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[Tripreport] Achterbahn-Abenteuer in Südafrika, Botswana und Simbabwe

ktowncoaster

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Hallo zusammen,

für Reiseziele, die bisher wenig in der Berichtesektion vertreten sind, schreibe ich gerne ein paar Zeilen. In dem Fall jetzt ist es fast ein Live-Bericht, weil ich meine Gedanken gerade auf dem Rückflug nach Deutschland runterschreibe. :)

Es ging nach Afrika - Juhu!

Ich denke, jeder hat so ein paar Bahnen, die man schon ewig kennt, etwas ikonisches an sich haben und mit dem Attribut „weit weg“ versehen sind. Zum Beispiel: der Aquatrax in Südkorea oder der Tilt Coaster in Taiwan. Selbe Kategorie für mich: Der Tower of Terror in Südafrika. Die Idee eines Ausflugs dort hin schwebte schon etwas länger im Kopf, und in den letzten Monaten konnten mit Daniel und Wörni zwei Kollegen mit ähnlichen Gedanken identifiziert werden. Bekanntlich sind Urlaubstage zum Ende des Jahres knapp. Deshalb wurde hier mit minimalem Urlaubstage-Aufwand ein Maximum an Spaß herausgeholt.

Nach einem okayen Flug mit Condor (Flugzeug modern, Sitzabstand katastrophal) von Frankfurt nach Johannesburg von Mittwoch auf Donnerstag Nacht, ging‘s auch direkt morgens mit dem Mietwagen nach Gold Reef City, dem wohl größten Freizeitpark des Kontinents.

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Tatsächlich hatten wir eine richtig gute Zeit dort. Die Gestaltung kann an vielen Ecken überzeugen und wir hatten das Gefühl, in einem vollwertigen Freizeitpark zu sein der gut und gerne auch in Europa stehen könnte.

Was mir bei Gold Reef City durch den Kopf geht:

  • der Tower of Terror war geöffnet, tip top. Also: mir persönlich ist die Bahn zu heftig. Die G-Kräfte bei Ausfahrt des Drops in die Geraden kommen viel zu plötzlich und machen mir keinen Spaß. Die Kapazität war mit < 100 Leuten/h sehr schlecht. Ich bin dennoch sehr froh, die Bahn gefahren zu sein.
  • Mit Anaconda steht hier ein Giovanola Inverted Coaster, der wunderbar ausschaut und in der schönsten Ecke des Parks steht. Die Bahn fährt smooth und nah an der Szenerie vorbei. Gute Bahn, besser als manche B&M Inverter.
  • Der Schwarzkopf Shuttle Loop war wegen planmäßiger Wartung geschlossen. Sehr schade! Zumal im Mai in Japan bereits eine der Schwesterbahnen ebenfalls zu war.
  • Preislich ist das natürlich herausragend als Europäer. Eintritt 15€, Mittagessen mit Getränk 5€, Coastershirts 10€ usw.
  • Der Wacky Worm war eine harte Nuss. Wir wurden gleich beim Anstellen wieder aus der Q-Line geschickt, weil Erwachsene ohne Kinder nicht fahren dürfen. Auch der zuständige Supervisor hatte kein Verständnis für unseren Drang, die Achterbahn einsammeln zu müssen. … Es hat bis jetzt gedauert gedauert, aber nun war ich zum ersten Mal in der Situation, dass wir uns erfolgreich Kinder für eine Fahrt ausgeliehen haben. Wir haben uns mit einem Eis revanchiert. Win-Win-Situation.
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WM Finalstadion von 2010
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Nach dem Besuch der Gold Reef City haben wir uns zur Mall of Africa im Norden von Johannesburg begeben, weil dort außerhalb des Einkaufszentrums zwei Achterbahnen platziert wurden. Das mögen wir. Einerseits haben wir hier einen Spinning Coaster eines Chinesischen Herstellers stehen -> Wägen sind von Maurer kopiert, fuhr sich absolut ok. Gleich nebendran steht noch ein kleiner Powered Coaster.

