farmerjohn
Stammgast
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Alter Urlaub, der genommen werden muss, Coasterfieber und Fernweh. Eine perfekte Mischung.
Eigentlich war an eine kleine Hollandtour gedacht, aber sich nicht einigen wollende Meteorologen ließen immer mehr den Gedanken reifen, in südlichere Gefilde zu fliehen. Und da stand Port Aventura mit Shambala ganz oben auf der Liste.
Also am Freitag spontan etwas gegooglet und gesucht und letztlich kam ein kurzer Spanientrip von Dienstag (18.06.) bis Samstag (22.06.) dabei heraus. Die Vorbereitungszeit war kurz, aber auch mal schön, nicht alles von vorn bis hinten geplant zu haben. Man lernt ja gerne dazu.Tag 1:Kurz nach sechs Abflug von Bremen nach Reus mit Ryanair. Wer zum Park will, ist mit dem Flughafen Reus bestens bedient. Port Aventura mit der Shambhala und Hurakan Condor Skyline ist in der Ferne schon vom Rollfeld aus zu sehen.
Der Transfer zum Hotel Caribe, welches ich für 2 Nächte gewählt hatte, erfolgte mit einem Bus, der dort eigentlich gar nicht hinfahren wollte. Aber nach ein paar mal fragen, fuhr er uns schließlich doch dorthin, allerdings erst, nachdem andere Reisende in Salou abgesetzt wurden. Das nächste Mal würde ich wohl doch das Taxi nehmen. Aber die Aktion vermittelte schon einen ersten Eindruck der spanischen Mentalität. Die sich dann auch im Park hier und dort zeigte. Zum einen gibt es dort Regeln, die mitunter sehr penibel durchgesetzt werden. Selbst als spießigem Deutschen fiel mir das auf. Zum anderen ist es oft auch so, dass mit ein bisschen Freundlichkeit und Beharrlichkeit das erst noch Unmögliche möglich gemacht wird.Gegen halb zehn waren wir am Hotel. Schnell eingecheckt, wir konnten sogar schon unser Zimmer beziehen und der Parkeintritt war natürlich auch geritzt. Das Hotel hat mehrere Gebäude, die um den zentralen See bzw Pool angeordnet sind. Die Zimmer sind ausreichend groß, die Klimaanlage habe ich nicht zum laufen gebracht, da wir sie aber nicht brauchten, war das nicht weiter schlimm. Ansonsten alles in Ordnung. Hier hält man es problemlos ein paar Tage aus.Die Grundkosten sind voll okay. Zu den Folgekosten später. Es war die letzte Woche der Vorsaison. 2 Nächte für 2 Personen mit wirklich fettem Frühstücksbuffet und drei Tage Eintritt kosteten nicht ganz 300 Euro. Da finde ich kann man nicht meckern.
Nach Pipi und Sprung in die kurze Hose ging es Richtung Park. Der Shuttlezug wartete schon auf uns und brachte uns gemächlich schaukelnd zum Haupteingang. Dort war die Hölle los. Ganze Busladungen an Schulkindern fluteten den Park. Am ersten Ride nach dem Eingang, Furios Baco, bereits um kurz nach zehn Wartezeiten von einer Stunde und fünfzig Minuten. Das kann ja heiter werden.
Ein weiterer Blick auf die Wartezeittafel offenbarte, dass die restlichen Attraktionen noch gar nicht geöffnet waren. Mein erster Kritikpunkt. Warum macht Shambhala erst um 11 auf? Bei so vollem Park? Dragon Khan lief ab 10.30 Uhr.Wir schlenderten weiter durch den Park. Und waren sofort begeistert von der Anlage.. Mediterranien ist schon toll, aber unser Lieblingsbereich war Polynesien. Fantastisch angelegt, einfach schön und sehenswert. Einen so schönen Park habe ich vorher noch nicht gesehen. Auch China und Mexiko lassen einen komplett in eine andere Welt abtauchen, das Wild West Thema war nicht so unser Ding, aber das heißt nicht, dass es nicht gut umgesetzt wäre.
Durch Polynesien also Richtung China, das Sesamstraßenland ließen wir am ersten Tag rechts liegen.
