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Technische Unfälle/Vorfälle in Freizeitparks, auf Volksfesten etc.

sven

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In den USA war das ein KMG Fireball/Afterburner, das hier ist von der Bauart ähnlich einem KMG Freak Out, ist aber eine Kopie. Da ist auch nichts durchgerostet, die Gondel ist genau an der Verschraubung gelöst, im einen Video schauen die Schrauben noch raus an der Verbindungsplatte.
 

Peppy

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Ja das habe ich auch gesehen. Schon äußerst seltsam das Ganze.
 

UP87

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Auf der Seite von NBC-News ist das Video abgelaufen :unsure: (zumindest für mich). Auf YouTube verbreiten sie es noch.
Sehr seltsam. Aber vermutlich war Aussteigen gefährlicher als drin bleiben. Die Bahn hat doch weder Air- noch Hangtime...
 

YellowPhoenix18

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Auf der Seite von NBC-News ist das Video abgelaufen :unsure: (zumindest für mich). Auf YouTube verbreiten sie es noch.
Sehr seltsam. Aber vermutlich war Aussteigen gefährlicher als drin bleiben. Die Bahn hat doch weder Air- noch Hangtime...
Dazu gibt es eine ganz nette Einordnung von einem Mechaniker (Ryan the Ridemechanic):

Hierbei geht er auch nochmal auf die Thematik ein, wieso ggf. die Möglichkeit bestand den Bügel zu öffnen und zeigt die eigentlichen Versäumnisse auf.
 

Mario M.

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Auf tragische Weise und für mich unbegreiflich ist vergangene Nacht ein 14-Jähriger auf dem neuen Funtime-Turm im ICON Park Orlando ums Leben gekommen. Er ist offensichtlich beim Bremsvorgang unter seinem Schulterbügel durchgerutscht, der bereits von Anfang an aufgrund seiner Körpermaße außerordentlich hoch saß. Ob der Schulterbügel vielleicht sogar nachgegeben hat, ist zur Stunde nicht bekannt.

Eine Jury des Gerichts in Florida hat Funtime dazu verurteilt 310 Millionen Dollar Schadenersatz zu zahlen :oops:

Wie auch immer man auf diese hohe Summe gekommen ist - Funtime kann/wird das sicher nicht zahlen können. Warum der Hersteller dafür gerade stehen soll, dass der Betreiber das Bügelsystem manipuliert hat, ist mir immernoch ein Rätsel... echt eine verkehrte Welt :eek:


Zwischen dem Betreiber und der Familie wurde wohl eine außergerichtliche Lösung gefunden über die Stillschweigen vereinbart wurde - ich nehme an, da ist auch viel Geld geflossen...


Allgemeiner Thread zum Turm:
 

Charlie Hotel

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Wie auch immer man auf diese hohe Summe gekommen ist - [...] Warum der Hersteller dafür gerade stehen soll, dass der Betreiber das Bügelsystem manipuliert hat, ist mir immernoch ein Rätsel... echt eine verkehrte Welt :eek:
Scheinbar war Funtime nicht bei den Gerichtsverhandlungen anwesend. Bei dem was man so auf reddit liest (dort ist ein anderer Artikel verlinkt, der in EU nicht betrachtet werden kann), wird dann wohl einfach zu Gunsten der anwesenden Parteien entschieden. Scheinbar ist es aber auch sehr schwierig diese gerichtliche Entscheidung gegenüber einem Nicht-US Unternehmen gelten machen zu können.

Also vielleicht irgendein Loophole oder so? Mein Wissen zum US-Gerichtsystem basiert quasi komplett auf Better Call Saul. 🤷‍♀️ Vielleicht hat jemand bessere Kenntnisse und kann erläutern/korrigieren.

Funtime kann/wird das sicher nicht zahlen können.
Dafür haben Unternehmen prinzipiell Versicherungen. In wie fern diese greifen oder - wie oben angedeutet - überhaupt notwendig sind, ist eine andere Frage.

