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The Magical & Wizarding Journey #3: Universal's Islands of Adventure

Geschrieben von Fiorell



Anmerkung Redaktion: Fiorell hat mal wieder eine seiner tollen Berichteserien gestartet. Diesmal ging es für Ihn und seine Begleiter ins Freizeitparkmekka nach Orlando. Was Sie dort u.a. in den Islands of Adventure erlebt haben, könnt Ihr in diesem tollen Bericht lesen! Auch die beiden vorherigen Berichte sind sehr lesenswert, diese findet ihr in --->HIER<---.





Im dritten Teil der Magical & Wizzarding Journey geht es nach Universal’s Islands of Adventure. Und großartige Parks benötigen auch einen etwas größeren Bericht...

Die Inseln der Abenteuer

Als 1990 Universal Studios Florida in Orlando eröffnete, war man in den Chefetagen von Walt Disney möglicherweise noch milde amüsiert. Die Besucherzahlen dieses ersten Universal-Parks kamen nicht annährend in die Regionen des Magic Kingdom. Auch als man 1995 mit dem Aufbau einer großen Erweiterung des Universal Resorts begann, sah man die Bemühungen von NBC Universal wohl eher als Gewinn für Orlando im allgemeinen, anstatt als ernsthafte Konkurrenz.

1999 eröffneten die Universal Islands of Adventure (IoA) und vergrößerten das Universal Resort (das damals allerdings noch kein Resort war) um mehr als das Doppelte. Finanziert wurde das Ganze von NBC Universal und der Investmentgruppe Blackstone Group, der neben Merlin Entertainment noch andere Freizeitparkgrößen, wie z.B. SeaWorld oder die Hotelkette Hilton gehört. In den ersten Jahren war der Besucherstrom eher mäßig, vor allem im Vergleich zu Disney und seinen Parks (als Beispiel 2009: IoA 4,5 Millionen Besucher, Magic Kingdom 17 Millionen Besucher). Aber der Park zeigte bereits durch seine Gestaltung und teilweise auch frischen neuen Ideen sein Potential.


Das Wahrzeichen von 'Islands of Adventure' am Abend.

Harry, fahr schon mal den Wagen vor

Im Jahre 2010 zog Universal Entertainment einen dicken Lizenzfisch an Land: Das Harry Potter Universum. Diese Hintergrundwelt wurde von Joanne K. Rowling, einer bis dahin eher unbekannten Kinderbuchautorin, erdacht. Nachdem der erste Harry Potter-Roman mit einer Kleinauflage von 500 (!) Stück bei Bloomsbury erschienen war, entwickelte sich die Buchreihe von Band zu Band immer mehr zu einem Orkan im Blätterwald. Ganze 400 Millionen Bücher konnten aus der Reihe abgesetzt werden – aber damit war der Drops noch nicht gelutscht - die dazugehörende achtteilige Filmreihe brach alle Besucherrekorde und spielte 7,7 Milliarden Dollar ein.

Bald kam manauf die Idee, den Harry Potter-Franchise auch in einem Themenpark zu vermarkten. Lustigerweise gehörten die Rechte dazu, neben J.K. Rowling, den Warner Bros Filmstudios und nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, NBC Universal. Ebenfalls lustig ist, dass Warner Bros. im Vorfeld auch mit Disney über eine Zusammenarbeit bei einem Harry Potter-Themenpark verhandelt haben, diese jedoch, angesichts der ziemlich ausufernden Vorstellungen von J.K. Rowling, eine Absage erteilten.

Folgerichtig landete die Lizenz zum Themenbereich also bei Universal.

Und wie es die Geschichte so will, dieser Harry Potter hat den Disney-Managern das Fürchten gelehrt. Kaum ein anderer Park hatte einen derartigen Zuwachs beim Besucherandrang wie das Islands of Adventure nachdem die ‚Wizarding World of Harry Potter’ fertiggestellt war. Heute stehen das Universal Resort und Walt Disney World beinahe auf Augenhöhe.

Marvellous

Eine weitere lustige Geschichte rund um Lizenzen, Disney und Universal ist der Hintergrund zum ‚Marvel Super Hero Island’, das ebenfalls bei Universal in Islands of Adventure zu finden ist. Obwohl Marvel (und damit sämtliche Superhelden die man bei Universal findet) eigentlich seit 2009 Disney gehört!

Durch ein Lizenzabkommen ist Universal jedoch weiterhin in der Lage, die Superhelden Spider-Man & Hulk in seinen Parks auffahren zu lassen und Disney darf es nicht. Wie man so hört, wird dieses Lizenzabkommen alle 10 Jahre neu verhandelt und es könnte sein, das Disney bald ein paar Marvel-Helden in den eigenen Parks auffahren will. Das heißt allerdings nicht, das Universal jetzt ums eine Lizenzen bangen muss, die Gerüchteküche geht eher von einem kommenden Kompromiss aus, der beiden Beteiligten zusagt.

Zum Universal Resort gehören mittlerweile mehrere Hotels (erst kürzlich hat das günstigste davon, das Cabana Resort, eröffnet) und eine Vergnügungsmeile namens Universal CityWalk. Auch hier stiehlt Universal dem Disney Boardwalk immer mehr die Show, weshalb man sich bei Disney genötigt sah, den Boardwalk im großen Stil umzubauen (aber dazu in einem anderen Bericht mehr).


Willkommen im ... Parkhaus.