Plötzlich standen wir vor Shambhala. Sollten wir tatsächlich mit dem Highlight beginnen? Klar, warum nicht?! Deswegen waren wir schließlich hier! Nach ca 40 Minuten warten konnten wir einsteigen und nahmen Platz. Und was dann folgte kann ich nur schwer mit Worten beschreiben. Die erste Fahrt lief irgendwie an mir vorbei. Nein, ich hatte eine Scheißangst! Gar nicht mal vor der Höhe. Aber die Kräfte haben mich bei der ersten Fahrt echt überrascht. Und das, obwohl ich dieses Jahr schon die ein oder andere Bahn gefahren bin. Aber hier war zunächst festhalten angesagt...
Ich habe nicht gezählt, wie oft wir in den zweieinhalb Tagen gefahren sind, aber an die 20mal bestimmt. Einmal sieben Fahrten hintereinander mit nur kurzen Wartezeiten dazwischen. Und kein Mal war langweilig. Die Fahrt ist einfach atemberaubend. Der First Drop ist klasse und die Airtime einfach nur fantastisch. Die Helix sieht etwas spektakulärer aus, als sie tatsächlich ist, aber sie hat auch ihren Reiz und hebt sich gegenüber dem turnaround von Silver Star positiv hervor. Überrascht war ich davon, wie lang die Bahn noch nach dem Splash ist. Das war mir vorher nicht so bewusst. Der Splash ist eine lustige Sache, besonders weiter hinten.
Shambhala kriegt von mir 9/10 Punkte. Und ist der Grund, warum ich definitiv mal wieder nach Salou fahren werde. Nicht der einzige natürlich. Aber der gewichtigste. Kritik gefällig? Die Trimbrake nach der Helix und das bremsen auf der Plattform, das hat mich bei Silver Star schon genervt. Ja, ist jammern auf hohem Niveau.
Ein Kompliment an dieser Stelle an die Ride OPs bei Shambhala. Es war deutlich zu spüren, dass hier die besten des Parks arbeiteten. Die Abfertigung ging sowas von schnell, 3 Züge so reibungslos auf die Fahrt zu schicken hat schon was. Und das bei teilweise völlig emotional überreagierenden Teenies, deren Hormone mitunter komplett durcheinander gewirbelt schienen. Schon vor der Fahrt, noch mehr allerdings danach. Bei Einfahrt eines Zuges lief eine Uhr von einer Minute herunter. In dieser Zeit sollte die Abfertigung offenbar geschafft werden. Es wurde nicht immer erreicht, aber die Jungs und Mädels waren echt gut. Zum Teil ging der nächste Zug schon auf die Strecke sobald der vorherige die Blockbremse gerade durchfahren hatte. Man sah ihn dann noch vom Lifthill aus durch den letzten Abschnitt fahren.
Nach Shambhala ging es zu Dragon Khan. Eieiei, was für eine Schleuder. Und das meine ich durchaus positiv, wobei ganz sanfte Gemüter die Fahrt vielleicht schon als sehr ruppig bezeichnen würden. Ich fand es noch nicht so schlimm, aber die auftretenden Kräfte in den Inversionen hielten mich persönlich von allzu vielen Wiederholungsfahrten ab. Das Ding teilt gut aus, der erste Loop ist ab jetzt mein Lieblingsloop.Punkte gibt es von mir 6/10. Inversionsbegeisterte werden sicher noch ein bis zwei Punkte raufpacken.
Am ersten Tag hakten wir noch Stampida (blau) und den Mine Train El diablo ab. Jedes Wort hierzu ist Verschwendung. Stampida bringt die Wirbelsäule in Unordnung und der Mine Train ist die langweiligste Bahn, die ich je gefahren bin. Bei der dritten Fahrtunterbrechung bin ich eingepennt. Naja, war ja auch um drei Uhr morgens aufgestanden.
Stampida blau 2/10
El Diablo 1/10
Coastercounter werden entsetzt feststellen, dass Stampida rot ausgelassen wurde. Gleiches gilt für Tomahawk, allerdings eher, weil wir die Zeit dafür nicht opfern wollten und nur sehrselten im Wild West Bereich waren.Das Wetter am ersten Tag wurde stündlich schlechter. Dunkle Wolken zogen auf und ein kräftiger Wind erzeugte Kälte auf der Haut. Trotzdem musste eine Fahrt Wildwasser sein. Die wurde erstaunlich nass, aber kein Wunder, wenn man mit fünf Erwachsenen in einem Boot sitzt, die OPs achten nämlich sehr darauf, dass die Plätze alle belegt sind. Bei den Wartezeiten verständlich.
