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Gold Reef City

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Johannesburg besitzt ein von der (Minen-)Industrie geprägtes Stadtbild. Sehr lebhaft, aber teils heruntergekommen präsentieren sich die Straßenzüge der Millionenstadt. Eine Art Oase bietet da die aufgeräumte und saubere Gold Reef City. Ein Komplex aus Casino, Hotel und dem besagten Freizeitpark. Die Aufmachung ist vergleichbar mit amerikanischen oder europäischen Freizeitresorts, wie man es eigentlich nicht in einer Stadt wie Johannesburg erwarten würde.

Wie der Name und die Historie schon vermuten lassen, dreht sich im Freizeitpark alles um die Goldgräberzeit. Er befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen „Crown Gold Mine“, welche über einen originalen Förderturm bis zuletzt besucht werden konnte. Aktuell ist die Mine jedoch aus Sicherheitsgründen gesperrt. Zusammen mit vielen erhaltenen Anlagen und einem Museum über den Goldabbau der vergangenen Tage bildet sie den Kern der Goldgräberstadt. Diese besteht weiterhin aus mehreren Straßenzügen mit Gebäuden, die denen der Siedler aus dem 19. Jahrhundert nachempfunden sind. All das präsentiert sich in einem gepflegten und schönen Gesamtbild.

Die vorhandenen Flatrides beschränken sich auf bekannte Klassiker, darunter Top-Spin, Überkopf-Schiffschaukel, Break Dancer, Riesenrad und einige Kinderattraktionen. Auch ein 4D-Kino mit wechselnden Filmen gibt es. Die Achterbahnen weichen dagegen doch deutlich vom Standard vieler internationaler Parks ab.

Besonders heraus sticht dabei der „Tower Of Terror“. Diese Achterbahn "Marke Eigenbau" nutzt den zweiten bestehenden Förderturm des Parks, um die Fahrgäste mit einem Aufzug auf eine Höhe von über 30 Metern zu bringen. Halsbrecherisch stürzt sich der Wagen von dort aus insgesamt 50 Meter senkrecht in einen Tunnel um nach einer angeschlossenen Linkskurve in der Schlussbremse zu landen. Die Bahn ist nicht nur die höchste und schnellste Achterbahn Afrikas, sondern stellt auch einen Weltrekord auf: Mit 6,3 g wirken hier die größten Fliehkräfte in einer Achterbahn.

Ebenfalls besonders ist das Fabrikat der „Anaconda“. Die Firma Giovanola baute hier ihren einzigen Inverted Coaster. Die Bahn bietet nicht nur ein den Standard-B&M Invertern ähnliches Layout, sondern auch einen vergleichbaren Komfort. Die Strecke verläuft über einen kleinen See und wurde im Zuge ihrer letzten Umgestaltung mit toller Thematisierung versehen.

Als weitere Rarität besitzt der Park einen Schwarzkopf Shuttle Loop. Der „Golden Loop“ greift auf die Fallgewichttechnik zurück, bei der ein von der Schwerkraft bewegtes Gewicht den Zug über einen Seilzug beschleunigt. Weltweit befindet sich nur ein einziger weiterer Coaster dieser Bauweise in Betrieb.

Desweiteren bietet die Gold Reef City eine große Familienachterbahn von Zierer, sowie einen Mack Rides Powered Coaster. Letzterer besitzt ebenfalls ein ausgedehntes Layout und fährt mehrfach durch einen künstlichen Felsen. Die letzte Achterbahn wird vielen „Countern“ verwehrt bleiben, denn dieser Wacky Worm mit dem Namen „Shongololo“ darf nur in Begleitung eines Kindes gefahren werden.

Auch zwei Wasserfahrten hat der Park zu bieten. Ein Raft Ride und eine Wildwasserbahn sorgen für Abkühlung. Beide sind schön gestaltet, jedoch technisch nicht auf dem neusten Stand.

 

Afrika - https://coasterfriends.de/joomla//images/pcp_parkdetails/afrika/o1057_gold_reef_city/content3.jpg Insgesamt zeichnet sich der Themenpark durch durchgehend unerwartet schöne und authentische Gestaltung aus. Viele Details und gepflegte Grünanlagen verteilen sich auf das Gelände. Sogar einen Streichelzoo gibt es und immer wieder begegnet man Pfauen und Katzen. Für Technikinteressierte finden sich einige Ausstellungsstücke von Bergbautechnik bis zu originalen Dampflokomotiven.