Quelle
 

Peppy

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Das erschließt sich mir nun aber auch überhaupt nicht. Wenn wissentlich an einer Sicherheitsvorkehrung herumgeschraubt und diese manipuliert wird, was kann der Hersteller dann dafür?! Musste Gerstlauer damals beim Smiler Unfall zahlen? Nein. Verstehe jemand die Gerichte der Amis. 🤔
 

Unicorn

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Das ist doch albern, wenn man will kann man fast alles manipulieren. Hat der Hersteller sich an die gültigen Vorschriften gehalten? Wenn ja, dann hat doch derjenige die Verantwortung, der manipuliert hat. Aber US Gerichte sind ja eh ne Geschichte für sich. Ich verstehe auch nicht, warum funtime keinen Anwalt hatte. Sehr unglücklich. Und ob eine Versicherung, wenn es eune gibt, in dieser Grösenordnung zahlt? So kann man die Konkurrenz aus Europa auch vom US Markt drängen...
 

Peppy

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Wenn es das Ziel ist, die europäische Konkurrenz vom US Markt zu bekommen, bleibt an Herstellern am Ende aber nicht mehr so viel übrig, zumindest nicht bei den Premium Achterbahn Herstellern. 😅
 

sven

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Zuallererst: Irgendeiner Jury in Florida nun zu unterstellen die wären Teil eines Plans Konkurrenz aus dem Markt zu drücken ist schon reichlich wild.

Ich kenne mich da im österreichischen Firmenrecht nicht aus - ist es billiger (und möglich) die GmbH in die Insolvenz laufen zu lassen (und eine neue aufzumachen) anstatt einen Anwalt zu bezahlen?
 

Charlie Hotel

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Wenn wissentlich an einer Sicherheitsvorkehrung herumgeschraubt und diese manipuliert wird, was kann der Hersteller dann dafür?!
Naja, ist ja nicht so, dass NUR der Hersteller verklagt wurde. Die Familie hat eben bei allen drei involvierten Parteien (Hersteller, Besitzer, Park) versucht Geld zu holen. Bei den anderen beiden Parteien gab es anscheinend außergerichtliche Einigungen. Bei Funtime ging es eben vor Gericht.

Ich verstehe auch nicht, warum funtime keinen Anwalt hatte.
Woher hast du diese Info denn? Vielleicht (und das ist reine Mutmaßung) war die Empfehlung des Anwalts (oder Team aus Anwälten, bzw. Kanzlei) ja auch einfach nicht zu erscheinen, da die Erwirkung des Urteils quasi unmöglich sein wird ... oder weil ein anderer Weg der dadurch provoziert wird sinnvoller ist (höhere Instanz? keine Ahnund wie das im US-Recht abläuft) ... oder wie @sven gemutmaßt hat Insolvenz und neue GmbH ... oder aus irgendeinem anderen Grund, der eben einfach nicht ersichtlich ist, wenn man nicht drin steckt.

In diesem Sinne würde ich empfehlen einfach mal abzuwarten was passiert. Funtime wird da schon wissentlich so gehandelt haben, wie sie es getan haben. Die Annahme, die Gerichtsverhandlung wurde einfach "verpennt" sehe ich persönlich mit meinem Leienwissen als eher undrealistisch an.
 

Unicorn

Re-Rider
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Naja, ist ja nicht so, dass NUR der Hersteller verklagt wurde. Die Familie hat eben bei allen drei involvierten Parteien (Hersteller, Besitzer, Park) versucht Geld zu holen. Bei den anderen beiden Parteien gab es anscheinend außergerichtliche Einigungen. Bei Funtime ging es eben vor Gericht.


Woher hast du diese Info denn? Vielleicht (und das ist reine Mutmaßung) war die Empfehlung des Anwalts (oder Team aus Anwälten, bzw. Kanzlei) ja auch einfach nicht zu erscheinen, da die Erwirkung des Urteils quasi unmöglich sein wird ... oder weil ein anderer Weg der dadurch provoziert wird sinnvoller ist (höhere Instanz? keine Ahnund wie das im US-Recht abläuft) ... oder wie @sven gemutmaßt hat Insolvenz und neue GmbH ... oder aus irgendeinem anderen Grund, der eben einfach nicht ersichtlich ist, wenn man nicht drin steckt.

In diesem Sinne würde ich empfehlen einfach mal abzuwarten was passiert. Funtime wird da schon wissentlich so gehandelt haben, wie sie es getan haben. Die Annahme, die Gerichtsverhandlung wurde einfach "verpennt" sehe ich persönlich mit meinem Leienwissen als eher undrealistisch an.

Ich bezog mich da auf den Post, dass funtume eben nicht bei der Verhandlung anwesend war und dann immer gegen die Abwesenden entschieden wird. Das sind Praktiken die man ja wissen muss und dafür braucht es einen guten Anwalt. Für mich klingt das so als wäre funtime hier schlecht beraten gewesen. Aber mein Wissen über das US Justizsystem kommt auch nur aus Film und Fernsehen. Insofern kann man nur mutmaßen was die Beweggründe waren, so vorzugehen.
 