Danach waren wir wieder am Eingang angekommen und nun hatte sich die Lage bei Furios Baco beruhigt. Die Tafel sprach zwar immer noch von 1:50 Wartezeit, aber das konnte einfach nicht stimmen. Und tatsächlich waren es nur 15 Minuten. Der Coaster hat viel Potential, nutzt es aber nicht. Die Vibrationen, von denen ich im Vorfeld schon gehört hatte, empfand ich als wirklich störend und schmerzhaft. An diesem Tag stieg ich mit Kopfschmerzen aus, am nächsten Tag habe ich die Fahrt etwas besser verkraftet. Der Launch ist echt geil und macht da weiter, wo Desert Race aufhört. Aber das Gewackel nervt. Schade auch, dass man von dem Launch im Park nichts mitbekommt, der geht nämlich nach hinten raus. Im Park sieht man nur die Heartlineroll und die Kurve über den See. Für mich ein 4/10, was aber einzig und allein den Fahreigenschaften geschuldet ist. Da ist man von Intamin doch besseres gewohnt.
Tag 1 schloss, wie könnte es anders sein, mit ein paar Fahrten Shambhala ab. Danach ging es zurück ins Hotel und nach dem Abendessen im Hotel mehr oder weniger kaputt ins Bett.
Tag 2:
Nach dem wirklich sehr reichhaltigen Frühstück gingen wir diesmal etwas später in den Park. Das Objekt unserer Begierde, Shambhala, machte ja eh erst um 11 auf. Dort angekommen, war die Schlange deutlich länger als am Vortag. Kurz angestellt und dann zu dem Entschluss gekommen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Fastpass wäre, wenn wir denn das zusätzliche Geld investieren wollten. Wir wollten Shambhala fahren. Und das möglichst mehr als 2 oder 3mal am Tag. Also war die logische Konsequenz, jetzt nicht auf den letzten Euro zu schauen. Sinnvollerweise ist direkt am Eingang von Shambhala eine Bude, an dem die Vorzugspässe gekauft werden können. Kurz informiert und erfahren, dass Hotelgäste nur einmal für den gesamten Aufenthalt zahlen. Und zwar mehr oder weniger den Preis, den Tagesgäste für einen Tag zahlen (rd. 50 Euro). Nachteil: Das Teil gibt es wirkllich nur im Hotel. Also schnell zum Wild West Hotel gegangen und dort nach einiger Zeit das goldene Armband in Empfang genommen.
Die Diskussion Fastpass oder nicht, ist eine für sich. Ich finde es auch ätzend. Aber Port Aventura legt es wirklich drauf an. Ich gehe sogar so weit, dass ich sage, ohne den Fastpass hätte es uns an den letzten beiden Tagen keinen Spaß gemacht. Die Wartezeiten waren überall wirklich hoch. Selbst an den Essensständen. Meiner Meinung nach lässt der Park viel zu viele Gäste rein und hat einfach nicht genug Fahrgeschäfte mit hoher Kapazität, um dem Ansturm gerecht zu werden. 3 Stunden Wartezeit bei Hurakan Condor sind abartig, wenn ihr mich fragt. Und auch für eine Bahn wie Shambhala zweieinhalb Stunden anzustehen finde ich unverhältnismäßig.
Mit den Fastpässen war Shambhala geritzt. Höchstens mal 10 Minuten anstehen, wenn die Fastpassschlange ebenfalls voll war. Das haben wir ausgiebig genutzt. Der absolute Oberhammer war die Fahrt in der ersten Reihe, obwohl wir sonst den hinteren Teil des Zuges bevorzugt haben. Aber die erste Reihe war echt der Kick.