Universal hat bei seinem Resort ein großes Parkhaus aufgestellt. Auch hier kostet das Parken (Stand: Anfang 2015) $17 – aber immerhin parkt man hier überdacht.

Anschließend wird man dann mittels Transportbändern zum CityWalk und den beiden Parks bewegt.


Universal’s CityWalk – in der Früh noch unbevölkert.

Wir wenden uns nach links, auf den Leuchtturm von Alexandria (auch Leuchtturm von Pharos – eines der sieben antiken Weltwunder. Das Original soll allerdings über 115 Meter hoch gewesen sein) zu.


Schöner als derjenige von SeaWorld? Der Leuchtturm von Islands of Adventure.

Schon direkt hinter dem Eingang, im ‚Port of Entry’, stellt man fest, dass es Universal mit der Gestaltung des Parks wirklich ernst meint und eine ganze Heerschar von Designern, Künstlern und sonstigen Kreativen beschäftigen muss. Der gesamte Bereich hält problemlos mit der Ausgestaltung der Disney-Parks mit.


Das Abenteuer beginnt hier.

Wir hatten an diesem Tag ‚Early Admission’ und durften daher eine Stunde früher in den Park. Geöffnet hat zu dieser Zeit allerdings nur der Harry Potter-Bereich – manchmal auch nur einer von den beiden Universal Parks. Wer also einen bestimmten Harry Potter-Bereich früher betreten möchte, der sollte sich im Voraus informieren. ‚Early Admission’ gibt es, wenn man in den Resort-Hotels nächtigt oder wenn man eine ‚Universal Vacation Package’ bucht. Letzteres ist in ausgesuchten Hotels möglich, die man über die (wenig bedienerfreundliche) Website von Universal heraussuchen kann.

In diesem Bericht behalte ich mir jedoch das Beste für den Schluss auf, d.h. bevor wir zu Harry Potter kommen, schauen wir uns erst einmal den Park von vorne an.

Und vorne, ganz zentral hinter dem Port of Entry steht auch schon der erste Count: The Incredible Hulk.



Universal hat diesen Coaster wirklich eindrucksvoll positioniert. Als Besucher kann man die Schienen sowohl über- als auch unterqueren, die riesige Cobra-Roll thront zum größten Teil über dem See.

The Incredible Hulk war lange Zeit der einzige Coaster von B&M mit einem Launch. Erst dieses Jahr (2015) wird sich das mit Thunderbird in Holiday World ändern. B&M hat das Launch-System nicht selbst gebaut, sondern vergab einen Auftrag an MTS Systems und Universal Creative. Die haben eine ganze Weile mit verschiedensten Technologien experimentiert: hydraulisch, pneumatisch, mit Kabel, Dampfkatapult (wird auf Flugzeugträgern zum Starten der Flugzeuge verwendet) und Transportbänder. Letztendlich entschied man sich für eine altmodisch anmutende Technologie: Reibräder.

Reibräder funktionieren hervorragend – es sei denn, es regnet (dann drehen sie gerne mal durch). Da kommt es ganz gelegen, dass der Launchbereich des unglaublichen Hulk überdacht ist.



Um es vorweg zu nehmen: Im Gesamten enttäuscht der Hulk etwas. Die Gestaltung der Queueline ist recht hübsch und die grünen Züge machen auch etwas her. Nimmt man dann Platz, wird man wieder der alten B&M-Schulterbügel gewahr, die jedes Gefühl von Bewegungsfreiheit sofort im Keim ersticken.

Der Lifthill mit dem Launch ist stilecht mit einer Audio-Sequenz untermalt: Die Story dreht sich mal wieder um Dr. Bruce Banner, der durch irgendwelche nuklearen Gerätschaften seine Verwandlung in den Hulk unterbinden möchte. Und wer hätte es gedacht: Das Experiment geht schief. Statt die Verwandlung zu verhindern wird man durch eine Röhre nach draußen geschossen.



Der Launch setzt leider erst im letzten Drittel des Lifthills ein. Er ist kurz, aber immerhin, dadurch dass man in einer Röhre sitzt und nichts vom weiteren Fahrverlauf sehen kann, vermittelt er durchaus Thrill. Zusätzlich mündet der Lifthill auch in einem Zero-G-Roll und präsentiert somit eine ziemlich einmalige Kombination von Fahrelementen. Danach wurden die B&M-Ingenieure jedoch ein wenig von der kreativen Muse verlassen.

Es folgt eine mächtige Cobra-Roll, die für eine Cobra-Roll ganz ordentlich ist, aber dennoch letztendlich eine der Fahrfiguren bleibt, die mich wenig begeistern. Das Eintauchen in den kurzen Tunnel und die Fahrt durch den großen Looping vermittelt noch einmal Freude, dann folgt ein ewig langer Inversionen-Murks, den Universal vor den Blicken der Besucher hinter der Station versteckt hat. Dieser Bereich ist nicht besonders schön gestaltet und verteilt Schläge bis zum Abwinken. Die Geschichte von den immer ,ach-so-smoothen’ B&M-Bahnen gerät immer mehr ins Wanken, je mehr B&M Sitdown-Coaster man kennenlernt. Der Hauptschuldige ist hier wieder das Rückhaltesystem, das, abhängig davon welche Sitzgröße man, Kinnhaken oder Backpfeifen verteilt.

Was bleibt ist ein Coaster mit einem fulminanten Start und einer enttäuschenden zweiten Hälfte. Insgesamt kann dieser B&M nur leicht an Kraken in SeaWorld vorbeiziehen.

