünscht war, und jetzt ist es gut. Eine schöne Wiesn ist mir viel wichtiger".

Die Frage ist, ob man als Betreiberin eines Geschäfts auf der Wiesn sich taktisch klug stellt, wenn man eine negative Position gegenüber der Stadt vertritt. Ich glaube, da sind wir uns alle irgendwo einig, dass man da auch eher im Sinne der Stadt agiert, was die eigenen Äußerungen angeht. Ein bekanntes Sprichwort sagt ja: "Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich singe."

Das alles ist für mich persönlich allerdings gelinde gesagt nur unnötige Symbolpolitik. Die wahren Probleme des Oktoberfests werden wie jedes Jahr gekonnt nicht angefasst. Letztes Jahr gab es insgesamt 72 Sexualdelikte, davon 5 Vergewaltigungen. (Quelle) Das sind für mich die wirklichen Probleme, die die Wiesn die letzten Jahre hat. Da wird eben auch ein umgestalteter Kapitän am Happy Sailor, der jetzt aussieht, als wenn er Fischstäbchen verkauft, nichts ändern. Und auch die nun mehr bekleideten Frauen am Teufelsrad werden die Anzahl der Taten nicht senken. 🤔
 
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Müllmischer

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Ich verstehe den Gedanken hinter der umgestalteten Figur ansich. Ansonsten ist das Ganze für mich kein großes Thema. Die Figur wurde umgestaltet und fertig, was soll man da jetzt großartig noch darüber reden? Genau das ist in meinen Augen vergeudete Energie.

Das alles ist für mich persönlich allerdings gelinde gesagt nur unnötige Symbolpolitik. Die wahren Probleme des Oktoberfests werden wie jedes Jahr gekonnt nicht angefasst. Letztes Jahr gab es insgesamt 72 Sexualdelikte, davon 5 Vergewaltigungen. (Quelle) Das sind für mich die wirklichen Probleme, die die Wiesn die letzten Jahre hat. Da wird eben auch ein umgestalteter Kapitän am Happy Sailor, der jetzt aussieht, als wenn er Fischstäbchen verkauft, nichts ändern. Und auch die nun mehr bekleideten Frauen am Teufelsrad werden die Anzahl der Taten nicht senken. 🤔
Das sind aber verschiedene Paar Schuhe. Weder die Gleichstellungsbeauftragten noch die Betreiber der Fahrgeschäfte haben ja mit deinen genannten Problemen zu tun. Das ist ein komplett unabhängiger Aufgabenbereich. Und auch wenn es an anderer Stelle größere Probleme gibt (und auch allgemein gesprochen): Das ist alles keine ToDo-Liste. Es werden nicht überall Probleme nach Relevanz sortiert und dann nach Priorität behandelt. Und bloß weil es größere Probleme gibt, sind kleinere Dinge nicht irrelevant. Willst du die Anzahl der Straftaten am Oktoberfest verringern ist wahrscheinlich das effektivste den Alkoholgehalt im Bier zu halbieren, aber da werden die nächsten Stimmen wieder laut werden und nicht mitmachen. Und wie gesagt, für das Thema sind ganz andere Stellen verantwortlich.
 

toschy

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Das ist so nicht ganz korrekt. Die Gleichstellungsstelle München scheint hierbei auf Weisung/Folge der Politik aus dem Jahre 2023 (Vodoo-Jumper-Umgestaltung) gehandelt zu haben:


Hätte es also 2023 nicht bereits eine Ausarbeitung dieser Kriterien gegeben, wäre diese Causa im Jahre 2026 vermutlich uns allen verschont geblieben.



Die Frage ist, ob man als Betreiberin eines Geschäfts auf der Wiesn sich taktisch klug stellt, wenn man eine negative Position gegenüber der Stadt vertritt. Ich glaube, da sind wir uns alle irgendwo einig, dass man da auch eher im Sinne der Stadt agiert, was die eigenen Äußerungen angeht. Ein bekanntes Sprichwort sagt ja: "Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich singe."