Bei Dragon Khan sah es schon anders aus. Dort war am dritten Tag auch die "schnelle" Queue locker 30 Minuten lang. Dann macht das auch wieder keinen Sinn.Heute nahmen wir uns auch das Sesamstraßenland vor. Es ist wirklich wahnsinnig liebevoll gemacht, ein absolutes Kinderparadies. Und mit "Magic Fish" stand da doch tatsächlich unser zeitliebstes Fahrgeschäft in Aventura. Man wird durch ein Wasserbecken gezogen und kann mitels eines Lenkrades mit der Fliehkraft "driften". Und das mit ziemlicher G-Kraft und Speed, der Beckenwand entgegen. Macht höllich Spaß das Teil. Tami-Tami ist ein Vekoma Juniorcoaster, nett angelegt und auch die Streckenführung kann überzeugen, leider endet die Fahrt nach einer Runde, was ich als sehr kurz empfand (und auch mit 207m sehr kurz IST). Wer den Gegensatz zu der schnellen Abfertigung bei Shambhala erleben will ist hier richtig. Laaaangsam.
Da heute das Wetter deutlich besser war als am ersten Tag, mussten natürlich auch die beiden noch fehlenden Wasserattraktionen ausprobiert werden. Das Rafting hat mir RICHTIG GUT gefallen. Die Strömung fetzt richtig ab und ich wurde richtig nass und habe so bei allen drei im Boot befindlichen Nationalitäten für reichlich gute Laune gesorgt. Und danach fehlte natürlich noch der Tutuki-Splash. Die Bugwelle ist nicht so eindrucksvoll wie bei Tidal Wave im Thorpe Park, aber bei Beobachtung der aussteigenden Fahrgäste war klar, dass hier der Nässegrad auch nicht von schlechten Eltern ist. Also, und ich erspare mir jedes weitere Detail.... Shirt aus und los. Macht Laune das Ding, die "Kaugummihöhle" ist allerdings richtig eklig finde ich. Mehr sag ich auch dazu nicht ;-)
Ist Euch schon langweilig? Ich merke gerade, dass in drei Tagen einiges passiert ist. Jetzt jeden Schritt nachzuzeichnen wäre wirklich zuviel des Guten. Stellt am besten Eure Fragen im Thread, wenn Ihr noch was wissen wollt.
Der Tag endete mit ein paar Fahrten Shambala und einer gemütlichen Runde im Pool des Hotels Caribe. Anschließend machten wir uns noch auf den Weg zum Strand in Salou, wo wir etwas aßen und noch einen Supermarkt plünderten. Denn auf Dauer die Getränke immer nur im Park zu kaufen war etwas zu teuer.
Tag 3:
Für heute war die Weiterfahrt nach Barcelona angesetzt. Um ehrlich zu sein, hätte ich es noch länger im Park aushalten können. Andererseits wurde es nun wirklich richtig voll und die Wartezeit bei den Hauptattraktionen ging überhaupt nicht mehr unter die 2 Stunden Marke. Wir fuhren also noch einige Runden Shambhala und dann wollte ich noch in den Templo del Fuego, eine Feuershow, die ganz lustig anzusehen ist. Ach, fast vergessen, an den Vortagen hatten wir uns die Vogelshow angesehen (süüüß) und auch Sea Oddysey besucht. Letzteres hat mich aber total enttäuscht. Das war reine Zeitverschwendung.
Die vier Stunden im Park vergingen wie im Flug und gegen 15 Uhr verließen wir den Park um unseren Koffer am Hotel zu holen und zum Bahnhof zu gehen. Ich war etwsa erstaunt, dass dort kein Fahrkartenautomat stand, aber zum Glück war der Fahrkartenkauf beim Schaffner kein Problem. 8,20 EUR pro Person nach Barcelo-Sants, ein fairer Preis. Die Bahnlinie verläuft entlang der Küste, sehr nett anzusehen.
So, jetzt die Fotos, auf die Ihr schon gewartet habt. Oder?Ich kann Port Aventura jedem nur empfehlen, es ist ein wahnsinnig schöner Park. Die Nebenkosten sind etwas höher, also Essen, Getränke, etc. Ich werde bestimmt noch mal hinfahren, aber darauf achten, dass es in der Nebensaison ist. Das Coastern bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen, in Shorts und T-Shirt, ist einfach noch schöner als hier bei unserem Schmudelwetter.