Auffällig sind die dauerhaft laufenden Instandhaltungsarbeiten, die von den großen Attraktionen gehen bis zu kleinen Malerarbeiten. Generell ist in Gold Reef City sehr viel Personal eingesetzt. Wer sich einmal mit der entspannten afrikanischen Mentalität angefreundet hat (was im Urlaub definitiv nicht schwer fällt), der fühlt sich dadurch gut aufgehoben.

Die große Frage der Sicherheit, die in Ländern wie Südafrika immer wieder aufkeimt, kann hier guten Gewissens in den Hintergrund gerückt werden. Es wird ausdrücklich auf die Sicherheit der Besucher Wert gelegt. In dieser Hinsicht gelten hier offensichtlich mit Europa vergleichbare Standards. Dies trifft nicht nur auf die technischen Anlagen sondern auch auf die sonst in Südafrika erhöhte Gefahr vor Gelegenheitsverbrechen zu.

Wie Ihr schon zwischen den Zeilen lesen konntet, braucht sich der Freizeitpark auf internationaler Ebene nicht vor Einrichtungen vergleichbarer Größe verstecken. Der Eintrittspreis schlägt jedoch alles Vergleichbare. Regulär zahlt ein Erwachsener für den Parkeintritt umgerechnet lediglich um die 12 Euro und hat damit Zugang zu allen Attraktionen. Einen Besuch sollte man jedoch spontan vom Wetter abhängig machen. Regnet es, werden sofort alle Attraktionen geschlossen.

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Usermeinungen

doCoaster Bewertet am: 02.08.2017

Eine echte Überraschung

Der Park ist deutlich schöner, als man Ihn für eine Stadt wie Johannesburg erwarten würde. Er ist durch und durch im Thema des Goldrausches gestaltet und gibt somit sehr authentisch die Geschichte der Entstehungszeit von "Joburg" wieder. Unterstützt wird das ganze durch die Lage auf einer echten ehemaligen Goldmine inklusiver erhaltener Bohrtürme. Und damit kommen wir auch schon zur skurrilsten Attraktion dort, dem Tower of Terror. Die Bahn ist ein echtes Unikat, da sie eigenhändig in einen der Bohrtürme integriert wurde und das macht sie so besonders. Hier ist echter Mut gefragt, denn die Konstruktion sieht nicht ganz so vertrauenserweckend aus, wie man das von modernen Achterbahnen gewohnt ist. Dazu kommt, dass der Wagen in einen tiefen Tunnel stürzt in welchem die Mitfahrer brutale G-Kräfte erwarten. Man sagt nicht umsonst, dass hier diese Bahn die mit den stärksten Fliehkräften überhaupt ist. Mir hat die Fahrt jedenfalls sehr viel Spaß gemacht und ist mir noch heute gut in Erinnerung.
Weiter geht es mit der Anaconda, einem Inverted Coaster von Giovanola. Sieht aus wie ein B&M und fährt sich auch fast genauso gut - ein wirklich toller Coaster. Dazu gesellt sich ein ebenso seltener Schwarzkopf Shuttle-Loop der sogar mit Fallgewicht betrieben wird! Ebenfalls etwas ganz besonderes und macht wie jede Schwarzkopf Anlage Lust auf Wiederholungsfahrten. Der Zierer Family Coaster ist die letzte erwähnenswerte Bahn und besitzt eine ordentliche Streckenlänge. Für Flatride Liebhaber finden sich auch einige Klassiker im Park! eine nette Wildwasserbahn und eine tolle Raftinganlage sind ebenso vertreten. Alles kein Weltklasse Niveau aber trotzdem deutlich besser als erwartet und gut in Schuss.
Insofern war ich mehr als zufrieden mit den gebotenen Attraktionen. Der Eintrittspreis für das Ganze ist geradezu lachhaft im Vergleich zu europäischen oder erst recht amerikanischen Parks - auf jeden Fall mitnehmen wenn man vor Ort ist. Der Park lässt sich gut in eine Sightseeing-Tour (z.B. mit dem Bus) durch Johannesburg einbauen! Zuletzt sei noch erwähnt, dass gefühlt mehr Personal war als Gäste im Park war - allesamt freundlich, wie eigentlich überall in Südafrika.
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