Wertung: 6 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :o
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :)


Statt nun weiter nach links zu den Marvel Superhelden, wenden wir uns stattdessen nach rechts. Wir landen im Kinderbereich der Islands of Adventure, der hier ganz dem Kinderbuchautor und Cartoonzeichner Dr. Seuss gewidmet ist (der eigentlich Theodore Seuss Geisel heißt). Hierzulande ist der Autor weniger bekannt, seine bekannteste Figur dürfte der Grinch sein, der doch tatsächlich das Weihnachten gestohlen hat.

Die für uns interessanteste Fahrattraktion in diesem Bereich ist The Cat in the Hat.


Alles rund. Es gibt im gesamten Seuss Landing keine Ecken.

Cat in the Hat ist ein Darkride im Comic-Stil, eher der klassischen Art, aber mit Wägen die sich um ihre eigene Achse drehen können. Der Ride erzählt die Geschichte von zwei Kindern (Thing 1 und Thing 2), die Besuch von der durchtriebenen Katze im Hut erhalten, während die Eltern außer Haus sind. Nun, eigentlich erzählt nicht der Ride die Geschichte, sondern ein Goldfisch.



Für sich gesehen kann der Ride durchaus mit den Disney-Rides, wie z.B. Winnie the Puh, mithalten. Vielleicht nicht ganz so schön gestaltet (was vermutlich auch an den eher strichartigen Zeichnungen von Dr. Seuss liegt), aber dafür frecher.

Der andere, interessante Ride im Seuss Landing ist The High in the Sky Seuss Trolley Train Ride.



Hier wundert man sich erst einmal über den Aufwand, der hier für eine kleine Monorailbahn betrieben wurde. Die Station ist aufwändig und es stehen zwei verschiedene Kurse für die Monorailbahn bereit. Des Rätsels Lösung ist: Eigentlich sollte das eine Bahn werden, bei der die Besucher in den einzelnen Wägen die Geschwindigkeit selbst beeinflussen können. Doch der Hersteller ging pleite und ganze sieben Jahre später kontaktierte man Mack Rides, die ihre Technologie für Powered Coaster verwendeten um den Parcours in der heutigen Variante fertigzustellen. Die Fahrt an sich ist ganz lustig, aber jetzt nicht unbedingt das Highlight in Islands of Adventure.

Lässt man das Seuss Landing hinter sich, dann betritt man den Lost Continent, und gemeint ist damit eigentlich Atlantis – aber darauf deutet nur noch wenig hin.


Abendlicher Blick auf das Mythos-Restaurant – der heimlichen Hauptattraktion im Lost Continent.

In diesem Bereich findet man zwei Shows, denen man das Alter leider etwas ansieht. Beginnen wir mit Poseidon’s Fury, dessen detailliert gestalteter Eingangsbereich auf Großes hoffen lässt.


Das kann auch Disney nicht besser: Der pompöse Eingang zu Poseidon’s Fury.

Poseidon’s Fury ist eine Live-Action-Show, die den Besucher durch drei große Bühnen mit Projektionen, Feuer- und Wassereffekten und einen imposanten Wassertunnel führt. Wäre alles ganz nett, hätte sich nicht Universal entschlossen die anfängliche Geschichte, um den Untergang von Atlantis und einem Kampf zwischen Zeus und Poseidon (in Anlehnung an den Kampf um Troja), durch etwas Dusseliges und ausgesprochen Dümmliches zu ersetzen:

Jetzt trifft man nicht mehr auf Zeus, der einen durch die Stationen führt, sondern auf den schusseligen Ausgrabungsassistenten Taylor. Dieser sucht seinen Ausgrabungsleiter und Doktorvater, der möglicherweise entführt wurde. In der Folge stolpert man durch eine seltsame Geschichte um einen Kampf zwischen dem bösen Zauberer Darkenon (Woot? Wer?) und dem Gott Poseidon. Am besten man denkt nicht über die Geschichte nach, die nun gar nichts mehr mit Atlantis oder der griechischen Mythologie zu tun hat und auch gar keinen Sinn mehr ergibt (wer wurde warum entführt?). Auf deutsch hätte man den Zauberer auch ‚Dunkelbob’, ‚Dark Sprühwurst’ oder ‚Böslinger’ nennen können, wäre auch irgendwie knorke gewesen.

Die zweite Show in diesem Bereich ist The Eight Voyage of Sindbad.



Auch hier wurde kein Aufwand bei der Gestaltung des Eingangs oder des Bühnenbilds gescheut.
Die Show könnte man als Stunt-Comedy-Show bezeichnen, ehrlichere Leute würden sie vielleicht einfach nur ‚Blödel-Show’ nennen.


Splash-Effekt im Quatsch Comedy Club: Unangenehme Überraschung für Zuschauer, die nur hereinkommen, weil es draußen regnet.

Armer, armer Sindbad. Der Held aus 1001 Nacht muss hier für eine Slapstick-Show der untersten Schublade herhalten. Hätte man diese Story vor mehr als 30 Jahren den Produzenten der zahlreichen italienischen Bud Spencer-Filme vorgelegt, dann hätten die wohl nur den Kopf geschüttelt und mitleidig die Miene verzogen. Und das, obwohl es eigentlich ständig Backpfeifen aller Art beim leidlich lustigen Treiben auf der Bühne gibt. Seufz.