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Eigentlich wird der Bericht erst ab hier wirklich berichtenswert. :D

Am Freitag klingelte der Wecker um 4 Uhr morgens. Ziel war ein Tagesausflug mit 10 stündiger Autofahrt. Johannesburg -> Botswana -> Johannesburg.

Vielleicht wird der ein oder andere es wissen und schonmal über die Bahn gestolpert sein: Nahe der Hauptstadt Gaborone steht ein Schwarzkopf Looping Star herum. Wir hatten im Vorfeld Kontakt zu dem „Lion Park Resort“ aufgenommen und uns bestätigen lassen, dass die Bahn läuft. Also war es für uns ein No Brainer, den Weg nach Botswana auf uns zu nehmen. Vermutlich ist es auch die einzige Chance, dort jemals hinzukommen.



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  • die Anreise lief soweit gut. Für Botswana benötigen Deutsche kein Visum. Das Grenzprozedere ist etwas umständlich, weil man zweimal aussteigen und sich mit Formalitäten auseinander setzen muss. Für den Mietwagen mussten wir an der Grenze verpflichtend noch eine Versicherungsgebühr zahlen.
  • Im Freizeitpark „Lion Park Resort“ angekommen, wurde uns gleich am Eingang eine Katastrophale Nachricht überbracht: Der Strom ist ausgefallen. „Kommt manchmal vor in der Region“ … Die Laune war natürlich im Keller. Wir zahlten dennoch die 5€ Eintritt, um uns die Löwen anzusehen.
  • Der Tag war eine stundenlange Warterei auf unser Stromwunder von Botswana.
  • Zu dem Park an sich kann ich nicht viel sagen. Man kann sich 2 Löwen hinter Gittern ansehen. Ein paar Flatrides gibt es, wobei die wegen des Stromausfalls nicht funktionierten. Die Verantwortlichen taten ihr bestes, um mit einem Dieselaggregat eine Grundversorgung sicherzustellen. Dazu gehörte auch, dass uns mit 25 min Aufwand drei Cocktails zubereitet wurden.
  • Unser Vorschlag, dass das Dieselaggregat umpositioniert wird um die Achterbahn zu betreiben, wurde abgelehnt.
  • Eines der Lichter dieses Tages: Im laufe des Tages haben wir mit so ziemlich jedem Parkmitarbeiter mal gequatscht. Ein ganz toller Gesprächspartner war der Technik-Chef des Park. Wir plauderten ausführlich über
  • … den Schwarzkopf Coaster („die Räder beziehen wir inzwischen von einem Südafrikanischen Zulieferer“ , „Ich schätze die Bahn macht hier noch mindestens 10 Jahre“, „die steht hier nur rum, weil sie zu einem unfassbar günstigen Preis aufgekauft wurde“
  • … Fakten über den Park („gehört dem Staat“)
  • Die Zukunft („es werden neue Achterbahnen kommen. Wir stellen hier in den nächsten Jahren einen Wacky Worm und einen SBF Visa Launch Coaster auf“)
  • … seine vorherigen Arbeitsstationen: IMG und Ferarri World

Und das Wunder war tatsächlich eingetreten. Um 16:15 Uhr, also 45 Minuten vor Parkschluss, kam der Strom zurück und wir konnten den Coaster fahren.

Das Schwarzkopf Schätzchen fuhr sich ganz großartig! Ich habe sehr viel Wertschätzung, dass sich hier im Rahmen der Möglichkeiten gut um die Bahn gekümmert wird. Ganz vielleicht durften wir die Bahn (sie heißt übrigens „Gwazy“) sogar mit offenen Bügeln fahren. :)

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Der Techniker im Orangen: Guter Mann! Quatscht ihn an, wenn ihr mal dort seid.
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Die Rückfahrt fand dann weitestgehend im dunkeln statt - grundsätzlich eher ungut in Südafrika, aber ist zum Glück sehr Unspektakulär verlaufen.


Samstag: Neuer Tag, neues Abenteuer.

