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God save the coaster – Teil 4: Stand up and splash – maritimes Flair und mehr in Drayton Manor

LuckyCoasterLuke

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Hallo zusammen – und herzlich willkommen zum vierten Teil der Reihe aus England hallo:-)
Wer den vorigen Teil verpasst hat, der hat hier die Möglichkeit, diesen nachzulesen.

An besagtem Morgen war bei uns allgemeine Aufbruchstimmung angesagt – nicht nur für einen Freizeitparkbesuch, sondern auch für unsere nächste Unterkunft.
Diese befand sich in der Nähe von Nantwich, welches rund 180 Meilen entfernt liegt. Und so bot sich dann der Park „Drayton Manor“ an, welcher sich ungefähr auf der Hälfte dieser Strecke befindet.
Nachdem wir dann auf der Suche nach dem richtigen Parkplatz gefühlt einmal das komplette Gelände umrundet hatten, kamen wir dann trotzdem pünktlich an, und konnten gegen 10 Uhr den Park betreten.
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Bereits von außen hatten wir gesehen, dass im Thomas Land, welches ganz im Zeichen der kleinen blauen Lokomotive steht, bereits reger Betrieb war – wahrscheinlich war dies eine frühere Öffnung für Hotelgäste.
Sich hier anzuschließen hätte allgemein nicht wirklich Sinn gemacht, da gefühlt alle anwesenden Besucher auf diesen Themenbereich verteilt waren.
Kein Wunder, denn sonst hatte noch keine einzige der anderen Attraktionen geöffnet, dies sollte erst um 10:30 Uhr geschehen :rolleyes:
Also stellten wir uns bei dem Family Boomerang „Accelerator“ an, welcher als Shuttle Coaster schon mal keine allzu hohe Kapazität hat.
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Pünktlich wurde dann das Rolltor nach oben gelassen und wir konnten die Warteschlange betreten. Da diese bis 2016 noch nach der Kinderserie „Ben 10“ gestaltet war, waren vor allem am Anfang der Queue noch einige Überbleibsel an Themingobjekten aus dieser Zeit zu finden. Diese sind größtenteils einfach anders angepinselt worden und passen daher nur bedingt zum aktuellen Motorsport-Thema...
Immerhin hatten wir die Station relativ schnell erreicht, denn die Räume der Warteschlange waren relativ stickig und laut 😐

Als wir dann in den typischen Zügen der Vekoma Junior Coaster Platz genommen hatten, redete eine Operatorin etwas hektisch auf mich ein, da ich nicht sofort kapiert hatte, worauf sie hinauswollte. Ich solle bitte (warum auch immer ausgerechnet bei dieser Bahn) meine Brille abziehen.
Nachdem ich diese schnell im Rucksack verstaut hatte, konnte es dann losgehen.
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Bei dieser Anlage handelt es sich um den Prototypen der mittlerweile sehr verbreiteten Family Boomerangs, was sich auch beim Fahrkomfort bemerkbar macht – dieser fährt sich doch ein Stück unruhiger als andere bisher von mir gefahrene Anlagen. Als unangenehm würde ich das aber jetzt nicht bezeichnen.
Auf dem Spike wurde der Richtungswechsel thematisch passend von Motorenlärm und quietschenden Reifen untermalt.
Insgesamt also ganz okay für die Zielgruppe, aber natürlich nichts Weltbewegendes.