Nachdem die Duelling Dragons 2010 in den Potter-Bereich abgewandert sind, bleibt also nur noch eine einzige Top-Attraktion im Lost Continent-Bereich:



The Mystic Fountain zeigt einmal mehr, dass es nicht immer einen großen Aufwand benötigt, um die Besucher zu unterhalten. Die Idee ist simpel und genial: Man nehme einen Brunnen mit verschiedenen Wasser-Effekten und einem Lautsprecher. Dann versteckt man einen Mitarbeiter in der Nähe, der die Spritz-Effekte auslöst und unbescholtene Passanten in Form des Brunnens anredet.
Voilà! Spaß bis zum Abwinken. Vor allem dann, wenn der eine oder andere Besucher mitspielt.

Der andere große Tipp in diesem Bereich ist das Restaurant Mythos.


Soso, von ‚Theme Park Insider’ zum 6. Mal zum besten Themenpark-Restaurant gewählt.

Nun, ob es wirklich das beste Themenpark-Restaurant der Welt ist, kann ich nicht sagen, aber es gehört auf jeden Fall zu den Besten.



Tolle Inneneinrichtung, gutes Essen, sehr freundlicher Service und gar nicht so teuer. Wer also plant, im Universal Resort mal etwas ausgiebiger zu speisen, der sollte sich hier einen Platz reservieren.

Geht man hinter dem Eingang am Hulk-Coaster nicht rechts, sondern nach links, dann landet man im Marvel Super Hero Island.

Interessanterweise wurde ja das gesamte ‚Islands of Adventure’ zu Beginn als Park mit Comic-Thematisierung geplant. Dieser Plan wurde dann jedoch verworfen, auch wenn es immer noch drei Themengebiete rund im Comics in diesem Park gibt. Eines dieser Themengebiete dreht sich also um die Marvel Superhelden, welche, wie bereits erwähnt, mittlerweile eigentlich Disney gehören.

Neben dem Hulk-Coaster befinden sich noch zwei größere Attraktionen in diesem Bereich. Die erste davon ist Dr. Doom’s Fearfall.



Um es kurz zu sagen: Die Warteschlange verspricht viel, die Shoot’n’Drop-Tower von S&S können aber nicht viel davon halten. Ganz ehrlich, von der Fahrt her gefällt mir, von all diesen Towern, immer noch der T-Rex-Tower in Geiselwind am besten.

Die dritte Attraktion im Marvel Super Hero Island ist jedoch der Hammer: The Amazing Adventures of Spider Man sind tatsächlich ‚amazing’.



Hier ist den Kreativen von Universal 1999 (mit Update 2011) etwas gelungen, dass bis heute kein anderer Darkride (auch vom selben Typ) toppen konnte: Hier passt einfach alles. Der 3D-Effekt zusammen mit den Simulator-Vehikeln versetzt einen tatsächlich direkt in eine Geschichte um Spidey und seine ärgsten Widersacher. Die Immersion-Effekte sind derart genial, dass man schon genau hinschauen muss um festzustellen, dass man gerade eine Szene vom 3D-Bildschirm zu realen Kulissen wechselt.

Dagegen ist der Pinguin-Ride in SeaWorld eine echte Lachnummer und auch Disney kann diesem Darkride in Orlando nichts entgegensetzen, was auch nur annähernd an dieses Erlebnis herankommt.

Ganze 3 Jahre wurde an diesem Darkride geschraubt und gebastelt. 2011 wurde das Filmmaterial durch 4K HD-Filmmaterial ersetzt. Zwar fehlt immer noch ein kleiner Schritt um total echt zu erscheinen, aber die hier eingesetzte Projektionstechnik hat schon die Dynamik eines IMAX 3D-Theaters und schlägt auch die von der ‚Forbidden Journey’. Eines der Probleme war, dass sich das Vehikel vor den Bildschirmen bewegt und damit der 3D-Effekt flöten geht. Gelöst wurde dies, indem man das Bild synchron zu den Bewegungen des Fahrzeugs verzerrt (genannt: ‚squinching’).

Zusätzlich kommt man noch in den Genuss aufwändiger Sound-, Feuer-, Laser- und Nebeleffekte, die alle von einem zentralen Computer auf die dreißigstel Sekunde genau ausgelöst werden.

Die Macher von ‚The Amazing Adventures of Spider Man’ haben auch nicht den Fehler gemacht, zu viele Effekte in die Fahrt hineinzupacken (etwas, unter dem der Transformers-Ride leidet). Der ganze Ride hat einen Ablauf aus einem Guss. Und Leute, denen bei Simulatoren grundsätzlich übel wird, können dennoch mal eine Fahrt wagen – der Kotzfaktor hält sich hier stark in Grenzen.

Momentan der beste Darkride, den ich kenne.

Hinter den Marvel Superhelden liegt Toon Lagoon, ein weiterer Bereich der auf Comics basiert.



Mit Comic-Thematisierungen ist das so eine Sache: Sie sind ziemlich schwierig umzusetzen, da man selbst (oder die Besucher) und die Natur (Bäume, Steine, Wasser etc.) wie Fremdkörper wirken. Universal ist hier jedoch einer der besten Comic-Bereiche überhaupt gelungen. Das liegt vor allem daran, dass man hier gleich dutzende von Charakteren und eine ganze Menge Details auffährt.



Der Bereich nennt sich Lagune, da sich hier zwei große Wasserattraktionen befinden. Nummer eins ist Dudley Do-Right’s Ripsaw Falls.