Der Eingangsbereich
Eingang zum Wasserpark
Furios Baco
Polynesien
Sesam Aventura
Magic Fish
Tami-Tami
SHAMBHALA und Dragon Khan
Stationsgebäude Shambhala und Blick Richtung Küste
Die Parkeisenbahn
El Diablo Mine Train
Flume
Tutuki Splash
Die Wartezeiten - dies waren allerdings nicht die Spitzenwerte.
Hurakan Condor im Bereich Mexiko
Der Wilde Westen
Das Rafting
Eigentlich war an eine kleine Hollandtour gedacht, aber sich nicht einigen wollende Meteorologen ließen immer mehr den Gedanken reifen, in südlichere Gefilde zu fliehen. Und da stand Port Aventura mit Shambala ganz oben auf der Liste.
Also am Freitag spontan etwas gegooglet und gesucht und letztlich kam ein kurzer Spanientrip von Dienstag (18.06.) bis Samstag (22.06.) dabei heraus. Die Vorbereitungszeit war kurz, aber auch mal schön, nicht alles von vorn bis hinten geplant zu haben. Man lernt ja gerne dazu.Tag 1:Kurz nach sechs Abflug von Bremen nach Reus mit Ryanair. Wer zum Park will, ist mit dem Flughafen Reus bestens bedient. Port Aventura mit der Shambhala und Hurakan Condor Skyline ist in der Ferne schon vom Rollfeld aus zu sehen.
Der Transfer zum Hotel Caribe, welches ich für 2 Nächte gewählt hatte, erfolgte mit einem Bus, der dort eigentlich gar nicht hinfahren wollte. Aber nach ein paar mal fragen, fuhr er uns schließlich doch dorthin, allerdings erst, nachdem andere Reisende in Salou abgesetzt wurden. Das nächste Mal würde ich wohl doch das Taxi nehmen. Aber die Aktion vermittelte schon einen ersten Eindruck der spanischen Mentalität. Die sich dann auch im Park hier und dort zeigte. Zum einen gibt es dort Regeln, die mitunter sehr penibel durchgesetzt werden. Selbst als spießigem Deutschen fiel mir das auf. Zum anderen ist es oft auch so, dass mit ein bisschen Freundlichkeit und Beharrlichkeit das erst noch Unmögliche möglich gemacht wird.Gegen halb zehn waren wir am Hotel. Schnell eingecheckt, wir konnten sogar schon unser Zimmer beziehen und der Parkeintritt war natürlich auch geritzt. Das Hotel hat mehrere Gebäude, die um den zentralen See bzw Pool angeordnet sind. Die Zimmer sind ausreichend groß, die Klimaanlage habe ich nicht zum laufen gebracht, da wir sie aber nicht brauchten, war das nicht weiter schlimm. Ansonsten alles in Ordnung. Hier hält man es problemlos ein paar Tage aus.Die Grundkosten sind voll okay. Zu den Folgekosten später. Es war die letzte Woche der Vorsaison. 2 Nächte für 2 Personen mit wirklich fettem Frühstücksbuffet und drei Tage Eintritt kosteten nicht ganz 300 Euro. Da finde ich kann man nicht meckern.
Nach Pipi und Sprung in die kurze Hose ging es Richtung Park. Der Shuttlezug wartete schon auf uns und brachte uns gemächlich schaukelnd zum Haupteingang. Dort war die Hölle los. Ganze Busladungen an Schulkindern fluteten den Park. Am ersten Ride nach dem Eingang, Furios Baco, bereits um kurz nach zehn Wartezeiten von einer Stunde und fünfzig Minuten. Das kann ja heiter werden.
Ein weiterer Blick auf die Wartezeittafel offenbarte, dass die restlichen Attraktionen noch gar nicht geöffnet waren. Mein erster Kritikpunkt. Warum macht Shambhala erst um 11 auf? Bei so vollem Park? Dragon Khan lief ab 10.30 Uhr.Wir schlenderten weiter durch den Park. Und waren sofort begeistert von der Anlage.. Mediterranien ist schon toll, aber unser Lieblingsbereich war Polynesien. Fantastisch angelegt, einfach schön und sehenswert. Einen so schönen Park habe ich vorher noch nicht gesehen. Auch China und Mexiko lassen einen komplett in eine andere Welt abtauchen, das Wild West Thema war nicht so unser Ding, aber das heißt nicht, dass es nicht gut umgesetzt wäre.