Das alles ist für mich persönlich allerdings gelinde gesagt nur unnötige Symbolpolitik. Die wahren Probleme des Oktoberfests werden wie jedes Jahr gekonnt nicht angefasst. Letztes Jahr gab es insgesamt 72 Sexualdelikte, davon 5 Vergewaltigungen. (Quelle) Das sind für mich die wirklichen Probleme, die die Wiesn die letzten Jahre hat. Da wird eben auch ein umgestalteter Kapitän am Happy Sailor, der jetzt aussieht, als wenn er Fischstäbchen verkauft, nichts ändern. Und auch die nun mehr bekleideten Frauen am Teufelsrad werden die Anzahl der Taten nicht senken. 🤔

Und trotzdem sollte mit Augenmaß gearbeitet werden, was ja anscheinend 2023, 2024 und 2025 gemacht worden ist.
Die Vorgängerregierung der Stadt München hat diese Position auch verabschiedet und man müsste nun aufarbeiten wer damals im Stadtrat sass und wer heute drin sitzt
Wieso nun plötzlich nach 3 Jahren hinnehmen der Figuren und der politischen Linie hier diese umgesetzt wird, weis ich nicht.
Ich kenne sowas aber gut aus meinem Job. Neue Positionen werden mit Menschen besetzt weil andere in Rente gingen oder die Position gewechselt haben und diese dann übermotiviert Regeln umsetzten die vorhanden sind.
Beim Voodoo Jumper war seinerzeit auch die Beschwerde von Bürgern der Anlass da es wohl dunkelhäutige Eingeborene gab die den weißen Mann in Kochtöpfe gelegt haben zum Essen.

Welche Entscheidungen im Hintergrund gelaufen sind werden wir alle nicht wissen. Persönlich hätte ich mich erst mal mit dem Wiesn-Chef über diese Anregung unterhalten und dann weitere Gespräche gesucht. Was hier aber genau gelaufen ist werden wir nicht aufarbeiten können.
Im großen und ganzen aber viel Wirbel um wenig.
 

Giant Dipper

Airtime König
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Ob die Darstellung der Figuren nun etwas ändert....keine Ahnung.
Interessant finde ich den in den Artikeln genannten Aspekt des "Upskirting".
Da hat sich mit den letzten 20/30 Jahren durch die technischen Gegebenheiten einfach etwas verändert. Es kann alles gefilmt und ins Internet gestellt werden.
Im vordigitalen Zeitalter konnte jemand vielleicht einen Blick unter den Rock erhaschen. Wie eine betroffene Frau dazu steht ist ihr überlassen, aber heute kann die Situation gefilmt und im Internet verbreitet werden. Das ist einfach etwas anderes.
Aber auch abgesehen von Upskriting. Wenn es nach mir ginge (und es geht übrigens nie nach mir 😖) dann wär das Filmen bei so etwas wie dem Teufelsrad generell verboten. Vom sexuellen abgesehen begebe ich mich dort in eine potenziell peinliche Situation. Ob ich das mit den Anwesenden oder potenziell der ganzen Welt teile ist auch dabei schon ein Unterschied. Aufruf an alle Lesenden: Vorm Filmen/Fotografieren IMMER erst die betroffene Person fragen.

Zusatz, weil ich als Mann mit einer Situation beginne, die nur Frauen betrifft: Ich vergleiche es damit, dass ich mich am Strand bisweilen nackt umziehe. Wenn eine/r guckt ist es für mich "so what?". Filmt es jemand und stellt es ins Internet ist das etwas ganz anderes.
 

