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US East Coaster Tour: Tag 3 - Six Flags New England

Hannesder3te

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Heute konnten wir den Morgen noch entspannt genießen und mussten erst um 10 Uhr am Bus sein. Von dort ging es in 45 Minuten direkt zu Six Flags New England.

1870 wurde der Park unter dem Namen Gallup’s Grove als Ort zum Picknicken eröffnet. Bis 1900 wechselte der Park seinen Namen in Riverside Park. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden dann erste mechanische Fahrgeschäfte installiert. 1911 kaufte dann Henry J. Perkins den Park und begann die Gestaltung zu einem Vergnügungspark hin. 1912 eröffnete die erste Achterbahn im Park und der Name wurde in Riverside Amusement Park geändert. Diesen Name sollte der Park noch bis in das Jahr 1999 hinein tragen.

Bis zum Ende des 20. Jahrzehnts des letzten Jahrhunderts entstanden insgesamt vier Achterbahnen im Park. Allerdings machte die Wirtschaftskrise 1929 dem Park zu schaffen und 1931 ging dieser in die Zwangsvollstreckung. 1932 öffnete der Park dann noch an wenigen Tagen in der Woche und war ab dem Folgejahr bis 1939 komplett geschlossen.

Edward Carroll Sr. kaufte dann den Park und schaffte es nach der Wiedereröffnung 1940 den Park zum größten Freizeitpark in Neuengland auszubauen. Leider gingen durch den Konkurs auch alle Achterbahnen verloren, Carroll gelang es aber die Pläne und Wagen der Achterbahn Cyclone der New Yorker Weltausstellung von 1939 zu kaufen. So öffnete wieder eine Achterbahn im Park, die bis heute fährt und inzwischen den Namen Thunderbolt trägt.

Die nächsten Jahrzehnte wurde der Park kontinuierlich weiterentwickelt. Nach und nach kamen weitere Attraktionen sowie Achterbahnen hinzu und der Rennsport nahm in den 50er und 60er Jahren seinen Platz beim Park ein. Erst nach der Saison 1996 kam wieder größere Bewegung in den Park, als dieser von Premier Parks aufgekauft wurde. In den nächsten beiden Jahren entstanden dann ein Wasserpark und einige weitere Attraktionen.

1998 kaufe Premier Parks dann Six Flags auf und zum Ende der Saison ‘99 gab es größere Veränderungen im Park. So wurde die Rennstrecke bei Park abgerissen, um Platz für Neuheiten zu schaffen. 2000 konnten so gleich drei neue Achterbahnen, davon zwei thematisiert nach Comics von DC, eröffnet werden. Im neuen Jahrtausend wurde der Park dann kontinuierlich weiterentwickelt und es entstanden auch neue Achterbahnen. Heute verfügt der Park über 11 Coaster, von denen allerdings nur einer älter als 20 Jahre ist.

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Wenn wir auch keine ERT hatten, so hat uns der Park zumindest vor den anderen Gästen hereingelassen, sodass jeder noch zwei Runden auf Wicked Cyclone drehen konnte.

1983 hat der Park mit Cyclone die zweite Bahn sei der Wiederinbetriebnahme im Jahr 1940 eröffnet. Diese Holzachterbahn war dann bis 2014 in Betrieb, bis die Bahn für ein Retracking durch Rocky Mountain Construction - oder kurz RMC - geschlossen wurde. Beim Retracking wurde eine neue Konstruktion auf die bestehende Holzstruktur gesetzt, wodurch die Linienführung der Strecke zwar in groben Zügen erhalten geblieben ist, aber einige neue Elemente entstanden sind. So verfügt die Bahn seit der Eröffnung in diesem Jahr über drei Inversionen. Mit Elementen wie der Fahrfigur Zero-G Stall, einer halben Rolle, deren zweite Hälfte entgegengesetzt zur ersten Hälfte gedreht ist, bietet die Bahn Elemente, die so bisher nur von RMC umgesetzt wurden.

