Auch zum Unfall auf Jetline gibt es ein Update, denn die Justiz hat nun auf die im Sommer veröffentlichten Untersuchungsergebnisse reagiert und die Anklagepunkte für die unterschiedlichen am Unfall beteiligten Firmen bekannt gegeben.
Kurzer Rückblick:
Ein Wagen des Zuges war teilweise entgleist, weil ein lasttragender Anschlagarm (die Bogies für die Radaufhängung hält) gebrochen war. Er wurde als Ersatzteil von Grönalund ausgeschrieben/an eine schwedische Firma vergeben, diese selbst hat den Auftrag an eine andere Firma untervergeben. Grundlage war eine alte, noch händisch erstellte Zeichnung, die anscheinend schlampig interpretiert wurde, weil sie nicht mehr komplett leserlich war. Die Staatsanwaltschaft fordert erhebliche Strafen für die drei Unternehmen, die an dem tragischen Unfall im Vergnügungspark Gröna Lund beteiligt waren. Konkret fordern sie Geldstrafen für die Unternehmen in Höhe von insgesamt 18 Millionen SEK, die sich wie folgt aufteilen:
Gröna Lund: Die Staatsanwaltschaft fordert 12 Millionen SEK (1,05 Mio. €), den höchsten Betrag, da sie dem Freizeitpark eine erhebliche Verantwortung für den Unfall zuschreibt. Gröna Lund soll unzureichende technische Unterlagen und Anweisungen für die Herstellung kritischer Bauteile geliefert und es versäumt haben, die gelieferten Teile trotz sichtbarer Mängel zu überprüfen.
Unternehmen Mölndal: Gegen das Unternehmen, das Gröna Lund mit der Montage des lasttragenden Anschlagsarms beauftragt hat, soll ein Bußgeld in Höhe von 3 Millionen SEK (260.000 €) verhängt werden. Dieses Unternehmen spielte eine zentrale Rolle bei der Bestellung der lasttragenden Arme, versäumte es jedoch, ausreichende Qualitätskontrollen durchzuführen oder seinen Unterauftragnehmer in Göteborg über wichtige Informationen zur Endverwendung zu informieren. Das Unternehmen in Mölndal beauftragte ein Göteborger Unternehmen mit der Montage, ohne Gröna Lund oder das beauftragte Unternehmen zu informieren, weil es befürchtete, dass Gröna Lund sich bei künftigen Aufträgen direkt an das Göteborger Unternehmen wenden würde.
Göteborger Unternehmen: Dem zweiten Zulieferer, der für die Herstellung der fehlerhaften Teile verantwortlich war, droht ebenfalls eine Geldstrafe von 3 Millionen SEK (260.000 €). Dieses Unternehmen verfügte Berichten zufolge nicht über die erforderlichen Kompetenzen und Zertifizierungen für die Herstellung von Teilen für Vergnügungsparks, beschäftigte einen Schweißer ohne Lizenz und bemühte sich nicht um eine Klärung unklarer Anweisungen, die es erhielt. Das Unternehmen wusste nicht einmal, dass es einen Auftrag zur Herstellung eines Teils für ein Fahrgeschäft erhalten hatte.
Die Staatsanwaltschaft wirft allen drei Unternehmen grobe Fahrlässigkeit vor, die zu dem Unfall mit einem Todesopfer, drei Schwerverletzten und weiteren Leichtverletzten geführt hat. Sollten diese Geldstrafen verhängt werden, würden sie zu den höchsten jemals in Schweden verhängten Unternehmensstrafen gehören. Mit diesen Geldbußen sollen die Unternehmen für ihre kollektiven Versäumnisse bei der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften und der Gewährleistung der Qualität der in den Fahrgeschäften verwendeten Teile zur Verantwortung gezogen werden. Liseberg hat bestätigt, dass sie die Lisebergsbanan offen halten werden und dass sie ihre Teile immer bei offiziellen Schwarzkopf-Lieferanten bestellt haben.
--->Hier<--- gibt es den kompletten Untersuchungsbericht. Er zeigt viele Bilder und eine detaillierte Analyse, wie die Verkettung unglücklicher/fahrlässiger Entscheidungen zu dem Unfall führten.
Um dieses Teil geht es:
Anhang anzeigen 1323203
Schweißnahtausführung der ursprünglichen Teile (links) vs. der nachgefertigten Teile (rechts):
Anhang anzeigen 1323204
Da wurde also eine innere Strebe weggelassen! Hier sieht man rechts die ursprüngliche Ausführung und links die neue...
Anhang anzeigen 1323205
Am besten ihr lasst euch den Bericht von ChatGPT übersetzen, ich fand echt interessant den in Abschnitten zu lesen.
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