Und so ging es gleich weiter zur nächsten Achterbahn, die seit kurzem in einem neuen Look daherkommt: „Jormungandr“, deren komplizierter Name von einer Seeschlange aus der nordischen Mythologie stammt. Früher trug diese noch den Namen „Buffalo Mountain Coaster“ und hatte ein Indianerthema, jetzt wurde sie an den neuen Wikinger-Bereich angepasst.
Da dieser Powered Coaster nur einen Zug besitzt, mussten wir hier erstmal eine ganze Weile warten – und die umständliche Beladeprozedur mit zusätzlichen Fixierungen der Bügel hat ihr übriges dazu beigetragen :rolleyes:
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Das Layout ist relativ ungewöhnlich: sehr langgestreckt und verläuft teilweise über dem See, was optisch durchaus nett aussieht.
Jedoch könnte man bei dieser Bahn eher meinen, in einer Monorail zu sitzen, da diese sehr gemütlich vor sich hin tuckert.
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Immerhin fährt sich diese schon relativ alte Anlage aus dem Hause Zamperla erstaunlich ruhig:
Da der Rodeo Ride im Taunus Wunderland derselben Bauart eine der schmerzhaftesten Kiddie Coaster war, den ich bisher erleben durfte, habe ich mich hier auf eine Tracht Prügel eingestellt. Hier waren die Ruckler wiederum, sofern vorhanden, ziemlich harmlos.
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Und da die beiden anderen Coaster in anderen Parkbereichen vorhanden sind, blieben wir zunächst hier im Wikinger-Bereich. Loki, den neuen Zamperla NebulaZ (noch so ein Fahrgeschäftstyp, der sich aktuell großer Beliebtheit erfreut) hätte ich zwar gerne getestet – aber die Wartezeit war hier durchgehend ziemlich hoch. Na ja, bei der aktuellen Verbreitung werde ich sicher bald auf einen weiteren Vertreter dieser Gattung stoßen ;)
Diese Karussells sehen optisch ziemlich cool aus – durch das chaotische Gewirbel entsteht der Eindruck, dass sich die Arme jederzeit verheddern 😁
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Dafür ging es dann gleich zu Thor, dem benachbarten Disk‘O Coaster. Dieser hat gemeinsam mit Loki eröffnet und ist somit die dritte Anlage auf dieser Tour ;)
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Hier betrug die Wartezeit trotz einer lang anmutenden Schlange nur eine oder zwei Runden, also noch human.
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Und die Fahrt kam mir tatsächlich noch ein kleines bisschen kraftvoller vor als auf den beiden zuvor gefahrenen Anlagen, hat auf jeden Fall echt Spaß gemacht 🤘
Bei einem Disk‘O Coaster mit Wikinger Thematisierung kommen bei mir zudem Heimatgefühle an einen meiner Stammparks im Südwesten auf ;)
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Der Operator hat sich übrigens ebenfalls als Coaster Enthusiast herausgestellt und nach unserer Fahrt noch eine kurze Diskussion mit Max angefangen, ob die Disk‘O Coaster jetzt als Achterbahnen zählen oder nicht ;)

Die Reitbahn mit recht hoher Wartezeit war für uns jetzt nicht von Interesse, deshalb ging es nun auf die andere Seite des großen Sees in der Mitte. Bei der etwas merkwürdigen Wegführung des Parks hat man keinen wirklichen Rundweg, sondern stößt auf zahlreiche Sackgassen, was man bei der Routenplanung im Hinterkopf behalten sollte!

Der nächste große Bereich „Adventure Cove“ hat ein maritimes beziehungsweise nautisches Thema, welches ich in Verbindung mit dem See und den zahlreich vorhandenen Möwen sogar ziemlich authentisch finde :)
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Und auch vor Ort kann der Bereich mit kleinen Fischerhütten, Surfbrettern und einem großen Leuchtturm überzeugen…
Lediglich die Unmengen an ramschigen Gewinnen stören das Bild hier etwas, aber hey, das hat man auch in sehr vielen anderen Parks ;)
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Unser nächstes Ziel sollte ganz am Ende dieses Weges liegen – dieses wurde im Jahr 1994 gemeinsam mit zwei weiteren großen Bahnen, die uns im späteren Verlauf der Tour noch bevorstanden, eröffnet:
Die Rede ist vom Intamin Stand-Up Coaster Shockwave, deren Stationsgebäude in bunten Farben erstrahlt und von außen sogar recht frisch und einladend wirkt.
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Kaum hat man aber die Queue betreten, ändert sich der Eindruck drastisch:
Die Holzstufen und -geländer wirkten sehr alt und abgegriffen, und auch allgemein schien die letzte Reinigung schon eine Weile zurückzuliegen.
Aus einem der (überwiegend verschmierten) Fenster kann man auch einen Blick auf den spannendsten Teil der Strecke werfen, welcher mich irgendwie an eine bestimmte Stelle in „Big Loop“ erinnert ;)
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Und auch wenn wir bei einem Schild, welches uns ungefähr 30 Minuten Wartezeit voraussagte, zum Stehen kamen, hatten wir die Station innerhalb von vielleicht 15 bis 20 Minuten erreicht. Derweil wurden wir von lautstarker 90er Eurodance- und Trance Musik unterhalten, wodurch wir uns in den teils spärlich beleuchteten, engen Gängen teilweise wie in einer Disco ohne Beleuchtung fühlten ;)

In der (leider ebenfalls etwas schmuddeligen und an eine Lagerhalle erinnernden) Station angekommen, wurden dann auch gleich die Reihen zugeteilt, wir bekamen die vorletzte.
Und nachdem wir unsere Sachen abgelegt hatten, konnten wir uns gleich mal mit den Zügen vertraut machen.