Durch Polynesien also Richtung China, das Sesamstraßenland ließen wir am ersten Tag rechts liegen.
Plötzlich standen wir vor Shambhala. Sollten wir tatsächlich mit dem Highlight beginnen? Klar, warum nicht?! Deswegen waren wir schließlich hier! Nach ca 40 Minuten warten konnten wir einsteigen und nahmen Platz. Und was dann folgte kann ich nur schwer mit Worten beschreiben. Die erste Fahrt lief irgendwie an mir vorbei. Nein, ich hatte eine Scheißangst! Gar nicht mal vor der Höhe. Aber die Kräfte haben mich bei der ersten Fahrt echt überrascht. Und das, obwohl ich dieses Jahr schon die ein oder andere Bahn gefahren bin. Aber hier war zunächst festhalten angesagt...
Ich habe nicht gezählt, wie oft wir in den zweieinhalb Tagen gefahren sind, aber an die 20mal bestimmt. Einmal sieben Fahrten hintereinander mit nur kurzen Wartezeiten dazwischen. Und kein Mal war langweilig. Die Fahrt ist einfach atemberaubend. Der First Drop ist klasse und die Airtime einfach nur fantastisch. Die Helix sieht etwas spektakulärer aus, als sie tatsächlich ist, aber sie hat auch ihren Reiz und hebt sich gegenüber dem turnaround von Silver Star positiv hervor. Überrascht war ich davon, wie lang die Bahn noch nach dem Splash ist. Das war mir vorher nicht so bewusst. Der Splash ist eine lustige Sache, besonders weiter hinten.
Shambhala kriegt von mir 9/10 Punkte. Und ist der Grund, warum ich definitiv mal wieder nach Salou fahren werde. Nicht der einzige natürlich. Aber der gewichtigste. Kritik gefällig? Die Trimbrake nach der Helix und das bremsen auf der Plattform, das hat mich bei Silver Star schon genervt. Ja, ist jammern auf hohem Niveau.
Ein Kompliment an dieser Stelle an die Ride OPs bei Shambhala. Es war deutlich zu spüren, dass hier die besten des Parks arbeiteten. Die Abfertigung ging sowas von schnell, 3 Züge so reibungslos auf die Fahrt zu schicken hat schon was. Und das bei teilweise völlig emotional überreagierenden Teenies, deren Hormone mitunter komplett durcheinander gewirbelt schienen. Schon vor der Fahrt, noch mehr allerdings danach. Bei Einfahrt eines Zuges lief eine Uhr von einer Minute herunter. In dieser Zeit sollte die Abfertigung offenbar geschafft werden. Es wurde nicht immer erreicht, aber die Jungs und Mädels waren echt gut. Zum Teil ging der nächste Zug schon auf die Strecke sobald der vorherige die Blockbremse gerade durchfahren hatte. Man sah ihn dann noch vom Lifthill aus durch den letzten Abschnitt fahren.
Nach Shambhala ging es zu Dragon Khan. Eieiei, was für eine Schleuder. Und das meine ich durchaus positiv, wobei ganz sanfte Gemüter die Fahrt vielleicht schon als sehr ruppig bezeichnen würden. Ich fand es noch nicht so schlimm, aber die auftretenden Kräfte in den Inversionen hielten mich persönlich von allzu vielen Wiederholungsfahrten ab. Das Ding teilt gut aus, der erste Loop ist ab jetzt mein Lieblingsloop.Punkte gibt es von mir 6/10. Inversionsbegeisterte werden sicher noch ein bis zwei Punkte raufpacken.
Am ersten Tag hakten wir noch Stampida (blau) und den Mine Train El diablo ab. Jedes Wort hierzu ist Verschwendung. Stampida bringt die Wirbelsäule in Unordnung und der Mine Train ist die langweiligste Bahn, die ich je gefahren bin. Bei der dritten Fahrtunterbrechung bin ich eingepennt. Naja, war ja auch um drei Uhr morgens aufgestanden.