In Südafrika gibt es ca. 4 Stunden von Johannesburg einen Alpine Coaster. Ursprünglich war ein Ausflug dort hin vorgesehen. Zwei Tage vorher kamen in unserem Grüppchen kaputte Gedanken auf, ob wir statt dessen nicht ein anderes afrikanisches Land besuchen. In dem Zusammenhang wurden existente Achterbahnen und Flugverbindung im Umkreis von 2000km untersucht. Gerade wegen perfekter Flugzeiten waren wir bei Simbabwe hängengeblieben.

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In Simbabwe gibt es in der Hauptstadt Harare einen „Hampden‘s Amusement Park“. Obwohl die Social Media Seiten schon seit Jahren inaktiv sind, konnten wir dort eine Handynummer ausfindig machen und via WhatsApp in Erfahrung bringen: Ja, die Achterbahn existiert noch, sie funktioniert und wir können sie als Erwachsene fahren.

Der Tag lief dann so:

Der Wecker klingelte um 3 Uhr. Morgens um 6 Uhr flogen wir mit der Fluggesellschaft „Airlink“ von Johannesburg nach Harare. Diese kann ich sehr empfehlen. Service war top - mehrere Getränkerunden sowie Essen auf einen Flug <2 Stunden. Außerdem vermeidet man die Alternative Air Zimbabwe, die auf der EU-Verbotsliste steht.

In Harare angekommen, haben wir uns ein Visum on Arrival besorgt. Hier werden 30 US-Dollar sowie die üblichen auszufüllenden Informationen benötige.

Tatsächlich ist der US-Dollar die verbreitete Währung im Land (haben uns vorher in Johannesburg extra noch welche besorgt).

Ab Harare Airport sind wir eine Stunde Taxi gefahren quer durch die Hauptstadt zum Freizeitpark auf der anderen Seite. Wie zu erwarten, war das ein kleines Abenteuer mit viel Chaos links, rechts und auf der Straße. Zusätzlich hatte unser Taxifahrer nur eine Hand. Diese wurde zweitweise zum telefonieren genutzt, um mit dem anderen halben Arm irgendwie zu lenken. Wird schon gut gehen. :)

„Hampden‘s Amusement Park“.

Wir kamen dort an und es deutet nichts auf einen Freizeitpark hin. Es gibt keine Schilder, keine Kasse und keinen Parkplatz. Unser Taxifahrer hupte mehrfach kräftig, bis eine freundliche Frau aus einem umliegenden Haus herauskam. Vorbei an einer Schranke durch einen Zaun wurden wir von ihr in den Park geleitet und verbrachten hier etwas mehr als 90 Minuten.

Hampden‘s Amusement Park hat keinen Stromabschluss. Die paar Attraktionen werden mit einem Dieselgenerator betrieben, wobei der Parkchef beim Einschalten feststellte, dass sie keinen Treibstoff mehr haben. Also fuhr er nochmal los, um neuen Treibstoff zu kaufen. Die Zeit nutzten wir, um die Achterbahn intensiv zu begutachten und in der Helix mit einem Kind Fußball zu spielen.

Irgendwann funktionierte der Generator und wir konnten den Coaster erfolgreich fahren. Preislich wurden 5$ Parkeintritt und nochmal 5$ für den Coaster fällig. Diesen Touristenpreis zahlten wir in dem Fall liebend gerne.

Zur Achterbahn selber kann ich nicht viel mehr sagen. Die zwei durchfahrenden Helixes werden gemächlich durchfahren. Der Hersteller kommt laut Parkchef aus China. Wir fuhren die Bahn 20 Minuten lang.



Anschließend nahmen wir ein Taxi zum Flughafen und feierten den Länderpunkt Simbabwe mit dem ein oder anderen lokalen Bier. Insgesamt fand ich den Tag megageil.