Nite_Owl

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Ich stimme @toschy zu. Hier wurde über das Ziel hinausgeschossen, während die letzten Jahre mit mehr Augenmaß gehandelt wurde. Die Hintergründe? Wissen wir nicht hunderprozentig sicher.
Ich stelle aber generell eine andere Frage: Muss im 21. Jahrhundert, im Jahre 2026, noch irgendeine gemalte/ bemalte Figur an einem Fahrgeschäft nackte Brüste präsentieren? Muss ich irgendwelche stereotypische Figuren wie einen chinesischen Kapitän zwangsweise präsentieren? Wo ist der Mehrwert, außer dass es im schlimmsten Fall rassistisch ist? Hier wird sich immer wieder über Kleinigkeiten aufgeregt, die doch eigentlich keinen positiven Effekt auf meine Wahrnehmung des Fahrgeschäftes haben. Ich löse doch keine Eintrittskarte/ Fahrkarte, nur weil irgendeine Figur mich mit nackter Brust anlächelt oder mir ein chinesischer Kapitän Shantys mit chinesischem (hahaha, wie lustig!) Akzent vorsingt.
Will sagen: Die Figuren und Gestaltungen funktionieren auch anders gestaltet. Es ist die Figur des Kapitäns an sich, die vielleicht einen Effekt auslöst, weil ich ihn sehe. Aber nicht weil er chinesisch aussieht und auch so singt. Das kann mir doch keiner erzählen!

Auf den Fall bezogen, nur meine persönliche Wahrnehmung, die nicht objektiv stimmen muss: Der Fall am Teufelsrad war mir ein bisschen zu extrem, da die Hawaii-Tänzerin ja die Blumenkette wohlplatziert hatte. Das kann man zwar auch als sexistisch/ stereotyp bezeichnen, fand ich aber nicht so schlimm. Beim Happy Sailor (Kapitän und Nixe oben ohne) ist die Änderungsempfehlung für mich nachvollziehbarer...
 

TiDra

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Ich stelle aber generell eine andere Frage: Muss im 21. Jahrhundert, im Jahre 2026, noch irgendeine gemalte/ bemalte Figur an einem Fahrgeschäft nackte Brüste präsentieren?

Ich stelle mal die Gegenfrage: Wie passt die Forderung nach mehr bedeckter Haut in den heutigen fortschrittlicheren Zeitgeist? Gerade in der heutigen Zeit wird doch zu Beginn jeder Freibad-Saison die Forderung nach "oben ohne" auch für Frauen lauter und lauter. Sollte eine fortschrittlich ausgerichtete Gleichstellungsstelle im 21. Jahrhundert nicht eher progressiv handeln und das Empowerment von Frauen vorantreiben statt rückwärts gewandte Klischees wie "bedecke deine Scham" aus dem Mittelalter wieder hervorzuholen? 🤔

Beim Happy Sailor (Kapitän und Nixe oben ohne) ist die Änderungsempfehlung für mich nachvollziehbarer...

Beim Kapitän vom Happy Sailor kann ich die Forderung durchaus nachvollziehen. Allerdings frage ich mich da auch, ob es überhaupt irgendeine Wortmeldung von jemandem aus der asiatischen Community gab, die sich an diesem Kapitän überhaupt gestört hat oder ob da viel eher jemand, der nicht dieser indigenen Gruppe zugehörig ist, für diese gegen die Darstellung entschieden hat aufgrund von Überempfindlichkeit.
 

Nite_Owl

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Ich stelle mal die Gegenfrage: Wie passt die Forderung nach mehr bedeckter Haut in den heutigen fortschrittlicheren Zeitgeist? Gerade in der heutigen Zeit wird doch zu Beginn jeder Freibad-Saison die Forderung nach "oben ohne" auch für Frauen lauter und lauter. Sollte eine fortschrittlich ausgerichtete Gleichstellungsstelle im 21. Jahrhundert nicht eher progressiv handeln und das Empowerment von Frauen vorantreiben statt rückwärts gewandte Klischees wie "bedecke deine Scham" aus dem Mittelalter wieder hervorzuholen? 🤔



Beim Kapitän vom Happy Sailor kann ich die Forderung durchaus nachvollziehen. Allerdings frage ich mich da auch, ob es überhaupt irgendeine Wortmeldung von jemandem aus der asiatischen Community gab, die sich an diesem Kapitän überhaupt gestört hat oder ob da viel eher jemand, der nicht dieser indigenen Gruppe zugehörig ist, für diese gegen die Darstellung entschieden hat aufgrund von Überempfindlichkeit.