Der finale Drop: Der bisher steilste von Mack Rides.

Hierbei handelt es sich um eine riesige Wildwasserbahn von Mack Rides, die im ersten Abschnitt eine wilde Geschichte des aufrechten Rangers Dudley Do-Right erzählt, der seine Freundin Nell mal wieder aus den Klauen des fiesen Snidley befreien muss. Hier geht es kreuz und quer, drunter und drüber im großen Gebäude der Wildwasserbahn.

Der großartige Abschluss ist der finale Drop, der mächtig steil ist und im Grunde die Abfahrten der später konstruierten Super Splashes vorweg nahm: Man landet nicht direkt im Wasser, sondern huscht durch einen Tunnel und anschließend über einen Floating-Airtime-Hügel in den Splash.
Der Nässe-Grad der eigentlichen Bahn hält sich ja einigermaßen in Grenzen, aber am Ende lauerten wieder Zuschauer an den Wasserkanonen, die, wie häufig in den Orlando-Parks, Gallonen von Wasser über das Boot und die Insassen ausschütten. Wer also annimmt, er kommt hier nur leicht angefeuchtet davon, dürfte meistens total falsch liegen.

Insgesamt eine der besten WiWa-Bahnen die ich bisher gefahren bin. Aber, soviel sei schon einmal verraten, es kommt noch eine Bessere auf der Tour.



Die zweite große Wasserfahrattraktion in Toon Lagoon ist Popeye’s & Bluto’s Bilge-Rat Barges (kleine Anmerkung: Universal hat da irgend ein Ding laufen bezüglich ihrer überlangen Namen der Attraktionen).

Auch diese Rafting-Bahn hat es in sich.



Universal hat für den Bau eine Firma namens Barr Engineering beauftragt – reichlich ungewöhnlich, da diese bisher in der Freizeitparkbranche noch nie tätig waren. Allerdings sind sie Spezialisten für Damm- und Brückenbau, und Universal wollte, das die Firma einen der schnellsten und wildesten Wasserkanäle in ihren Park stellt. Tatsächlich gelang es den Ingenieuren mittels Computersimulationen die Rafting-Boote in einigen Abschnitten auf 20 km/h zu beschleunigen – ziemlich schnell für ein Rafting.



Zusätzlich ist die Anlage auch noch ziemlich groß und hervorragend thematisiert. Einziger Wermutstropfen: Der Durchschnitts-Parkbesucher dürfte kaum bemerken, dass das Boot schneller als sonst durch die Anlage pfeffert.

Auf dieser Bootsfahrt wird man im übrigen auch sehr, sehr nass. Riesige Wellen schwappen gerne mal ins Boot und fette Wasserfontänen halten ungeniert direkt auf die Fahrgäste drauf. Das Ergebnis ist eine durchaus spannende Fahrt – wer wird als nächstes nass? Das ist bei diesem Wasser-Roulette immer die Frage.

Kann dieses Rafting meinen bisherigen Favoriten aus dem Walibi Belgium schlagen? Hm... bin nicht ganz sicher. Es sind aber auf jeden Fall beide absolute Top-Rafting-Anlagen.

Hinter Toon Lagoon trifft man schließlich auf den Jurassic Parc, thematisiert nach der gleichnamigen Filmreihe.


Das ist ja gar nicht der Weiße Hai!

Hauptattraktion in diesem Bereich ist das River Adventure, eine ‚Shoot the Chutes’-Wasserfahrt von Vekoma.



Und, wow, das ist eine der am besten erzählten Geschichten auf einer solchen Wasserfahrt. Beginnt das Ganze gemächlich mit einer Bootsfahrt in den Jurassic Parc aus den Filmen und dem Buch, vorbei an netten Riesendinosauriern (eine Szene, die es zwar in Michael Crichton’s Buch gibt, aber im Film eingespart wurde), bei der dann, wie so oft, etwas fürchterlich schief läuft. Das wurde so gut mit optischen Hinweisen umgesetzt, dass man wirklich direkt in das Geschehen hineingezogen wird.


Die Boote sind noch beim Warm-Up.

Die finale Abfahrt macht wieder ziemlich nass (kommt aber lange nicht an die Riesenwelle im Flamingo Land heran). Bisher der beste Splashdown, den ich kenne.

Ebenfalls im Jurassic Parc findet man eine Nachbildung des Discovery Centers aus den Filmen. Neben einem Restaurant gibt es dort auch interaktive Stationen für Kinder, die auch mal einen eigenen Dinosaurier ausbrüten dürfen.


Hier kann man den Dinos an die Eier fassen.

Die letzte Attraktion im Jurassic Parc ist das Camp Jurassic mit den Pteranodon Flyers. Das Camp Jurassic ist ein aufwändig gestalteter Kinderspielplatz und die Pteranodon Flyers wären eigentlich ein Count...



...hätten die Betreiber nicht einen Rechenfehler gemacht. Die Flyers sind den Caripro-Bahnen (wie z.B. Vleermuis im Plopsaland oder Sky Ride im Skyline Park) nicht unähnlich. Als Hersteller zeichnet sich hier Setpoint USA verantwortlich, und auch die waren nicht in der Lage eine Bahn abzuliefern, die auch nur annährend die Kapazität bereitstellt, die ein Park dieser Größe nun einmal benötigt. Das Ergebnis war, dass die Bahn nach nur wenigen Betriebsmonaten für Erwachsene ohne begleitendes Kind (bis 142 cm Größe) gesperrt wurde.