Die Erwartungen an die Fahrt wurden nicht enttäuscht. Der Zug fährt butterweich über die Strecke, die Elemente haben aber trotzdem Kraft, sind dabei aber angenehm zu durchfahren.

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Weiter ging es nun zum 2005 eröffneten Gerstlauer Spinning Coaster Pandemonium. Die Fahrt war sicherlich schön, aber sonst hatte die Bahn keine wirklichen Highlights. Also checken und weiter geht's.

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Nächstes Ziel war der 2000 im Park eröffnete Vekoma Boomerang Flashback. Die Geschichte der Bahn reicht aber bis in das Jahr 1985 zurück. Damals drehte die Bahn zuerst in China ihre Runden. in den 90ern des letzten Jahrhunderts kam die Bahn dann ins Kentucky Kingdom, wo der Coaster bis 1999 in Betrieb war. Dann erfolgte der Umzug in den von Six Flags übernommenen Park New England.

Count einsacken und weiter geht's zu Goliath.

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Mit Goliath und Flashback hat der Park zwei sehr ähnlich, aber doch unterschiedliche Coaster im Park. Während Flashback der klassische Boomerang ist, handelt es sich bei Goliath um einen Giant Inverted Boomerang. Neben der über 20 Meter größeren Höhe sitzt der Besucher hier unter der Schiene und wird an den Enden der Strecke an zwei vertikalen Aufzügen nach oben gezogen. Entsprechend ist die Strecke etwas länger und die beiden Fahrelemente sind höher.

Bevor Goliath 2012 in den Park kam, fuhr die Bahn übrigens schon 11 Jahre lang in Six Flags Magic Mountain unter dem Namen Déjà Vu.

Der Lifthill der Bahn ist interessant zu fahren, hängt man doch eine Zeit lang mit dem Gesicht nach unten in luftiger Höhe. Die Fahrt bietet die gewohnte Vekomaqualität mit einigen Schlägen. Insgesamt keine Fahrt, die man so schnell wieder braucht.

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Nun stand das Mittagessen an. Im Picknickbereich des Parks war für uns ein Pavillon reserviert, in dem Broccolisuppe, sowie als Hauptspeise Hamburger zum Selbstbelegen und einige Beilagen gereicht wurden. Als Dessert gab es noch ein Eis von der Stange.

Auch beim folgenden Kiddycoaster The Great Chase, welcher von E&F Miler Industries gebaut und 1996 eröffnet wurde galt checken und weiter geht's.

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Mit Thunderbold gab es nun vielleicht nicht unbedingt ein Highlight, aber doch eine etwas besondere Bahn. Die 1941 eröffnete Holzachterbahn ist die älteste Bahn im Park. 1939 wurde der Coaster für die New Yorker Weltausstellung gebaut. Die Pläne und Wagen wurden dann vom damaligen Besitzer des Parks gekauft. Seitdem fährt der 792 Meter lange und 21 Meter hohe Coaster im heutigen Six Flags New England seine Runden.

Fährt man mit der Bahn, erlebt man eine klassische Holzachterbahn mit ihren "Problemen". Ein wenig rütteln und auch wenige Schläge verzeiht man der Bahn gerne, bedenkt man das aller der Bahn. Insgesamt ein gelungenes Fahrerlebnis.

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Nun erwartete uns eine der weiteren Topbahnen des Parks, Bizarro. Die Bahn ist eine von drei Bahnen, die nach der Übernahme des Parks durch Six Flags im Jahr 2000 eröffnet wurde. Der Mega Coaster von Intamin bietet mit seinen 63 Metern Höhe und der 1646 Meter langen Strecke eine Fahrt, welche eine hohe Laufruhe und eine ausgeprägte Airtime haben soll. Entsprechend konnte die Bahn seit 2001 5x den ersten Platz bei den Golden Ticket Awards erreichen. In den restlichen Jahren hatte die Bahn den zweiten Platz sicher.

Eröffnet wurde die Bahn übrigens unter dem Namen “Superman: Ride of Steel”. 2009 erfolgte dann eine Umthematisierung und Umbenennung. Seitdem ist die Bahn nach Bizarro, einem bösen Klon von Superman benannt. Im nächsten Jahr soll die Bahn abermals umthematisierung und umbenannt werden. Die Bahn wird dann den Namen “Superman the Ride” tragen.