Zu deinem ersten Punkt: Das ist doch eine völlig andere Situation.
--> Dein Szenario: Die Frau entscheidet sich, bsp. im Schwimmbad, bewusst dazu, sich zu präsentieren. Das ist eine Form der Emanzipation, klar. Ihre Sache, ob sie es macht oder nicht, kein Zwang. In der Regel ist es auch keine klassisch Entscheidung mit sexualisiertem Hintergrund.
--> Mein Szenario: Jemand (m/w/d, ganz egal) pinselt oder modelliert einen Frauenkörper und präsentiert den nackt. Da ist keine freie Entscheidung dabei gewesen, kein "Empowerment" durch eine eigenständige Person, die bsp. stolz auf ihren Körper ist und sich bewusst entscheidet, diesen den Blicken anderer auszusetzen. Natürlich, ein Modell/ Bild hat keine freie Entscheidung. Aber es geht doch darum, dass diese Entscheidung, diese Freiheit, etwas zu machen oder es zu lassen, gar nicht tangiert wurde. Und nein, die Entscheidung des Künstlers, es so zu machen, ist keine Emanzipation, auch nicht, wenn es eine Frau malt. Denn am Ende ist die Entscheidung, so etwas zu malen doch nur die, den weiblichen Körper sexualisiert zu zeigen. Das aber ist keine Form der Emanzipation, des Empowerments. Und das hat dann auch nichts mit Mittelalter zu tun, im Gegenteil. Wir versuchen uns von dem alten Bild zu lösen, dass der weibliche Körper nur sexualisiert betrachtet werden kann und dass andere über diesen entscheiden können. Da sehe ich vielmehr Fortschritt zur alten Idee "hey, lass uns mal ein paar nackte Frauen präsentieren, sieht bestimmt gut aus".

Zum Kapitän: Auch hier geht es doch gar nicht darum, ob sich jemand beschwert hat, der asiatisch ist oder nicht. Sondern darum, dass dieser Kapitän schlicht und ergreifend nichts mit dem Rest zu tun hat und dass seine Darstellung in jedem Fall Klischees tangiert, die dazu dienen, auf Kosten der Chinesen Witze zu reißen. Das kann man als Klischee abtun oder als Rassismus. Am Fahrgeschäft hat das aber in meinen Augen in der heutigen Zeit so oder so nichts mehr zu suchen...
 

Müllmischer

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Ich stelle mal die Gegenfrage: Wie passt die Forderung nach mehr bedeckter Haut in den heutigen fortschrittlicheren Zeitgeist? Gerade in der heutigen Zeit wird doch zu Beginn jeder Freibad-Saison die Forderung nach "oben ohne" auch für Frauen lauter und lauter. Sollte eine fortschrittlich ausgerichtete Gleichstellungsstelle im 21. Jahrhundert nicht eher progressiv handeln und das Empowerment von Frauen vorantreiben statt rückwärts gewandte Klischees wie "bedecke deine Scham" aus dem Mittelalter wieder hervorzuholen? 🤔
Dann müssten die Herrenfiguren fairerweise aber auch den Lörres raushängen lassen. Freizügige Figuren auf der Kirmes/Wo-auch-immer sind ja auch etwas, das explizit sexualisiert ist. Die Freibad Thematik ist ja in dem Fall eine von einigen Frauen selbt gewünschte Freiheit und hat wieder absolut nichts mit den Oktoberfest Figuren zu tun.

-> Ich wiederhole: Die Figur wurde umgestaltet, kein großes Ding, Thema erledigt. Jegliche Diskussion darum ist die eigentlich verschwendete Energie, die man wirklich in sinnvolleres Investieren könnte.
 

bratcurry

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...
Sondern darum, dass dieser Kapitän schlicht und ergreifend nichts mit dem Rest zu tun hat und dass seine Darstellung in jedem Fall Klischees tangiert, die dazu dienen, auf Kosten der Chinesen Witze zu reißen. Das kann man als Klischee abtun oder als Rassismus. Am Fahrgeschäft hat das aber in meinen Augen in der heutigen Zeit so oder so nichts mehr zu suchen...
Wie hier wieder die Rassismus- und Sexismus-Keule von offensichtlichen Dritten geschwungen wird, ist bemerkenswert. Klischees sind nichts per se schlimmes. Sie zu verbieten bringt nichts. Es sollte sich über jeden lustig gemacht werden dürfen, egal welche Hautfarbe derjenige hat. Wer jedweden Humor auf Kosten anderer verbieten will, ist gedanklich besser in Gesellschaft der Charlie Hebdo-Attentäter aufgehoben als in einer freien, demokratischen Gesellschaft.
 

