Wir haben das lange Wochenende für einen Kurztrip nach Portaventura genutzt und waren am
1. und 2. Mai 2026 im Park. Ich fasse mal meine Erfahrungen zusammen und hoffe damit auch ein paar Fragen zu beantworten, die ich vorab zur Reise hatte.
Anreise:
Wir sind Donnerstagabend von München nach Barcelona geflogen: Die geplante Ankunft um 22:25 Uhr hat sich aufgrund von Verzögerungen am Münchner Flughafen auf 22:49 Uhr verschoben. Daher standen wir ziemlich unter Strom, weil
das letzte Busplana-Shuttle um 23:15 Uhr vom Flughafen abfährt. Da wir nur Handgepäck hatten, waren wir aber nur wenige Minuten später schon auf dem Weg zum Bus. Die große Schwierigkeit war dabei, die Haltestelle zu finden, da sie im Vergleich zu anderen Busunternehmen nirgends ausgeschildert ist. Mit Müh und Not und mehrfachem Nachfragen haben wir sie kurz vor Eintreffen des Busses doch noch gefunden:
Bei Terminal 1 muss man die Treppe nach unten gehen und dann links herum nach draußen gehen (quasi aus der Richtung, aus der man hergekommen ist, nur ein Stockwerk tiefer). Vor dem Eingang sieht man auf der anderen Straßenseite prominent die Aerobus-Haltestelle sowie dahinter den Uber-Abholplatz. Statt jedoch über die Straße zu gehen muss man einfach nach rechts. Dort befinden sich die
Haltestellen 7-12, wo Busplana hält. Es gibt auch ein kleines Display mit den Ankunftszeiten.
Der 23:15 Uhr-Bus war bereits sehr voll mit Leuten, die nach Tarragona wollten. Es empfiehlt sich also, vorab Tickets zu kaufen. Der Busfahrer konnte leider kein Englisch, ein großes Problem war das jedoch nicht: Beim Kontrollieren der Tickets notierte er sich die Haltestellen der Gäste, um sie dann entsprechend abzusetzen. Wir wurden so direkt vor den Hotel-Eingang gebracht. Die Fahrzeit betrug
ca. zwei Stunden inklusive aller Zwischenhalte.
Abreise:
Auch hier nutzten wir wieder das
Busplana-Shuttle: Dieses hält zu festen Zeiten direkt am Hotel - wir hatten jedoch auch hier bereits vorab gebuchte Tickets. Bezüglich der Abfahrtzeiten kann man sich ggf. auch an der Rezeption eine Liste aushändigen lassen. Die Rückfahrt zum Flughafen dauerte aufgrund zusätzlicher Stopps etwas länger: Wir waren
2,5 Stunden unterwegs. Während der Rückfahrt mussten wir zudem
in La Pineda umsteigen. Der Busfahrer warf uns allerdings nicht einfach raus, sondern wartete auf den anderen Bus, der zum Flughafen fuhr. Ein Vorzeigen des Tickets war hier nicht mehr nötig, allerdings wollte der Fahrer wissen, welches Terminal er ansteuern soll.
Das Hotel-Resort:
Wir haben direkt im Hotel PortAventura übernachtet. Preislich war das Gesamtpaket bei meiner Buchung im Februar dank Aktionsrabatt durchaus günstig für solch ein Resort: ca. 470,-€ für zwei Personen und drei Nächte inklusive Eintritt und Frühstück. Das Hotel selbst ist ganz nett und hat ein schönes meditarrenes Flair. Die Zimmer sind sauber, aber einrichtungstechnisch etwas in die Jahre gekommen. Mich persönlich hat das weniger gestört, allerdings waren die Räume bzw. die Zimmertüren sehr hellhörig. Gerade wenn Leute über den Flur liefen und sich unterhielten, konnte man das klar und deutlich hören. Auch trat nachts durch den unteren Türspalt etwas Licht ins Zimmer ein. Das nur als Hinweis, da es für manche Personen möglicherweise störend sein kann.
Das Frühstück:
Einen Zeitslot für das Frühstück bucht man per QR-Code. Es gab drei Möglichkeiten um 8:00 Uhr, 9:00 Uhr sowie 10:00 Uhr, wobei der mittlere Slot am schnellsten ausgebucht war. Das Buffet im "Buffet del Port"-Restaurant war durchaus üppig bestückt und trotz des großen Andrangs musste man nicht wirklich anstehen. Zur Qualität des Essens kann ich nicht so viel sagen, da ich mich vegan ernähre und deshalb die meisten Sachen für mich einfach nicht interessant waren. Die Auswahl für Alles-Esser war jedenfalls sehr groß. Wen das vegane Angebot interessiert: Es gab Sojamilch für das Müsli und sonst die üblichen Geschichten wie Margarine und Marmelade. Außerdem gab es eine schöne Auswahl an Obst und Gemüse. Es ist etwas laut im Saal, aber das lässt sich bei so vielen Personen nicht vermeiden.
Das Essen im Park:
Auch hier kann ich folglich nur eingeschränkt berichten: PortAventura rühmt sich auf der Homepage damit, ein großes Angebot für alle Ernährungsweisen zu bieten. Das ist auch nicht falsch, zumal vegetarische und vegane Optionen immer separat und transparent gekennzeichnet sind. Das große Problem ist jedoch die Verfügbarkeit. Ein Großteil der Gastronomie öffnet erst gegen 11:30 Uhr und schließt bereits wieder um 16:00 Uhr. Das mag kulturell bedingt sein und in der Hauptsaison eventuell sogar anders aussehen, aber kurios fanden wir das schon. Nach 16:00 hatten nur noch ausgewählte Imbisstände geöffnet. Dort gab es dann noch Snacks, Burger oder Hot Dogs. Abendessen im Park fiel somit aus.
