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US East Coaster Tour: Tag 5 - Six Flags Great Adventure

Hannesder3te

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Heute stand mit Six Flags Great Adventure eines der Highlights der Tour auf dem Programm. 1972 begann der Geschäftsmann Warner LeRoy Pläne für einen Unterhaltungskomplex mitten in der Natur umzusetzen. Unter dem Namen Great Adventure sollten insgesamt sieben Parks und einige Hotels entstehen, die durch verschiedene Fortbewegungsmittel miteinander verbunden sein sollten. Dem Trend der damaligen Zeit nach sollte sich die Anlage der Natur anpassen und nicht umgekehrt. So eröffneten am 1. Juli 1974 mit dem Enchanted Forest und Safari zwei der ursprünglich geplanten Parks. Drei Tage später zum Independence Day öffnete mit dem Powered Coaster Runaway Mine Train schon die erste Achterbahn im Park, die auch heute noch besteht.

Die Idee hinter dem Enchanted Forest war es eine Welt aus den Augen eines Kindes zu zeigen. So zierte den Haupteingang ein überdimensionaler Luftballon, während es im Park zum Beispiel das welthöchste Riesenrad und die größte Fontaine der Welt zu bewundern gab. Allerdings wurden schon 1976 die Pläne an die Realität angepasst. Es zeigte sich, dass zu den zwei bestehenden Parks keine weiteren kommen würden und so entschied man sich dem Enchanted Forest den Namen des Parkkomplexes, Greate Adventure zu geben.

Schon im nächsten Jahr standen größeren Veränderungen an. Six Flags startete zu der Zeit eine Einkaufstour und übernahm verschiedene andere Parks. So wurde aus dem Park Six Flags Great Adventure. Ganz dem Namen folgend, setzte der neue Betreiber die nächsten Jahre auf Attraktionen, die es so sonst nur in größeren Parks gibt. Bis zum Jahr 1986 entstanden so fünf Achterbahnen im Park.

Im Jahr 1987 gab es dann einen starken Rückgang der Besucherzahlen und der Park war nicht mehr weit von der Schließung entfernt. Grund dafür war ein Unfall, bei dem ein Fahrgast aus einer Achterbahn herausgefallen war und gestorben ist. Die ausbleibenden Besucher führten dazu, dass Bauprojekte aus dem Park abgezogen und in anderen Parks realisiert wurden.

Erst mit der Eröffnung von The Great American Scream Machine im April 1989 konnte dieser Trend umgekehrt werden. Tausende neue Besucher kamen in den Park und der Park erschloss gänzlich neue Besuchergruppen. Die nächsten Jahre kamen dann druch ein Tauschprogramm von Six Flags Attraktionen aus anderen Parks der Gruppe in den Park und ältere Fahrgeschäfte gingen wiederum in andere Parks.

Zwischen 1990 und 1993 hat dann Time Warner mehr und mehr Anteile an Six Flags gekauft, bis ihnen das gesamte Unternehmen gehörte. Mit dem Engagement wollte man die Parks als Werbeplattform für Filme nutzen. So gab es 1993 mit Batman the Ride die erste Achterbahn mit lizenzierter Thematisierung.

1998 gab es wiederum eine Übernahme vom Six Flags, nun durch Premier Parks. So kamen 1999 einige Kinderfahrgeschäfte und ein Floorless Coaster hinzu. Ein Highlight dieser Phase war 2005 die Eröffnung der immer noch höchsten Achterbahn der Welt, Kingda Ka.

Ende 2005 kam es dann zu einem Machtkampf an der Spitze von Six Flags. Infolge dessen verlor Premier Parks Einfluss und die Gruppe wurde fortan von Mark Shapiro geführt. Zwischen 2008 und 2010 kam es allerdings zu einer schwierigen Zeit, in der Six Flags fast Bankrott gegangen wäre. Unter neuer Führung konnte die Gruppe dann gerettet werden. Als eine der Maßnahmen nach dem Wechsel an der Spitze wurde angefangen Lizenzen aufzulösen und von den Fahrgeschäften zu entfernen.