Floooooo

CF Team IT
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Ich bezog mich da auf den Post, dass funtume eben nicht bei der Verhandlung anwesend war und dann immer gegen die Abwesenden entschieden wird. Das sind Praktiken die man ja wissen muss und dafür braucht es einen guten Anwalt. Für mich klingt das so als wäre funtime hier schlecht beraten gewesen.
Naja, ich würde eher sagen: Dafür braucht es keinen "guten" Anwalt, das wird Dir jeder US-Anwalt sagen können - insofern bin ich auch eher ein Anhänger der These, dass man da juristisch genau weiß, was man tut - so ähnlich, wie es @sven & @Charlie Hotel auch vermuten.
Dazu passt auch ein Zitat aus der News-Story eines NBC-Affiliates:
The family will now have to seek an order from an Austrian court to collect the damages.
Ich kenne jetzt auch die Rechtslage in Österreich nicht, kann mir aber vorstellen, dass dort solche Schadensersatzsummen (ähnlich wie in Deutschland) eben nicht einfach "durchgewunken" werden - und man z.B. vielleicht ganz bewusst darauf setzt, die Schuld- und Schadensersatzfrage damit nochmal durch ein österreichisches Gericht klären zu lassen (was ja dann auch eine Gegenposition für Verhandlungen über eine außergerichtliche Einigung sein könnte...) - aber auch hier: Keine Ahnung, wie das genau läuft...
Heißt am Ende: Abwarten, was sich da noch entwickelt.

Insgesamt nicht schön, dass der vermeidbare Tod eines Jugendlichen jetzt nur noch in Geld-Hakeleien ausartet (auch wenn man lt. den Statements der Anwälte natürlich nur für Sicherheit aller künftigen Fahrgäste kämpft...) - das einzig Gute ist, dass im Zuge des Unfalls der Staat Florida letztes Jahr den Tyre-Sampson-Act verabschiedet hat, der (neben einigen aus technischer Sicht eher unnötigen, aber öffentlichkeitswirksamen, Vorschriften für Rides (z.B. verpflichtende zusätzliche Sicherheitsgurte ab einer Höhe von 100 Fuß...)) vor allem unabhängige technische Kontrollen von Vergnügungsattraktionen durch eine unabhängige Organisation vorschreibt - also ein Standard, der in unseren Breiten selbstverständlich ist, in den USA aber bis dato in den meisten Staaten eher von der Motivation des Betreibers abhängt...
 

Dr. Slide

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Als jemand, der in einer ähnlichen Situation war - meine Schwester war mit dem Fahrrad tödlich verunfallt, Unfallgegner war ein Firmenwagen - ist es für mich nicht nachvollziehbar, da so viel in die Wege zu leiten, nur um Geld zu scheffeln. Es hat uns gereicht, dass das Gericht die Alleinschuld des Unfallgegners festgestellt hat und ihn strafrechtlich verurteilt hat - damit war Gerechtigkeit getan. Das Geld war nur eine Nebensache.

Zur Vollstreckung des Urteils: meines Erachtens - ich bin studierter Jurist - hat Funtime da nichts zu befürchten. Grundsätzlich können Urteile nur aufgrund internationaler Abkommen in Österreich vollstreckt werden (§79 EO), aber ein solches gibt es nicht zwischen den USA und Österreich.

Dazu verstößt der Strafschadenersatz in Österreich gegen den ordre public, weshalb er generell nicht vollstreckbar ist. In Österreich ist der Grundgedanke des Schadenersatzrechtes, dass der entstandene Schaden ausgeglichen werden soll - eine Strafe im strafrechtlichen Sinne soll er gerade nicht darstellen. Eine Vermischung von Zivil- und Strafrecht, wie sie beim Strafschadenersatz geschieht, wäre mit großer Wahrscheinlichkeit verfassungswidrig.

Auch eine Vollstreckung auf etwa in Deutschland gelegenes Vermögen - Deutschland hat ein entsprechendes Abkommen mit den USA - scheitert bei Strafschadenersatz am ordre public (BGH 4.6.1992 BGHZ 118,31).

Am Ende muss sich Funtime wohl nur um eventuelles in den USA befindliches Vermögen Gedanken machen.
 
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