Denn diese sind… nennen wir es mal, gewöhnungsbedürftig:
Einmal muss man den „Fahrradsattel“ auf die richtige Höhe stellen – an dieser Stelle hat uns Alex vorgewarnt, diesen lieber etwas niedriger zu arretieren, weil es ansonsten gerade für Männer unangenehm werden könnte!
Anstelle des normalen Schulterbügels hat man zunächst eine Art schlaufenförmiger Bügel, durch den man den einen Arm fädelt. Als nächstes wird ein L-förmiger „halber Schulterbügel“ heruntergeklappt, welcher mit dem anderen Teil dann mehr oder weniger einen vollständigen Schulterbügel ergibt.
Sieht alles äußerst merkwürdig und nicht mehr ganz zeitgemäß aus, daher waren wir alle durchaus gespannt, wie sich das Ganze dann fahren sollte.
Erstmal ging es dann den sehr langsamen Lifthill nach oben…
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Und nach dem eigentlich recht guten First Drop geht es dann schnurstracks in den klassischen Looping…
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…auf den etwas sehr Ungewöhnliches folgt:
Eine Zero-G-Roll an sich ist zwar keine Seltenheit, aber es ist tatsächlich die Einzige weltweit auf einem Stand-Up-Coaster. Vorher hatten wir befürchtet, dass dies seine Gründe haben könnte – aber hier wurden wir positiv überrascht: das Ganze ließ sich relativ gut fahren, auf jeden Fall ein sehr abgefahrenes Erlebnis :)
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Dann folgt das besagte gerade Stück, auf dem nicht viel passiert, bevor dann zwei weitere Inversionen, beide in Form eines Korkenziehers, erfolgen.
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Nach einer weiten Kurve geht es dann wieder Richtung Station, wo man etwas unsanft abgebremst wird.

Shockwave war in meinen Augen ganz in Ordnung:
Der Fahrkomfort war deutlich besser als erwartet (klar hat es hier und da ein bisschen geruckelt und der Kopf hat auch ein paar mal leichte Bekanntschaft mit der Rückhaltevorrichtung gemacht), aber insgesamt war das alles noch vollkommen im Rahmen des Erträglichen, vor allem im Hinblick auf die sehr rustikal wirkenden Züge.
Das Layout ist jetzt selbstverständlich nichts Spektakuläres, da nach dem Drop lediglich die vier Inversionen nacheinander abgespult werden und dann schon die letzte Kurve folgt – aber gut, diese Bahn ist ja auch schon relativ alt.
Die Abfertigung war ziemlich langwierig (kein Wunder bei der umständlichen Beladeprozedur mit den seltsamen Bügeln), aber da der Andrang nicht sonderlich hoch war, soll dies nicht so ins Gewicht fallen.
Die optische Präsentation dieser Bahn ist äußerst ausbaufähig: während die offenbar frisch gestrichene Fassade des Gebäudes durchaus gefällt, kommt vor allem die Warteschlange sowie die Station sehr lieblos und ungepflegt daher. Aber wer weiß, vielleicht werden diese ja demnächst auch noch angegangen…