Seit 2010 entwickelt sich der Park wieder weiter. Ein Highlight seitdem ist sicherlich der Freefall Zumanjaro: Drop of Doom, der 2013 und 2014 an den Turm von Kingda Ka montiert wurde. Mit einer Höhe von 126 Metern ist er momentan der höchste Freifallturm der Welt.

Im Park hatten wir das Glück ähnlich wie in New England vorab eingelassen zu werden, um uns an einer Bahn vor allen anderen anstellen zu können. Da wir uns die Bahn aussuchen konnten, wurde das Kingda Ka.

2005 wurde die von Intamin gebaute Bahn eröffnet. Mit ihren 139 Meter Höhe ist sie seit ihrer Eröffnung die höchste Achterbahn der Welt. Bis 2010 hatte die Bahn mit ihren 206 km/h außerdem den Titel der schnellsten Achterbahn inne. Nur bei der Länge von gerade einmal 950 Metern konnte die Bahn keinen Rekord aufstellen.

Die Fahrt führt vom Launch über den Top Hat, an dem man im letzten Jahr noch mit “Zumanjaro - Drop of Doom” den mit 126 Meter höchsten Freefall der Welt angebaut hat, der es auf eine Geschwindigkeit von 140 km/h bringt. Nach dem Top Hat folgt noch ein 39 Meter hoher Hügel, auf derem Ende aber bereits die Schlussbremsen montiert sind.

Kurz nach Parköffnung hatte die Bahn immer noch Testfahrten. Schließlich sagte man uns, dass wir durch den Fastpass-Eingang reingehen dürfen und eine mini ERT von 10 Minuten auf der Bahn haben würden. Nach zwei Fahrten von uns war die Bahn dann aber das erste mal down. Einige Minuten später ging es zwar weiter, aber nach weiteren 2 Fahrten war die Bahn wieder down. Diesmal vermutete man aber eine längere Störung, so dass unsere Fahrten leider schon zu ende waren. Als Entschädigung gab es aber einmal Exit-Pässe für alle, damit wir Kingda Ka später noch einmal fahren können würden. Tatsächlich dauerte es dann etwa fünf Stunden, bis die Bahn wieder eröffnet hat.

Vom Erlebnis her ist die Bahn sicherlich etwas besonderes. Die Bahn bietet wenige Elemente, bringt aber durch die Beschleunigung und die Höhe Fahrspaß. Leider ist die Bahn keine solche, für die lange Wartezeiten in irgendeiner Relation zur Fahrzeit stehen.

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Direkt nach unseren Fahrten auf Kingda Ka ging es noch über den Expresseingang zu Zumanjaro - Drop of Doom. Auch dort konnte jeder einmal ohne Wartezeit fahren.

Wer Freefalltower mag, wird diesen hier lieben. Je höher man nach oben gezogen wird, desto besser wird der Ausblick auf die Umgebung um den Park. Und diese ist wirklich grandios. Oben angelangt wird die Gondel nach wenigen Sekunden ausgeklinkt und es geht abwärts. Der mehrere Sekunden lange Fall kommt einem dabei fast endlos vor.

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Nun ging es weiter zum Standup-Coaster Green Lantern. Ursprünglich wurde die Bahn 1997 als Chang in Six Flags Ketucky Kingdom eröffnet, dort aber 2009 geschlossen. 2011 erfolgte dann der Umzug nach Great Adventure. Die Bahn von B&M mit ihren 47 Meter Höhe, der Länge von 1266 Meter und der Geschwindigkeit von 101 km/h färt seitdem im Park. Einige Rekorde hat oder hatte die Bahn aber auch: Zur Eröffnung war der Looping der größte der Welt und auch der Drop hatte einen Längenrekord inne. Aber auch heute hat die Bahn noch einen etwas weiter hergeholten Rekord: Die fünf Inversionen sind bei Standup-Coastern ebenfalls Rekord.