Die Trattoria im Ferrari-Land, die erst in den Abendstunden öffnet, war somit bereits am jeweiligen Vortag schon ausgebucht.
Die Abfertigung / Operations:
Im Vorfeld habe ich viel Schlimmes darüber gehört und kann nun bestätigen, dass sich PortAventura in dieser Hinsicht wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. Aus angeschlagenen 30 Minuten bei Tomahawk wurde schnell eine knappe Stunde, weil teils minutenlang keine Züge rausgingen. Der Grund: Munter miteinander quasselnde Mitarbeiter. Bei Stampida und El Diablo (Mine Train) dauerte es ebenfalls immer ewig. Positiv: Dragon Khan fuhr mit drei Zügen und wurde flott abgefertigt. Bei Shambhala waren zwei im Einsatz, der dritte auf dem Abstellgleis war gerade in Wartung und somit in Einzelteilen. Hier war die Abfertigung am ersten Tag unterdurchschnittlich, am zweiten meist ganz okay bis gut. Red Force im Ferrari Land lief mit zwei Zügen, die Mitarbeiter dort machten aber ihre Arbeit gar nicht schlecht.
Was die Wartezeiten zusätzlich in die Höhe trieb, waren häufige Attraktionsausfälle: Street Mission, Huracan Condor, Furius Baco, Uncharted hatten allesamt mehrere Störungen während unseres Aufenthalts. Nicht einmal Shambhala blieb ganz davon verschont.
Wartezeiten oder "Brauche ich einen Express-Pass?"
Wir wussten, dass es mit dem 1. Mai ein besucherstarkes Wochenende sein würde, weshalb ich lange im Vorfeld bereits den Express Pass Unlimited gekauft hatte. Für Hotelgäste gibt es weiterhin
beim Kauf im Hotel 15% Nachlass. Allerdings gibt es für die unlimitierten Pässe ein Kontingent, das irgendwann vergriffen ist. Ich wollte dieses Risiko nicht eingehen. Bei unserer Ankunft um 1 Uhr Nachts (1. Mai) waren noch Pässe verfügbar, im Laufe des Tages war das Kontingent jedoch irgendwann erschöpft. Neu ist der
Unlimited Plus-Pass: Hier ist zum normalen Unlimited-Angebot
jeweils eine Fahrt auf Uncharted, Huracan Condor und Street Mission inbegriffen. Preislich lohnt sich das jedoch nicht: Die One-Shot-Pässe für diese drei Attraktionen sind zusammen billiger als der Aufpreis des Passes.
One-Shot-Pässe für Uncharted kosteten an diesem Wochenende
26,-€, die für
Huracan 21,-€.
Lohnt sich also der Unlimited Pass? Meiner Meinung nach auf jeden Fall, sofern man das Geld übrig hat. Die Wartezeit von Shambhala lag meist zwischen 70 und 110 Minuten (120 in der Spitze am Samstag - die Zeiten auf Queue-Times stimmen für den Tag nicht). Furius Baco war selten unter 70, oft bei 90 Minuten. Dragon Khan pendelte die meiste Zeit zwischen 120 und 80 Minuten. Die Wartezeit
mit dem Express-Pass belief sich
bei Shambhala auf 5-15 Minuten. Eine Viertelstunde dauerte es in etwa, wenn sich die Express-Lane bis zum kleinen Platz unterhalb der letzten Treppenstufen erstreckte.
Wir konnten dank des Passes schon am ersten Tag einen Großteil der Attraktionen erledigen, inklusive dreier Fahrten auf Shambhala. Insgesamt waren es nach zwei Tagen 10 Runden, was wir ohne den Pass nicht geschafft hätten. Trotz des hohen Besucherandrangs (94% und 92% laut queue-times.com) war es für uns dadurch ein stressfreier Aufenthalt.
Ich bin kein Fan dieser Parkpolitik, aber ich habe mich aufgehört schlecht zu fühlen, als ich in der normalen Warteschlange von Huracan nach bereits wenigen Minuten das Ausmaß der ganzen vordrängelnden Teenager erleben musste. Schlimmer war es nur im Energylandia, als lauter Schulklassen da waren. Dagegen hilft wohl leider nur die Geheimwaffe "Kreditkarte".

Trotzdem wünsche ich mir, dass der Park eine andere Richtung einschlägt: Hätte Portaventura Abfertigungen wie der Europa Park, könnte man auch ohne "Pay-to-Win"-Mechanik einen schönen und erlebnisreichen Tag haben.
Ein Hinweis zu
Uncharted: Am Samstag fiel gegen 18:00 Uhr die Wartezeit auf 50 Minuten - in der Praxis waren es letztlich nur 40. Vielleicht lohnt es sich also gerade zum Abend hin bei der Attraktion vorbeizuschauen.
Bei
Red Force empfehle ich hingegen die Single Rider-Line: Kurz nach Parköffnung hat sich die Schlange an der Bahn bereits bis um das Ferrari Experience-Gebäude gezogen. Da die Queue selbst noch nicht geöffnet hatte, bin ich bis nach vorne gelaufen und habe dabei festgestellt, dass wirklich niemand an der Single Rider-Line wartete. So konnte ich dann direkt die erste Fahrt des Tages mitnehmen. Direkt im Anschluss dauerte es dann 30 Minuten via Single Rider, während die reguläre Queue schon bei 90 Minuten war. Grundsätzlich kann man grob sagen, dass es ab der Treppe als Single Rider ca. 40-60 Minuten dauern dürfte. Bei unserer letzten Fahrt warteten wir aber der Treppe ca. eine Stunde, allerdings gab es dazwischen eine technische Störung.