Insgesamt kann diese Fahrt mit ihrer Einzigartigkeit punkten, weshalb ich diese trotz der Schwächen durchaus empfehlen kann:
Neben Freestyle im italienischen „Cavallino Matto“ ist Shockwave in Europa nämlich die einzige Möglichkeit, Achterbahn im Stehen zu fahren ;)
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Direkt am Fuße dieser Bahn dreht ein Rafting mit dem sehr kreativen Namen „River Rapids“ seine Runden. Da die Wartezeit relativ kurz war, nahmen wir dieses ebenfalls mit. Die Station mit dem typischen Drehteller war jedenfalls direkt unterhalb des Bahnhofs von Shockwave platziert…
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…und auch sonst verläuft das gemütliche Herumgeschipper in dieser Gegend.
Und der vorige Satz ist hier durchaus ernst zu nehmen, denn wir haben uns mehrmals gefragt, ob das hier überhaupt als Rapid River durchgeht oder eher eine Rundboot-Fahrt (Rentner-Rafting ;)) ist.
Stromschnellen waren nämlich kaum vorhanden, stattdessen dümpelt man in gemächlichem Tempo durch die Landschaft, was von einem lustigen Soundtrack untermalt wird – ansonsten passiert sowohl von der Fahrt als auch thematisch nicht viel 😐
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Lediglich beim Lift am Ende gibt es ein paar sehr farbenfrohe Gebäude, hier zum Beispiel der „wütende Angler“ (was auch immer das sein soll) 😁
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Insgesamt war dies eine sehr trockene Angelegenheit – wer eine gemütliche Bootsfahrt zum Entspannen erleben möchte, kommt hier auf seine Kosten.
Erwähnenswert seien hier noch die etwas merkwürdig anmutenden Boote, die Zugangstüren besitzen und allgemein deutlich „geschlossener“ wirken als die typischen Raftingboote…

Direkt nebenan befindet sich mit „Stormforce 10“ eine weitere Wasserbahn, die ebenfalls einige Besonderheiten aufweist:
Diese wurde in Zusammenarbeit mit der RNLI (Royal National Lifeboat Institution, einer britischen Seerettungsorganisation) errichtet und hat eben diese als Thema.
Die Warteschlange ist hier sogar recht stark thematisiert und enthält verschiedenste Objekte aus dem Bereich der Seerettung – auf jeden Fall sehr gelungen und mal ein Thema, was man nicht überall findet 👍
Aber auch macht diese Anlage optisch einiges her!
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Die Fahrzeuge sind hier passenderweise als Rettungsboote gestaltet, und aufgrund der Schilder, auf denen vor starker Nässe gewarnt wird, haben wir lieber alles weggepackt und ich meine Regenjacke angezogen.
Die Fahrt beginnt bereits mit einem überraschend steilen Drop aus der Station, welcher schon ordentlich austeilt, aber das ist nur der Anfang!
Nach man die tosenden Wasserfälle passiert hat, geht es dann in den „Turm“, welcher das Logo der Attraktion trägt, und absolviert den nächsten Sturz rückwärts.

Und hier bekamen vor allem Max und ich in der letzten Reihe, aber auch alle anderen die volle Dröhnung ab - plötzlich haben wir nur noch Wassermassen gesehen 😅
Und als ob das noch nicht gereicht hätte, hat die Welle des nächsten Bootes, welches gerade aus der Station stürzte, noch einmal nachgeholfen, damit auch die letzte trockene Stelle an uns endgültig Geschichte ist :oops:
So hatten wir bereits alle ein wenig Schiss vor der finalen Schussfahrt, welche aber nicht wirklich nasser war als der Rest, dafür jedoch einen netten Airtime Moment bot :)
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Als wir dann triefend ausstiegen, war erstmal eine Runde Trocknen angesagt – so eine nasse Attraktion habe ich bisher noch nicht erlebt! :oops:
Um diese Umstände besser zu illustrieren, hat Alex das Ganze in einem Selfie festgehalten, bei dem wir so aussehen, als wären wir alle in den See gehüpft ;)
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Meine Jacke über den Zaun gehängt, bot ich den anderen an, in den Ganzkörpertrockner zu gehen. Nach anfänglichem Meutern hatten sich dann alle in die Kabine gequetscht – ob es viel gebracht hat, weiß ich aus dem Stegreif nicht mehr, aber es war mein erste Benutzung von einem dieser riesigen Föhns :)

Für uns alle stand fest: Stormforce 10 ist das Highlight in Drayton Manor – falls einem bewusst ist, worauf man sich einlässt, darf man diese Bahn auf keinen Fall auslassen!
Hier haben die Warnschilder „You will get very wet!“ (oder so ähnlich) auf jeden Fall ihre Daseinsberechtigung ;)

Um uns von diesem Schock erstmal zu erholen, gab es für Alex und mich Mittagessen in Form einer Portion Fish & Chips, die sich als riesig entpuppt hat :oops:
Geschmacklich war es okay, wenn auch nichts Besonderes – auf jeden Fall habe ich die Portion kaum geschafft. Zudem musste man während des Essens aufpassen, dass sich keine der frechen Möwen an diesem bedient 😁