Leider kann ich Standup-Coastern nicht allzu viel abgewinnen. Schon in Drayton Manor fand ich die Fahrt unangenehm. Hier war es zwar nicht ganz so schlimm, aber unbedingt wieder mit der Bahn fahren muss ich nicht.

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Direkt neben Green Lantern steht der Flyer Superman - Ultimate Flight. Die 2003 gebaute Bahn bat mit einer Höhe von 32 Metern und einer Länge von 840 Metern zwar unscheinbare Werte, die Fahrfiguren machen die bis zu 82 km/h schnelle Fahrt aber zu etwas besonderen. Hier sei der Prezel Loop zu nennen, der sehr viel Spaß beim Durchfahren macht.

Bei Superman - Ultimate Flight konnten wir auch das erste mal die Fastpässe einsetzen, die wir für diesen Tag erhalten haben. Der Pass bzw. das System mit seinen 50% Wartezeitersparnis war uns sehr hilfreich.

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Ein kleiner Gang durch den Park brachte uns zum nächsten oder besser gesagt zu dem Highlight des Tages. Mit El Toro fuhren wir eine Holzachterbahn von Weltklasse. Kein Wunder, dass die Bahn bei führenden Abstimmungen Jahr für Jahr Toppositionen belegt. Zur Eröffnung der Bahn im Jahr 2006 war der Drop mit seinen 76 Grad der steilste bisher bei Holzachterbahnen gebaute. Aber auch sonst überzeugt die mit 55 Metern Höhe, einer Länge von 1300 Metern und einer Geschwindigkeit von 110 km/h mit Colossos im Heide Park vergleichbare Bahn mit ihrer Strecke. Zahlreiche Airtimemomente und Umschwünge machen die Bahn unvergesslich. Übrigens war El Toro die Erste Achterbahn, bei der man einen Kabellift anstelle der sonst üblichen Kette verbaut hat.

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Nun zog es uns erst einmal zum Mittagessen. Dank Gutscheinen blieb uns ein Blick auf die überhöhten Preise weitestgehend verschont. Geschmacklich war das Essen aber okay.

Um die Verdauung ein wenig anzuregen ging es nun auf die Runaway Mine Train. Diese am 4. Juli 1974 eröffnete und von Arrow Dymanics gebaute Bahn gehört mit ihrer Höhe von 18 Metern, der Länge von 812 Metern und einem Lifthill eher zu den kleineren Ausführungen dieser Bahnen. Zur Fahrt braucht man dabei wenig schreiben. Diese ist dem Alter der Bahn entsprechend schlecht. Ich war froh, als die Fahrt endlich zu Ende war.

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Unser nächstes Ziel war dann die Bahn Bizarro. Am 2. April 1999 eröffnet war dieser Floorless Coaster der weltweit erste dieser Art. Bei den 43 Metern Höhe, 1215 Metern Lange und der Geschwindigkeit von 98 km/h bietet die Bahn insgesamt sieben Inversionen. Bis 2009 fuhr die Bahn unter dem Namen Medusa.

Mit den zahlreichen Elementen auf der langen Strecke bietet die Bahn eine gute Abwechslung und eine angenehme Fahrt. Lediglich die Abfertigung hätte deutlich schneller sein können.

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Auf unserem Weg zur nächsten Bahn lag nun ein Maze, welches wird gleich mitnahmen. Forgotton Carnivals bietet mit einer Effektbrille sehr gute Effekte, die als Clowns verkleidete Schauspieler machen ihnen Job auch sehr gut und sorgen für einige Schreckmomente. Insgesamt ein gelungenes Maze.

Nun ging es zur Dunkelachterbahn Skull Mountain. Die 1996 eröffnete und von Intamim gebaute Bahn bietet mit ihrer Höhe von 12 Metern und der Streckenlänge von 420 Metern eine nicht allzu lange Fahrt.