TiDra

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Dann müssten die Herrenfiguren fairerweise aber auch den Lörres raushängen lassen.

Zwischen dem Lörres eines Mannes, der Vagina einer Frau und Brüsten, sowohl der männlichen als auch der weiblichen Brust, gibt es eben noch mal Unterschiede. Die beiden ersteren gehören den primären Geschlechtsorganen an. Brüste gehören eben zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen. Das lernt man eigentlich im Sexualkundeunterricht. Warst du in der Stunde Kreide holen? :unsure:

--> Mein Szenario: Jemand (m/w/d, ganz egal) pinselt oder modelliert einen Frauenkörper und präsentiert den nackt. Da ist keine freie Entscheidung dabei gewesen, kein "Empowerment" durch eine eigenständige Person, die bsp. stolz auf ihren Körper ist und sich bewusst entscheidet, diesen den Blicken anderer auszusetzen.

Woher kommt die Einordnung von dir, dass der Künstler die Darstellung der Weiblichkeit der Meerjungfrau nicht im Sinne der positiven Merkmale des weiblichen Körpers vorgenommen hat? Wir reden übrigens, um den Kontext mal klarzustellen über eine Sagen- und Mythengestalt bei einer Meerjungfrau. Diese wurde geschichtlich weitestgehend als oberkörperfreie Frau mit Flossenunterkörper dargestellt.
Und nein, die Entscheidung des Künstlers, es so zu machen, ist keine Emanzipation, auch nicht, wenn es eine Frau malt. Denn am Ende ist die Entscheidung, so etwas zu malen doch nur die, den weiblichen Körper sexualisiert zu zeigen.
Das aber ist keine Form der Emanzipation, des Empowerments. Und das hat dann auch nichts mit Mittelalter zu tun, im Gegenteil. Wir versuchen uns von dem alten Bild zu lösen, dass der weibliche Körper nur sexualisiert betrachtet werden kann und dass andere über diesen entscheiden können. Da sehe ich vielmehr Fortschritt zur alten Idee "hey, lass uns mal ein paar nackte Frauen präsentieren, sieht bestimmt gut aus".

Im Prinzip sehe ich das Problem eher in solchen Aussagen und Positionen. Das ist deine persönliche eigene Ansicht auf Kunst und Kultur. Nur weil du bei nackter Haut direkt an pure Sexualität denken musst, heißt das nicht, dass jeder künstlerisch schaffende Mensch in deinem Raster denkt. Die Darstellung nackter Haut entspricht nicht gleich Sexualität. Bei der künstlerischen Darstellung geht es vielmehr um die Ästhetik eines solchen Werks. Auch ist die Verhüllung bzw. die Rückwärtsgewandtheit in dem Fall kontraproduktiv. Schauen wir uns Statuen/Kunstwerke aus verschiedenen Epochen der Geschichte an, sehen wir, dass der Schritt zu weniger Nacktheit in der Kunst eher dem Zeitgeist des tiefsten Mittelalters in Europa entspricht, wo man im Christentum anfing, bei Statuen die Phallussymbole zu entfernen oder gar Kunstwerke mit Kleidern übermalte.

Wenn wir als Gesellschaft freizügige Darstellungen in Kunst und Kultur im 21. Jahrhundert wieder beschränken oder gar noch fördern, indem wir bei Bewerbungen von Fahrgeschäften hier bei Nichteinhaltung solcher Kriterien direkt die Zulassung erschweren, bewegen wir uns im geschichtlichen Kontext eher regressiv. ;)
 
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