Währenddessen ist Patrick den „Flying Dutchman“ gefahren, ein Kettenkarussell, welches anstatt der üblichen Sessel kleine Zweiergondeln in Form von Booten hat.
Von außen betrachtet sieht der Fahrtablauf nicht viel anders als bei einem normalen Kettenflieger aus – jedoch ist dies ein ziemlich seltenes Fahrgeschäft von Intamin :)

Da uns zunächst nach etwas ruhigem war, wollten wir nun den Shooter „Sheriff Showdown“ fahren, wofür wir uns in die nicht gerade kurze Warteschlange einreihten.
Als diese sich aber nach bestimmt zehn Minuten keinen Zentimeter vorwärts bewegt hatte, beschlossen wir, das Handtuch zu werfen und uns der benachbarten Attraktion zu widmen – so ging es vom Wilden Westen in die deutsche Braukultur :LOL:
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„Drunken Barrels“ ist eine weitere Rarität aus dem Hause Intamin, laut Coasterpedia befinden sich aktuell lediglich noch zwei weitere Anlagen dieses Typs weltweit in Betrieb.
Auf den ersten Blick könnte man diese Attraktion für eine normale Kaffeetassenfahrt in einer „typisch deutschen“ Gestaltung halten – jedoch hat diese ein bisschen mehr auf Lager:
Die Plattform kann nämlich schräggestellt werden, wodurch das Fahrgefühl entfernt an eine kinderfreundliche Variante eines Flippers erinnert.
Irgendwie merkwürdig, aber aufgrund der Einzigartigkeit trotzdem witzig 😁
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Als nächstes hatten wir keine andere Wahl, als in den sauren Apfel in Form des Thomas Land zu beißen, wo mit „Troublesome Trucks“ die letzte Achterbahn des Parks vorhanden ist. Unsere Laune wurde durch das Schild, welches von diesem Punkt an 45 Minuten Wartezeit voraussagte, stark gedämpft, jedoch waren es zum Glück eher 30.
Trotzdem war es das für diese Kinderachterbahn selbstverständlich nicht wert – immerhin fährt sich diese angenehm und erfüllt ihren Zweck für die Zielgruppe auf jeden Fall :)
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Merkwürdig war hier auch, dass Max auf dieser Bahn ebenfalls seine Brille abnehmen und zudem während der Fahrt in der Hand halten (!) musste, da er kein Brillenband getragen hat (wozu auch?)
Und in der Hand geht die Brille wohl leichter verloren als auf der Nase, würde ich mal behaupten… :unsure:

Während des Wartens fuhren im Bahnhof neben uns hin und wieder mal Charaktere aus der Thomas Serie durch, mit denen sich die Passagiere durch den Bereich kutschieren lassen konnten.
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Aber auch allgemein ist es ein gelungener Kinderbereich, die Auswahl an Attraktionen ist wirklich sehr groß und auch wenn ich diese Serie nie geschaut habe, hat mich dieser Bereich deutlich mehr angesprochen als Peppa Pig World :)