Und so war es auch noch am Tag unseres Besuchs. Da half auch alles Betteln, Heucheln und Anflehen, unter völliger Aufgabe der Selbstachtung, nichts. Ein Lost Count.

Tja, da bleibt eigentlich nur noch das Kronjuwel unter den Island of Adventure-Themenbereichen: The Wizarding World of Harry Potter.


Hier geht's rein. Beachtet das Zauber-Limit!

Als kleiner, aber wichtiger Tipp: Wenn Ihr Universal Orlando besuchen geht und ihr kennt bisher noch nichts aus dem Harry Potter-Universum, dann macht Euch selbst einen großen Gefallen: Schaut Euch zumindest die acht Filme an, Ihr werdet es nicht bereuen – nicht einmal dann, wenn Euch die Geschichte eigentlich nur wenig zusagt (und mal ehrlich: Die ersten beiden Harry Potter-Filme sind arg kindisch und kopieren hauptsächlich altbekanntes aus anderen Fantasy-Romanen, ebenso wie der siebte und vorletzte Film unglaublich träge und öde daherkommt, weil man aus Geldgier den letzten Teil auf zwei Filme gesplittet hat. Aber immerhin, den Rest kann man ohne größere Schaden an der geistigen Gesundheit anschauen).


Hogsmeade wie es leibt und lebt.

Bei der Gestaltung des Themenbereichs ist man so weit gegangen, wie noch nie. Vergesst alles was ihr in Disney World gesehen habt, hier gibt es das totale und kompromisslose Eintauchen in eine neue Welt!

Vermutlich ausgelöst durch J.K. Rowling selbst, die wie eine eifersüchtige Glucke über den gesamten Gestaltungsprozess gewacht hat. Man stelle sich das einmal vor: In beiden Harry Potter-Themenbereichen gibt es keinen einzigen Softdrink von der Coca Cola-Company. Klassische Merchandise-Shops sind ebenfalls Fehlanzeige – alles was es hier in den Shops zu kaufen gibt, könnte man auch direkt in Hogsmeade kaufen (wenn es das denn in Wirklichkeit gäbe). Die Shops (und auch die Bereiche mit den Schließfächern) sind so eng gebaut, wie aus den Filmsets bekannt – es gibt keine Kompromisse, selbst wenn sich die Besucher in den kleinen Lädchen oder vor den Schließfächern gegenseitig auf die Füße treten und sich Schlangen an den Kassen bilden, die sich 100 Meter durch das Dörfchen ziehen. Wer denkt, er bekommt hier irgendwo das übliche Themenpark-Fast Food, der darf auch umdenken: Hier gibt es nur ein britisches Essen, dass auch der gute Harry Potter essen würde.


Butterbeer... oh Butterbeer!

Einen derartigen Aufwand zu treiben, dass dürfte einiges Kopfzerbrechen bei den Betreibern von Universal Orlando ausgelöst haben. Aber letztendlich hat es sich gelohnt: So etwas ist weltweit einzigartig und in der Chefetage von Disney dürften seit der Eröffnung der Wizarding World im Jahre 2010 die Alarmglocken durchgehend klingeln. So perfekt ist das. Nur die Kleidung der Besucher konnten die Parkdesigner noch nicht der Umgebung anpassen.

Eines der vielen Details vor Ort ist das eigens für diesen Themenbereich kreierte Butterbeer. Das gibt es mittlerweile in drei Sorten: Frozen, Cold und Hot. Frozen schmeckt wie ein Milchshake und ist daher nichts besonderes, aber die ‚Cold’-Variante hat etwas: Eine wenig süße Limonade garniert mit einem Sahne-artigen Topping. Zwei von uns Dreien hat das durchaus gut gefallen (macht süchtig!). ‚Hot’, die neueste Variante, haben wir noch nicht probiert – da müssen wir dann wohl noch einmal hinfahren.



Bei Ollivanders oder einem der anderen Shops kann man für läppische €50 einen Zauberstab kaufen, mit dem man ... nun, zaubern kann. Universal hat sowohl in der ‚Wizarding World’, als auch in der Diagon Alley, interaktive Punkte installiert, bei denen man, wenn man nur den Zauberstab richtig führt, Animatronics oder andere Effekte auslösen kann. Das ist natürlich für kleine Harry Potter-Fans der Hit schlechthin.

Der Besuch bei Ollivanders lohnt sich möglicherweise auch wegen der kleinen, aber feinen Pre-Show (eines der Besucherkinder wird von einem Zauberstab ausgewählt). Wartezeiten in astronomischen Größenordnungen sind hier jedoch nicht ungewöhnlich.

Wer noch dickere Geldbörsen sein eigen nennt, kann auch zarte, etwa $120, für einen simplen braunen Zauberlehrling-Umhang ausgeben. Unglaublich, wie oft wir diesen Merchandise-Stofffetzen im Park angetroffen haben.

Direkt hinter dem Eingang von Hogsmeade findet man eine gewaltige Achterbahn-Anlage von B&M: Dragon Challenge.