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Am Sonntag steuerten wir noch ein paar kleinere Achterbahnen in Johannesburg an.
In „Kid‘s World & Waterpark“ steht das selbe Powered Coaster Modell wie in Simbabwe.
Einen weiteren, nicht-gelisteten Wacky Wurm haben wir ebenfalls angesteuert. Hier befand sich am Rand von Johannesburg direkt neben dem Wurm sogar eine Wilde Maus im Aufbau.
Dritter Stopp war das Happyland mit einem weiteren Kiddie Coaster. Dies war leider nicht erfolgreich. Wir standen auf einen Sonntagnachmittag bei bestem Wetter vor verschlossenen Türen.

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Und damit war der Ausflug nach Afrika wieder vorbei.

Weitere spannende Reiseziele werden folgen!


Danke fürs Lesen. :)


Für weitere kürzliche Tripreports:

-> Teil 1: Magic Park Thessaloniki 🇬🇷
-> Teil 2: Achterbahnen in Bukarest 🇷🇴
-> Teil 3: Achterbahnen in Serbien + Bosnien & Herzegowina 🇷🇸🇧🇦
-> Teil 4: Achterbahnen in Kroatien + Italien

 
Zuletzt bearbeitet:

Willyviper

Re-Rider
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Das ist ja wirklich eine krasse Nummer die ihr da gemacht habt. Ich hätte da ja schon irgendwie Bedenken nicht mehr heil zu Hause anzukommen 🤕
 

Zocker1998

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Wieder mal eine absolut krasse Tour, gerade auch über Gwazy stolpert man ja ganz gerne, wenn man wieder nach verbleibenden Schwarzkopf Bahnen Ausschau hält :D
Allein den Roadtrip von Südafrika dahin stelle ich mir schon echt besonders vor (direkt Bilder aus Top Gear/Grand Tour im Kopf^^)

Ich bin schon sehr gespannt, aus welchen Ländern du nächstes Jahr berichten wirst :)
 

Mackprodukt

Re-Rider
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Ich schreibe hier eigentlich nie was. Einfach nur geil. Ich lese ungerne lange Texte. Hab es genossen den Bericht zu lesen. Einfach Wahnsinn. Noch besser als stundenlang durch die Pampa zu fahren um einen Big Apple zu checken. Ich freue mich auf das nächste Abenteuer.
 

Mackprodukt

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Ich finde es sehr unsympathisch, dass man hier das Wort c o u n t en zensiert, um das eigene Wort zu pushen. Parkerleb nis lässt grüßen.

Sorry, dass ich die Antworten zu deinem tollen Bericht zerstören musste. Aber solch ein Vorgehen stößt mir sauer auf.
Freue mich auf den nächsten Bericht. :)
 

pdohmen91

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Ich finde es sehr unsympathisch, dass man hier das Wort c o u n t en zensiert, um das eigene Wort zu pushen. Parkerleb nis lässt grüßen.

Sorry, dass ich die Antworten zu deinem tollen Bericht zerstören musste. Aber solch ein Vorgehen stößt mir sauer auf.
Freue mich auf den nächsten Bericht. :)
Ich glaube man sollte auch nicht alles zu ernst nehmen. Das wir das "Zensieren" ist in dem Fall eher ein kleiner Spaß als wirklich ernst gemeint.

Zurück zum Thema:
Super spannender Bericht! Danke fürs teilen hier. (y)
 

doCoaster

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Mir gefällt was ich lese - ein Trip der an Verrücktheit und "Sch*** drauf - ich mach das jetzt einfach"-Einstellung kaum zu überbieten ist. Schön, dass ihr das, was ihr euch vorgenommen habt auch tatsächlich umsetzen konntet. Das ist ja in der Region alles andere als selbstverständlich.
Ich selbst hatte auch schon das Glück Südafrika bereisen zu dürfen inkl. Besuch der Gold Reef City. Wirklich einer der spannendsten Parkbesuche bisher. Es ist vieles so normal (fast europäisch) und doch vieles so anders. Der Tower of Terror ist natürlich ein Unikat.

Für alle anderen, die jetzt auf die Idee kommen sollten SA nur wegen der Checks zu bereisen - bitte bitte macht etwas mehr Programm. Die Natur dort ist einfach sowas von sehenswert!
 
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