Da wir aufgrund einer recht weiten Fahrstrecke zur nächsten Unterkunft sowie allgemein hohen Wartezeiten gegen ein früheres Verlassen des Parks nicht abgeneigt waren, haben wir uns für den Rest des Tages aufgeteilt:
An der Intamin Schiffschaukel sowie dem Air Race hatten wir grundsätzlich Interesse, aber die ziemlich lange Schlange hat uns hiervon abgeschreckt.
Patrick ist mit Max in das Mad House gegangen (was laut den Beiden ziemlich gut war), während ich den Intamin Gyroswing „Maelstrom“ nicht verpassen wollte: ich hatte nämlich bisher fast nur Positives von diesem Fahrgeschäftstyp gehört – und drehende Schaukeln zählen ja zu meinen Lieblings-Flatrides.
Fahren musste ich diesen trotzdem alleine, ganz nach dem Motto: Mir reicht‘s, ich geh schaukeln! ;)
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So stellte ich mich in die Schlange von ungefähr 15-20 Minuten (allgemein waren die Flatrides in diesem Park recht stark frequentiert, was ich bisher nicht so oft gesehen habe) und verbrachte diese Zeit zwischen ein paar Theming-Objekten, mit denen diese Anlage thematisch auch gut in den Amity Bereich des Thorpe Parks gepasst hätte ;)
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Ich als Einzelfahrer hatte aber aufgrund zahlreicher Grüppchen vor mir den Vorteil, dass ich durch einen einzelnen freien Platz eine Fahrt früher als geplant an der Reihe war – und so konnte es dann losgehen:
Einerseits ist die Fahrt hier um einiges kürzer als beim Cyclonator im Paultons Park, jedoch erreicht Maelstrom seine 23 Meter Maximalhöhe deutlich früher.
Sonst ist diese Anlage mit der zuvor gefahrenen Zamperla Discovery für mich ungefähr auf Augenhöhe – auch hier hat man schöne Airtime am Scheitelpunkt und ordentliche G-Kräfte im Tal, die mir hier vielleicht einen Tick stärker vorkamen.
Insgesamt also eine klare Empfehlung von mir – eines der Highlights des Parks 🤘
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Anschließend gesellte ich mich zu Alex, welcher auf einer Bank Pause machte, und so warteten wir auf die beiden anderen:
Dieser Wellenflug sieht zwar hübsch aus, aber die Fahrt mutete eher nach einem Kinderprogramm an…
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Eine Attraktion, welche lange Zeit als Alleinstellungsmerkmal des Parks galt, ist der (mittlerweile nicht mehr existierende) Freefalltower „Apocalypse“, welcher auch Standup-Gondeln besaß.
Jedoch war von den fünf Spuren lediglich eine in Betrieb – und zwar die mit normalen Sitzen, wie man sie beispielsweise auch im Holiday Park findet.
Auf diese Weise war mit vier Personen pro Fahrt der Durchsatz sehr gering und die Wartezeit uns allen deutlich zu hoch :oops:
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Wieder vollständig, verließen wir nun Drayton Manor und passierten hierfür das Thomas Land.
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Und bevor wir dann die ungefähr einstündige Fahrt zu unserer Unterkunft antraten, ist es natürlich an der Zeit, ein Fazit zu Drayton Manor zu ziehen:
Diesen Park hätte ich am ehesten als „oberes Mittelfeld“ bezeichnet.
Klar ist dieser eher auf Familien ausgerichtet und das ganz große Highlight sucht man hier vergeblich, aber trotzdem ist dieser gerade für Coaster-Enthusiasten mit einer Vorliebe für ungewöhnliche Fahrgeschäfte empfehlenswert:
Gerade Shockwave, Maelstrom und (vorausgesetzt, man hat kein Problem damit, bis auf die Knochen nass zu werden ;)) Stormforce 10 sind auf jeden Fall empfehlenswert – aber auch sonst sind einige weitere spaßige Attraktionen vorhanden, welche man auch in einem halben Tag schaffen kann.
Den recht großen Zoo Bereich haben wir ausgelassen, für alle, die Lust auf Tiere haben, soll dieser hier trotzdem nicht unerwähnt bleiben.
Die Thematisierung ist wechselhaft – der neue Wikinger Bereich sah nicht schlecht aus, das Thomas Land ist für Fans der Serie wirklich nett gemacht und gerade der maritime Bereich „Adventure Cove“ am See hat mir ziemlich gut gefallen 👍
An anderen Stellen des Parks war sie jedoch ein wenig willkürlich, beispielsweise beim Wildwest-Shooter, welcher sich direkt neben den „Drunken Barrels“ im Oktoberfest-Look befindet.
Leider waren einige Warteschlangen ein wenig schmuddelig (vor allem bei Shockwave) und manche Objekte könnten mal einen Eimer frische Farbe vertragen, aber man merkt, dass einige der älteren Ecken mit der Zeit angegangen werden, deshalb könnte ich mir vorstellen, dass dort zukünftig noch einige Renovierungen stattfinden.
Das Personal war ziemlich durchschnittlich, ohne größere Ausreißer nach oben oder unten, und die Abfertigung war teilweise etwas zäh.
Wie bei allen Parks bisher würde ich hinsichtlich des Eintrittspreises dringend raten, die Tickets vorab online zu kaufen: auf diese Weise haben wir 32 Pfund pro Kopf bezahlt, vor Ort wären es 10 Pfund mehr gewesen – letzteres wäre schon relativ teuer für das Gebotene gewesen.
Insgesamt kann ich einen Besuch trotz allem empfehlen: dieser spielt zwar in einer anderen Liga als die „Großen Drei“ (Thorpe Park, Alton Towers und Blackpool Pleasure Beach) sowie auch Paultons Park, aber trotzdem kann man mit einem Besuch in Drayton Manor auch nicht allzu viel falsch machen :)