Diese Duell-Version eines B&M Inverters stand schon vor Harry Potter an diesem Ort. Damals hieß die Anlage noch ‚Dueling Dragons’, wurde 1999 zusammen mit dem Park eröffnet, und gehörte zum Bereich des ‚Lost Continent’.
Jetzt hat man die Warteschlange etwas angepasst (übrigens eine der schönsten Achterbahn-Warteschlangen, die ich kenne) und den eigentlichen Coaster ziemlich gut vor den Blicken der Hogsmeade-Besucher versteckt. Das Thema der Bahn wurde nun, etwas mühsam, auf das Trimagische Turnier umgeändert, genauer gesagt auf den Teil bei dem es die Teilnehmer mit einem Drachen aufnehmen.



Bis ins Jahr 2011 fuhren die beiden Bahnen noch gleichzeitig, und dass muss ziemlich spektakulär gewesen sein. Doch zu jener Zeit kam es zu einem Zwischenfall und Universal schickt seither die Züge nur noch zeitversetzt auf die Strecke.

Beide Bahnen, ‚Chinese Fireball’ und ‚Hungarian Horntail’, besitzen jeweils 5 Inversionen. ‚Chinese Fireball’ hat jedoch eine höheren First Drop und ist, mit beinahe 100 km/h, auch 8 km/h schneller unterwegs. Im allgemeinen gilt diese (rote) Bahn als die Bessere der beiden.



Wenn man mich fragt, dann machen beide durchaus Spaß, sind jedoch, nachdem der Dueling-Charakter entfernt wurde, „nur“ noch zwei B&M-Inverter wie z.B. ‚Monster’ im Walygator Parc. Wie immer bei den Invertern, hat man es mit großen G-Kräften und wenig Airtime-Momenten zu tun.



Die Anlage hinter der Station ist nun auch nicht gerade schön gestaltet. Man könnte vermuten, dass es möglicherweise an dem sumpfigen Untergrund in Orlando liegt (der erst einmal betoniert und stabilisiert werden muss), dass fast alle großen Achterbahnen dort über ziemliche Betonwüsten dahindüsen.
Letztendlich also zwei schicke, aber sehr typische und wenig überraschende, B&M Inverter mit einer schön gestalteten Queueline.

Wertung: 7 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :o
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :)


Durchquert man Hogsmeade, dann wird man Zeuge eines einfachen, aber wirkungsvollen optischen Tricks: Die Gasse durch Hogsmeade ist leicht nach rechts gebogen, d.h. wenn man den Bereich betritt, sieht man weder das Ende der Gasse noch das, was dahinter liegt. Und so kommt es, dass man, wenn man Hogsmeade verlässt, erst einmal ins Staunen kommt.


Blick auf Hogwarts.

Die Größe von Hogwarts ist natürlich auch nur ein Trick. Damit dies nicht auffällt, unternimmt der Park einige Anstrengungen, um dafür zu sorgen, dass sich keine Vögel auf dem Gebäude oder dem Felsen niederlassen – die würden ansonsten dem Besucher wie Monster-Riesenvögel erscheinen. Doch bevor wir Hogwarts betreten, gibt es noch eine Achterbahnfahrt.

Rechter Hand zu Hogwarts liegt der letzte Count von ‚Islands of Adventure’ namens ‚Flight of the Hippogriff’.



Dieser Junior-Coaster von Vekoma ist ebenfalls älter als die Wizarding World: Er hieß früher ‚Flying Unicorn’ und wurde dem Harry Potter-Thema angepasst. Fans und Kennern der Materie fällt natürlich sofort auf, dass dies der Hippogriff von Hagrid ist, dessen Hütte sich auch gleich neben dem Stationsgebäude befindet.


Der Lifthill führt die Fahrgäste am Greif vorbei.

Für einen Junior-Coaster wurde auch hier einiges an Thematisierung getrieben. Das alles täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass dies kein besonders großartiger Vertreter seiner Art ist. Insgesamt betrachtet fährt der Coaster etwas unruhig, wenig spektakulär und immer mit einer langen Warteschlange vorweg.

Wertung: 4 / 10
Psycho-Ente-Migräne-Faktor: :)
Molewurfn-Schnüffel-Thematisierung: :)



Die eigentliche Hauptattraktion in der Wizarding World ist ‚Harry Potter and the Forbidden Journey’. Ganz einfach deshalb, weil das ein noch nie so dagewesener Darkride ist.


Weil's so schön ist: nochmal Hogwarts.

Das Gesamterlebnis beginnt bereits in der Warteschlange. Ich habe noch nie etwas so aufwändiges gesehen. Man findet sich in der Tat unvermittelt in den Gemäuern von Hogwarts wieder, läuft durch den botanischen Garten, trifft auf Dumbledore, Potter, Hermine und Ron, läuft an den sprechenden Bildern vorbei (hier erheblich besser gemacht als z.B. diejenigen im Europa-Park), trifft den sprechenden Hut usw. und so fort. Jetzt müsste man nur noch alle Besucher, die hier versuchen mit Blitzlicht irgendetwas ansehnliches zu produzieren (was ihnen natürlich nicht gelingt), aus der Attraktion verbannen und alles wäre perfekt.

Die Fahrt selbst gleicht einer Achterbahnfahrt auf einer Geisterbahn und man fragt sich während der Fahrt immer mal wieder: Wie haben sie das gemacht?



Die Leute von Universal hatten die Idee, die bekannten Kuka-Roboter auf ein Laufband zu schnallen. Man kennt diese Roboter z.B. aus dem Legoland (Hero Factory), wo sie stationär stehen und programmiert werden können. Die Forbidden Journey geht jedoch gleich mehrfach ein paar Schritte weiter.