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Mit Road Runner Railway fuhren wir nun die Bahn für die ganz kleinen im Park. 1999 wurde der Zamperla Family Gravity Coaster 80STD mit ihren gerade einmal 4 Metern Höhe und den 80 Metern Länge eröffnet. Leider ließ das Fahrerlebnis zu wünschen übrig. Zwei doch recht starke Schläge in den Kurven tun richtig weh.

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Nitro, die bei ihrer Eröffnung die höchste Bahn der Ostküste gewesen ist, war nun unser nächstes Ziel. Der Hypercoaster von B&M wurde 2001 eröffnet und bringt es bei den 70 Metern Höhe und der Länge von 1644 Metern auf eine Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern.

Diese Bahn versteht es zu begeistern. Ein kräftiger Drop, viele Airtimehügel und einige Umschwünge machen viel Spaß. Insgesamt würde ich die Bahn besser als Silver Star bewerten.

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Eine der kleineren Bahnen stand noch aus. Bevor wie aber mit Blackbeard's Lost Treasure Train fahren konnten, mussten wir einen Moment warten. Dies Bahn war gerade down. Nach geduldigem Warten machte die Bahn etwa 20 Minuten später wieder auf. 1999 eröffnet bietet dieser Zierer Tivoli Large bei einer Höhe von 8 Metern und einer Streckenlänge von 360 Metern seitdem ein für den Bahntyp typisches Erlebnis.

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Geschichte geschrieben hat die nächste Achterbahn. Den General Manager von Six Flags Great America, Jim Wintrode, kam die Idee eines unter der Schiene hängenden Zugs. So wurde 1992 die von B&M gebautes Bahn mit dem Namen "Batman the ride" eröffnet. Insgesamt sieben mal gibt es diese Bahn nun in den Six Flags Parks, wobei die Bahn in Great Adventure 1993 eröffnet wurde. Seitdem fährt der Zug auf der 32 Meter hohen und 820 Meter langen Strecke mit bis zu 80 km/h die Runden. In der Saison 2015 durchfährt der Zug dabei die fünf Inversionen komplett rückwärts.

Die Fahrt ist für die heutigen Verhältnisse sicherlich normal, allerdings bietet hier die Rückwärtsfahrt den besonderen Kick. Allerdings muss ich sagen, dass der erste Teil der Fahrt angenehmer war als der zweite.

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Mit Dark Knight, passend thematisiert zum gleichnamigen Film, stand noch eine letzte Bahn auf unserer Liste. 2008 eröffnete diese 14 Meter hohe Wilde Maus als Dunkelachterbahn im Park. In der Queueline, aber auch während der Fahrt gibt es dabei zahlreiche Themingelemente. Leider lässt die thematisiert nach der Hälfte der Fahrt stark nach. Trotzdem ist die Fahrt etwas besonderes.

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Nach einer kurzen Stärkung ging es nun weiter mit dem Halloweenevent in Park. Eigentlich wollten wir hier in das Maze Wasteland gehen, aber dies hatte am Tag unseres Besuchs geschlossen. So ging es weiter zum nächsten Maze.

Hier stand mit Asylum ein Maze mit der häufig vorhandenen Thematisierung einer Irrenanstalt auf dem Programm. Diese war auch in Teilen gut gestaltet, allerdings gab es auch sehr schwache Phasen. Eine schwarze Wand unter freiem Himmel ohne Schauspieler trägt nicht sehr zur Atmosphäre bei.

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Voodoo war die nächste Maze, durch die wir durchgegangen sind. Diese Maze ist für draußen angelegt, entsprechend wird die Umgebung mit eingebunden. Trotzdem gibt es von ein paar guten Effekten abgesehen keine Highlights.

Nun gingen wir noch durch Blood Shed durch. Hier sorgen enge mit Mais verkleidete Gänge für ein Gefühl der Beklemmtheit. Entsprechend gab es auch ein paar Stellen, an denen man richtig gut erschreckt wurde.

Den Abschluss bildete für die Gruppe eine Fahrt auf El Toro, wobei ich mit ein paar anderen unsere Exitpässe für eine Nachtfahrt auf Kingda Ka eingelöst habe.
 
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