Die Fahrt bietet eine abwechselnd Airtime und hohe Kräfte Richtung Sitz. Die Strecke ist lang und gut in den Park eingepasst. Und Dank Expresspass konnten wir direkt ohne Wartezeiten einsteigen. Zu meinen Top-Bahnen würde ich diese aber nicht gleich zählen, wenn auch die Höhe schon beeindruckend ist.

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Mit Gotham City Gauntlet Escape from Arkham Asylum fuhren wir dann noch eine Wilde Maus von Maurer, die 2011 im Park eröffnet wurde. Zuvor stand die Bahn schon von 2000 bis 2009 in Kentucky Kingdom. Die Bahn fur ungewöhnlich ruhig, ist aber eben doch nur eine Wilde Maus.

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Catwoman's Whip ist ein anderer Fall von mitnehmen und wieder weiter. Dieser Tivoli Large von Zierer wurde 2000 eröffnet und dreht seitdem seine Runden im Park. Ein wenig auf und ab, ein paar Kurven und fertig ist die Fahrt.

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Mit Batman - The Dark Knight ging es nun wieder zu den Bahnen für Erwachsene. Der Floorless Coaster von Bolliger & Mabillard wurde 2002 eröffnet und ist bis heute die einzige Bahn des Herstellers im Park. Bei einer Höhe von 36 Metern bietet die 793 Meter lange Strecke insgesamt 5 Inversionen. Eine Besonderheit ist, dass jede der Inversionen von der Strecke gekreuzt wird. Die beiden Korkenzieher sind dabei sogar in sich verdreht.

Bei der Fahrt gingen die Meinungen etwas auseinander. Ich fand die Fahrt eher ruckelig und für B&M ungewöhnlich, wenn gleich die Schläge nicht so schlimm sind wie bei einigen Vekomabahnen. Andere fanden die Fahrt wiederum angenehm.

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Als letzte Bahn blieb der 1997 eröffnete SLC Mind Eraser. Diese Standard 689m Ausführung steht so zum Beispiel auch im Heide Park oder dem Movie Park. Muss ich hier wirklich was zur Fahrt schreiben?

Mittlerweile war es auch 18 Uhr durch, die Sonne ging unter und der zweite Grund für unseren Besuch fing an: Halloween! Nachdem uns gestern leider das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, konnten wir heute auch dieser Leidenschaft fröhnen.

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Das heutige Fest Halloween hat seinen Ursprung in Irland, wo "All Hallows' Eve", also der Vorabend von Allerheiligen gefeiert wurde. Irische Einwanderer brachten die brauche dann mit in die USA und bauten sie dort aus. Ende des letzten Jahrhunderts schwappten diese Bräuche wieder nach Europa zurück, sodass auch bei uns zunehmend die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert wird.

Allerheiligen als Gedenktag an die heiligen der christlichen Kirche wurde bereits zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert eingeführt. Im späten Mittelalter wurde der Tag dann mit Freudenfeuern und Wahrsagerei begangen. Hieraus entwickelte sich dann die Rolle Halloweens als Unruhenacht.

Einer der heute verbreiteten Bräuche ist das Schnitzen einer Kürbislaterne. Diese als Jack O'Lantern bezeichneten Leuchten wurden in Irland ursprünglich aus Rüben hergestellt, werden in den USA aber aus leichter verfügbaren Kürbissen geschnitzt.

Die Legende hinter diesem Brauch handelt vom Hufschmied Jack Oldfield. Am Abend vor Allerheiligen soll dieser in einer Kneipe gesessen haben als der Teufel kam um ihn zu holen. Er schaffte es dem Teufel noch einen letzten Wunsch auszuschlagen und bestand auf einen letzten Drink. Der Teufel hatte allerdings kein Kleingeld dabei und verwandelte sich selbst in eine Münze. Jack bezahlte mit der Münze aber nicht den drink, sondern legte diese zu einem Kreuz in seinen Geldbeutel. So konnte sich der Teufel nicht zurückverwandeln und Jack blieb vorerst verschont.