Stampida blau 2/10
El Diablo 1/10
Coastercounter werden entsetzt feststellen, dass Stampida rot ausgelassen wurde. Gleiches gilt für Tomahawk, allerdings eher, weil wir die Zeit dafür nicht opfern wollten und nur sehrselten im Wild West Bereich waren.Das Wetter am ersten Tag wurde stündlich schlechter. Dunkle Wolken zogen auf und ein kräftiger Wind erzeugte Kälte auf der Haut. Trotzdem musste eine Fahrt Wildwasser sein. Die wurde erstaunlich nass, aber kein Wunder, wenn man mit fünf Erwachsenen in einem Boot sitzt, die OPs achten nämlich sehr darauf, dass die Plätze alle belegt sind. Bei den Wartezeiten verständlich.
Danach waren wir wieder am Eingang angekommen und nun hatte sich die Lage bei Furios Baco beruhigt. Die Tafel sprach zwar immer noch von 1:50 Wartezeit, aber das konnte einfach nicht stimmen. Und tatsächlich waren es nur 15 Minuten. Der Coaster hat viel Potential, nutzt es aber nicht. Die Vibrationen, von denen ich im Vorfeld schon gehört hatte, empfand ich als wirklich störend und schmerzhaft. An diesem Tag stieg ich mit Kopfschmerzen aus, am nächsten Tag habe ich die Fahrt etwas besser verkraftet. Der Launch ist echt geil und macht da weiter, wo Desert Race aufhört. Aber das Gewackel nervt. Schade auch, dass man von dem Launch im Park nichts mitbekommt, der geht nämlich nach hinten raus. Im Park sieht man nur die Heartlineroll und die Kurve über den See. Für mich ein 4/10, was aber einzig und allein den Fahreigenschaften geschuldet ist. Da ist man von Intamin doch besseres gewohnt.
Tag 1 schloss, wie könnte es anders sein, mit ein paar Fahrten Shambhala ab. Danach ging es zurück ins Hotel und nach dem Abendessen im Hotel mehr oder weniger kaputt ins Bett.
Tag 2:
Nach dem wirklich sehr reichhaltigen Frühstück gingen wir diesmal etwas später in den Park. Das Objekt unserer Begierde, Shambhala, machte ja eh erst um 11 auf. Dort angekommen, war die Schlange deutlich länger als am Vortag. Kurz angestellt und dann zu dem Entschluss gekommen, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Fastpass wäre, wenn wir denn das zusätzliche Geld investieren wollten. Wir wollten Shambhala fahren. Und das möglichst mehr als 2 oder 3mal am Tag. Also war die logische Konsequenz, jetzt nicht auf den letzten Euro zu schauen. Sinnvollerweise ist direkt am Eingang von Shambhala eine Bude, an dem die Vorzugspässe gekauft werden können. Kurz informiert und erfahren, dass Hotelgäste nur einmal für den gesamten Aufenthalt zahlen. Und zwar mehr oder weniger den Preis, den Tagesgäste für einen Tag zahlen (rd. 50 Euro). Nachteil: Das Teil gibt es wirkllich nur im Hotel. Also schnell zum Wild West Hotel gegangen und dort nach einiger Zeit das goldene Armband in Empfang genommen.
Die Diskussion Fastpass oder nicht, ist eine für sich. Ich finde es auch ätzend. Aber Port Aventura legt es wirklich drauf an. Ich gehe sogar so weit, dass ich sage, ohne den Fastpass hätte es uns an den letzten beiden Tagen keinen Spaß gemacht. Die Wartezeiten waren überall wirklich hoch. Selbst an den Essensständen. Meiner Meinung nach lässt der Park viel zu viele Gäste rein und hat einfach nicht genug Fahrgeschäfte mit hoher Kapazität, um dem Ansturm gerecht zu werden. 3 Stunden Wartezeit bei Hurakan Condor sind abartig, wenn ihr mich fragt. Und auch für eine Bahn wie Shambhala zweieinhalb Stunden anzustehen finde ich unverhältnismäßig.
Mit den Fastpässen war Shambhala geritzt. Höchstens mal 10 Minuten anstehen, wenn die Fastpassschlange ebenfalls voll war. Das haben wir ausgiebig genutzt. Der absolute Oberhammer war die Fahrt in der ersten Reihe, obwohl wir sonst den hinteren Teil des Zuges bevorzugt haben. Aber die erste Reihe war echt der Kick.