Nach einer Stunde waren wir dann auch in der Nähe von Nantwich angekommen, und unsere nächste Unterkunft „Bank Farm Cottages“ können wir uneingeschränkt empfehlen:
Hierbei handelt es sich nämlich um einen Bauernhof, dessen Scheune und Stallungen zu Ferienwohnungen umgebaut wurden – durchaus rustikal, aber trotzdem sehr gemütlich und authentisch.
Letzteres traf auch auf unsere Vermieterin Ann zu, welche eine typische englische Bäuerin verkörperte und wirklich sehr freundlich war: wir bekamen gleich bei unserer Ankunft jede Menge Tipps für gute Restaurants und Ausflüge in der Gegend!

An diesem Ort kam schon ein bisschen Miss Marple-Feeling auf – dieses Bild spricht für sich 😁
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Nachdem wir uns umgezogen und frisch gemacht hatten, ging es nun zum Abendessen in den Dorfpub – und der Weg dahin, welcher parallel zur Landstraße verläuft, repräsentiert wieder ein typisch englisches Dorf :)
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Im Dorfpub angekommen, stellten wir fest, dass heute Abend ein Pubquiz angesagt war – hier dachten wir nur „Warum nicht?“ und meldeten uns hierfür an :)

Zuerst war aber Essenszeit angesagt – für mich gab es hausgemachte grobe Wurst mit Kartoffelbrei, Erbsen, Bratensauce und Yorkshire Pudding, dazu noch ein kühles Cider.
Und ich muss sagen, es hat auf jeden Fall geschmeckt 😋
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Frisch gestärkt sollte nun das „Team Coasterfriends“ in den Kampf ziehen – ein Blick auf die Bögen, die uns ausgeteilt wurden und uns war klar, dass wir hier haushoch verlieren dürften:
Bei den meisten landestypischen Dingen hatten wir als Auswärtige natürlich keine Ahnung – und selbst als es ums „Musikstücke erraten“ ging, kamen uns die wenigsten vorgespielten Ausschnitte bekannt vor.
Jedoch waren wir trotzdem DIE Attraktion des Abends für den kompletten Pub, da sich der Moderator besonders über unsere Teilnahme freute und uns immer wieder hervorhob. Hin und wieder bekamen wir auch den ein oder anderen Tipp von anderen Gästen des Nachbartischs :D

Als es dann an die Auswertung ging, waren wir wie erwartet die Letzten (ich meine 20 von 80 Punkten, die wir hauptsächlich durch Hilfestellung durch die anderen erreicht hatten ;)), aber für den Moderator war das Spiel offenbar noch nicht zu Ende:
Einer der Verlierermannschaft sollte nun nach vorne kommen und einen Schlüssel aus einem Eimer ziehen, um zu schauen, ob dieser in die Truhe zum Jackpot passen sollte.
Also fischte Alex einen Schlüssel heraus – und, klick, gehörte der „Trostpreis“ uns:
Lustigerweise war dieser Geldbetrag um einiges höher als der, der dem Gewinner des Spiels zustand 🤣

Von diesem Geld wollten wir dann den anderen Teilnehmern eine Runde Getränke ausgeben, aber nur die wenigsten nahmen diese Einladung an…
Aber auch sonst waren alle wirklich freundlich und hatten sich sehr über unsere Teilnahme gefreut – wahrscheinlich kam dies bei den wöchentlichen Runden nicht allzu oft vor, dass sich Auswärtige herein verirren ;)

Aber irgendwann war dann nach ein, zwei weiteren Getränken auch Schluss für heute, da die nächsten zwei Tage einer der Höhepunkte der Tour anstand :)

Und somit wären wir dann auch von diesem Bericht am Ende angekommen – ich hoffe, er hat euch gefallen und falls ihr irgendwelche Fragen, Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge haben solltet, schreibt sie gerne darunter, ich würde mich freuen :)

Macht‘s gut und bis zum nächsten Mal! hallo:-)
Lukas
 
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