Der Teufel versprach ihm darauf ihn noch weitere zehn Jahre in Ruhe zu lassen, bevor er ihn holen würde. Jack ließ den Teufel daraufhin frei.

Nach zehn Jahren, wieder in der Nacht vor Allerheiligen, kam der Teufel erneut um Jack zu holen. Diesmal verlangte dieser einen Apfel als Henkersmahlzeit. Der Teufel stieg also auf einen Baum, um den Apfel zu holen, worauf hin Jack schnell ein Kreuz in den Stamm ritzte. Erneut war der Teufel gefangen und wieder gab es einen Handel. Jacks Seele sollte bis in alle Ewigkeit in Ruhe gelassen werden.

Irgendwann nahm die Natur ihren Lauf und Jack starb. Im Himmel war er natürlich nicht willkommen und in die Hölle durfte er auch nicht, versprach der Teufel doch seine Seele in Ruhe zu lassen. Um ein wenig Licht in der Dunkelheit zu haben, wurde ihm aber ein Stück glühende Kohle direkt aus dem Höllenfeuer geschenkt. Dieses tat Jack in eine ausgehölte Rübe, die er als Wegzehrung dabei hatte und irrt seitdem mit der Laterne am Vorabend von Allerheiligen durch die Nacht.

Aber zurück zu unserem Besuch. Im Park gibt es insgesamt fünf Mazes, von denen wir aus Zeitgründen leider nur drei besuchen konnten. Andy hat mit seiner Erfahrung aber hier die bestmöglliche Wahl für uns getroffen.

Als erstes ging es in die Neuheit 2015, Slasher Circus 3D. Hier bekommt man noch eine Spezialbrille, mit der die Effekte im Maze noch verstärkt werden. Grundsätzlich wird im Maze viel mit Schwarzlichefarbe und wie der Name schon sagt mit Clowns gearbeitet. Aber auch sonst gibt es noch gute Effekte und die Schauspieler verstanden es wirklich jeden zu erschrecken.

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Mit The Aftermath betraten wir das erste von zweien im Wald gelegenen Mazes. Die Geschichte hinter dem Maze handelt ganz grob gesagt von Zombies und dem gefühlt Jahrhunterte alten Kampf gegen diese. Trotz des etwas ausgelutschen Themas hat man es verstanden die Leute zu erschrecken, wenn auch im ersten Teil des Mazes ein paar mehr Schauspieler hätten sein können. Die Länge des Mazes war gut, wenn auch nicht überragend.

Nun gingen wir noch in das zweite Maze, Wicked Woods. Der Story konnte ich nicht wirklich folgen und auch sonst sprach mich das Maze nicht sehr an. In der ersten Hälfte gab es nur sehr wenig Dekoration für eine Story und auch die Schauspieler haben sich sehr zurückgehalten. Erst in der Zweiten Hälfte, die durch verschiedene Orte einer fiktiven Stadt führt, wurden die Darsteller auch aktiver. Insgesamt konnte mich dieses Maze aber nicht überzeugen.

Schließlich starteten wir unsere Busreise ins drei Stunden entfernte New Jersey, von wo aus wir die nächsten Programmpunkte der Tour besuchen werden. Dabei konnten wir auch schon mal einen Blick auf die Skyline von New York werfen, die uns auf der Tour auch noch wieder begegnen wird.
 

Mario M.

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Schöner Bericht Hannes! beer:-)

Mir hat die letzte Maze am besten gefallen, liegt aber wohl daran, dass es mich da einmal richtig erwischt hatte!

Bizarro aka Superman war zwar ganz cool, aber die engen Wägen in Kombination mit den alten Beckenbügel haben den Fahrspaß ziemlich minimiert, da bleibt GeForce für mich die klar bessere Bahn. Zwar etwas schade das wir abends nicht mehr mit Wicked Cyclone fahren konnten, aber wir haben ja trotzdem alles wichtige geschafft :)
 
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