Bei Dragon Khan sah es schon anders aus. Dort war am dritten Tag auch die "schnelle" Queue locker 30 Minuten lang. Dann macht das auch wieder keinen Sinn.Heute nahmen wir uns auch das Sesamstraßenland vor. Es ist wirklich wahnsinnig liebevoll gemacht, ein absolutes Kinderparadies. Und mit "Magic Fish" stand da doch tatsächlich unser zeitliebstes Fahrgeschäft in Aventura. Man wird durch ein Wasserbecken gezogen und kann mitels eines Lenkrades mit der Fliehkraft "driften". Und das mit ziemlicher G-Kraft und Speed, der Beckenwand entgegen. Macht höllich Spaß das Teil. Tami-Tami ist ein Vekoma Juniorcoaster, nett angelegt und auch die Streckenführung kann überzeugen, leider endet die Fahrt nach einer Runde, was ich als sehr kurz empfand (und auch mit 207m sehr kurz IST). Wer den Gegensatz zu der schnellen Abfertigung bei Shambhala erleben will ist hier richtig. Laaaangsam.
Da heute das Wetter deutlich besser war als am ersten Tag, mussten natürlich auch die beiden noch fehlenden Wasserattraktionen ausprobiert werden. Das Rafting hat mir RICHTIG GUT gefallen. Die Strömung fetzt richtig ab und ich wurde richtig nass und habe so bei allen drei im Boot befindlichen Nationalitäten für reichlich gute Laune gesorgt. Und danach fehlte natürlich noch der Tutuki-Splash. Die Bugwelle ist nicht so eindrucksvoll wie bei Tidal Wave im Thorpe Park, aber bei Beobachtung der aussteigenden Fahrgäste war klar, dass hier der Nässegrad auch nicht von schlechten Eltern ist. Also, und ich erspare mir jedes weitere Detail.... Shirt aus und los. Macht Laune das Ding, die "Kaugummihöhle" ist allerdings richtig eklig finde ich. Mehr sag ich auch dazu nicht ;-)
Ist Euch schon langweilig? Ich merke gerade, dass in drei Tagen einiges passiert ist. Jetzt jeden Schritt nachzuzeichnen wäre wirklich zuviel des Guten. Stellt am besten Eure Fragen im Thread, wenn Ihr noch was wissen wollt.
Der Tag endete mit ein paar Fahrten Shambala und einer gemütlichen Runde im Pool des Hotels Caribe. Anschließend machten wir uns noch auf den Weg zum Strand in Salou, wo wir etwas aßen und noch einen Supermarkt plünderten. Denn auf Dauer die Getränke immer nur im Park zu kaufen war etwas zu teuer.
Tag 3:
Für heute war die Weiterfahrt nach Barcelona angesetzt. Um ehrlich zu sein, hätte ich es noch länger im Park aushalten können. Andererseits wurde es nun wirklich richtig voll und die Wartezeit bei den Hauptattraktionen ging überhaupt nicht mehr unter die 2 Stunden Marke. Wir fuhren also noch einige Runden Shambhala und dann wollte ich noch in den Templo del Fuego, eine Feuershow, die ganz lustig anzusehen ist. Ach, fast vergessen, an den Vortagen hatten wir uns die Vogelshow angesehen (süüüß) und auch Sea Oddysey besucht. Letzteres hat mich aber total enttäuscht. Das war reine Zeitverschwendung.
Die vier Stunden im Park vergingen wie im Flug und gegen 15 Uhr verließen wir den Park um unseren Koffer am Hotel zu holen und zum Bahnhof zu gehen. Ich war etwsa erstaunt, dass dort kein Fahrkartenautomat stand, aber zum Glück war der Fahrkartenkauf beim Schaffner kein Problem. 8,20 EUR pro Person nach Barcelo-Sants, ein fairer Preis. Die Bahnlinie verläuft entlang der Küste, sehr nett anzusehen.
So, jetzt die Fotos, auf die Ihr schon gewartet habt. Oder?Ich kann Port Aventura jedem nur empfehlen, es ist ein wahnsinnig schöner Park. Die Nebenkosten sind etwas höher, also Essen, Getränke, etc. Ich werde bestimmt noch mal hinfahren, aber darauf achten, dass es in der Nebensaison ist. Das Coastern bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen, in Shorts und T-Shirt, ist einfach noch schöner als hier bei unserem Schmudelwetter.
Der Eingangsbereich