Als erstes fallen die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen auf, die man nur wahrnimmt, wenn man genau darauf achtet. Auch die anderen fliegenden Kästen, mit den vielen anderen Besuchern, sind so geschickt versteckt, dass man nur mit Mühe einen Blick auf diese erhaschen kann.

Die Fahrt wechselt sich regelmäßig ab zwischen „realen“ Animatronics-Szenen und Szenen in einer Simulator-Halbkugel. Von diesen Halbkugeln gibt es mehrere Szenen, die vermutlich alle auf einem sich mit dem Laufband drehenden „Karussell“ montiert sind. So schafft es der Ride, die einen Gondeln für kurze Zeit in der Simulator-Halbkugel zu halten, während die anderen Gondeln gerade durch die Aufbauten fahren. Das Ergebnis ist ein noch nie dagewesenes Fahrgefühl.

Vorsicht ist geboten, wenn man dort mit Jetlag in die fliegenden Kästen steigt. Es kann einem schon einmal etwas schummrig werden, da die Roboterarme einen gerne auch mal komplett auf den Rücken legen, sowie links und rechts herum durch die Gegend wirbeln. Der Ride verlangt seinen Besuchern also durchaus ein bisschen etwas ab.

Ebenfalls ein Kritikpunkt dürften die Räume bei den Schließfächern sein – hier ist es so eng, dass ich da bei volleren Tagen gar nicht reingehen will. Freilich, auch das gehört zu der totalen Thematisierung im Potter-Land.


Pünktlicher als die Deutsche Bahn?

Zu guter Letzt noch ein Blick auf den Hogwarts Express – ein Geniestreich der Universal Resort-Betreiber. Um ihn zu fahren benötigt man ein Park-To-Park-Ticket, d.h. man wechselt hier von den ‚Islands of Adventure’ zu den ‚Universal Studios’.

Die Station in Hogsmeade ist nicht ganz so eindrucksvoll, wie das Gegenstück in den Universal Studios. Hier läuft man viel durch ein Wäldchen, bevor man dann die eher kleine Station betritt.

Dort rollt dann aber, in der Tat, ein ausgewachsener Dampfzug herein. Sieht gewaltig imposant aus und ist freilich Fake: Der Zug wird nicht von der Dampflokomotive gezogen (das ist gar keine Lokomotive!) sondern von Stahlseilen in den Schienen. Es handelt sich hierbei also um eine Pendelbahn.



Die Fahrt in den Abteilen ist jedoch so nett und cool gemacht, dass hier jedem Potter-Fan das Herz aufgehen dürfte. Für mich ist das eine der kreativsten und innovativsten Familienfahrten überhaupt. Ich verrate hier nichts, nur so viel: Hin- und Rückfahrt sind unterschiedlich, man sollte also beide machen.

Bevor ich zum Fazit komme, noch ein Wort zum CityWalk: Dort haben wir nicht nur die vorzügliche Blue Man Group angeschaut, wir haben uns dort auch einmal ein Essen gegönnt. Unser Ziel war das neue Restaurant The Cowfish.


Was wenige wissen: Den Kuhfisch gibt es wirklich. Er gehört zur Gattung der Kofferfische und tötet andere Fische durch ein starkes Hautgift.

Im Cowfisch gibt es Burger und Sushi – oftmals auch zusammen. Diese seltsame Zusammenstellung zeigt schon, das hier neue kulinarische Ideen geboten werden. Und, in der Tat, hier gab es Gerichte, die man sonst nirgends sieht.


Im Gegensatz zu den Fischen, tötet der Cowfish arglose Gäste nicht mit Gift, sondern durch eine heimtückische Kalorienattacke.

Oben abgebildet: Der Burger namens „The Cowfish has officially left the Building“ – die Größe dieses Burger-Ungetüms kommt auf dem Foto kaum zur Geltung. Nur so viel sei verraten: Er enthält neben einem halben Pfund Fleisch und Bacon auch ein paar leichtere Schichten aus Banane und Erdnußbutter.

Durch die abgefahrenen Gerichte ist der Cowfish durchaus einen Besuch wert.


Sieht aus wie gemalt – ist aber echt.

Das Fazit zu Universals Islands of Adventure ist einfach: Großartig!

Der Park hält durchaus was er verspricht – hier gibt es Fahrattraktionen, die man sonst nirgendwo auf der Welt bekommt (‚The Amazing Spider Man’ und ‚Harry Potter and the Forbidden Journey’). Die Gestaltung, vor allem des Harry Potter-Bereichs, ist Spitzenklasse – besser als bei Disney. Die Wasserattraktionen sind allesamt toll. Man merkt ganz deutlich, dass der Park nicht einfach nur irgendwelche Rides von der Stange kauft und ein bisschen ‚aufgehübscht’ in die Pampa stellt – hier werden neue Konzepte entwickelt.



Die Schwächen findet man im Showbereich und, man muss es wohl sagen, auch bei den Achterbahnen. Letztere sind zwar gut, aber eben nicht herausragend. Da ist z.B. das Achterbahn-Angebot des Europa-Parks viel besser, obwohl der sicherlich nicht annährend so viel Geld dafür investiert hat.

Noch ein Detail auf der positiven Seite: Bei Universal haben alle Fahrattraktionen funktioniert. Das ist gar nicht so einfach, wenn man das ganze Jahr über geöffnet hat (eine Tatsache, über die wir wieder in den Disney-Berichten reden werden).

Bis zum nächsten Bericht, da besuchen wir dann den ‚most magical place in the world“...

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